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Central-Verein-Zeitung · 1925-09-25 · 39 (25.9.1925) · p. Seite 645

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
39 (25.9.1925)
Date
1925-09-25
Page
Seite 645 (sequence 9)
Language
German
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645 Wieöeraufhauarbeit aller vaterländisch Gesinnten. Eine erfreuliche DerrLschnationale Stimme. Die „Wormser T a g e s z e i t u n g", die im deutschnation a l e n Sinne geleitet ist, schreibt aus Anlaß der Kundgebung des Neich-i'bundes jüdischer Frontsoldaten in Worms, über die wir in Nr. 67 der „fe. B.-Zeitnng" ausführlich berichteten: . Wir können 2iur anedrücklich betonen, daß wir den um die Sache des Vaterlandes sich verdient gemachten Juden ebenso hoch e i n s ch ä \\ c it, lvie jeden andersgläubigen Deutschen, lind wenn es gilt, die gefallenen Helden zu ehren, schließt sich kein wahrer Deutscher aus, 'sei er Jude oder Christ, sei er Politisch rechts oder links stehend. Nie wird ein r e ch t e r D e n t s ch e r ch i e r einen Unter s ch i e d m a ch e n. So sehr wir undeutsche Daten, nndeutsche Ziele und internationale unwürdige Bestrebungen allezeit bekämpfen, so sehr uns jeder willkommen ist, der mit u n » n n Dem W iederaufbau des d e n t [ ch e n Vaterlandes arbeiten null. Wenn der N. j. F. dazu beitragen will, eine dem nationalen Empfinden des deutschen Volkes entsprechende Entwicklung nntzusorderu, dann wird auch eine Brücke geschlagen werden können von dem N. j. F. zu den mannigfachen anderen Verbänden und Organisationen im Deutschen Aeie!)eD Wir begrüßen diese in jedem anderen Volke wohl selbstverständliche Feststellung, daß jeder vaterländisch Ge \\ nntc z u r All i ta r b e i t an Volk und V a L e r l a n D ioi l i f o ni r.t c n i st. Unser herzlicher Wunsch ist, das; sich solche wirklich vaterlandsliebende Anschauung allgemein in der Deutschnationalen ^Volkspartei durch sehe. Dann wären wir in unserer inneren (Geschlossenheit und damit auch in der Abwehr von außen kommender Angriffe auf dm deutsche Volk einen entscheidenden Schritt weiter. Lanöbunö-Erschüüerung, Gelder für politische Propaganda. Unter den Uuternehlnungen, die der gegenwärtigen Wirtschaftskrise zum Opfer fallen, nehmen neuerdings die Landkmndgründuugen einen recht ausfallenden Plast ein. Wenn auch nach Möglichkeit bei diesen Organisationen der offene Konkurs vermieden wird, so häufen sich jetzt doch die Fälle, in denen Landbnndgenossenschasten mit einem großen Defizit abschneiden, und namentlich die kleinen Landwirte, die in gutem Glauben den Wirtschafrsorganisationen des Landbundos ihr Geld anvertrant haben, mit 'Nachzahlungen in die Bresche springen müssen. Ta ist der Zusammenbruch des Kreislandbnndes in I ü t e r - bog, der ein Defizit von rund 500 000 Mark aufznweisen hat, d i e A i e d o r l a u s i tz e r L a n d b u n d g e n o s s e n s ch a f t in K o t l - b n s , die 840 004) Marl verloren hat, die L a n dbund - A. - G. H i r s ch b erg in Schlesien, bei der bereits ein Verlust von 800 000 Mark'scstgesteut ist, und in der Kasse des M e cf I c n b li r g i - s ch e n Land bnndes hat sich ein Fehlbetrag von einer halben M i lli o n h er ans g e ftc (f t. Auch bei den Zentralinstitnten der vom Landbund geschaffenen Organisationen sieht es nicht besonders erquicklich aus. Ter Neichslaudbund sicht sich bereits gezwnrlgen, einige Institute ganz abzubauen, wie die Genossenschaftliche Z e u t r a l k n s s c des N e i ch s landbundes, die künftig in der Provinzialgenösse n schastsbank v o n B randenburg aufgehen soll. Andere Organisationen, wie die N c i ch s l a n d b u n d Gin- und Verkauf s - A. - G. tEvagtz B e r l i n , müssen bei älteren landwirtschaftlichen Organisationen Schutz und Allschluß suchen. Im ganzen behauptet man nicht zu viel, wenn rnau von einem völligen Versagen des Land b u n d e s auf w i r t s ch a s t l i ch e m (5 cbiete spricht. Die Ursachen dieses Fiaskos sind in alten Organisationen die gteichell. Tie Leiter der Bank- und Genossenschastsinstitute haben sich als unfähig erwiesen und silld häufig auch noch recht leichtfertig mit den ihnen auvertrauten Geldern umgegangen. Wer aber waren diese Leiter? Waren es Ostjuden, die Dausende feiucr Landwirte um ihre Grsparnisse gebracht haben? Hatten hier auch die Barmat, Kutisker und Gellossen ihre Hand im Spiele? Ach nein. Tie Namen dieser Wirtschastssührer klingen gallz ailders. Cs sind garantiert „jndeilreine" Kreise, vornehmlich frühere aktive Offiziere, die die Verantwortung für diese Krachs tragen. Ta findet man in K o t t b n s den früheren d c u t s ch n a l i o n a l o n Abgeordneten v. N a tz m e r , einen Herrn v. H e i n i tz und einen Freiherrn d. Ascheberg. In Nt e ck l e n b n r g ist es ebenfalls der hohe Landadel aus der nächsten Hingebung des Großherzogs. In Hirsch borg waren cs ein früherer Nt a j v r und ein früherer Leutnant. Vorsitzender des Anfsichtsrates ist dort Gras P rasch ma, der Bezirksvorsitzende der Deutschnationalen Volks- Partei; und außerdem sitzen im Aussichtsrat Gras Ma Luschka und Graf Gicrstorpf f. Vielleicht wären auch diese kansrnännisch nicht vorgebildeten früheren Offiziere ihrer Aufgabe gewachsen gewesen, wenn die Landbundorganisationen ihre Gelder nicht zur Politischen Propaganda mißbraucht hätten., Heute, wo die Karre schief gegangen ist und der Konkursverwalter und in manchen Fällen sogar der Staatsanwalt vor der Tür steht, will man es natürlich nicht wahrhaben, daß hier Politik und Geschäft in bedenklichster Art miteinander verquickt worden sind. Aber es ist noch gar nicht solange her da rühmte man sich, nuf der Grundlage des Landbuudes eme „nationale" Wirtschaft aufzurichten, die der „internationalen", „verjudeten" Wirtschaft endlich den Garaus machen werde. Boykott gegen alles Jüdische hieß die Losung. Den Landwirten wird allmählich vor diesen Heilsbringern etwas bange werden. Tenn wenn es ans Portemonnaie geht, werden manchmal auch politisch Blinde sehend. R. n* Unö was tust öul Nur kein Nachlassen, nur keine Lauheit! Uns wird geschrieben: Ihr Aussatz „Die Hauptsache: Aufklärung" in der ,.C. V.-Zeitung", Nr. 89, gibt stark zu denken. Cs ist durchaus anzuerkennen, daß die Wochenausgabe der Zeitung in 8000 christliche Häuser, die Einuwnatsausgabe sogar in mehr als 12 000 gelangt. Aber könnte nicht, müßte nicht weit uc ehr noch geschehen? Ein jeder schlage sich an seine Brust und gelobe Besserung, d. h. Mithelfern am großen Werke der Anfllärnng. _ Laßt die gelesene Zeitung in der Eisenbahn lind Straßenbahn liegen, enif dem Po st acut und bei der Steuerbehörde: überall dort, wo das Publikum aus- und cinstrvmt. Kaust die ausgezeichneten Bros ch ü ren dos P hilo - Verla g e s und übermittelt sie den christlichen Bekannten lind Geschäftsfreunden! Wollen wir uns denn überrennen lauen? Der dunkle Winter steht vor *er Tür. Zahllose Arbeiter und Angestellte sind arbeitslos geioorden. Schon jetzt reist Adolf Hitler voll Stadt zu Stadt, unternehulen die Völkischen aller Schattierungen einen Vorstoß nach dein anderen, um zumindest alle Arbeitslosen in illr Garn zu treibeil. Ter Müilchener „Völkische Beobachter" schlägt gewaltig die Werbetronlmel. Und lvie raffiniert ilnd skrupellos geht er vor. Wörtlich schreibt er: „Man uimrut de:n Volk das Leiste, die Arbeit. Cs ist der Weg zürn Aufruhr, zum Bolschewismus! Dieser Vorbereitung Zlrr Wiedereinführung des BelageriiNgszustaudes muß eil kg-uzengetreten werden dlirch Aufklärung der N< allen. die in ihrer polittstheu Finsternis die Ziele Alljudas fordern.. Ciu Geuerollsturm gegen die jüdisch-luarristischeu Prenekanaillen ist in Vorbereitung. Unsere Ausrufe werden Anfang September erscheinen . . - Wer diese Sprache nicht versteht, der ist unverbesserlich. Wer nicht hilft, das; solchem „Generalangriff" ein Paroli geboten wird, macht sich mitschuldig an ben Erfolgen vor nichts zu ruck sch reckender Synagoge in Buchau (mit 'FeDcrsee) mit (Hlockcnttrrm. Die in der heute noch starken unb angesehenen Gcmcii'.dc Buchau errichtete Synagoge weist als cinstge in der Welt einen Gwckenturru mit Gl ecke auf. D ic Glecke trägt die Jahreszahl 18f> 1 und den ersten Vers des 122. Bsalms („Ich freue nach, locull man mir kündet: Ins Hans des Herrn wollen wir ^t: ertönt nicht mir vor Beginn des Gottesdienstes, sondern auch bei traurigen and freudigen Anlässen. Vorher war ein Glockenspiel vorhanden. Die in Gegenwart des württembergischen Königs Wilhelm l. cingcloeihte Synagoge macht nud) in der Gegenwart einen für die kleine Stadt besonders stattlichen Eindruck. Uebrigens finden sich interessante jüdisci'.e Altertüiner Bnchans in dein städtischen Museum, nm dessen Herstellung wie um die Geschichte Buchau? und des Federsees unser treuer Freund Herr Vierßstder sich große Verdienste erworben hat.

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