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Central-Verein-Zeitung · 1925-09-11 · 37 (11.9.1925) · p. Seite 613

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
37 (11.9.1925)
Date
1925-09-11
Page
Seite 613 (sequence 7)
Language
German
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612 1 Die schwarze Raste (Homo niger). 2. Die rundkopfige Rasse (Homo brachycephalus), die weißen in: * 1. Die Mittelmeerraste (Homo mediterraneus). 2. Die nordisch-europäische Rasie (Homo eurooaeus-Liimd).; 3. Die rundköpsige Rasse (Homo alpinu5-I>iiuich. Als Grundlage für diese Einteilung nimmt er nur urorpholo« gische Merkmale (Schädel, Farben, Wuck)s). Die anderen Rassentheorien basieren auf dieser Wilserschen Einführung und unterscheiden sich nur in Einzelheiten. Besonders klar ist die Gruppierung, die Eugen Fischer in seiner „Speziellen Anthropologie*) gibt Nach ihm zerfallen die europäischen Rassen in: 1 Nordische Nasse MiUelmecrwestische Rasse (nach Günther) Alpine« ostische Rasse (nach Günthers) Dinarische Rasse Gestalt. . 1 hochgewachsen klein mittelgroß groß Schädel. . I lang, schmal lang, schmal rund kurz, wie abgehackt Gesicht . . lang, schmal lang, schmal breit, rund schmal, lang Haut . - . rosig weiß dunkel wenig hell dunkel Haare. . .! weich, blond, glatt weich, dunkel hart, straff, dunkel dicht, dunkel Derbreitungsge-! biet. . . . Nord-Europa bes. Schweden die Mittelmeer käste Zentral- Europa Balkan Bon wesentlichen außereuropäischen Rassen soll werden: nur erwähnt Mongaioide Staue Vorderasiatisch« armeuoide Rasse Orientalische Rasse Ncgridc Nasse Gestalt . . wechselnd ist der dinaklein groß schmal Schädel. . mittelbreit rischen Rasse lang lang, schmal Gesicht . . bis breit sehr ähnlich flach mit star¬ und wird von schmal, mit flache Nase kem Backenknochen vielen Nassedicken Lippen Haut « . « Haare. . . gelb straff, schwarz jorschern nur als asiatischer hell dunkel dunkelbraun schwarz, straff Zweig der gedreht Augen . . dunkel letzteren betrachtet. dunkel schwarz Verbreitungsge¬ Zentral- Arabien Zentralafrika biet. . . „ Oftasien Mischungen aus der orientalischen und vorderasiatischen Nasse ergeben die Völker des semitischen Sprachgebiets. In dem im Jahre 1923 erschienenen Werk „Nassenkunde des deutschen Volkes" übernimmt Günther die Fischer'sche Einteilung und fügt nur als fünfte europäische Nasse die ostbaltische hinzu, die er nach den Ostseeprovinzen und Nordrußland verlegt/ Als Nassenmerkmale fuhrt er an: Kleiner Wuchs, kurzschädelig, Breitgesicht, Helles, hartes Haar, graue oder weißblaue Augen. Im Gegensatz dazu betrachten die übrigen Rassensorscher diese Bölkergruppe als Mischun. gen nordischer und ostischer Elemente mit mongolischem Einschlag. Wenn wir bisher von Rassenmerkmalen sprachen, so hatten wir lediglich anatomische Merkmale im Auge. Ein Hauptcharaktcristikum der modernen Anthropologie ist aber die Feststellung einer Verschiedenheit der Psychischen Beschaffenheit der einzelnen Rassen. Gerade dieser Faktor war es, der die Nassenforschnug auch für die Allgemeinheit so interessant machte und dem Nassenproblem *™en sozialen Charakter verlieh. Eine Stellungnahme zu dieser Frage ist schwer; denn während man bei den vorher angeführten Unterschieden mit Hilfe von Meßapparaten wissenschaftlich arbeiten konnte, ist man ber den geistigen Eigenschaften au subjektive, beinahe gefühlsmäßige Stellungnahme gebunden, die weder bewiesen, noch widerlegt werden kann. Schon Gobinea u°) legte den Nassen bestimmte psychische Merkmale bei und unterschied die überwertige Nasse von der minderwertigen semitischen. Wilsew) stellte die interessante Theorie auf, daß die geistige Begabung der Nassen sich umgekehrt verhalte wie die Farbstossablegieruug in der Haut. Selbst so rein morphologisch eintestellte Forscher wie v. Luschan und Fischer konnten sich der atsache, daß es geistige Verschiedenheiten der ein- $ e { n* n lassen gibt, nicht ganz verschließen, wenn sie diese Unterschiede auch für wenig bedeutungsvoll erachteten. Sagt doch Fische?: „Die Rassenimterschiede des Menschen" ,{ a- K- Günther: „Rassenkünde des' deutschen Volkes", jtofteir * ®°®ineÄU: „Versuchs über die Ungleichheit der Mensche«. L. Wils er; „Die Rasscngliedecung des Menschengeschlechtes^ v. Lu schon in seinem Werk „Völker. Rasten, Sprachen": ..Es gibt keine an sich minderwertige Raste. Der Unterschied zwischen den einzelnen Rasten ist, besonders was die nwralischen Eigenschaften und die Intelligenz angeht, nicht entfernt so groß, als der zwischen einzelnen Individuen ein und derselben Rasse." Wohl die interessanteste Abhandlung auf diesem Gebiete bilden die beiden Kapitel: „Die krankhaften Erbanlagen" und „Die Erblich, feit der geistigen Begabung" von Privatdozent Dr. Fr. Lenz in der menschlichen Erblichteitslehre von Fischer, B n n r, L e n z. ^chon die Art, wie er von den organischen Krankheitsanlagen über die psychischen Erkrankungen und Psychopathien zu den seelischen Unterschieden der großen Rassen kommt, ist lesenswert und äußerst interessant. Aber auch die sachliche Art, wie er die Rassen gegeneinander abwägt und ihrer Psyche gerecht zu werden versucht, wirkt gerade in der heutigen Zeit, in der Nassenkämpfe und Verächtlichmachung des andersgearteten Menschen an der Tagesordnung sind, äußerst wohltuend. Charakteristisch hierfür ist die Art, wie er über die Juden vom r a s s e n P s y ch o l o g i s ch e n Gesichtspunkts aus sprich): „Der ausgesprochene Familiensinn der Juden ist alles andere als zersetzend, ebenso ihr starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, ihre gegenseitige Hilfsbereitschaft und ihr Gefühl für die allgemeine Menschheit. Der jüdische Geist tft neben dem germanischen die hauptsächlichste treibende Kraft der modernen abendländischen Kultur. Tie Emanzipation der Juden hat darauf ähnlich eingewrrkt, wie eine der Wellen nordischen Blutes auf die indogermanischen Kulturen. Aber auch schon in der Entwicklung und Ausbreitung des Christentums als einer der wesentlichsten Wurzeln der abendländischen Kultur ist der jüdische Geist entscheidend wirksam gewesen." Allerdings betont auch Lenz eine gewisse Ueberwerimgfeit der nordischen Rasse und schreibt ihr fast ausschließlich die großen wissenschaftlichen Entdeckungen und geistigen Errungenschaften zu. Trotzdom kann man nicht beipslichten, wenn Friedrich Hertz in seiner Schrift ..Wissenschaftliche Nassenkunde". dieses ernste, wchlick-e Werk von Lenz, sowie die anthropologischen Schriften von E. Fischer auf eine Stufe mit dem Günther scheu und ähnlichen Büchern stellt und behauptet, dich diese Schriften „unwissenschaftliche" seien und „geeignet, heillose Verwirrung und sehr bedenkliche Konsequenz nach sich zu ziehen". Teil Satz: „Es ist nicht wahr, daß jede Nasse, wie. Günther behauptet, ihre besondere, nur ihr eigene angeborene Sittlichkeit besitzt und ein gegenseitiges Verstehen unmöglich ist" — kann man ohne weiteres unterschreiben. Ter Schlußsatz aber — „Die ganze Nassenkunde, soweit sie das Gebiet der Seele erklären will, ist nur eine Scheinwissenschaft, die den Feinden der Demokratie und des Völkersriedens Argumente zu liefern bestrebt ist" — erscheint äußerst bedenklich. 9hm zu Günther: Auch ihm ums; man bei der Beurteilung der Psychologischen Rasfenmerkmnle eine gewisse Sachlichkeit zuerkennen. Doch tritt hier deutlich die Tendenz hervor, die nord is ch e R a ss e a l s d i e ei n z i g zur Fü h ru ng in Deutschland befähigte hinzu stellen. Nur die dinarische kommt ihr an Bedeutung für unsere Nation nahe. 2^ic _ireftifcf)e spielt wegen ihrer geringen Ausbreitung in Deutschland keine Nolle. Dagegen muß Günther zugeben, daß auch die ostische stark vertreten ist. Diese bilde den Typ des Spießbürgers, die Maste, die geführt werden muß. Auch von dem Typ der ostbaltischen Nasse saqt er-'): „Er bedarf der Führung, ist als Untergebener bei richtiger Behandlung anhänglich usw." Tie Nasse, die fast durchweg die führenden Geister Produziert habe, sei eben die nordische. Ten europäischen Rasten stehen nach Günther die außereuropäischen, insbesondere die jüdische Rassemnischung — in Deutschland ein Gemisch mit überwiegend vorderasiatischem Einschlag — als wesensfremd gegenüber. Von ihr sagt er: „Ter durch wirtschaftliche Uebermacht erreichte Einfluß jüdischen Geistes bedeutet die tiefste Gefahr für das Leben der europäischen Völker, wie des nordamerikauischen Volkes". Und sein Jünger Dieter Gerhard drückte das noch krasser an§8 * 10): „Diese (vorher ausgezählten) Eigenschaften bringen den Juden überall in Gegensatz zu sinnen Wirtsvölkern, ^ein Eigennutz, der alles als erlaubt ansieht, was er kann, macht ihn zusammen mit seiner starken, geschäftlichen Begabung zum Ausbeuter und gefährlichen Konkurrenten seiner Wirte. Sein kühler, kritischer Verstand, dein nichts heilig ist, für den alles Ucbersinnliche, alles, was sich nicht unmittelbar in Geld umsetzen läßt, wie die Natur, die Kunst, fremdartig oder ein Aergernis ist, steht zu dem in die Unendlichkeit strebenden, das Geheimnisvolle scheu betrachtenden, an Gefühlsvorstellnngen treu und zäh hängenden nordischen Geist in unlösbarem Widerspruch. — Eine Lösung der Judensrage kann nur in möglichst vollständiger Trennung bestehen, in der Neinhaltung des deutschen Volkes von jüdischem Blut und jüdischem Geist." Eine Stellungnahme zu diesen Ausführungen erübrigt sich. Die Oberflächlichkeit dieser Sätze, die stark an Din t er erinnern, muß jedem Unbefangenen einleuchten. Und Günther hat sich auch, was anerkannt werden muß, von derartigen Ausfällen ferngehalten. Doch kehren wir zum Kernpunkt der Sache zurück, der von Günther behaupteten „W e s e n s f r e m d h e i t der Inden" innerhalb des deutschen Volkes. Dagegen ist folgendes zu sagen: Im Gegensatz zu den übrigen Anthropologen fügt Günther zu den übr'gen vier „europäischen" Nassen die „ostbaltische" als fünfte hinzu. Er saßt in dieser Typen zusammen, die man gemeinhin laienhaft als „slawisch" bezeichnet. Handelt es sich hier nun tatsächlich um eine selbständige Rasse? Schon dem Laien 8) Fritz Lenz: „Die EcbUchkeit der geistigen Vegabunq". Hans F. N. Günther: „Steine Rassenkunde ^Europas"« io) Dieter Gerhard: „Kurzer Abritz der Nassenkunde".

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