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Central-Verein-Zeitung · 1925-08-14 · 33 (14.8.1925) · p. Seite 554

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
33 (14.8.1925)
Date
1925-08-14
Page
Seite 554 (sequence 11)
Language
German
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554 Raffeehcmsüberfälle unö GreueltaLbN. -5 Zu den letzten Vorgängen in Wien. ' Pogrom", so überschreibt das Wiener Wochenblatt der r, die „Deutsche Arbeiterprehe", am Sage des Begrao- 'nschnldigen Opfers ihrer mastloien Hetze, Genien be:tw" Hetzen die gleichgerichtete ,Tuge§Hitu''g" o > auch die christlichsoziale „Reichrposbtz, da-7 -Rc „Christen Hakenkreuzler nisies des un Artikel. Ebens würdigerweise auch seinen “ und inert- __ . . Regierungsblatt, dast^dcr "deutsche Tirrner M o h np I, das erste Opim indischer Mord- und Nachgier Umrde", das; ein bezahlter MordgechW' der Vollstrecker der jüdischen Fenne war. Während nur hier ui 2v:en aus Grund der Polizeilichen Eommnnianös die Bloglichlest!;aoen, diesen schamlosen, gänzlich erlogenen Verleumdungen emrgnch entgegenzutreten, — wurden doch die Behauptungen von den Alancrn beinahe aller Parteien einmütig und initinitcr sehr UTjav^ zurw.lgewiesen, während das zitierte Halenkrenzblatt von der Polizei beschlagnahmt itttb seine Berbreitu mH verboten nu-rde,lauii d»e giftige Snat, die dnrch die antisemiriiche Preise ni Deuiu^and^geim wird, unheilvolle Früchte tragen. Deshalb toi naD'lebend aus Eueuu^ eigener Anschauung und eigener Information eine Darstellung des traurigen Ereignisses, das sieh am Wiener Praterstern alnpielte. gegeben. Seitdem es bekannt wurde, das; Wien znm Tagungsort des XIV. 3 i o n i st c n f o n g r e s s e s unser>eben sei, seine eine unglaubliche Hetze der Hakenkreuzler ein. Dabei wird aber in Wien nicht gegen die Zionisten allein, sondern gegen das gesamte Judentum gehetzt und der Kongres; bot den Hatenkrenzlern nur einen willkommenen Anlaß. Mit einem Hitler-Hemd bekleidete Hate;:krc•;;iüng!inge ..kolportieren" vornehmlich in vor; Inden bewohnten Bezirken antisemitische Hetzblätter, das hcis;t, sie rn'en deren Namen und womöglich auch die blutrünstigen Titel einzelner Aufsätze laut schreiend ans. und konnut ihnen jemand, dessen Nase ihnen nicht geiäüt, in die Nähe, so haben sie ihm ihre „Zeitungen" drohend eben unter die Rast und bieten sie demonstrativ znm Verkaufe an;. Will man nun nichts von solchen Presseerzengnisien wissen und ruhig seines Weges weitergehen, so läßt der hakenlrcnzlerische Junge nicht locker, und es kommt zu einer regelrechten Keilerei, welcher erst das (Einschreiten der Polizei ein Ende bereitet. Derartige Vorfälle ereigneten sich bis znm Blntsamstag täglich und stündlich und die Wache ist gezwungen, speziell in den von Inden stark besuchten Gegenden, einen täglichen BereiLschastsdienst zu halten. Ein solcher befand sich auch in dem schon wiederholt von der: Hakenkreuzlern als Kampsplatz gewählten Stadtpark, einen: der schönsten Gärten Wiens. Als aber eines Abends die Wache vorzeitig abgezogen wurde, benützten die N a t i o n a l s o z i a l i st e n die wohlfeile Gelegenheit, und in 11 Stocken it it d K :: ü 11 c l n b c w aff* net stürmte eine wilde Horde von halbwüchsigen Burschen mit den Rufen „Nieder mit. den Inden! Hinaus mit den Inden!" gegen die chnnngslosen Gäste des Kursalon-Kanseehauses. Sie hieben rücksichtslos auf die Besucher ein und bewarfen mit Sesseln. Glästrn. Geschirr und Tagen das Publikum ohne Unterschied des Geschlechtes, der „Nahe" und der Konfession. Es kam zu stürmische!: Ramszenen, die wieder erst nach dem Einschreiten der Polizei ein Ende fanden. Ergebnis: Zahlreiche mehr oder weniger schwer Verlebte, vierzehn arretierte Hakenkreuzler, Schaden von über 100 Mitlioncu und'Gefährdung des guten Rufes von Wien. Dies und noch vieles andere, znm Beispiel Hetzptakate mit den sensationellsten Ueberschristen, die zu melden wussten, das; die ..arischchristliche Bevölkerung in den Kerker wandert" (gemeint sind jene vierzehn Verhaftete ans dem Stadtpark), waren die Präludien für das traurige Ereignis am vorigen Sonnabend. Tenn das; die c r ^^kTlkrenzler n n f der Gegenseite, namentlich ver den Kommunismen, notwendigerweise H a si und Er- }fM e r 11 n (t Hervorrufen m n f; t c, ist nach dem Geschilderten felbstverstündlich. wenn auch die Schnrnng des Feuers dnrch diese extremen Elemente die gleiche Verurteilung erfahren mns; wie die Jfr Radikalen bei den Antisemiten. Am Prateritern hatten nun die Kommunisten, vereinigt in einer „Antisascistischen Liga", eine Protestversammlung gegen die Provokationen der Hakenkreuzler einberufen. Der junge Mohapl befand sich in Begleitung seines Freunde^, :n der Nahe dieser Versammlung und war zufälligerweise Lenge einer der Komik nicht entbehrenden Szene des Streikes zwischen emem Ehepaar, die ihn zu einer lauten Veinerkmig veranlagte. Mohapl wurde deswegen von der ohnehin erregten Menge für einen Hakenkreuzler gehalten und flüchtete tragischerweise an der Protest- Versammlung vorbei, wo gerade ein Redner in heftigen Worten die Menge zum Sturm gegen die Hakenkreuzler answiegelte. Zn den Verfolgern hatte sich e:n Messerstecher gesellt, eines jener lichtscheuen Elemente, dw auch dann vor Mord oder Totschlag nicht zurüclsehreckcn, mlJi?)rTllrCr)t<1Crl;abCr.5n-n Zwecke, sondern um matc- *1>C ^nilr» i ^lc^cr bekannte Verbrecher, der teilier voll- Mchcn Partei anZclwrle. benähte die Gelegenheit, seine Mordlust ,n> befnedigen und stach den armen Mohapl aus der Flucht nieder. ß^rr1 Uord. der von allen anständigen Menschen mit ""st' luac nlso ein Unglüelüjall. nie Verbrechen, gar begangen durch einen..bvn Inden bezahlten Mordgesellen'. Das größere Verbrechen aber begehen die r'®?1,§ rb£,.m "sten noch profitiere» wollen. Und nichts anderes tun me Hakenkreuzler, wenn sie in verleumderischer Weise die Ehre einer ganzen Gruppe von Menschen sch,nähen. ’ Oskar Hirlchfcld (Wien). G diese Rur§sichti§enl (y i n 931 a h n lv o r t an d 1 e (5. V.- Al i t g11 c b c t*. Eine iede Zeit hat ihr Schlagwwrt, und jedes SehlaPvert sindet bereitwillig seine Nutznießer. Gegen wieviel Schlagworte der E. B. schon kämpfen musste, ist jedem unserer Leser bekannt. Heute aber mus; man sich nicht etwa gegen ein Schlagwort wenden, das innere äußeren Gegner kolportieren, sondern gegen eines, das von vermeintlichen N n tz n i e st e r m in unseren eigenen Reihen gern verwendet wird. lim das Kind sogleich beim Namen zu neunen, es ist das augenvlmlieh w beliebte: ,Ja, bei der heutigen Wirtschaftslage . . tz' Es soll nicht geleugnet werden, daß weite Kreise heute mehr oder weniger unter der Wirtschaftskrise zu leiden haben. Aber um so wichtiger ist es, in dieser Zeit nicht aus Kurzsichtigkeit die Kriie zu verstärken, sondern sie zu mildern. Wie diese Kurzsichtigkeit sieh answirlt, das 'ollen einige Beispiele zeigen: Es gibt eine nicht unbedeutende Minderheit unserer Mitglieder, die auf dem Standpunkt stetst, niemals vor der dritten Mahnung den Beitrag zu zahlen. ES sind das durchweg Leute, hiervon der Bedeutung der' E. B.-Arbeit unterrichtet und überzeugt sind, die aber jnaen: Be: der.heutigen Lage kam: man auch später zahlen. Fo l g e: T e r E. B. m n si c i u c 1! n m c n ge Arbeitszeit, P o r t o n n d a t c r : a l f ü r a b n w n g c n a n j wenden, a nstatt alle K rüste der Abwehrarbeit widmen zu r ö n n e n. Es gibt sogar eine nicht geringe Anzahl Srtsgrnppenvorsisiende und Vertrauensmänner, die auch alte noch so wichtigen Rundschreiben nebst beiliegenden Freiu.msthlag bis zur dritten sstabnung unerledigt: lassen. F o l g e : d o P P e l t e u n d d r c i f a ch e Arbeit u n d > : e 'st e n : sie h c o b c n. Da sind beute ferner Mitglieder der Ansicht, für die festige Zeit sei der Bl i t g l i e d s beit r a g z:r h o ch vemeücn. Warum^ Das; der E. B. nicht darauf augelviest".: sei, ist sicher nicht der Grund. Denn die dringend notwendigen Answendnngeu. die die C. B.-Arbcit verlangt, sind, ans das einzelne Mitglied umaerechnet. beträchtlich höher als der Blindestbeitrag. Das; dieser für die Allgemeinheit unserer Mitglieder gegenüber deren Einkommen zu hoch sei, kann auch nicht begründet :oerden. Denn Woche für Woche kommen Nenanmeldungen. und zwar durchweg von kleinen Leuten, aus der Großstadt wie aus Landorten. Was bleibt alw als plrgument? Wirtlich nur das ungeprüfte Schlagivort des Abbaus, am falschen Lbjckt angewandt. Denn nichts anderes ist cs. '.nenn der oder jener meint, das; in der heutigen Zeit der E. B. gar nichts n: c h r z n t u n habe, w eil sein Le b e n u n d sein E i g e n t n m i m A n g e n b I i ck doch nicht bedroht sei. lind mancher Vorsihen.de. mancher Bertranensmann weist dazu nichts anderes zu sagen, als: Lasit diese Leute lausen. Wenn sie die Gefahr spüren, kommen sie schon wieder. Nein! Das ist ja gerade die schlechte Konjunkturpolitik, gegen die wir kämpfen müssen. Wenn wir warten wollten, bis Katastrophen hereinbrecheu, dann brauchte der E. B. überhaupt nicht da zu sein. Wenn eines aus den Umwälzungen und Veränderungen der letzten zehn Jahre gelernt worden ist. so doch dieses, das; Erfolge wie Zusann.nenbrmhe niemals über Nacht entstehen, mögen ne nach außen hin auch meist dnrch ein plötzliches Ereignis in Erscheinung treten. Diese plötzlichen politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Erscheinungen sind immer erst das Ergebnis langer, zäher Arbeit und Gegen'arbeit in scheinbar ruhigen Zeiten wie der heutigen. Und um die Entscheidung darüber, ob diejenigen, die uns unsere so mühsam erkämpfte Gleichberechtigung am und im Staate bestreiten und loieder rauben wollen, die uns wieder zu „Untertanen zweiter Klasse" Herabdrücken wollen, ihr Ziel erreichen oder nicht, wird heute im täglichen Kteinünnps gerungen. Und unser Unterliegen in diesem Kampfe würde es bedeuten, könnte der E. V. dnrch die Gleichgültigkeit seiner sslitgliedcr die so bvstor notwendige Organisation nicht ansrechterhaltcn. In dieser Organisation brauchen Nur jeden einzelnen, den letzten 3Rann im ltciusten Ort. Diejenigen ans den: Lande, die da meinen, en: Paar Grosistadtinitlionäre sollten den E. B. „finanzieren", haben sich gar nicht überlegt, was das zur Folge hätte: Das hieße, daß a l l e s n n t e r de in G e s i ch t s p u n k t eines engen gröbst ä d t i s ch e n K reifes angesehen würde, a n st a t t d a ß die Interessen und L c b e n s n o t w e n d i g k e i t e u der gesamten deutschen Inden, also a n ch d i e d e r soviel leichter gefährdeten Landgemeinden. gewahrt bleiben. Das hieße, den E. V. in Abhängigkeit von einigen Großgeldgcbern bringen, die leicht dazu verführt wären, in ihm ein Organ il)rcr persönlichen Neigungen, ja gar ihrer Persönlichen Interessen zu schen.^ Ochin, wir ftub keine Aktiengesellschaften, sondern ein Eentralverom, der sich nicht ans Nur-Beitragszahlern zusammensetzt, sondern ans Persönlichkeiten, deren gemeinsamen Witten er verkörpert, aus Persönlichkeiten, die alle ihn stützen und schützen, daß er alle sie stützt und schützt. So ist es die eigenst^ Sache jedes einzelnen, diesen gemeinsamen eitlen auch in Zeiten scheinbarer Ruhe nicht erlahmen zu lasten und die Arbeit des E. B. nicht durch Passivität zu hemme::, sondern dnrch tätige und pünktliche Teilnahme zu fördern. Beherzige jeder den Satz ans den Sprüchen der Vaters Wenn ich nicht für mich bin, wer ist für mich? Und wenn ich nur sür mich bin. was bin ich dcnn^ Und wenn nicht jetzt, wann denn! Erwin Va er.

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