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Der jüdische Student · 1916-04-30 · 8. Kriegsheft (30.4.1916) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
8. Kriegsheft (30.4.1916)
Date
1916-04-30
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Qer Jüdische Student m „Geschichte44, um nicht Vorsehung sagen zu müssen; aber irgend eine Bezeichnung für einen überpersönlichen Zusammenhang muß man ja hier einmal anwenden.) Um so weniger, als wie jede Ueberlegung ergeben muß, der Plan, uns oder einige von* uns als Bauern in Palästina anzusiedeln, mit Sicherheit scheitern wird. Ich wiederhole meine Ansicht, daß man nicht nur die voraussichtlichen Schwierigkeiten, sondern auch das sichere negative Ergebnis in aller Offenheit aussprechen muß: nur wer seine Entscheidung für „schon jetzt Palästina'1 so sehr als Notwendigkeit erkannt hat, daß er trotzdem nicht anders kann, darf sich so entscheiden (genau so wie die wesentliche Entscheidung für den Zionismus von den praktischen Aussichten unabhängig ist). Daß der Zusammenbruch der geplanten Ansiedelung unvermeidlich ist, machen mir — neben allem anderen — zwei Gründe zur Gewißheit. Wir sind nicht so beschaffen, daß wir Bauern werden könnten. Ieh meine nicht so sehr unsere Kräfte, Gesundheit, Fähigkeiten, die es uns erschweren würden, Bauern zu .werden, obwohl das alles natürlich sehr in Betracht kommt. Sondern wir sind innerlich unfähig dazu. Wenn Berthold Cohn meint, der Krieg habe uns vorbereitet, so meine ich das Gegenteil. Ich bilde mir ein, nach dem anderthalbjährigen Zusammenleben mit meinem Trupp etwas von den Leuten zu verstehen und auch von ihnen nicht als Fremder empfunden zu werden. Und dabei ist mir es vollkommen klar geworden, daß wir keine einfachen Leute aus dem Volke werden können. Du weißt, daß dies * alles nicht irgendwie überheblich gemeint ist. Unsere Existenz wird immer gewisse Befriedigungen des Geistes verlangen. Wir können nicht lediglich in einem Beruf aufgehen, der darin besteht, daß wir den Pflug führen und das Vieh auf die Weide treiben. Wir dürfen nicht vergessen, daß die Frische und UrsprüngHchkeit, alle die geistigen und gemütlichen Vorzüge des mit der Kraft der Muskeln Arbeitenden ihm selbst nicht bewußt sind, sondern von uns, in denen der Geist erweckt ist und sich regt und fordert, erst gesehen werden. Ueberall wird es sich zeigen, daß ein Beruf, der nur mechanische Leistungen verlangt, uns als Menschen zu Grunde richtet. Wollen wir, daß unsere Frauen Bäuerinnen werden? Oder wollen wir uns Bäuerinnen zu Frauen nehmen? Es ist sicher, daß wir schon dem Versuch unser ganzes Selbst zum Opfer bringen müssen, und es ist ebenso sicher, daß der Versuch trotzdem mißlingt. Wir können nicht mehr einfältig werden. Ich kenne die Büu- Leute nicht und weiß nicht, was aus ihnen geworden ist. Aber daß aus Dir und mir und Berthold Cohn als Bauern nichts wird, das glaube ich zu wissen. Dazu kommt etwas anderes. Die Bilu-Leute konnten sich als Pioniere des jüdischen Ackerbaus in Palästina rechtfertigen. Das fällt heute weg. Die Studenten-Kolonie wird immer von

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