Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 49 (4.12.1925)
- Date
- 1925-12-04
- Page
- Seite 767 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2277379-2277569-2277618--02578-3537536- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
”0 rr ti ME fnC' uaty^j Gin ungeheuerlicher Aussatz D es ..Hammer" und eine erfreuliche Grwidenmg einer christlicheu Leserin. Im ersten Novemberheft deS ,.H a m nt e x*, in dem seit alters Theodor Fritsch sein Wesen treibt, befindet sich ein leitender Aufsatz „Vom sittlichen Irrsinn der Inden und ihrem ewigen Blutsbund". der allem die Krone aussetzt, was in letzter Jeit'vvllischen Gehirnen hemmungslos entsprungen ist. Als Verfasser nennt Fritsch einen „bibelgläubigcn katholischen Leser"'. Wir nehmen gern diesem Herrn die Maske vorn Gesicht. Es ist kein anderer als A d a m a N. O! scho w y, der erst kürzlich in Alfred Nolhs „Neichssturmfahne" sich in judengegnerischer Verdrehung von Dibeistellen Erkleckliches geleistet hat und dafür in diesen Blättern (vgl. „C. V.-Zeitung" Nr. 43) von D. Windsuhr gründlich gestäupt wurde. Herr Olschowy sott nicht meinen, daß er in Deutschland unbekannt ist. Er ist der. der vor etlichen Jahren schamlose Pogrompostkarten an jüdische Firmen in Berlin ans der Tschechoslowakei sandte und noch manches andere aus dem Kerbholz hat. Recht bezeichnend für die Veranlagung und die Einstellung des völkischen Altmeisters Theodor Fritsch ist die Einleitung, die Fritsch selbst den Ausführungen Olschowps voranschickt: „Ein bibc-lgläubiger katholischer Leser sendet uns die nachstehenden Betrachtungen, die die Sittenwidrigkeit des jüdischen Wesens aus Worten der Bibel zu begründen suchen. Unsere Leser wissen, daß wir das Problem der sittlichen Perversität am Juden anders erklären. Wir sehen in den Juden die Nachkommen der von den alten Kulturvölkern ansgestoßencn entarteten und verbrecherischen Elemente, die. durch strenge Inzucht zu einem festen Zusammenhalt verbunden, gewissermaßen eine nerr, sekundäre Nasse zaugten. in welcher die verbrecherischen Anlagen erblich wurden. Seiner wider sittlichen Natur cntspreochnd und von unversöhnlichem Haß gegen die gesittete Menschheit erfüllt, schuf dieser entmenschte Auswurf sich eine Lchre, die alle Sittenbegrifse verhöhnt und ans den Kops stellt . . Da kann Olschowy nicht fehlen, und er setzt gleich zu Beginn seines Aufsatzes das Folgende hin: „Es ist aus diesem Grunde den Jut^n absolut unmöglich, mit Ausnahme des Betruges, etwas geistig Großes zu leisten. Diese Wahrheit des angeborenen Irrsinnes kann jeder geistig normale Mensch an den Juden prüfen und finden . . Im weiteren Verlause dev Ausführungen heißt es: „Und wenn die Juden behaupten, daß ihre Radelsfüher „Sendlinge Gottes" sind, so entspricht dies vollkommen der Wahrheit. Sie sind Sendlinge ihres Gottes — des Sat'ans. Das Wort Bund!>eißt in Hebräisck)en „bcrit" und bedeutet Zerschneid'mg. Der unlösbare blutige Bund der Judenwurde vor etwa 3900 Jahren geschlossen durch die Vermittlung des Patriarchen Abraham, d. h. Vaters der Menge. (1. Mose 17, 5) . . . Dieser Vmrd kann von keiner Seite gelöst werden rrrrd verliert seine Gültigkeit erst dann, bis die Juden das Schicksal dieser Opferticre restlos erreicht haben, das ist: vis sie zerrissen und zerschnitten sind . . . Die bald kommenden JudcnschlächLereicn in aller Welt kann das goldene Kalb und der Vater der Juden, der Satan, nicht aushaltcn, weil er der Verderber ist, sie ferne Kinder sind und daher ewig nicht zur Ruhe kommen werden. (Hebräer 3, tl) . . Diesen, auf ewige Zeiten verfluchten, meuchrlmörde" rischen, gotthassendcn, moralisch bis auf die Knochen verfaulten Satanskindcrn wird in den Tagen der Vergeltung das verfluchte, gotteslästerliche Kloakenmaul vom König deS SclrreckcnS, dem Tode, ans immer zerrissen werden. Und da die Zeit zu ihrer gänzlichen Ausrottung schon herbeigekommen ist, so dürfen sie mit ihrer Käserei §ckgen Jehova und daS Christentum nicht aushören, bis sie die sicrabbeschworcne Zerschneidung nach Art der Opferticre erreicht haben und bis sie nach ihrem Beispiele in Nussland und entsprechend dem eigenen, den christlichen Völkern zugedachteri Plane selbst geschachtet, geschlachtet, lebendig verbrannt und mitten entzwcigcrrssen werden . Wir achten es als tief unter unserer Würde, aus diese eklen Beschimpfungen und widerwärtigen Drleumdungen auch nur mit einem Worte einzugehen. Wenn Fritsch und seine bibelgläubigen Helfershelfer vermeinen, mit solck>en niedrigen Mitteln der völkischen Suche Freunde zu gewinnen, so sind sie auf dem Holzwege. Daß nicht völkisch eingestellte deutsche Volksgenossen mit Leuten vom Schlage Olfchowys, dieser Mischung von vorgeblicher Frömmigkeit und Bestialität, nichts zu tun haben wollen, bezweifeln wir nicht. Es ist bezeichnend, daß uns, ohne jede Aufforderung, von christlicher Seite das Folgende geschrieben wird, was wir ungekürzt wiedergeben: „Aus mehreren Stellen des Alten Testaments wird in einem Aussatz des „Hammer" der Schluß gezogen, daß die Juden von Jehova mit geistiger Blindheit, Wahnsinn, Verstocktheit usw. geschlagen worden seien. Es ist leicht, daraus hinzuweisen, daß diese in der tem;>eramentvollen Sprache der alten Propheten ausgesprochenen Verdammungsurteile sich auf Verfehlungen beziehen, für die andere Priester anderer Völker jener Zeit kaum ein Wort des Tadels gehabt hätten, woraus also eigentlich nur hervorgeht, daß das sittliche Niveau der Juden schon in jenen barbarischen Zeiten ein ziemlich hohes gewesen sein muß. Ter „bibelgläubige katholische Leser", der den besprochenen Aufsatz an den „Hammer" eingesaud! hat, möge sich eine Predigt vergegenwärtigen, in der ein katholischer Bauerupfarrer heute sich an seine Gemeinde wendet, und er wird finden, daß diese Predigt nicht weniger scharfe sittliche Werturteile enthält (die in dem Falle gläubigen Christen zngedacht sind!) als die Predigten der alten Propheten. Der Verfasser scheut sich ferner nicht, die einer barbarischen Vorzeit entsprechenden blutigen Tiervp'erspmbole mit tatsächlichster Geltung für alle Zeiten zu belegen, nicht anders, als sei blutigste Grausamkeit der Inhalt noch der heutigen jüdischen Cittenlehre. Es wird behauptet, daß die 'Inden in ihrem „Gottes- Haß" die mosaischen Gebote im Talmud so abgcwaudelt hätten, daß Vorschriften über das „Töten von Säuen, die Erlaubnis für die g e s ch l c ch t l i ch e Vergewaltigung von dreijährigen [Oi ä d ch c rt, usw." daraus geworden feien. Gelehrten möge cs Vorbehalten sein, diesen haarsträubenden Unsinn ans dem Talmud selbst zu widerlegen: wie das in einem ähnlichen Fall geschehen ist. Der Nichtkundige und Laie, der aus praktischer Erfahrung und eigenem Ansehen urteilt, kam: nur daraus Hinweisen, daß ihm Greueltaten, von Juden begangen, überhaupt nicht bekannt sind, wohl aber viele und schreckliche a n Juden. Bis in die neueste Zeit wurden im zaristischen Nußland Juden in der himmelschreiendsten Art mißhandelt. werden heute in Numänien Juden mißhandelt. Alle jene Grausamkeiten, die, wie der Verfasser behauptet, in den letzten Jahren in Nußland von bolsck>ewistischen Juden an Millionen von Kindern und Erwach'enen begangen worden seien, sind sehr wohl begangen worden, aber nicht von Juden, sondern von Kosaken und barbarischen Asiaten an jüdischen Kindern, Frauen und Greisen! Tie Schamlosigkeit, mit der „ein bibelaläubiger katholischer Loser" diese uugesühnten Verbrechen an Juden ins Gegenteil verkehrt und mit haltlosen Zitaten aus Bibel und Talmud zu belegen sucht, muß tiefste Empörung sowohl eines katholischen Christen als eines Menschen überhaupt finden. Wenngleich man glaubt, die Ausführungen eines Wahnsinnigen zu lesen, die einer Erwiderung nicht wert sind, so muß dennoch bedacht werden, daß sie in einer Zeitschrift stehen, die den Schutz deutscher Gerichte genießt wie jede andere: die gelegen wird, vielleicht von Kindern, vielleicht von unerfahrenen Menschen, denen kaum im Leben ein Jude begegnet ist. und die — so gering die Wahrscheirclichkeit dafür ist — als bare Münze nehmen, was sie da gedruckt lesen. Jeder normale Mensch mit normalen Erfahrungen kennt die ticse Ab?ck>eu vor Gewalttätigkeit. die den Juden im Blut sitzt, kennt das strenge Ethos, nach dem sie lieber Unrecht, leiden, als Unrecht tun, kennt die gütige Menschlichkeit — all dem begegnet er ja bei vielen Inden täglich. Es ist empörend und menschenunwürdig, daß mit Wissen und Willen und Duldung vieler Millionen ruchtjüdischer deutscher Bürger solche schamlosen Beschimpfungen ausgesprochen, gedruckt und gelesen werden dürfen, jeder Funke von Gerechtigkeit und Wahrheitsliebe, der im deutschen Volke liegt, muß sich dagegen wehren! Tie vielen Millionen Deutsche, die einen Heinrich Heine, einen Nathenau, einen Einstein verehren und mit stolzer Liebe zu den Ihrigen rechnen, sollen, neben diesen Großen, noch der vielen Alltagssrennde gedenken, die jüdisch sind, der vielen güligen. klugen und hilfsbereiten jüdischen Aerzte, Rechtsgelehrten, Künstler und Kausleuw. Es sei hier aufgerufen zum geistigen Bündnis aller derer, die es nicht dulden wollen, daß Freunde und Mitbürger jüdischer Konfession mit so niederträchtigem Wahnsinn, mit so gemeinen Lügen bascksimpst und verleumdet iverden. Else Vochme, cand. iur. (Hamburg)/