Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 32 (7.8.1925)
- Date
- 1925-08-07
- Page
- Seite 542 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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542 Der N. L.-Tag am Ätzern. B c w u j51 c Juden, freie T c u 1 s ch e l Der K. C. veranstaltete seine jährliche Tagung in diesen: Jahre vom 24. bis 28. Juli in Bonn a. Nh., um der BerdnndelU'.en des jüdischen Deutschen mit der rheinischen Erde, der Wiege des deutschen Judentums, Ausdruck zu geben. Ter eigentliche it E.-Tag umrb'e Von einer Reihe von Veranstaltungen eingelestel, unter denen namentlich ein Schnlungstag. der der Ausbildung der jungen K. E.er in den Fragen der K. C.-Tendeuz dienen sollte, und eine Tagung der Alten Herren, denen Gelegenheit zur Kritik und Aussprache gegeben werden sollte, hervorzuheben sind. Besonders . freudig begrüßt wurde, daß einer dev Begründer des K. E., Rabbiner Tr. Jacob (Dortmund), auf dem Schulungstag über die „Bibel der Antisemiten" sprach. Er unterzog die aus tendenziösen Gründen beliebten sinnwidrigen völkischen „Auslegungen" der Bibel scharsev, aber verdienter Kritik. „ t r Der eigentliche K. C.-Tag wurde am 25. durch den ülchchcn Begrüßungslommers eingcleitet, an dem die Vertreter befreundeter Ser Verbände terlnahmen. Namens des geschästssühreuden usses erinnerte Rechtsanwalt Tr. Erich ^tern (Berlin) daran, daß vor 17 Jahren auch aus einem K. E.-Tag in Bonn der Lendenzparagraph formuliert wurde, der mit dem Bekenntnis zum deutsch enBaterlande beginnt und noch heute die Grundlage des K. C.-Gedankens bildet. Er führte aus, das; dieses Bekenntnis der zweitausendjährigen Verbundenheit des jüdischen Menschen mit d e m Deutscht u m a u s drücke, aus die gestützt d e r K. C. für die G l e i ch b e r e ch t i g u n g des jüdischen Deutschen ein tritt. Erfolgreich aber könne dieser Kampf nur geführt werden aus der Grundlage der gefestigter; iüdischen Persönlichkeit. Deshalb verlangt der K. E. von seinen Angehörigen Las Bekenntnis und die Treue zur jüdischen Religion. Auch unter neuen Nt"nbäsininVn wk">'de her K. E. im alten Geilte, in alter Tiiüvlin und Die Grüße des verhinderten Rektors der Bonner Universität überbrachte ein Mitglied des Universitatssenats: dessen Rede war durch die objektive Beurteilung der schwierigen Lage, in der sich heute die K. E.-Derbindung an der deutschen Hochschule befindet, besonders bemerkenswert. Ter Redner führte aus, daß er als Bor sitzend er des Ausschusses für Leibesübungen an der Bonner Universität zu seiner Freude häufig Gelegenheit gehabt habe, das Verständnis oer Donner K. C.er für die Bedeutung der Sportbewegung und ihr Interesse für den Sport kennenzulernen, und daß er auch verschiedene von ihnen wegen ihrer guten Leistungen habe auszeichnen können. Er sprach den Wunsch aus, daß die Bonner K. C.er aus diesen wie auf allen anderen Gebieten der Cemeinschastsaufgaben der Universität, trotz mancher ihnen in den Weg gelegten Schwierigkeiten*) weiter arbeiten und sich gegen jeden Uebergriff zur Wehr setzen mögen. Die Tatsache, daß hier einmal die Berechtigung des dem K.C. von seinen Gegnern aufge- . *) Die Bertreterversammlung Itt Bonner Studentenschaft hatten gerade tn oer vergangenen Woche den Versuch gemacht, die Bonner K. C.-Verüindung Rheno-Silesia bei einer allgemeinen studentischen Eefallencnscier zu boykottieren, wurde aber von der Ho .. ~ ' gewiesen. Hochschulbehörde in ihre Schranken auriWz \\) it nacnen A b w ehvkampfe § b o n b c tit o f f i 31« eilen Vertreter einer H 0 ch s ch u l b e h 0 r de anerkannt worden ist, verdient besonders hervorgehobeu zu ^^R.O-Ä. Tr. Eugen Strauß (Augsburg) wies darauf^hindaß eigenst i, in der deutsche.. ^- 0~- - . . . . m e i n s ch a f t , aus der sie verdrängt werden sollen. In diesem Kamps stehe der K. E. mit an erster und verantwortlichster Stelle der deustchen Judenheit. . . . . r Der K. C. will seinen Nachwuchs dazu erziehen, jüdische Inhalte in die deutsche Zukunft mrt hmausznncgmen. Ter Redner betonte darin, daß die decitschen Inden die gleiche Forderung erheben wie die Deutschen in der Welt, rrichl nach irbteir Ansnahmeerschcimmgen, sondern nach ihren besten Exponenten beurteilt zu werden. Er sprach die Hoffnung ans, daß die dcut'.e»;e Kulturkrise bald überwuuden wird, uud bei einer ^äuteruug der deutschen Kultur auch die Schlacken des Judenhasses versch'.vmdeu werden. Tie junge jüdische Generation, die sich 1914, trotz aller Kränkungen und Zurücksetzungen, bedingungslos in den Dienst des Vaterlandes gestellt habe, werde alte bitteren Erfahrungen ^der letzten Jahre vergessen, denn sie wisse Böses und Gutes auf dieser dentsen Eide mit gleicher Liebe zu ertragen. Ter Redner entwarf daun ein Bild des Erziehungsideals, das dein K. E. vorschwebt, und erläuterte cs zusammensassend dahin: der K. (?.- w olle bewußte Juden, freie D e u t s ch e u n b edle Menschen erziehen. . .. Jni Rainen der Donner jüdischen Gemeinde mib der ifibiltTjcri Organisationen dankte R.-A. Cohn (Bonn) in der Begrüßungsansprache dem K. C. für die Verdienste, die er sich um die Erziehung und Ertüchtigung der deutsch-jüdischen Jugend erworben habe. Ter nächste Tag brachte die eigentliche A r b e i t s t a g u u g. ans der wichtige und grundlegende Fragen der inneren Arbeit erörtert wurden. Ter geschäfisführende Ausschuß des K. E. winde neu gewählt. Vorsitzender ist Direktor D r. H 0 l l ä n d e r in Berlin. Tas folgende K. E. - S P 0 r t s e st war mit zahlreichen Meldungen und scharfen Kämpfen in den einzelnen Wettbewerben ein Zeichen für das Interesse, das dem Sport heute entgegeiigebracht (Fortsetzung des redaktionellen Teiles Seite 513.) - Einer der geistvollsten Glaubensgenossen und tapfersten Vorkämpfer war bekanntlich der unvergeßliche Br. Mk Norden. Seine weltberühmten, in fast alle Kultursprachen übersetzten, in Zehutausenden verbreiteten Bücher sollten daher im Besitz jedes Mitgliedes des E.-B. sein; sie bieten ungewöhnlichen Genuß. Ganz besonders die von Geist und Witz funkelnden und aufrüttelnden Hauptwerke: Die konventionellen Lügen der Kultur- Menschheit, 73.Tausend, gebunden M. 6,-paradoxe,Zl.Tausend,gebunden M. 6,-Biologie der Ethik. 25. Tousend, zeigt die Entstehung und das Zurgeltungkommen aller Siillichkeiisbegrige, hoch überraschend, gebunden M. 5,-Aer Krieg der Millionen, gebunden M. 3,50. postfreieZusendung bei Einsendung des Betrages auf Postscheckkonto. Nachnahme 20 pst teurer. Lei Bestellung aller vier Bücher, niemand wird die Bestellung bereuen, 5°/0 Nabait. Bestellen Sie noch heute bei der Versandbuchhandlung V. Elischer Nachfolger, Berlin W30. Gledilsrhstraße 29- und Leipzig, Salomonstraße 16 (Postscheckkonto Leipzig 225)4). A»lC*ni^e Anzeigen-Annahme Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Derlm L>V 19, Jerusalemer Straße 46-49 J S3ic§lau / Chemnitz / Dresden /Düsseldorf / Erfurt / Frankfurt a.M. / Halle(Saale) / Hamburq j Hannover / Karlsruhe / Köln a. Nv. ^Leipzig / Magdeburg / Mannheim / München / Nürnberg / Stettin / Stuttgart / Amsterdam / Barcelona / Basel / Budapest / Bukarest /"Prag f Warschau / Wien ' x>on de» a - Unfer Karlheinz ist eine Zierde der Quinta und besonders außerhalb der Schule von lebhafter Wißbegier erfüllt. Gestern überraschte er mich mit der Frage: „Vater, was ist Angulus—Ve—ha—g(n^^ (zicy. Er betonte das zweite Mort auf der Endsilbe. 3ch hatte keine Ahnung. Zwar gelteich im Familienkreise seit der Erfindung der Kreuzworträtsel als eine Art lebenden 5l'onversation§. lexikons, was zur Befestigung der väterlichen Llutorität beiträgt. Aber in diesem Falle muß ich dock) wohl ein ziemlich hilfloses Gesicht gemachl haben. Trotzdem wollte ich den sauer erworbenen Nimbus der 2lllwissenheit nicht gestört sehen. 5)atte ich doch alle Intelligenz- und Bildungs- Prüfungen, dle mein 5hcvc Sohn von Zeit zu Zeit mit mir aiuuftcÜen Pflegt, bisher ehrenvoll bestanden. . Ich begalln also zu dozieren: „Angulus^ heißt, wie du aus der Latemstunde wissen müßtest, ,der Winkel",-was ,Ve-ha-gLu" betrrsft, so ist das wahrscheinlich . . . (hier suchte ich im Zettelkasten meines Gedächtnisses krampfhaft nach ähnlichen Morten, wie Sanatogen, Laematogen, homogen usw.), also wahrscheinlich ein chemisches Präparat -- oder sollte es eine Aktiengesellschaft sein, die ihren Namen aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildet hat? Llebrigens, woher hast du das blödsinnige Wort?" ' ' 1 Umständlich kramte Karlheinz aus seiner Tasche einen Zeitungs- 'Wsschnitt hervor, worauf der niedliche Vers zu lesen war: ^Allen Menschen möcht' ich's sagen. Schafft euch Angulus-Behagen!", e m e y e r. Jetzt dämmerte es bei mir, denn aus dem Rhykhums ging hervor, daß wir das gute deutsche Wort ^Behagen" — Behaglichkeit vor uns hatten. „Behagen ist — so steht in meinem Lexikon — das seelische Lustgefühl, das durch körperliches Wohlbefinden und äußere Bequemlichkeit hervorgerufen wird." — Da hätten wir's. Neugierig geworden, beschloß ich, der Sache auf den Grund zu gehen. And da erfuhren wir, daß es sich um eine segensreiche Neuheit auf dem Gebiete der Volkswohlsahrt, um den Llngulus-Stiefel, handelt, der seinen Namen von der rechtwinkligen Konstruktion seiner Achsenstellung herleitet. Eine freundliche Dame im Edox-Schuhgeschäft wußte uns zu überreden, den Angulus-Schuh anzuziehen, und uns von der wohltuenden Bequemlichkeit dieser Fußbekleidung zu überzeugen. Dabei entdeckte ick mit Schrecken, daß^ auch die kindlichen Füße meines Sprößlings schon üble Folgen des bisherigen Schuhwerks, nämlich Neigung zu Zehenverkrünunung, auswiesen. Eine Erscheinung, auf die alle Eltern gewissenhaft achten sollten. Lluch er wußte schon, wo ihn der Schclh drückt und empfand daher die praktische Paßform des Angulus- Stiefels als Wohltat. Mir stolzen elastischen Schritten verließen wir den Laden. *.! r Jetzt wissen wir, was Angulus-Behagen ist. Llllerdings habe ich diese Neugier mit 3 Paar neuen Schuhen bezahlen müssen, denn mei::e Frau wollte selbstverständlich auch ein Paar eleganter und moderner Angulus.Schuhe haben. - Aber das Geld tut uns nicht leid. Das sparen wir schon an Lühneraugenmitteln,' l i\ «A f: - Li \