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Central-Verein-Zeitung · 1925-08-14 · 33 (14.8.1925) · p. Seite 556

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
33 (14.8.1925)
Date
1925-08-14
Page
Seite 556 (sequence 15)
Language
German
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55G «Mbunfl. Ter Cchtvneiie und Hililose/ so ihn. ist dciii Kuder, ein Kind Gotte* wie bu. Gott gab dir «teufe "»d Krast. ■'"Ä'ÄWS SL.-LHW. « mW****«*; mantel. ei wahrt ihn vor Pergioeistung und Unteraa>^. S- 1 an ifim* A u cü du bist ein -K: n i> Lottes, nuijt miKiu als dein scheinbar bevorzugter Bruder Leine PsUcht ,tt e-.- d:e.n den Wanfenden, zu stützen und an,recht zn erha ten■ für dich niitflcflcbcn. Ach. welch c\i;o|ac und ufytUi.ci - das hehre Gotteszeichen gerade ,n nmerer Zeit, wo die W,-,iale K ist immer weiter flasji. »nd arm nnd reich in gegenteitiger ^eriic^egnag zu verschlingen droht. Mächte es doch die irrenden Biensehe», die mit harten! Bn>st!aaen und gierigem Neid aufeinander schane». einander naher bringen und durch die Hiuuuelstat gättiieher Liebe nnteninn.ee vern.me . ' H 0 ss m a u ii. Der Sslbstmovö bei öen Iuöeu. u n v e r h ä l t tt i s NI ä s; i g st e i g e n de Ziffer it. In einem instruktiven Artikel der „Zeitschrift für Temogrnvhie und Statistik der Juden". Heft 5 und 6. beleuchtet Tr. Dlnr. l m e c oie bntwiclluug der ^elbstmordzifsern bei den Juden, ^'.efe^ -proolern wird um so bemerkenswerter, nls die weichfende Zeilst der ^elbitinörder — zumal der jüdischen — in unseren Tagen die Aufmerksamkeit aller denkenden Geister auf sich lenkt. . . Im alten Israel war der freiwillige Tod ein so nngeioohnliche^ Ereignis, das; man in der hebräischen Sprache vergeblich nach einem besonderen Wort für den Begriff „Selbstmord" sucht. Anr von fünf Eelbstmordsällen weis;' die Bibel zu berichten. Am lxchmmtesteu unter .ihnen ist der Tod des Königs 2 a it I, der sich in sein ^ehwert stürzt, um nicht in die Hände seiner Feinde zn sollen. Aieht wemger tragisch -ist das Ende des geblendeten Srmson, der noch im Tode au den -Philistern Bache nimmt. Etwas häufiger begegnen wir. dem selbstinord im Talmud, der auch zu den in d^- Bibel verzcichneten Entlcibuugcu. namentlich zu Sauls freiwilligem Tode, Stellung nimmt. Bezeichnend für die Telbstmordtasmstit des Talmud ist, . das; der Lebensslnch t sog u t w i c nie m a l s e i n egoi st i s ch c s Motiv zugrunde liech, sondern das; es sich in säst allen Fällen um die Vernichtung der Persönlichkeit in der Ersnllluw einer höheren Pflicht, also um Eelbstaufopsernng. handelt. Ter Talmud nimmt mir dann einen Selbstmord an. wenn die u.at in der vor Zeugen ausgesprochenen Absicht geschieht, dein Leben zu entsag m. In allen anderen Fällen wird der Selbstmord als Ausfluß geistiger Störung. somit nicht als Selbstmord, betrachtet. Tas religiöse Verbot V-cuncn In Bahern kamen 1910 aus 100000 Angehörige: bei den Kalholiten 10.4. bei den Protestanten 24,4 bc: den Hilden 29. In Pr'nßen 1911: bei den Katholiken 10.8, bei den Protestanten 2b.1. bei ixm Silben 31,5 Selbstmorde. 2lnch in Württemberg überragt der durch!chnittliche Anteil der Inden an der Selbstinvrdzisfe^ häusm die ans sie entsallende Bevölkernngsgnote. Tabei ist nichts anher achten lasten, das; die Inden in Tentschland in den letzten 50 Jahren sich in Großstädten konzentrierten. . _r.v . . r... In den ans;erdentschen Ländern find die Unterschiede m den selbstmordstsscrn der Aichtiuden und Inden ebenfalls augenfällig. In England V B. befanden sich 1905 bis 1909 unter 383 jugendlichen Selbstmördern 32 Inden, eine Zahl, die verhältnisniäsng um die Hälfte den BevölkernngSanteil der Inden übertrifsr. Und in den Bereinigten Staaten war im Winter 1907/08 die Anzahl der jüdischen Selbstmorde m New 2)ovf außerordentlich groß. Dabei zciche sich, das; auch die Abneianng der ostenropäiicheu Inden gegen den Selbstmord schnstndet, sobald sie dem komplizierten Leben einer Großstadt wie Bew-'hork gegenübcrstehen. Tas; auch in den letzten Jahren der Bot, besonders iu Tentschland. die Selbstmordzisser der Inden ^mächtig angestiegen ist, zeigen amtliche Berösjentliehnngen des preußischen statistischen Landeseigenen Jchs dem Zwang, zum Götzendienst, zur Unnttlichket^ und zum Mord entgehen kann. In der nachbiblischen Zeit ist der Selbstmord längst keine Seltenheit mehr. Tie zeitgenössischen Schilderungen d-es Flavins Joseph ns liefern in dieser Hinsicht eine ganze Anzahl von konkreten Beispielen. Mord nnd Selbstmord stehen im herodianischen Zeitalter in traurigem Wettbewerb. Herodes selbst macht kurz von seinem Ende einen Gntleibnngsversueb. Bei der Eroberung Jerusalems durch Pompejus, vor allem bei der Erstürmung des brennenden Tempels durch Titus, zogen viele Inden der Tod ans eigener dem aus Feindeshand vor. Trotzdem war der Selbstmord bei d e n I u d e n s e h rv c r p ö n t. In der späteren Geschichte der Inden stoßen wir ans. Wunder von Heroismus^ so beim jüdisch-arabischen König Jusjes, der sieh mit seinem Glosse ins Mccr stürzte, um nicht in Feindeshand zu fallen. Je mehr wir uns dem christlichen Mittelalter nähern, desto mehr begegnet uns der Selbstmord bei den Inden als M a f s e n e r s ch e in u n g. Um dem Zwang der Taufe ans den Händen der entmenschten Kreuzfahrer zu entgehen, gaben sich ungezählte Inden den Tod. E Aull) hier sind es Mord und Selbstmord, die die Wege der Kreuzfahrer blutig zeichneten. Tie Gemeinden von Trier, Worms nnd anderen rheinifchen Städten, über die der Sturm dahinbranste, wurden auf diese Weise fast ansgerieben. Besonders die Frauen haben sich durch rühmliche Beispiele von Selbstansopsernng hervorgetan. Auch ln der svateren Leidensgeschichte der Inden sehen wir immer wieder, daß sie den körperlichen und seelischen Qualen, die bei der Gefangennahme drohen, durch freiwilligen Tod zuvorgekommen siiid. . Solange die Inden im Ghetto hausten, war der Selbstmord bei ihnen eine verhältnismäßig seltene Erscheinung. Tie Schicksalsvervnudenheit. die sie in Leid nnd Freud zusammenschweistte. ließ be: dem Etnzelmdividuum für den Gedanken an die Lebensstucht so gut wie tonen Raum. Ti e S t a t i st i k d e s S e l b st m o r d e s i st e i n e Errungenschaft der letzten hundert Jahre. Seit dieser Zeit vcgann man in alten Knltnrstaaten Tabellen anznlegen über die Zahl derer, die ihrem Leben freiwillig ein Ziel setzten. Von Mitte de?, vorigen Jahrhunderts cm besitzen wir aus einzelnen Staaten auch eine brauchbare Konfesstonsstakistik. In ihr schnitten die Jtlden zunächst ,n bezug aus Selbstmord gut ab, indem sie an Zahl weit hinter dm christlichen Konfestwncn zurüclblieben. Schon in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ändert sich dieses Bild dadurch, das; sich die ^w^en allmählich zwischen Katholiken nnd Protestanten einschieben ftL€nrei b-er?cltn^ Jahre nnd zu Anfang dieses Jahrhunderts stehen sie in bezug aus Selbst,nordhänstgtei! an erster Stelle.;u »oajft in den süddeutschen Ländern, dann auch u in amtes. ßr. Julius N o t h h o l z. Zrr dcm oskencu Briefe „In eigener Sache" des Herrn Tr. M a r r, Karlsruhe (.,G. B.-Ztg." Nr. 32 vom 7. August 1925), stellen nur ans Wunsch des Herrn Nechtsamoalt F o e r d e r (Breslau) gern fest, daß das Urteil, durch welches er ans Antrag des Herrn Tr. Baumann zn 150 Mark verurteilt ist. nicht rechtskräftig geworden ist, da Ncchlsanwalt Foerder Berufung eingelegt hat. Kleine Chronik. In O b c ii I i r fl) c n feierte die Dwc Ed. 6 a I in o n in geistiger nnd körperlicher Irische unter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung, des Bürger. nicisterH und de-; Landro.ts deö Nreise:. M W n ch c n *J$) I a b b a d) ihren vö. Gcdurtcac-.'-i. — Bei der Prci-Svcrteilung anläßlich der ^tistungafeier der I r i e d . r i ch - W i l h e l m - I! n i v c r s i t ä t z u B c r I i n erhictlen zwei Jüdinnen Preise. Die De^lincrin Else PdiliDpinc Lcvn bekam einen vollen Etaatsprcis für die Lösung der Aufgabe der medizinischen Iakultät nnd It a t h a l i e Thon aua P a l ä st i n a erhielt einen Preis für eine chemische Ltrdeit. — Am 2. August fand in E a l c a r (Niederrhciu) die Enthüllung und Einweihung der von der Enuagogengemcinde zur Ehrung ihrer Gefallenen gestifteten Gedenktafel statt, welche sich zu einer erhebenden Traucrkuudgebung für die^ Gefallenen aller Lconsessioucn gestaltete. An der Feier nahm die ganze Gemeinde und viele Ehrengäste, der Bürgermcistcr. der Gemcindcrat, der Vorstand des Kricgcrvercins sowie Vertreter der Nachbargcmeincn Eleve, Goch und Uedem teil. Von den 1(> in den Sxricg gezogenen Soldaten der israelitischen Gemeinde sind 4 gefallen, nämlich: Albert Cohen, Julius V i) t I) , Joseph N n Ti n und Emanucl D y t h. Ehrei hrem Andcnkchi! — In Dstcrodc (Dcstpreußcn) fand ein großes Fest zur Erinnerung an die Abstimmung in Ost- und Wcstprcußcn vor fünf Jahren statt. Vormittags wurde eine öffcutltcfic Andacht auf dem Marktplat; abgchalten, an der sämtliche voterländischen Verbände nnd fast alle Ortsvcreine tcilnahmcn. Die Geistliahen der drei Hauptlonfessionen wurden gebeten, bei dieser Feier Anblieben ist. des chchahrrgen Bestehens. Die Zeitung wurde von Oberkantor Jakob'Banker .'W^Zlntt gegründet, das sich besonders mit den inneren Angelegenheiten der .nudlichen Gemeinden der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie beschastigte und vor allem den Vorgängen in der Wiener israelitischen LZultusgemeinde sein Augenmerk widmete. Als der bekannte Journalist Ludwig Srrschfeld das Blatt übernommen hatte, wurde es zum Zcutralorgan der ostcrrelchischen Juden und damit zur Nachfolgerin der „Blochschcn Wochenschrift" und spater zum offiziellen Organ der „Union d e u t s ch - ö st e r r e i ch i - k ä) e r Juden". Es trat stets für den Schutz der gewährleisteten Rechte der ostcrrclll)lschcn Staatsbürger jüdischen GGubeus ein und hielt cs für feine vornehmste Pflicht, die Ehre des iüdifchcu Namens gegenüber seinen Verleumdern zu Verteidigern. Die aus Anlaß des 40jährigen Bestehens der „Wahrheit" erscheinende .^est nummer (erhältlich im Berlage Wien II, Heinestraste 13) vereinigt eine grohe Zagl von aktuellen Aufsätzen und interessautcn Beiträgen der bcrvorragcnostcrc Viänuec der Wissenschaft und Feder. / "" r:'? /lntWorten. Nnck, Laub an. linier Bezugnahme auf die von uns in Nr. 15 vom 9. April georachtc 9iotiz über den sehr eigenartigen Schriftwechsel, den die- Firma ü.z<l. Lahmanu (Lauban) mit einer Leipziger Firma ac-lülirt hat bittet uns die Firma A u g u st L a tz m amt, Mcchani f ch e 'Ta s ch c n't u ch - Weberei, Lauban, darauf hinzuwciscn, das; sie mit der Firma E A Lahmanu, mit der sie vielfach verwechselt wird, keinerlei geschäftliche oder vcrwanotichastliche Beziehungen unterhalte und das; sie den von Firma E. A Lasrmanu in dem fraglichen Artikel entwickelten Ansichten völlig fern stehe fflÄ* Marbura. „ Sm _3_ o I, a n N.B e d c t in, E l n d ° u,f . n. «rci» « i ä. ( % v * » » II Vll LI l w 11 p L von je 10 Zentimeter grcstc Sakenkrenze Mit Unterschristen, wie „Lauft nicht bei ^udcn, Los von den Juden, Jagt die Juden aus Deutsch. ' angebracht Das hindert ihn aber nicht, bei Juden zu kansi-n, dat, Geld schuldig zu bleiben und zum Ofscubaruugstc.rmiii nicht zn erscheinen. Ö. H.. Berlin C\ Der Besitzer des Restaurants „Groß-Berlin" am Alerariderplatz, Dcrr Larl!t c l! c r, hat erklärt, er wäre zufrieden, wenn ifu:c Zubcn mehr sein Lokal betreten würdcirn unt so mehr, als er auf ihre UnterstuZung nicht angewiesen sei. ‘ llJCC _ JtcUc nnd NaurlNvaren. Die Preisliste der Fa. Earl G r tt tt G l o g a u, moderne Pclzbelleidung, Felle und Rauchwaren, Inhaber Alfred einen Stempel: rein christliches Nnternchmen. Wir tänncn iiicf.t ^uOchciden, ob dieser Stempel nur im Bcdarfssa-l anfgedrückt und bei Bcrsrnd an ludischi, Firmen sortgelniien wird oder ob. die Firma Grün so ehrlich ist. diesen Stempel auch bei Berrand des Katalogs an Juden auszudrücken. \V!^;

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