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Central-Verein-Zeitung · 1925-10-09 · 41 (9.10.1925) · p. Seite 673

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
41 (9.10.1925)
Date
1925-10-09
Page
Seite 673 (sequence 9)
Language
German
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676 Nation n(* ^IbftaimmnK.i^aeuidul'djafr, die froftfioUbarCcit der Diaffcn* ctaeitfcfjiiften und insbesondere dos Verhältnis von Religion und Rasse eingehend untersucht, geht er der rein philosophischen Fragestellung nach der methodologischen Alllässigkeit der Verwendung des Rassenbegrifss im wipenschasUichen Verfahren andem Weg?, srür die nächste Auflage dieses Buches würde ich eine Berücksichtigung dieses Fragenkompleres ini Interesse der zivingenden Beweiskraft seiner Schlüsse für wünsthenswert erachten, doch Goldstein am Schlüsse seines Buches selbst, das;, nach einem Allsspruch Goethes, allgemeine Begriffe und großer Tuntel, immer cnif dem Wege sind, entsetzliches Unglück anzurichten, lieber das Unglück, das der N. a s s e n b c g r i s f. der eil; logisches Aals ch m ü n z e r t u ni in ft ch schli e s; t. besonders ü der Deutschland h e r a u f b e s ch w o r e n hat, kan n m a n 11 i ch t b e {| c r unterrichtet \v erden, a l s d u r d] d i e ü b e r - z e n g e n d e n und in i h r e r f ch r i f t st e l 1 e r i' ch e n A ll s -> f e i l u n g nicht leicht zu ü b e r b i e t e n d e n T a r st e l l ll n - geil GoldsLeins. Gerade deshalb, weil wir diesem Buch die weiteste Verbreitung Würstchen und stärkste Wirkung Voraussagen, leger: wir dem Verfasser, der sich mit seiner „EmviristiPm Geschichtsauffassung T-avid Humes" und denn „Pragmatismus" von William Iamc-s philosophisch ebensogut ausgewiesen hat mie ^in feinen Schilderungen der „Wandlungen in der Philoiovlne der Gegenwart" und der Sammlung seiner philosophischen Aufsähe, die er im Jahre 1022 unter dem Titel ..Aus dem Vermächtnis 19. Jahrhunderts" veröffentlicht hat, deu Wunsch nahe, das; er sein Werk über uno Politik in der nächsten Auflage ai:ch für die philosophischen und s o z i o l o g i s ch e n Fachkreise dadurch zur inneren Rundung bringt, das; er die hier geforderte Ergänzung ixi Intere'w der Ee'am:- wirNmg seines Buches hinzumgt. SLc;;r. Veränösrung körperUchsr Merkmale.! P r o f e s s v r K r u s c ü b c r k opf - ii n d 6 e f i ch t s f o r m. In der diesjährigen Sitzung der „M e d i z i n i \ d) •: n Gefellsch a s r in Leipzig hielt Prostssor Siuik ein bdserat ü v c r d i e B e r - ä ll d c v I i d) feit körp e r l i ch e r Bl e r k m a I c , in. besten Verlaus er folgendes aus führte: Die Grundlage nuferer heutigen Rasicn lehre bitöer 7>ie_ Bora ns steh ui tg, daß die sogenannten R a f f r n in c r f;n a [ e b e ft ri n - d i g seien. An der Hand eines umfangreichen; Zaolenstofsts stellte itruse dieses .stAriom" in Zweifel. Ge stimme schon nicht bei der Körpergröße. Besonders wichtig sind d'e Ergebnisse, die mau bei Auswanderern gemacht I?at. . Während in Europa zum Beispiel der Deutsche drei bis vier Zentimeter fiel n e r ist als der Engländer, verschnundet dieser Unterschied, noenu beide nach Nordamerika aus-gewauderr sind, also unter g l e i ch e n B e d i n g u n - gen leben. Vielleicht ebensogroß ist die Veränderlichkeit der k o p f f o r m , die mau für das ro ichLi g ft c -A affe nt er {= mal zu erklären Pfleuch Vtan war bisher geneigt, zeitliche und örtliche Unterschiede, die pch bei demselben Volke finden, durch dessen Zusammensetzung aus verschiedenen Rassen und durch 'Ausleservirkungen zu erklären, unter stich tue dabei aber offenbar den Eins ln ß der L e ö e n s b e d i n g n u g e r;. Abgesehen von gewitzen Versuchsergebnissen sprecchu; dafür namentlich die bekannten Erfahrungen von Boas an amerikanischen Einwanderern. ferner die weniger bekannte, durch Kruse für di? deutschen Gebiete bcmätigch Angleichnng der jüdische!; Kops form an diejenige ihrer Wirlsbevölkeruug, schließlich die Kopf maße, die er in langjährigen Untersuchungen von Tentschen gesammelt hat, die non einer Provinz zur anderen ansgenmndert waren. Während diejenigen Personen. die ganz wie ihre Eltern in mehr Langköpfigen bzw. mehr tnrzköpsigen Gegenden geboren waren, im Blittel einen Inder von 81.3 bzlv. 84,1 fiuni-eifen, hat Kruse Feststellungen getrosten, ans denen erhellt, daß bei iub in Deutschland die Kopfform durch den Geburtsort weit stärker beeinflußt wird als durch Vererbung seiten? der Eltern. Welcher Art diese örtlichen Einflüsse sind, sind wir vorläufig kaum imstande anzwgeben. So fand auch Boas in dieser Beziehung keine Veränderung bei den Nachkommen der Inden und Süd- Italiener, die nach Nordamerika eingewandert waren. Tie bei uns in Europa vom Südennach Norden zu abnehmende Färbung der Juden spricht aber dafür, das; auch hier im Lause der Jahrhunderte eine Umvoandlung -stattfiudeir kann, und die Tatsache, daß die Intensität der Farben bei der europäischen Bevölkerung säst regelullißig vom Norden nach dem Süden zu wächst. Iä[;t sich ebenfalls dahin deuten, daß das Klima einen zwar langsamen, aber sicher wirkenden Faktor für die Entstehung der Pigmentierring der EurolWer abgibt. Auch hier sind wir durchaus nicht dazu gezwungen, wie es gewöhnlich geschieht, selektive Einflüsse heranzuziehen, sondern berechtigt, an direkte Bewirkung zu denken. Tie Ge sicht ssorm darf vielleicht als wichtigstes Rassemerlmal bezeichnet werden. Wenn man sie. tute Kruse selbst, durch den S t i r n - R a s e n - K i n n - W i n k o l ausdrückt. so scheidet sich sofort die kaukasische Nasse von der mongolischen und negroiden. Tas Profil ist viel spitzer bei der ersteren als bei der letzteren. Eure Unterteilung der kaukasischen oder europäischen Nasse läßt sich aber auf diese Weise nicht b e w e r k st e l l r g e n. Alle diese Feststellungen bestärken Kruse in seiner ans dem Ratursorschertage in Innsbruck ausführlich begründeten Ueberzeugnng, daß die u>cit verbreitete Lehre von der Rapen- Zusammensetzung Europas mit dem größten Mißtrauen Zu de'- trachten ist. Hlutreaktion uns tZajsts. Don Dr. phil. Kurt Lcw'nr. In dem Bericht über die „Völkische Woche" vom 16. bis 21. Juni 1924 finden wir folgende Ausführungen eines Herrn Geh. Rat v. Konopacki: „v. K. macht auf die immense Bedeutung der mikroskopischen Btlltnntersuchnngen nach dem neuesten Stande der Wissenschaft aufmerksam. Btutüberiührungen an kranke Patienten haben gezeigt, daß die Blntsorten verschieden reagieren. Ein arischer Patient, dem das Blut einer gesunden jüdischen Krankenwärterin zugenihrt wurde, ist in kürzester Zeit gestorben. Man hat festgestellt, daß das Blut von Assen und Negern aus der niedrigsten Stufe stehe, und daß auf gleicher niedrigster Stufe das Blut von Juden und Mongolen stehe. Auf höchster Srufe steht nach mikroskopischer Untersuchung das nordisch-germanische Blut, das mit denn Blut niedrigster Mischung die feindlichste Reaktion bildet. Wenn diese auf wipenschastlicher Basis beruhenden Untersuchungen svrtgeführt und ausgedehnt werden, so wird man ungefähr seststelleu können, in welch? Art von Blutnustehung das eiurelne Individuum einzureihen ist." Tie Tatsache, daß Herr Geh. Rat v. K. aus der ziemlich umfangreichen Literatur über diese Materie nur einen einzigen Fall aus dem Jahre 1919*) an führt, und auch diesen, der in der völkischen Presse 1920 außerordentlich breitgetreten wurde und daher in allen Einzelheiten nachaeprüst werden kann-) sinnwidrig voicdergibt. sowie seine übrigen Angaben zeigen, daß-wir es in ihm nicht mit einem Sachverständigen zu tun haben. So scheu wir leinen Anlaß, uns mit ihm selber aus?inanderzusehen. Wohl aber dürfte es weitere Kreist interessieren, zu welchen Ergebnisse!; die wisstnsthastlichen Bluluntersuchnngen wirklich gekommen sind. Zunächst einmal die Nichtigstcllung des zitierten Falles: Von elf in der Mainzer Hebammei;lehranstalt mit Blutüberführung behandelten Patientinnen, sind fünf nicht „wegen", sondern „trotz" diest? Rettungsversuchs nach Vcvnaten gestorben. Tie betreffende Patientin ging erst vier Monate nach der Behandlung cn fortschreilendor Tuberkulose zugrunde. Ihr Fall unterfchied sich von den. aud-eren nur durch sechs Stunden anhaltendes heftiges Fieber. — Wenn die behandelnde Aerztin diesen Fall durch die Erwähnung, daß die Blutspenderin Jüdin sei, hervorhob. jo spricht dies nichts zur Sache, sondern nur dafür, daß sie selbst nicht aeuügeud eigene Erfahrung besaß und sieh auch nicht genügend i-; der einschlägigen Fachliteratur umgetan batte. Tie fieberhaften Störungen werden dadurch hervorgerufen, daß bei dem Zusammentritt des Blutes zweier Personen in einem hoben Prozenlsap der Fälle die Blmtörperchen entweder des Spenders oder die des Empfängers sich zusammenballen (Aaglntination)3) und infolgedessen Blutgefäße verstopfen, bzw. wenn diese Klunrpcn ins Herz und von dort in die Lunge geraten, an diesen Stellen Störungen Hervorrufen können. Häufig lösen sich auch die Blutkörperchen ans iHaemolyse), und der Blutfarbstoff tritt in die Blutflüssigkeit über. Tie Fvlge ist dann Ausscheidung von Eiweiß und Btutfarbsioff im Harn. Um die Agglutination zu vermeiden, ist es allgemein üblich geworden, das Blut des Empfängers und das des Spenders vorder Transfusion — wenn nicht gerade wegen dringendster Lebensgefahr durch Verbluten höchste Eile geboten ist — im Reagenzglas bzw. rulter dem Älikroslop aus die gegenseitige Reaktion zu prüfen. (Sollte dies im Dkainzer Falle verabsäumt worden sein?) So erklärt es sich, daß nur wenig »Fälle bekannt sind, in denen Störungen verzeichnet iverden. Aus diese Störungen (Fiebererscheinungen ustv.) legt man im übrigen z. B. in Amerika, wo die Bluttranssnsion viel häufiger angewandt wird als bei uns, so wenig Wert, daß man beinahe wahllos das Blut jedes beliebigen Menschen Verrvendct und die Spender sehr gut bezahlt. — Von der Bluttransfusion als Todesursache, noch dazu nach vier llllonaten, kann im ll^ainzer Falle gar keine Rede sein! — Aber das wurde ja auch nur behauptet, iveil hier Eiupsäuger und Spender verschiedenen „Rapen" angehörten! — Es ist anscheinend den antisenritischon „Nasiensvrschern" nicht bekannt, daß die Neaktionsweise durch Agglutination individuell verschieden ist und von äußeren Faktoren lvie Lebensiveise, Klima usw. Oeeirtftufit wird, sowie auch von üruerer allgemeiner, nach den Mendelßchen Gesetzen vererblicher Konstitution abhängt. Jnunerhin erscheint es oft so. als ob bei der Bertvendung des Blutes direkter Blutsverwandter gleichen Geschlechtes, aber auch — und hier setzt die völkische „Rapenforschung" an — von Menschen gleichen Thps (also wohl auch gleicher oder ähnlicher Konstitution; die Antisemiten sagen dafür „Rasse") die Agglutination seltener ciiitritt. Jedoch sind auch viele Fälle bekannt, in denen wogen der Bererbungsweise selbst zwischen Eltern und *) „Münchener ineLijrnische Doch-enschrifG, 1919, Nr. 11. 2) Vgl. Mitt. d. Synd. d. C. V. vom 15. Juli 19*20 „Der DllUbemeis". .*) Llcrrschcs Blut gibt mir menschlichem immer Agglurination.

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