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Central-Verein-Zeitung · 1925-09-04 · 36 (4.9.1925) · p. Seite 597

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
36 (4.9.1925)
Date
1925-09-04
Page
Seite 597 (sequence 9)
Language
German
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597 Die jüöischen Optanten. Wir sind heute in der Lage, das Verzeichnis der jüdischen Flüchtlinge in Schneidemühl da? wir in Nr. 33 der „C. V.-Ztg/ veröffentlichten,' nach den amtlichen Angaben wie folgt zu ergänzen: Walter Lrttaircr, 1 Person; Familie Nathan Weis;, 3 Personen: Familie Siegfried 'Aron, 2 Personen; Jenny Stein, I Person; Marie Wrcszywsla, 1 Person; Leo Lcwkowitz, I Person; Familie Dorothee Lcs;, 2 Personen; Familie Lonis Walvhorn, 5 Personen; Familie Julius Ncnmau», 3 Personen; Minim Ncnn'.trmr, l Person. D er A n f r u s des V o r st a n d e s der Jüdischen 6 c m e i n d e S ch n c i d e m ü h l f ü r die notleidenden Optanten, den wir in der gleichen Numiner zürn Abdruck brachten, hat erfreulicherweise unsere Freunde veranlaßt, spenden im e s a m t b e t r a g c v v n e i n i g e n t a u s e n d Ai a r k nach Lchncidcinuhl zu senden. Aber noch immer ist die Not groß, und die Spenden r e i ch e n noch keine s w e g s aus, um die Weiterbringnug der jüdischen notleidenden Familien iicberzustellen. Wir erinnern deshalb daran, daß die Spenden für die jüdischen Flüchtlinge an Herrn Stadtrat Louis S ch il e i d e r, S ch neide m ü h l, cinzusendcn sind. Wieviel Anhänger hat örr Zionismus? Starte N ü cf g ä n g e. 51 Lfgemein überrascht hat die geringe Zahl van Summen, die in JcutHljlnnb für die z i o n i ft i s rfj e n K c n g r e ß w a h l e 11^ nbgcörbi'u unirben. an zählte für beide Liften lediglich 5026 <rtnnmen, io das; nur etwa fünftausend Schelelzatzler gewählt haben. Ta man in bem sprichwörtlichen Eifer der Zionisten damit rechnen muß. das; mindestens drR Vierte! der in Betracht kommenden Parte:- anhänaer gestimmt haben, ergibt sich, das; die Zahl der organinerten deutschen Zionisten allerhöchsiens siebentausend beträgt! Tiefe Zahl gibt sehr zu denken! Tie beweist, das; der Zionismus rein zahlenmäßig eine gradegn verschwindende AnpAg non dentühen Juden erfaßt Hut. denn wenn man die Zahl der über achtzehn Jahre alten Glauben-.genossen niedrig mit 600öüO veranschlagt (in Wahrheit sind es mehr), so machen die Zionisten etwa 2 Prozent ans! Tie erweist aber ferner, wie wenig Erfolg die mit geradezu raffiniertem Geschick und ungeheurem Kraftaufwand betriebene Agitation gehabt hat. Tas deutsche Judentum ist in seinem Kern vom Zionismus unberuhrt gebtieben. Jetzt bedauert man besonders, daß bei den Wahlen zum Preußischen Landesverband die Zionisten der Kraftprobe ansgewichen sind und mit nichtzionistischen Elementen .zusammen die sogenannte „V o l k s p a r t e i" gegründet haben. Für diese stimmten 20961 Wähler, und wenn man bedenkt, das; zum Kongreß das Wahlrecht mit achtzehn Jahren, zum Landesverbalid aber mit einundzwanzig beginnt, wenn man ferner erwägt, daß der Landesverband mir die preußischen Jlrden umsaßt, so erkennt man, daß von den Wählern der ganz v o m I i o n i s m n s beherrschten B o l k s p a r t e i höchstens der fünfte Teil Z i o n i st e n waren! Von sehr geschätzter Seite erhalten wir hierzu noch folgende Hinweise über die Bergleichszahlen von einst und jetzt: Tie Verössentlichnngen der zionistischen Organisation über die Schetelzahlnngen ergeben die interessante, dem Eingeweihten aber keineswegs ülirraschende Tatsache, daß in Deutschland die Zahl der Schekelzahler stark zurückgegangen ist. Wäl-rcud cs im Jahre 1923 irr Dentschlarrd noch 33 .*5:39 Schclelzalftcr gab, haben 1925 nur 21450 ihren Schekel entrichtet. Tie Zahl ist auch geringer als im Jahre 1921. Für 1921 ist allerdings die Zahl der sämtlichen Schekel- Zahler Deutschlands nich-t bekannt. Es ist vielmehr nur die Zahl der an den deutschen Landesverband der zionistischen Organisationen gezahlten Schekel veröffentlicht, während die von den Sonderverbänden (Misrachi, Poale Zion usw.j abgeführten Schekelbcträge im Jahre 1921 nicht nach Ländern gesondert ausgezählt wurden. Ta aber die Zahl der an den deutschen Landesverband abgeführten Schekel sür die Jahre 1921, 1926 und 1925 verössentlicht ist, ist eine hinreichende Unterlage sür eine vergleichende Gegenüberstellung möglich. Es haben an den deutschen Landesverband Schekel gezahlt: 1921 ....... 20 000 1923 .. . 23 369 1925 . 17 301. Wir konstatieren also hier nach einer kleinen Steigerung im Jahre 1923 einen starken Rückgang im Jahre 1925. Der Rückschlag in der zionistischen Bewegung beschränkt sich übrigens nicht auf Deutschland. Auch die Zahl der Schekelzahler der gesamten Weltorganisation ist erheblich zurückgegangen. Während es in der ganzen Welt 192 1 noch 7 78 4 8 7 Schelelzahler gab, haben 1 92 5 nur noch 62 5 56 4 Zionisten den ^chckel entrichtet. Diese Zahlen sind der äußere Ausdruck der schweren Krisis, in der sich die zionistische Bewegung seit Jahren befindet und die ans dem letzten Kongreß in einer allgemeinen Unzufriedenheit gegen die Leitung zum Ausdruck kam Die Hauptsache: Aufklärung. Vor allem sür die christlichen Mitbürger. „Bekommt denn überhaupt irgendein Christ die ,C. V. -Z e i t u n 9'?* Immer wieder kehrt dieser Satz in Zuschriften an den Eentralverein wieder. Fast keine Versa m m - l u n g in Berlin oder im Reiche vergeht, in der nicht ans den Reihen der Mitglieder diese 'Anfrage an den Redner gerichtet würde. 'Alle diese besorgten Freunde werden nicht enttäuscht: Im Rahmen des finanziell Möglichen —, denn was uns finanziell ermöglicht wird, ist sür uns technisch möglich —, tun wir sür die Ausk l ä r u n g christlicher Preise alles Erdenkliche. Die „C. V. - Z e i - i u n g" g e h t j e d e W 0 ch e i n rund 8000 Exemplaren a n n i ch t j ü d i s ch e E m p s ä n g e r. Alle öffentlichen Bibliotheken, Staats-, Stadt-, Universitätsbibliotheken, akademische Lesesäle, die Schristleitnngen der wichtigsten deutschen Zeitungen, die Korrespondenten der ausländischen Presse in Berlin, alle Reichs- und Landesparlamente, sämtliche zentralen Reichs- und Landesbehörden erhalten die Wechentagsnummer der ,,E. V.-Zeitung" pünktlich. Hunderte von Lehrern, Oberlehrern, Geistl i ch e n, P a r t c i f e f r e t ä ren , P arteisührer n können jeweils aus den Feststellungen der „E. B.-Zeitung" ihre Kenntnis über die Judensrage ergänzen. Um die großzügige Ansklärnng in noch ftärterem Umfange durchführen zu können, haben wir seit einiger Zeit aus 'Anregung unseres Landesverbandes B a h c r n eine E i n m 0 n a t s a n s g a b c der ,,E. V.-Zeitnng" geschaffen, die ohne Inserate die wichtigsten und wesentlichsten Aussätze von jeweils vier C. V. - Zeitungen vereinigt. 1 2 0 0 0 E x e m p 1 a r e gehen jeden Monat an christliche Empfänger, ilnd eine starke Erweiterung dieser Zahlen ist mit Beginn der Winterarbeit zu erwarten. Wer von unseren Freunden die Monatsansgabe kennenlernen null, erhält ein Eremplar gern kostenfrei zur Ansicht. Tie R h e i n l a n d n u m m c r der „E. V.-Zeitung" hat ebenso wie die erste R a s s c n n u in m e r erhöhte Beachtung in Mitglieder- und Freundeskreisen gesunden. Daher wird die Mitteilung interessieren, das; über die in üblicher Weise an christliche Empfänger gesandten 8000 Eremplare hinaus die Rheinlandmnnmer noch an 3000 und die Rassennnmmer an 1100 ausgeioählte Empfänger ging. Wir sind gern bereit, aus Anforderung weitere Nummern zu versenden und bitten um entsprechende Bestellungen * * * Die ersten Erscheinungen der Sommerarbeit des P h i lo - N erlag e s liegen zurzeit vor. Eine a u s s ü h r l i ch e W ü r d i g u n g der einzelnen Werke behalten wir uns vor. Hier sollen nur der Titel tmd kurz der Inhalt der wichtigsten allerneuesten Schriften Platz finden. Eine Abhandlung von Rabbiner Dr. 3. K aatz (Hindenbnrg) „Talmudisch-rabbinische Sätze über Rechtsbcziehungeu zu Richtjuden" ist die Wiedergabe eines Referates des gelehrten Verfassers ans der letzten Rabbiuertagung. Von Else Dormitz er (Nürnberg) liegt die Schrift „B e x u h m t e jüdische Frauen" in dritter Auslage vor. Bemerkenswert ist, daß Pros. Dr. Estelle (Forchheim, New Ljork) die Schrift ins Englische übersetzt. Tas Problem Spengler behandelt eine Arbeit von Professor Tr. Ludwig Stein (Berlin) „Gegen Spengler, eine 5lnseinandcrsetznng mit Rölting ung Spengler." Grundsätzliches in verständlicher Form über das Problem des sogenannten „jüdischen Marxismus" sagt Dr. Heinrich Levy-Korsf in seiner Broschüre „Karl M arr lt n d Hege l". Hugo Sonnenfeld, der stellvertretende Vorsitzende des C. B., setzt sich in einem Referat „T a g e s p r 0 b l e m e" mit grundlegenden Ausgaben unserer Arbeit auseinander. Zwei Schriften, die vor über einem Menschenalter entstanden, sind jetzt vom Philo-Berlag neu berausgegeben worden: Pres. Dr. Moritz Lazarus' seinerzeit epochemachender Vortrag „Was f) c i t national?", von Dr. I. L e v y cingeleitet zur merkwürdig anmutenden „5t nklagerede" eines Luxemburger Staatsamoaltes iu einem Presseprozeß wegen Beleidigung des Judentums schrieb Herr Rechtsauwalt Foerder (Breslau) das Vorwort. „Der Kamps ums Recht", Rudolf v. I Herings unsterbliches Werk, da? soeben nachdrmksrei geworden ist, liegt gleichfalls in schönster ^Ausstattung des Philo-Verlag.es, mit einem Vonvort von Rechtsanwalt Rudolf W a s s e r m a n n (München), vor. Pflicht unserer vielen Freunde im Reiche ist es, sür die Verbreitung dRscr Ansklärungsschriften Insbesondere in christliche n Kreisen eifrig besorgt zu sein. Ihr Preis ist so niedrig gestellt, daß jeder an der unendlich wichtigen Ausk'lärungsaroert mittun kann. big.

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