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Der jüdische Student · 1912-04-22 · Heft 1 (22.4.1912) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
9 (1912-1913)
Issue
Heft 1 (22.4.1912)
Date
1912-04-22
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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12 Der Jüdische Student Anmerkungen Von Felix R o s e n b 1 ü t h (V. J. St. Maccabaea und Berlin A. H.) Um Wiederholungen zu vermeiden, beschränke ich mich auf die Erklärung, daß ich mich dem System von Bundesbruder Lyon anschließe. Seine Disposition entspricht im wesentlichen der Einteilung, in die auch ich im Unterricht für erste Semester den Stoff gegliedert habe. Diese Einteilung erscheint mir auch jetzt als die natürlichste und daher zweckmäßigste. Trotz mancher Bedenken würde ich allerdings heute Teil II des Lyonschen Systems vor Teil I behandeln, weil die Erörterung der kulturellen Fragen unmittelbarer in den Gedankenkreis des V. J. St. einführt. Der Unterricht für zweite Semester unterscheidet sich von dem der ersten Semester nicht durch den Stoff und das System, sondern durch die Lehrmethode. Im Unterricht der ersten Semester soll — wie Lyon mit Recht hervorhebt — Interesse, Lust und Liebe zur Sache, Begeisterung erweckt werden; die älteren Füxe sollen eigene Kenntnisse und eigenes Urteil erwerben. Daraus folgt die Verschiedenheit der Methoden. In der Fuxenstunde für erste Semester trägt der Fuxmajor vor. einheitliche, persönliche Lebeosanschauung kennen gelernt haben. Ich halte es für falsch, in dem Unterricht der ersten Semester die Form der Diskussion zu wählen. Das Resultat ist, daß die Füxe über die systematischen Zusammenhänge stets im Unklaren bleiben. Natürlich muß der Fuxmajor am Schluß der Fuxenstunde Anfragen beantworten und kann dabei etwas diskutieren lassen; aber der Fuxenunterricht ruht auf der Person des Fuxmajors. Im Unterricht für zweite Semester tritt die Person des Fuxmajors mehr zurück; der Unterricht ruht auf der häuslichen Arbeit der Füxe. Im Unterricht wird das Gelesene diskutiert. (Man kann von den zweiten Semestern gar nicht genug private Arbeit verlangen, die ersten Semester sollen möglichst geschont werden!) Jetzt sollen sich die Füxe durch eigenes Studium über den auch im ersten Semester bereits behandelten Stoff klar werden. Diese Art der Wiederholung ist sehr nützlich und notwendig. Natürlich wird man im Unterricht für zweite Semester Teil I des Systems Lyon weniger gründlich behandeln; daß er nicht ganz vernachlässigt wird, ist schon mit Rücksicht auf die überwiesenen Füxe und die Ungleichmäßigkeit des Unterrichts in den einzelnen Kartellvereinen notwendig. Bezüglich der Diskussionen will ich noch erwähnen, daß nach meinen Erfahrungen die übliche seminaristische Form der Fuxenreferate, in dem ein Fux über ein von ihm und meist nur von ihm gelesenes Buch referiert, ganz zwecklos ist. Wert haben Es kommt darauf

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