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Central-Verein-Zeitung · 1925-12-11 · 50 (11.12.1925) · p. Seite 785

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
50 (11.12.1925)
Date
1925-12-11
Page
Seite 785 (sequence 9)
Language
German
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Unterrichtsmimfter Dr. Sscker über HolöZiher. Ignaz Goldziher, der vor wenigen Jahren verschiedene ungarisch-jüdische Orientalist, dessen wissenschaftliche Größe in der gelehrten Welt stets gefeiert wurde, ist anläßlich des Erscheinens der zweiten Auslage seiner „ Vorle s u n g e n ü der d e n I j l a m ", besorgt von Professor Tr.?y. Babinger (Verlag Earl Winter, Heidelberg), der Gegenstand neuer Ehrungen. Kein Geringerer als Minister Professor Tr. Decker, selbst ein hochgeachteter Gelehrter, hat eine erhebende und rührende Einführung zur neuen Auslage des Buches geschrieben, der wir folgendes entnehmen: „Braucht es eines Geleitwortes, wenn dies köstliche Werk des nuvergeßlichen Meisters zum elften Male ohne sein persönliches Iiuprimatur in die Hände der Leser gelegt wird? Weiß nicht jeder, der es zur Hand nimmt, daß hier der Begründer einer neuen Tisziplin die Arbeit eines langen Lebens systematisch znfannnengesaßt hatH Gewiß ist dem so; nur Zeitgenossen wissen, waewir ihm zu danken haben: wir haben es erlebt, daß Goldziher gemeinsam mit seinein freunde Snouck hurgronje die Jslannvissenschaft eigentlich erst geschaffen hat. Aber schon für die jüngere Generation ist Goldziher bereits Geschichte geworden; es ist nun einmal Gelehrtenschicksal, daß sehr bald vergessen wird, was der einzelne, selbst der größte Forscher, an spezieller Leistung 311m immer breiter werdenden ^troin der Erkenntnis beigetragen hat. Je genialer ein Forscher war, desto schneller wird seine individuelle Schöpfung znm Gemeingut der Gelehrtenarbeit. Bon dieser Schöpfung aber schweigt das Buch . . . Auch von einem anderen schweigt dies Buch in seiner keuschen Sachlichkeit, von dem Menschen. der doch für den, der ihn kannte, doch so lebendig ans jeder Zeile spricht. In ihm war Kritik und Liebe einzigartig verbunden. Er hatte offene Angen und lehrte andere sehen, aber er sah mit tiefem, menschlichem Verständnis, wie es nur ans der Liebe geboren wird, die alles trägt und nicht eifert. Man lese daraufhin eimnal seine Analysen und seine Rezensionen. Ter tastende, wissenschaftliche Anfänger war ihm ebenso heilig wie der seit einem Jahrtausend tote Traditionarier. So objektiv er die sachliche Lösung erfaßte, so übersah er nie das Subjektive des menschlichen Wollens. Und waren Liebe und -Kritik einmal wirklich unvereinbar, dann schlug der Humor eine goldene Brücke über den Abgrund. Wie dein Menschen, so stand er auch dem Schicksal gegenüber; mit Kritik und mit Liebe. Ihn erfüllte der amor fati. Er hat nicht gehadert, sondern erkannt und geduldet. Zur Freude hat er aber nie Ja zu sagen verlernt. Er starb als ein Weiser, auf dem der Glanz der Abendsonne lag." Wer die Geschichte des dem Judentum verwandten Islam und insbesondere auch seine Beziehungen zum Judentum wahrhaft kcnnenlcrnen null, der ehre unseren unvergeßlichen jüdi'chen Meister, indem er sein Werk studiert. Zur Geschichte öer Lhanukka-hMne. Nach dem Anzünden der Lichter am Chanukkafest wird sowohl in den Gotteshäusern als auch bei der Feier im Haushalt die Ehamikta-Hmnne „Moau.s zur" gesungen, lieber ihre Geschichte lesen wir im „Königsvcrger Jüdischen Gemeindevlatl" vom 1. Tezembcr d. I. eine kurze Stizze, die Eduard Birnbaum s. A. im Jahre 1889 feinet Klavierbearbeitung des ,,Moaus zur" vorange stellt hat, und die auch sür alle späteren Arbeiten die Quelle geblieben ist. Eduard Birnbaum führte aus: „Tie bei den deutschen Inden populäre Melodie zur Ehannkka- Hywne „Moaus zur" hat insofern auch ihre Geschiehte, als ihr Ursprung aus ein deutsches Volkslied: .So weis; ich eins, das mich crsrewt, das Plünrlein au ff Prester Oehdst zurüekznsübren in, welches auch Luther zu seinem Ehvral: „Nun freut euch lieben Ehristen gemeirst benähte iBöhme, Altdeutsches Liederbuch Nr. i'.ll'ik Zum ersten Male mustkali''ch firioxt findet fic sich in den „Hebrcw Bcelodies ' von Lord Byron zu dem Texte „On Jurdan’s hano.s ..." in bet Aufzeichnung von Braham und Nathan (London J815, S. 29-, in späterer Zeit von Mar Bruch und Julius <milzer („Aus dem Osten" Nr. 1) bearbeitet. Ter Tcrt der Hymne gehört spätestens in das dreizehnte Jahrhundert und hat laut Akrostich den Synagvgendichter Al 0 r d e ch a i (wahrscheinlich den Isaak, von dem anch das Sabattied r,Mah jofi-s" verrührt) zum Verfasste (Zunz, Literaturgeschichte der syuagogaleu Woeste, S. 08O). Tie Melodie scheint schon um 1150 bei den Juden sehr verbreitet gewesen zu sein, da um diese Zeit der Sichtet Baruch Bendir Ahtwület seine Ehanukka-Hymne mit ihr belegt lTavid Kaufmann in Heoss'ü H, S. 208; vgl. Zunz a. a. S. 122 unb 1A1). Nicht nn ermähnt All bleiben, daß in den süddeutsche;! (aschkenasi'chen) Gemeinden auch ^er ^ynagogcnhymnus „8ell'ne sodlm" für den EhanukkasabaG von Gabriel aus Alalaga (gest. 1070) von denn Borbeter allein in der „Moaus zur“, Alelodie vorgetrageir wird. Tarf aus Grund seiner synagogateu Verwendung mrd seines bester passenden Metrnms angenommen werden, daß letzterem Oymnus die Melodie zuerst eigen gewesen, so scheint der für die häusliche Zeremonie des Anzündens der Ehanukta-Lampe bestimmte Gesang „^loanz zur" mehr zu Geltung und Verbreitung der traditionellen Melodie beigetragen zu haben. Eine zweite, in Moll gehaltene deutsche Melodie zu ,chl<>aus zur", welche Benedetto Marcello (l6?st—1739) in feinem 15. Psalm der Vergessenheit entrissen, habe ich bereits im Jahre 1878 irr der „Jsraeliti'chen Wochenschrift", Nr. 51, mitgeteilst * &A ... ÜJÜÜliVOLi iqu. i. i 1J;V I PD // Qj uüpji-LÜ^31111 T PIüljI'cI in grosser Auswahl feriig am Lager Edelste Pelzaunlltüten *.Eigene.Mrsclnerei * Gönsüge Preisstellung n(!V * Wal aby- Kragen Opossumsaiten-Futter.225 M. Ooossum -Kragen Nutrianin-Futter.290 M. Opossum-Kragen Opossumwammen-Futter. . . . . 360 M. Otte r- Krag e n Bisamwammen-Futter.550 M. Seal -Elektrik-Kragen Bisamstirn-Futter.360 Sealbisamod-OtterKr. 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