Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 8. Kriegsheft (30.4.1916)
- Date
- 1916-04-30
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 161 daß sich deutsche Rechtsanwälte jetzt in Warschau niederlassen; Anfragen deswegen (sowie wegen sonstiger Niederlassungsabsichten) sind zu richten an den „Herrn Verwaltungschef beim Generalgouvernement in Warschau". — In Warschau findet jeden Sonnabend abend in -'der Bar Angielsky, Rymarska 6, eine Zusammenkunft jüdischer Soldaten statt, bei der die ortsanwesenden Bundesbrüder stets zu treffen sind. Die Adresse von Bbr. Tuchler lautet: Warschau Burg IV/36. Nach Palästina! Diskussion des) Aufrufs von Berthold Cohn und Walter Preuß Der Aufruf „Nach Palästina" hat, wie bereits bekannt sein dürfte, eine lebhafte Erregung der Geister pro und contra hervorgerufen. Er war — der Deutlichkeit wegen sei das hervorgehoben — selbstverständlich keine offizielle oder offiziöse Verlautbarung des Präsidiums. Die Frage der Uebersiedlung nach Palästina bildet das im Laufe der Entwickelung immer mehr in den Vordergrund getretene zentrale Problem des Zionismus. Daß diese Entwickelung am lebendigsten von der zionistischen Jugend verkörpert wird, liegt in ihrer Natur. Selbstverständlich ist es die Aufgabe des K. J. V. und insbesondere des „Jüdischen Studenten", der Diskussion eines' solchen Problems alle Freiheit zu gewähren. Sie abzuschneiden oder gar zu unterdrücken, hieße den Versuch machen, das geistige Leben des K.J.V. zu reglementieren. Daß das Problem „Nach Palästina" nicht mit einem Schlager zu lösen ist, ist wohl jedem klar. Niemand verkennt seine ideellen und praktischen Schwierigkeiten. Um so mehr ist es unsere Aufgabe, in einer sachlichen und bundesbrüderlichen. Diskussion seine Lösung zu fördern. D. Red. I ... Ich möchte mich etwas länger über einen Gegenstand äußern, der mir sehr am Herzen liegt, nämlich den Palästina-Aufruf. Wie mir scheint, sind wir im Ergebnis einer Meinung, unterscheiden uns aber doch etwas in der Art unserer Stellungnahme. Zunächst bin ich nicht der Ansicht, daß man dazu Gegengründe nicht aussprechen soll. Ich meine im Gegenteil, man soll von Anfang an die Sache so schwer als möglich machen, denn nur wer trotz deutlichster und eindringlichster Erkenntnis aller Bedenken bewußt die schwere innere Verant-