Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 44 (30.10.1925)
- Date
- 1925-10-30
- Page
- Seite 707 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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707 5 WAHLEN IN DER REICHSHAUPTSTADT BERLIN HM »Ml AUFSTIEG D. RECHTEN STADTVERORO netenwahl AM 10. 6-2-1 GESAMT SUMME 1720.000 MWUW v-[ kIpT : ] D D P. I: HÖHEPUNKT 0. RECHTEN REICHSTAGS WAHLAM A-5.1924 GESAMTSUMME 2209.000 MM M'te» mml-mWWn -M-'-MÄM pov. p [:$ I/ UMH^ Ijiiij IlIHlHilUI: U ii nii'laifti WMMflill, 750008 5 P. D. \ M\\ mm ittei 00000 n o o > o.r>. n—u.0.0 o >°Q 1 W- P-1°QC D.D.P. \ D-S.P i^iwsi roP.D. t 2250000 ABbTl EG D RECHTEN '.IADTVEROR01 KIETENVJAHU AM 25 10.25 GESAMT SUMME 1 &52-700 2000500 MM« v.\ '' yV.V.A\\\V v.( v.. ,„AV N'O« o°? w.p.°j°; : .fb-D P-j: g|DVP| -'{dTp WWm I - liM!jn! 1 1 7501108 D.N.P. Willi, 5.P.D ERKLÄRUNG: Ü5.RD.-502IALDEMOKR P1D.V.P" DEUTSCH. VOLKSP HD.N.P. - DEUTSCHNAT £3 D.D.P. * DEUTSCH DEMOKR. D.S.R* DEUTSCHSßZ.VOLKSPi.ÄCj WP. -WIRTSCIIAFrSP. Z.P. -ZENTRUM. 111 K.P. “KOMMUNISTEN ZERSPLITTERTE PARTEIEN ZütTl Wahlergebnis in Gross-Berlin, (Man vgl. nebenstehende Tabelle). Die Waiden in GrogsBerlin und Baden* & Völkiicfie im Berliner Sfadtparlamenf. Wer am Sonnabend abend oder am Sonntag nachmittag den Kurfürstendamm entlanggehen mußte, tat gut, sich feldmarschmäßig auszurüsten. Eingeweihte wußten, daß dort die Hauptschlachtsront der Straße, d. h. der Gassenjungen jeoen Alters, jeden Geschlechts und jeder radikalen Gesinnung, zu finden sein würde. So eilten, den im Westen Wohnenden den Weg versperrend, viele Tausende Neugieriger u n b S e n s a t i o n s l u st i g e r in die Gegend der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, um Zeuge dieser erhebenden Straßenschlachten zu sein. In Wirklichkeit wurden Ansehen und Würde der Ncichshauptsrndt mit Füßen getreten. Ein Bild sittlicher Verrohung der Jugend tünchte auf, das jeden Vaterlandsfreund mit Scham und Zorn erfüllte. In der .Hauptsache waren es Schüler der Berliner Gymnasien von der Scrta — c-3 ist kein Druckfehler: von der Sexta — bis zur Prima, daneben natürlich auch zahlreiche Studenten, die auf völkischer Seite, und jugendliche Arbeiter der Noten Frontkänipfergruppe, die auf kommunistischer Seite spektakelten und sich mit bcreitgehaltenen ..gefährlichen Werkzeugen" bekämpften. Daß Lysol dabei nicht fehlte, zeigt den tiefen Grad der sittlichen Verkommenheit. Tie jüdischen Bewohner des Stadtteils hielten sich Zurück und blieben in ihren Behausungen. Tie wenigen unserer jüdischen Berliner, die es mutig wagten, sich in Gefahr zu begeben, werden bald eingesehen haben, daß der Einsatz nicht lohnte, da es sich hier um gewollte Nadanlnst handelte. Und die Tatsachen haben denen recht gegeben, die da meinten, mit solcher völkischen Macht und Herrliehkei! könne es nicht weit her sein. M i t drei Mandaten zieht die T e u t s ch v ö l k i s ch e F r e i h e i t s P a r t e i, mit w e i t c r e ü drei d: e Deutschsoziale Partei in das 2 2 5 köpfige G r o ß - B e r l i n e r S t a d t P a r l a m e n t e i n. Mit Recht klagt das „D e n t s ch e Tageblatt" am 27. Oktober: „Tie völkischen Wahlversammlungen waren auch diesmal die am besten und zahlreichst besuchten. Daher and} die höher gespannten Erwartungen, die wir hegen durften. Angesichts des Wahlergebnisses wird man erneut unterstreich.':: müssen: Wahlversammlungen sind gut. Sie vermögen aber noch Abseitssrebende nicht in ausreichendem Maße zu erfassen, sondern haben lediglich allgemein-propagandistische Wirkung und dienen vornehmlich der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls in den '-leihen der schon vorhandenen Anhänger. Wesentlicher und bester ist die -Kleinarbeit. Tie Kleinarbeit/die die völkischen Ideen dem einzelnen zu.eitet und ihn dauernd beeinflußt: eine solLche kann aber nur geleistet werden durch eine wirklich starke, von der Dpstrwil-igkeir ihrer freunde getragene und immer weiter ansgebaute Presse. Der Wahlausgang bat gezeigt, daß ohne die Erfüllung dieser Forderung, die wir für die grundlegende halten, sich politische Ziele, und seien sie noch so ideal und zugkräftig, nur lns zu einem gewissen Grade verwirklichen lassen, weil eben die große Blaue d'urch Versammlungen allein nicht wirksam erfaßt wird." Bei dieser Gelegenheit plaudert der Leitartikler des „Deutschen Tageblatts" aus der -Schule, als er nach den Gründen des Mißerfolges sucht: „Es hat sich vor allem gezeigt, daß kamst nennenswerte Teile der Hitlerschen Nationalsozialisten für die Freiheitspo.rtei cingetreten sind, sondern es vorzogen, den -stur: Zeichen Deutsch'ozialcn die Stimmen zu geben, die denn auch in gleicher Stärke wie wir in der 'Stadtverordnetenversammlung figurieren werden. Es hat sich hier die unglückliche Art gerächt, mit der einige unserer Anhänger den „.stampf gegen Hitler", stark ins Persönliche h.inübcrspielend, glaubten führen zu müssen. Hier wäre Zurü.kb.stNmg am Platze gewesen, die selbst dort nicht aufgegeben werden durste, wo die 'Nationalsozialisten die Geduld und Langmut unserer Freunde aus eine harte Probe stellten. Kunze hat es verstanden, in liebedienerisch-em Entgegenkommen über alle trennenden Momente Es wurden Stimmen abgegeben: Stadtverordneten- Reichstags- Parteien Wahl am Wahl am 25.10. 23 IG. 10.21 4. 5. 24 Sozialdemokraten . . . 604701 682 453 449 627 Tentschnationale .... 3S5 326 319 273 499 521 Deutsehsoziale n. Völkische 52 731 12 302 190 569 Zentrum. 63 265 63 103 84 139 Deutsche Volkspartei . . 111432 266 771 186 098 Deutsche Demokraten . . 171 901 126 696 196 632 Wirtschaftspartei. . . . 73 264 86 808 87 775 .stonimunisten. 347 382 162 575 396 229 Splitterparteien . . . . 43 147 — 119 075 Zusammen 1 853 215 1 720 041 2 209 605