Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 50 (11.12.1925)
- Date
- 1925-12-11
- Page
- Seite 784 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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784 Schwerrtt^nsLrielte und Großgrundbesitzer« Der im Verlage Hofsmaun L- Campe (Erich Reiß), Berlin und Hamburg, demnächst erscheinenden Schrift von Dr. Richard Lew insohn „Jüdische WKlfinanz" entnehmen wir mit Erlaubnis des Verfassers folgende Ausführungen über die größten Vermögen bziv. Einkommen der Welt, die schlagend beweisen, daß sich unter ihnen, entgegen den Behauptungen der Judenfeinde, nur ein verschwindend geringer Prozentsatz in jüdischen Künden befindet: „Die Prüfung der internationalen kapitalistischen Znsanunenhange hat ergeben, daß diese Verbindungen ganz und gar nicht eine jüdische Spezialität sind. Im Gegenteil, in den größten und weltwirtschaftlich bedeutendsten internationalen Kartellen und Trusts regieren fast ausschließlich Nichtjuden. Damit cutsällt die erste und wichtigste Voraussetzung für die These von der Internationalen Herrschast des jüdischen Geldes. Aber wie steht es, wenn man einmal von den verzwickten und verschachtelten modernen Wirtschaftsformen der Verbände und Aktien-. gesellschasten absieht, von jener „Versachlichung" des Wirtschaftslebens, wie Werner Sombart es treffend genannt hat? . . . Die Männer, die dort das Zepter führen und den Gang der internationalen Wirtschaft entscheidend bestimmen, sind nicht immer identisch mit den Besitzern der llnternehmungen. Sie sind häufig nur Funktionäre der wirklichen Kapitaleigentüm-er, der Großkapitalisten, die sich damit begnügen, ihr ererbtes Vermögen durch geschickte Direktoren verwalten und vermehren zu lassen, oder, was seltener vorlouuut. die sich nach ein paar selbstgeführtcn großen Schlägen aus dein aktiven Geschastsleben zu rück ziehen und das sorgenlose Leben, eines Millionenrentners führen. Um die Frage, ob das internationale Großkapital sich ganz oder überwiegend in jüdischen Händen befindet, vollständig zu beantworten, muß man also auch nachprüfen, wer denn die reichsten Leute in Deutschland lind den anderen Ländern sind, Inden oder Nicht juden." Der Verfasser zitiert sodann eine Liste der Besitzer der 44 größten Vermögen (von 2 Milliarden bis 120 Millionen), die der Engländer James Burnleh im Jahre 1905 ausgestellt hat, und fährt fort: „Man erkennt aus dieser Zusammenstellung, wie lächerlich die erst kürzlich wieder, ohne jede Quellenangabe, in einer antisemitischen Broschüre erhobene Behauptung ist: ,Tas Vermögen der Familie Krupp wurde vor denl Kriege auf 250 Millionen Mark geschätzt, das Vermögen des internationalen Bankhauses Rothschild aus 40 000 Millionen Mark').' Selbst in ihrer höchsten Blütezeit haben die Rothschilds mitsamt ihren näheren und weiteren Verwandten noch nicht den zwanzigsten Teil des Vermögens besessen, das ihnen hier ein wirtschaftlicher Ignorant, der anscheinend noch in den Zahlenbegrissen der Inflation besangen ist, zu völkischen Propagandazwecken zuschreibt. Eine etwa aus derselben Zeit stammende Statistik des ,Almanach Hachette' (1903) über die Jahreseinkommen der reichsten Nordamerikaner verzeichnet: John D. Nockeseller. ........ 210 000 000 M. Andrew Carnegie .. 100 000 000 „ Rüssel Sage . . . . . .. 38 000 000 „ W. A. Clark .. 33 000 000 ,y George I. Eould .. 25 000 0«)0 „ I. Pierpont Morgan. 20 000 000 „ Unter den Trägern dieser sechs grössten Einkommen befindet sich kein einziger jüdischer Name"). Auch die europäischen Statistiken stützen die antisemitische Legende von der altes übertrumpferrdcn Geldmacht der Inden nur 1) Theodor Fritsch, „VeltroirtschafNiche Zusammenhänge", 2. Auslage. Leipzig 1925, S. 9. 2) Von uns fett gedruckt. Die C-christ'leiümg. wenig'. In England waren vor den: Kriege, mit Ausnahme Roth'- schilds. weitaus die reichsten Männer die altadligeiu nichtjüdischen Großgrundbesitzer . . . Das reiche Frankreich halte vor dem Kriege zwar eine verhältnismäßig breite Schicht von Millionären, aber dafür nur ganz wenige Vermögen, die sich mit den großen internationalen Geldmagnaten messen konnten. Unter diesen marschierten lange Zeit der Baron Alphonse v. Rothschild und seine Erben an der Spitze. Don einer zisfernmäßigen Ilebcrlegenheit jüdischer Multimillionäre war aber auch dort keine Rede. Ueber Deutschland geben die .Jahrbücher der Millionäre* Auskunft, die in den letzten Jahren vor dem Kriege der frühere Regiernngsrat im Reichsamt des Innern, Rudolf Martin, herausgab . . . Nach Martin 3) hat es im Jahre 1912 in Preußen zwölf, Leute gegeben, deren Vermögen mehr als 50 Millionen Mark betrug,'genauer, die ein Einkommen versteuerten, das aus ein Vermögen 'von mehr 50 Millionen Mark schließen läßt. ES waren das: . . Millionen Mur! Vermögen Einkommen 1. F r a u Bertha Krupp v. Bohle n aus den: Hügel bei Essen (Ruhr).187 17 2. F ü r st H e n ck e l v. Donner § mark, Schloß Reudcck, Reg.-Bez. Oppeln .... 3. Ch r i st ia n Kraft Fü r st zu Hohenl o h e - O e h r i u g e u , Herzog von Ujest, auf Schloß Stawentzitz, Reg.-Bez. Oppeln . . . 4. Freiherr M a r v. Goldschmidt - Rothschild, Frankfurt a. M. 5. H a n s H einri ch XV.. Fürst v o n P l e ß, Schloß Fürstenstein, Reg.-Bez. Breslau . . . 6. H a n s Ulrich Graf von Schaffg o t s ch , Kgl. Kannuerherr aus Koppitz, Reg.-Bez. O-PlMn. 7. Freifrau Bl athilde v. Rothschild, Frankfurt a. M. 8. K o m merzieurat Eduard B e i k v. Speyer, Mitinhaber des Bankgeschäfts Lazard Epeher-Ellissen, Frankfurt a. M. . . 9. F r a n z - H u b e r t Gras Tiele- W r n ck l e r, Schloß Moschen, Reg.-Bez. Oppeln . .. 10. E ugelbert H erzo g von A r e n b e r g, Schloß Rvrdtirchen, Reg.-Bez. Münster. . . 11. W i r k li ch e r Geh. Rat, Graf Franz v. B a l l e st r e m , ans Plawniowitz, Reg.- Bez. Oppeln, gest. 1910, Nachlaß. 12. Fabritbesitze r A n g u ft Thyssen, Schloß Landsberg, Reg.-Bez. Düsseldorf . . Unter.diesen zwölf reichsten Preußen finden sich nur drei jüdische Namen, darunter zwei Angehörige der Familie Rothschild und ein Mitglied d-er Familie Speyer. Der damals reichste Jnd^e in Preußen und zugleich wohl in Deutschland, der Frankfurter Baron Max v. Goldschmidt-Rothschild, stand, was sich nicht sonderlich mit der antisemitischen Theorie verträgt, auch erst an vierter Stelle." ') „Jahrbuch dco Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen.* Berlin 1912, 6. 1. 17? 12 151 7. 107 3-4 84 1,9 79 4—5 76 2-3 i 76 2—3 74 3—4 59 2,6 56 2—3 55 nur 2,6 drei jüdische 77lein Hxind, ich rate Oh gut: Himm : 1 mnmd&iLE» Das beliebteste und verbreitetste Nähr- und Kräftigunj^mittcl. HerRe-stellt aus edelstem Gcrßtcnmalz. Erhält!, in Apotheken u.Drogcnhandlimgen. Gebr. Pater mann, Teltow- Berlin 14. Cllcinige Anzeigen-Annahme Rudolf Mosse, Anz cigen“ A.V'nähme für säintl. Zeitungen Deutschlands und des Ausland® Berlin SW 19, Smijalcincr Gtrnfce 4G-49 / Breslau j Chernnch Tresden / Tüsscldori - Erftrrt j granksurl cuM. I Halle (Saale) j Hainburg / Hannover / Karlsruhe f Köln cr. Nh. Leipzig I Magdeburg / Mauupeitu f München / Nürnberg j Gietun » Stuttgart f SlmfterPam! Barcelona / Basel / Budapest l Bukarest | Prag j Warschau / Wien / Zürich. rZD (r:\) ■ " \ CT- 1 SZTS r\n J tu J | 1 .V; OIE. DEUTSCHE UJERT-ZIGRRETTE-