Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 41 (9.10.1925)
- Date
- 1925-10-09
- Page
- Seite 675 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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m untersuchen, so fei schon an dieser stelle c i 111> r i n fl H d) bar* anj h i n g e w iese n. daß am 2 h. Oktober 1U25 für j c £> e ii e hrliebenden jüdi s ch c n iS) r o st - Be r l i u c r e s u ncrlastliche P f l i ch t i st. d u r ch d i e Abgabe de s Stimmzettels an seinem Teil das ü r zu sorge n, d a sz i c völkischen Hoffnungen u n d (v r iu a r t u u g e n z u - nid)te werden. Schr. Kein Mißbrauch mit öer Nationalhymne! Eine Mahnung Des „Llahlhelm". Tie Beschwerden an den Eentralverein wollen nicht abreist-m über Ausschreitungen, die in Bier- und Weinlokalen gegen jüdische Deutsche oder solche, die dafür gehalten werden, Ivsbrecheu, sobald diese beim Klange des Deutschlandliedes, veranlagt durch bezechte Rechtsradikale, sich zu erheben iveigern, sei es, weil sie das 8pielen des Liedes überhört haben, sei es — und das ist zumeist der Zall - 1 dag sie es achtungverletzend jedem vaterländisch Empfindenden gegenüber ansehen, die deutsche Nationalhymne in so unwürdiger Umgebung spielen zu lassem Wir haben nie einen Zweifel gehabt, das; diele Auflehnung gegen derartige grobe Taktlosigkeit und die Verurteilung solcher judengegnerischer A'adanszenen von den besonnenen Angehörigen aller Parteien geteilt wird. Um so nächtiger ist es., festzustellen, was Dr. Bünger. der stellvertretende Bundesvvrsitzende des Stahlhelm, Bundes der Frontsoldaten, im „Dtahlhelm-Zahrbnch rj'2-V' aber die Achtung vor der Nationalhvmne sagt: ..Etives, worin unser heutiger 8tact einem untergcaaiigcr.cn Kaiserruche überlegen ist, ist seine Nationalhymne. Unser „Deutschland. Deutschland über alles" übertrifft das „veil dir im Diegerkranz" bei weit ein in der Macht der Dichtung wie in der G röste und 8chönsieit der Pleledie . . . Dieses gewaltige Vieb sollte aber einem jeden von uns auch ein Heiligtum bleiben, das nicht entweiht werden darf. IH:- ist an der rcchten 8tolle bei grosten .Kundgebungen vaterländischen Empfindens! oder da. uw im Ileberschwang des Gefühls einmal deutsche Herzen j hoijcr schlagen. Immer mutz aber der Anlast zum Absingen des j Liedes in einem Verhältnis zu der inneren Bedeutung des Liedes! stehen. Zur verfehlt ivürde ich es schon halten, wenn das Lied rem konventionell bei jeder auch nur geschäftlichen Zwecken dienenden Versammlung gesungen wurde, etwa wie es früher üblich war, jede auch noch so rein geschäftliche Versammlung eines.Kriegervereins mit 1 einem Hoch auf 8emc Majestät zn eröffnen. Durch eine derart kon- A rcutioncUc Handhabung verliert eine solche .Kundgebung ans die ' \ Dauer jeden inneren Wert und setzt diejenigen, die davon Gebrauch machen, dem Vorwurf des Hurrapatriotismus ans. A b st o st e n d aber geradezu must es wirken, wenn das Lied in eine m ö sfeut- 11 ch c n Lokal und von vom A! k o h o l angegriffenen Männerkehlen unter Begleitung einer misttönenden Musik erklingt, und dann auch noch lärmend gefordert wird, dast die Gäste des Lokals sich einer Kundgebung durch Erheben von den Platzen anschliesten sollen. Ties pst eine wirkliche Entweihung des Liedes." Statt Geist: Arroganz! Die ,,Krcrrz-Zcitr;ng" über Hitlers Bckenntnisbuch. Vor kurzer Zeit hat Adolf Hitler ein feit langem als bewnders wichtig von der völkischen Preise angetündigtes Buch „Mein Kamps, Eine Abrechnung" herausgegeben. Wir werden aus das Buch des völkischen Führers znrnckkommen. Heute aber begnügen wir uns, ans einer ausführlichen Würdigung des Buches, die in dcr „Kreuz-Zeitung" <Ar. 459 vom 1. Oktober) erschienen ist, ein kennzeichnendes 8tuet wiederzngebcn. Tie jndengegnerische Einstellung der „Kreuz-Zeitung", die in den letzten Wochen sich besonders scharf in Leitartikeln auswirkt, ist ivohl die beste Gewähr für die richtige und ruhige Beurteilung des Luches und seines Autors: „Hitlers Beden waren ganz bestimmt eine Tat, denn sie haben etwas geschaffen. Ganz einerlei, wie man sich zu der 8chvpnmg selbst stellen mag. Hitlers Tat war idealgeboren, hat Elemente mit sich gerissen, die ivertvoll sind. Bon alledem spürt man in dem ganzen Buche kaum einen Hauch. Ja, man fühlt sich stellenweise direkt abgestosteu. Da werden unverdaute Weisheiten mit arroganter Handöewegung ansgetragen. Auster in den Abhandlungen über die reine Propaganda merkt man leicht überall die mangelnde Beherrschung des 8wst'es, ja, direktes Reüeutiment gegen jedes gründliche Winrn und Können. 'Das hat mit 8chulbildung nichts zu tun. Rousseau, der Uhrmacherlehrling, schrieb welterschütternde Werke. Rosegger, der 8chneiderlehrling, seine tiefen Volksromane, und Jakob Löhme, der 8chuhmacher, leitete eine neue Epoche der Philosophie ein. Wer ähnliches jemals von Hitler geglaubt hatte, wird den Glauben nach der Lektüre dieses Luches begraben müssen. Lean sucht nach Geist und findet nur Arroganz, man sucht Anregung und erntet Langeiveile, man sucht Liebe und Begeisterung und findet Phrasen, man sucht gesunden Hast nnd findet Lchimpsworte. Man vergleiche das. was ein H. Ehamberlaiu zur Indeinrage sagt, mit den nichts als 8cheltivorten Hitlers. Hast wll echt sein, aber auch ritterlich fundiert — selbst iu der allerschäristen Verbitterung." fiöolf Warschauers 70. Geburtstag. •31m 13. OfloboT d. I. begeht der (S e h c i m c *3! r cf) i ir a t Professor Adolf Warschauer, der iu Berlin im wohlverdienten Ruhestand lebt, seinen 70. Geburtstag. In K c m p c it in Posen geboren und in Breslau auf dem Elnabcthgpmnasium und der Universität gründlich vorgebildet, kam er im Jahre 1882 an das junge Staatsarchiv in Posen. Hier cnrsaltcte er über »in Bt'enschcualter l.-.ng eine überaus fruchtbare archivarische und literarische Tätigkeit, und hier schuf er sich seinen Namen als einer d c r b e st c n Kenner der v o f c n f di c n u n d p o l n i s ch e n Geschichte. Tic ganze uüHe seines Dissens und die souveräne Beherrschung der seiner Dbhut anvertrauten historischen Materialien spiegelt sein Werk über „Die städtischen A r m i v c i n. der Provinz P ose r" wider, das eine Fundgrube für die einschlägige Forschung darstellt. Seit Begründung der P o s e n c r Akademie war Adolf Warschauer auch als Professor 'für Geschichte tätig und hat auch auf die'em Gebiet für die Verbreitung Heimat- und aügcmeingeschichtlichcr Kenntnisse Bedeutendes geleistet. Im Jahre 1912 wurde cr mit der Leitung des preußischen Staatsarchivs ' n Danzig betraut und damit zu einem Amt berufen, das weder vor noch nach ihm i:n preußischen Archivdienst ein ungetanster Jude erreicht hat. Der Weltkrieg brachte ihm die Ernennung zum Leiter der Archivvcrwaltung beim Generalgouvernement in Warschau, aus dem cr seine wissenschaftliche und oiganisatorifchc Beiahigung in vollstem Maße erwies, auf dem er aber auch in angespannter Pflichterfüllung bis zuletzt sich wirklich verzehrt hat. Auch nachfeiner Pensionierung biente cr dem Staate noch bei wichtigen Verhandlungen mit der Fülle seiner Kenntnisse und seiner grenzenlosen Arbeitsfrendigkeit. Für die jüdische Vergangenheit und Gegenwart hatte er, der mit dem gelehrten Poscner Rabbiner Professor Philipp Bloch eng befreundet war, ein reges Interesse. Die Geschichte der Juden seiner Heimalprovinz hat cr unter besonderer Bevorzugung der preußischen Spache in gediegenen Ginrelaus'ätzen und iu umfaüenden Ausführungen im Rahmen allgemeiner, speziell stadtgeschichtlicher Arbeiten und auch durch eine Reihe von Aufsätzen in der alten Bercinszeilschrist „Im Deutschen R e i ch" behandelt und sie in zahlreichen Vorträgen einem größeren Publikum nahcgebracht. Dem Gesamtarchiv der deutschen Juden, zu dessen Kuratorium er von Anfang an gehörte, hat er durch seine Verbindungen und sein.cn fachmännischen Rat bedeutende Dienste geleistet. Zn seiner oben erwähnten archivarischcn Hauptpuvlikation findet sich auch eine Fülle von Hinweisen und Rachrichteu zur Geschichte der Poscner Juden. Pflichtgctrcu, selbstlos, von erprobtem fachlichen Können und von feinster Bildung, verkörpert Adolf Warschauer den Typ besten preußischen Beamtentums. In seinem zielbewußten Streben, in der Güte seines Herzens und der Offenheit feines Bekenntnisses zum Judentum ist er eine der s p m p a t h i s ch sl e n Erscheinungen, in denen das Poscner Judenturn sich darstelit. Dr. Jacobson. Alleinige Anzeigcn-Annahinc Rudolf?lossc, Anzcigcn-Annahmc für samtI. Zeitungen Deutschlands und des Auslands 5?ulin SW ]f», ^crujiUcnuT cUrafjC 40-49 / Br es Mir; ssheminb / Dresden / Tüsfeldors! kr'nrt j Frankfurt a.M.! HallelSaakc) I Hamburg; -Hannover I Karlsruhe; Köln a. Rss t'eippg / Magdeburg Mannheim I München Niurrberg / Chitin / Stuttgart / Aiuftertarn / Bareclvna j Basel / Budapest I Bukarest j Prag / Darsse,an / Wien / Zürich. I (^1 I I TZSr^^yVTSkTi rtAWELI AKT. GES. HAIN^£3 v>£iNBRENNEREJ u. LJKOfiPABRiK KAJNZ - BERLIN 5- W. tsö. LINÜ£N5T R- 3 TEL.OQNpGt-K u<314* U—ü DIE DEUTSCHE UJERT-ZIGRRETTE