Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 26 (26.6.1925)
- Date
- 1925-06-26
- Page
- Seite 459 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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459 bie Dekerschar, wenn er am Neujahr bie Bitte vortrug, deren Anfang in freier Uebersetznng Lautet: _ . . „Wie erglüht das bange verz nur, toll beginnen ich Gebet, Gnade flehend, wie der Arme harrend an der Pforte steht, Tein Erbarmen lasse walten, hennne Leines Urteils Lauf, Herr, sei dn mit meinem Worte, tue mir die Lippen ans!" R. Simon galt als Wundertäter. Und in der Tat: es war wunderbar, wie er wicrmüblkf) Vermögen und Einfluß einsetzte, geplante Verfolgungen zu vereiteln, den bereits Verfolgten von 1012 zu helfen, das Elend zu lindern und den Zwangstäuflingen den Nücktritt ins Judentum zu ennöglichen. meinen Lohn Elchanan machte die Lage zum Papst. Tie Inschrift eines dritten Lteins besagt schlicht: OUPiiV'?- nb vj>; > npf.TO-'J ATEV \X? >pJO HW DJ vVi ..Denkstein für imsc.rn Rabbiner R. Jakob. Sohn R. Jakars. für das Paradies entschlafen (so?) ijn Jahre [41S24 (— 10b!). Seine Seele ruhe im (jarten Eden!“ Lohn eines gelehrten Vaters, Schüler N. Eerschoms, unter dessen Leitung er zur ralmudischen Autorität heranreiste. luirf tc R. Jako b in Worms und daun in seiner Vaterstadt im Verein mit N. Elieser, dem Großen, als JNabbmer und Rektor der Hochschule. Zu seinen zahlreichen Lehn lern zählte N. L a l o m o n , Lohn Ifaks. gen. R a s c li i, ans u. rohes in der Champagne (1039—1105), der ihn in seinen weltberühmten Talmnderllärungen verehrungsvoll ..mein alter Lehrer" nennt. Ter Meister der Gesetzeskuude, R. Jakob, lebte in den bescheidensten Lebensverhältnissen, war ein Muster schlichter Frömmigkeit und demntsvollen Wandels. Mit ihm wirkte und lehrte zu gleicher Zeit R. Elieser der Große, auch Gaon (Erzellenz) genannt. Verwandter Simons d. Gr., der ihn erzog, Schüler 3t. Gerschoms. und Verfasser eines^ bedeutenden ethischen Werkes „Orebok ebajjim (Lebenspfade)". Leiner gedenken wir, wenn wir den Ltein betrachten, der seiner W i t w e Hanna, der Tochter Mar Joels, eignete. Sie starb April 1069. Ter Schluß der Inschrift drückt die Hoffnung aus: „Ihre Seele möge ru^ti unter dem Baum des ewigen Lebens!" Vom Grabe eines Märtyrers, namens ^imson, Sohn Menachems - ha - Levi, der am Hütteuseste ' 1387 wegen seiner Glauben-treue erschlagen wurde, stammt ein gut erhaltener Lkeiu. Zwei weitere Gedenksteine sichern das Andenken g e l e h r r e r I ü n g l i n g e. Einer derselben, 3t. Meir, Lohn R. Isars von Nordhausen (gest. 14. Lebet 1370), war 1305 mit seinem Großvater nach Mainz gekommen. Ties ergibt sich aus der Urkunde vom 13. Juni 1305, laut welcher „Bürgerst/ 0\ 7l‘.' rrAirm;y3~)D)>ifu H „Frau Hanna . die hochbetapre. Tochter Mar Joels ha-Levi, Witwe unseres Lehrers R. Elieser. gestochen Dienstag, den 20. Nissan (April) 84? (-■ IO.'jO). Ihre Seele ruhe untmdem Baume des Lebens!“ meister und Rat der Stadt Meutze bekennen, daß sie „3Neister Jakob, den Juden Raby von NordHusen und Volde, sin Hausfrauwe und sin zweeu Sone, Maufmauu und Liebmaun und ire Haus'ranwe, Mehere, sin Enckeln . . . zu Judden und Bürgern . . . aus vier Jahre anfgeuommeu haben." — 1430 ist der zweite Jüngling. 911 ote, Sohn Elias, verschieden. Sechs Grabsteine von 134 0 bis 14 00 verewigen dies!amen Guta, Gntlin, Jiska SPrinz l-stosemnucn von Esperauza oder Spereutia), Schöna und Edlin. Ein Bruchstück aus dem 11. Jahrhundert zeigt den 'Namen Jakar. vielleicht des Baters N. Jakobs ss. o.), an. Als die Wissenschaft die Barbarei überwunden hatte, um mit den Worten Leopold Zuuz' zu sprechen, erkannten zuerst christliche und später indische Forscher die Bedeutung des Steinmaterials für Geschichte und Literatur, für Schristkunde, Statistik, Namenkunde. Gemeinde- und Familiengeschichte, und manches Bedeutsame ist bis heute gewonnen worden. Tie Vergangenheit des alten jüdischen 'Mainz gewöhn einen Einblick in eine Gemeinde, deren Mitglieder sich durch religiöses Wissen, F r ö m m i q f c i t nnd Bürgersleiß auszeichuetcu. Seine weltberühmten geistigen Führer, die Leiter seiner Hochschulen, wirkten durch Gesetzesknnde bis auf die Gegenwart/ Sie ererschlossen die Nührqnellen für die in den Verfolgungszeiten bewährte Glaubenstreue, für Standhaftigkeit und heldenmütige Todesverachtung, die am Grabe noch die Hoffnung auspflanzte. Tas Andenken der Märtyrer ist deshalb auch zum S e g e n geblieben bis auf die Gegenwart. in der Verkennung und Haß die zu erwartende Erstarkung des Vaterlandes gefährden. Gestärkt für unseren -stampf ums Recht sprechen wir — nicht als Schntzjuden, sondern als deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens — vertrauensvoll: „Gelobt fei Gott, der die Zeiten ändert!" Älleinige £ rze ig en -Annahme Rudolf Messe, Anzeig en- Annahme für säsntl, Zeitungen Deatscb.l &Td7^i n d d e 3 A u s Tan d j Berlin SW 19, $eunaiemcr Llrafie 46-42 BreSlan Chemnitz - Tresden - Tüncwors? Eriurt! Frairksnrl a. Nh > Halle / Hamlmm; Äuumooec / Karl-5ri,he / Köln a. 3tfj. | gei;»v4 1 Magdeburg ' Mannheim! 9)initd'n: / sj«itri;b:ra ‘ Stettin / 2tm\;act / Smftevöam / ihtvcoloua I Sa»e( } 33 u bauert / Bukarest / pra.t i Wersch tu j Wien f Zürich. | Jeder Hörer des Vortragszyklus von Nöliing „Das Problem einer nationalen Kultur“ muss diese Abhandlung lesen• Philo Verlag und Buchhandlung, Berlin SW 60 Lindenstrasse 13. Dönhoff 3594. Eine Auseinandersetzung mit Nöliing und Spengler« Preis 1,50 Mark. AVI/y die Haufnahrunß