Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 8. Kriegsheft (30.4.1916)
- Date
- 1916-04-30
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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164 Der Jüdische Student zitier verhältnismäßig blühenden und erfahrenen Landwirtschaft; umgeben sein, die sie erdrücken oder bemitleiden und auch damit innerlich erledigen wird. Hat man außerdem -ein Recht, Mittel anzuwenden, deren Verwendung in anderer Weise viel bessere Ergebnisse auf demselben, Gebiet liefern . würden? ' -Die Aussichtslosigkeit ist ja, wie gesagt, gegenüber dem vorhandenen Willen zum Opfer nicht entscheidend. Aber ich komme zu dem Ergebnis, daß die restlose Forderung von Palästina und der damit verbundenen Zerstörung aller Wertschätzung, die man zionistischer Arbeit hier beilegen kann, uns persönlich ebenso wie die jüdische Zukunft erledigen müßte. Es ist nicht anders, wir müssen unsere Sehnsucht in zionistischer Arbeit stillen und wir dürfen in der Gemeinschaft der zionistischen Arbeiter ein Leben erhoffen, das uns einen gewissen Ersatz für Palästina bietet, dsß man nicht als „unehrlichen Kompromiß, haltlos, schwächlich" bezeichnen darf. Ich glaube, daß Berthold Cohn diese Bedeutung der Arbeit im Zionismus innerlich noch nicht so recht erfaßt hat. Sonst würde er sie nicht so herabsetzen, wie vielleicht nicht er, aber sein Plan es tut. Ich muß auch sagen/ daß der Krieg mir nicht so sehr die Notwendigkeit eines unmittelbaren Ueberganges nach Palästina gezeigt, als den stärksten Wunsch nach Rückkehr in unsere Gemeinschaft erweckt hat. Wenigstens glaube ich, daß die Beschwernisse, die speziell vom Kriege abhängig sind, mit der Rückkehr in unseren Kreis behoben werden. i Wenn das nun aber so ist, daß ein zionistisches Leben hier nicht nur niederdrückend notwendig, sondern aufrichtend — nicht nur die Sache, sondern auch die eigene Person — ist, dann ist es nicht zwingend unumgänglich, das Leben sogleich nach Palästina zu verlegen. Ist das aber keine ausschließliche, .keine Wahl lassende Notwendigkeit, weil es eine andere Möglichkeit, anständig zu leben nicht gibt, dann ist der Aufruf unberechtigt und irreführend, also schädlich. Dann kann es für jeden von uns nach wie vor nur eine Frage praktischer Erwägungen sein, wann er nach Palästina übersiedeln kann. Daß man aber mit praktischen Erwägungen. Berthold Cohns Aufruf in keiner Weise rechtfertigen kann, ist ja selbstverständlich. Jede Bewertung, die in dem Siedelungsplan einen Vorteil für das zionistische Ideal sehen will, muß sofort zu einer Ablehnung . kommen. M.Bileskj .'.f . II. - , Der Aufruf „Nach Palästina" in der Januarnummer des j. St. beweist, daß B. J. C. und K. Z. V. nicht umsonst existiert haben. Wir wollen Euch in Folgendem einen Plan entwickeln, wie Ihr Eure Absicht leicht verwirklichen könnt, um in wenigen