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Central-Verein-Zeitung · 1925-07-03 · 27 (3.7.1925) · p. Seite 478

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
27 (3.7.1925)
Date
1925-07-03
Page
Seite 478 (sequence 19)
Language
German
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478 gültige und jeder Beunruhigung gern aus dem Wege gehende Masse"' genannt werden, sondern auch die Festigkeit, mit der die unausgleichbaren Unterschiede betont werden. Keine Drücke sührt von der nationaljüdijchen Anschauung, die das Judentum säkularisiert und in ihm ein weltliches Gebilde erblickt, ein Volk wie jedes andere, dem die bisher noch fehlenden nationalen Attribute, Land und Sprache, gewonnen werden müssen, hinüber zur religiösen! Schroff steht der nationale Gedanke im Gegensatz zur Meinung der großen Mehr-, heit des deutschen Judentums, das nach Ueberzeugung und Gefühl in seinem Kultunvillen als Teil des deutschen Volkes gewertet sein will. Eine Diskussion über diese Verschiedenheiten lehnt Marx mit Recht ab. Sie ist unfruchtbar, da sie mit den Argumenten der Logik das Irrationale im Menschen ergründen und ändern will. Um so ausführlicher beschäftigt sich Marx. mit dem anderen jüdischen Gegner, dem „Verband n a t i o n a l d e u t s ch e r Juden". In diesen Blättern ist von ihm bisher wenig die Rede gewesen. Die unerquickliche Kampfesweise, mit der die Leitung des Verbandes jede sachliche Diskussion aus das persönliche Gebiet hinüberzuführen weiß, hat es verursacht, daß man nur ungern Zelt und Raum seinen Gedaukengängcu und ihrer Widerlegung opfert. Da aber nicht jeder dafür Verständnis hat, daß Schweigen und vornehme Zurückhaltung Zeichen der inneren Stärke sein können, ist cs ab und zu notwendig, sich mit dem nationaldeutschen Judentum zu befassen, und das besorgt Marx in ganz vorzüglicher Weise. Der große Vorteil seines Büchleins besteht darin, daß er nicht nur das naiionaldentsche Judentum bewertet, sondern das; eres beschreibt. Marx beherrscht die Literatur ganz ausgezeichnet, und so versteht er die Widersprüche und Seltsamkeiten, die logischen Jrrtümer und die für einen Juden so traurigen Gefühlsverirrungen in das rechte Licht zu ziehen. Wenn auch Marx die Duellen der Bewegung, sowohl die historischen wie die Psychologischen, nicht retische Bild der nationaldeutschen Anschauung klar und anschaulich heraus. Die Quellen der Partei, die so sehr mit der bewunderswerten Geschäftigkeit und Rührigkeit ihres Begründers stehen und fallen, daß man sie mit Recht nach ihm benennt, liegen teils in der Entwicklung des völkischen und teils in der des n a t i o n a l j ü d i s ch e n Gedankens? Tie Sicherheit, mit der völkische Kreise den Begriff des Deutschtlims mit dem der germanischen Abstammung und dem Abweisen nichtdeutscher Kultureinslüye verknüpften, erweckte jene Geistesrichtuug, die den Kamps durch Assimilation führt — Opposition par imitaiion lautet der Fachausdruck — und durch möglichst wertes Entgegenkommen dem Gegner den Wind aus den Segeln zu nehmen versucht. Ter Uebereifer jüngerer nationalistischer Kreise, die — völkischen Gcdankengüngen ganz assimiliert — beharrlich versicherten. der Jude dürfe leinen Einfluß und kaum eine Mitwirkung in der Verwirklichung deutschen Kulturwilleus begehren, tat dazu das seine, um eine Reaktion zu beschleunigen, dre genau so w'.e ihre Erreger in den Gefilden der äußersten Extreme wütet und wahre Orgien der Phrase feiert. Diese Reaktion ist die Raumann-Bewegung, die in der typischen Unsicherheit aller aus fremder Kraft genährten Strömungen sich über ihre eigene Schwäche und Haltlosigkeit durch möglichst' laut in die Welt hinausgeschriene Verunglimpfung ihrer Gegner hinwegzutäuschen versucht. Ebenso wie die völkische und nationaljüdische Partei schasst sie ihren eigenen Rationalbegriff. Deutscher ist in ihrem Sinne etwa, wer allem^Juter- und Uebernatioualismus fernsteht uud sich politisch im isinnc der früheren großdeutschen freikonservativen und nationalliberalen Gedankengänge betätigt. Ter Präsidentschaftskandidat Marx, der als Jen t rumsmann durch den Peterspfennig deutsches Nationalvermögen nach Nom zur Stärkung der päpstlichen Macht leiten hilft, ist im Sinne der Nationaldeutschen ebensowenig ein echter Deutscher wie der Jude, der zum Allsball Palästinas beiträgt! Diese GeistesverfafflUlg bedillgt, daß das nativnaldeutsche Judentum ebenso folgerichtig den weltulujasieilden jüdischen Gottesbegriff ummodelt und eine Art voll „deutschem Gott" zu fonftniiereu versucht, wie ja^aiich F r i t s ch den internationalen und verjndeten Ehristengott in ^inne eines deutschnationalistischen Wodauideals umgestaltet hat. Damit ist freilich gerechtfertigt, warlml es sich eigentlich llicht verlohrlt, Jid) mit der Raumann-Bewegung hu Ernst aliseinanderzusetzen. Sie ist nur relativ und darum ohne Talier, ihr fehlt jeder positive jüdische Wert, sie ist die Bewegung derer, denen die Welt ihr Judentum vorwirft, die aber nicht wißen, was Judentum ist, sondern lediglich sich allf möglichst wenig störende Weise mit einer bedauerlichen, aber unabänderlichen Tatsache abzufiudeu versuchen! Die nationaldeutschen Juden — und das ist das Tragische an einer Bewegung, die man sonst mit gutem Humor behandeln könnte — gehören in'Wahrheit zu jenen Kräften, die den Antisemitismus nur starten. Ihre theoretischen Erwägungen geben im Prinzip den Feinden des Judentums recht, und wenn sie — aus Gründen der Selbsterhaltung — in manchen Punkten andere Meinungen vertreten, so ist die Logik solcher Abweichung nicht zu verstehen. In zunehmendem Maße bcdierlen sich unsere Gegner der ihnen so bereitwillig dargebotenen Waffen, und insbesondere in der Ostjudenfrage ist dieser Einfluß oft spürbar gewesen. Die Aufdringlichkeit, mit der Rosige Hautfarbe, kräftige Entwicklung derBauchmuskuIatur, guter Appetit, grosse Gewichtszunahme und vor allem Wohlbehagen des Kindes sind nach ärztlicher Aussage die Folgen der Ernährung mit den Präparaten von Gehcimrat Prof. Dr. Biedert. WGiiM Kohlengrosshandlung Charlottenburg Telephon: Wilhelm 7111/12 [ Anthrazit J s Braunkohlen) [ Brennholz [ Brikettr"") s Gaskoks ) ft Grudekoks"') ( Presstorf ] fschmelzk'oks) [ Steinkohlen } Cagerplätze in verschiedenen Stadtgegenden J />k V? 1X\V ..A/V', finden durch die „(5.V.-Zeitung" eine sehr siocdmäfeifle Verbreitung. ^1 Detektiv Schubert, Pol'zeibeamter a.D..AÜrnberg, Tbercüen. ft reifee 16. erleiN diskrete öciralsalißküu'te. laRef. Hksse TÄn 2 3tiict-- 9 9 Tt>. 4,15,9 P f t>. rmeTafelk.4,15,9P'd.gelb. 1 or f m a r k k.4.15.9 P f d. du n. Ed Z-eNk. 7.20.9Pfd. dätt. 2niel!t'tlf.7,00, 9'|’ft>. biin. 3d)iuei;crfeitf. 9,25,9 'UfO. -Oolit. 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