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Central-Verein-Zeitung · 1925-06-26 · 26 (26.6.1925) · p. Seite 460

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
26 (26.6.1925)
Date
1925-06-26
Page
Seite 460 (sequence 31)
Language
German
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< t? N 460 Jüdische Altertümer m Worms und Speper. Bo^ S. Rothschild (Worms). Tie vielen Reisenden, die Worms jahraus, jahrein besuchen, sind oft enttäuscht darüber, weil sie anstatt in einer alten, in einer ganz modernen Stadt sich befinden. Doch kommt der „Alwrtnmsfremib" immerhin auch im modernen War ins ans seine Rechnung. Tie Stadt hat noch bedeutende Denkmäler ans aller Zeit aufznweisen, und zu diesen gehören besonders die der jüdischen Gemeinde. Ta ist vor allem die 1034 in der Jndengasie erbaute Synagoge mit ihren prächtigen Säulen, den Messinglenchtern, der großen Menorah, denn Almemor und Tyorarolle von Maharam Rothenburg. Tie 1213 erbcmre Frauensynagoge befindet sich neben der der Männer. Air die Synagoge angebam ist dle lerbaute, vielleicht auch erneuerte R a s ch i k a p e l l e; zlim Andenken an den großen Gelehrten Naschi hat die Stadt vor nicht langer Zeit in der Rahe der Synagoge dae -K a s ci) itor errichtet. Wenige Schritte von der Raschikapelle entfernt , befindet sich das im 11. Jahrhundert erbaute grauen b a d. Tie jüdische Genwinde besitzt außerdem noch andere wertvolle Altertümer. Bor allem die 11 a i f c r b r i e f c, auf Pergament geschrieben, mit großen Siegeln versehen, und zwar von Rail V. 1544, Mathias. Leopold, Joseph I., starl VI.. starl VH., Franz Joseph II., sie enthalten meistens die Bestätigung der von Heinrich IV. (1056--110G) den^Jnden gewährten Privilegien. Nachdem so vieles Wertvolle vom y n a g o g e n s p e i ch e r gestohlen oder dort zugrunde ging, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß der jeweilige erste Vorsteher die staisernrknnden in seiner Behausung aufbewahn hatte. Zum ferneren Besitz der Gemeinde gehören prächtige Vorhänge aus alter Zeit, 600 20 i in p e l n voll 1570 bis 1.^40, darniuter von der berühlliten Familie O P P e n I) c i m und 20 er tfjcim er (Samson 20cl.theimer, Hossaktor des Kaisers Leopold); ein Ri achso r mit prächtigen Vialereien, Initialen aus beut Jahre 1272, Gebetbücher von 1450 bi§_ 15<X>, AI inhag - und M e in o x b ü d) e r (1586, lt>30 nnH 1704), M achfor - R i s s i m b ü ch e r . verfaßt von J u spa schäme sch, von 1767 und 1771, zwei hervorragend schöne Beschneidnngsstühle von 1717, alte Urkunden (Einnahme mld Ausgabe, Schutz- und Geleitbriefe), das „g e ü n e B u ch", mit wichtigen Aufzeichnungen (1563,. kostbare Th o rasch mucke, zwei Decher der Chesrotz Geillilas. Ehasadim aus den Jahren 1609 und 1710: als Erinnerung an den letzten Judenbischos das Bild von Michael Gernsheim, gestorben 1792, in seinem Ornate. Ein großer Teil dieser Gegenstände ist in dem seit einigen Monaten gegründeten Iüdi s ch e n M u s e u m untergebraeht. Bon der Synagoge enif« rnt ist der Friedhof, in der Nähe seines Altersgenossen, des Tome s. Wir finden hier eine große Anzahl Grabsteine aus dem 11. Jahrhundert: besonders hervorzuheben sind die Grabsteine der z w ö l s 2* o r st eher (1096), des M a - Haram 2il othe n b u r g 1307, und seines Vaters D a r u ch 1275. M a h a r i l 1427, der Familie Bacharach, Elia Lorenz, 1636, I u s P a schäme sch, Spitz. Mandel R o t s ch i l d ,?R o s e s Brod, Eisik Adler, 2-ater des verstorbenen T. Adler (New Lorl). Reicht so zahlreich wie in Worms sind die Altertümer der jüdischen Gemeinde in Speyer, die ans ihrem langen Leidenswege mit der Wormser jüdischen Gemeinde eng verbllllden war. Mein Freund. A b r. Epstein (20 i e n), der im Jahre 1890 sich längere Zeit in Speyer behufs historischer Studien ausgehalten, erwähnt in seiner Schrift „I n d i s ch e s A l t e r t u m i n 20 o r m s u n d <cpc y e r" das Folgende: „Speyer hat im allgemeinen nur wellig alle Bandenkmäler allfzllweisen. Die schrecklichen Verheerungen, welchen die Stadt zu wiederholten Malen preis-gegeben war, vernichtclcn die alten Gebäude. Tie jüdischen Bauteil hatten überdies bei deil Verfolgungen der Juden uild nach deren Vertreibung viel zu leiden. Tie Synagoge wurde schon 1195 verbrannt. Tie Grabsteine des alten Friedhofes wurden 1349zuc Erbauung voll Türmen nndAnsbenerungen der Stadtmauer verwendet; 1353 lvnrde der Friedhof umgeackert mld mit storn besät, .stein Wunder, daß von den jüdischen Altertümern in Speyer sich nur geringe Spuren erhalten haben. Nur das „Judenbad", weil unterirdisch, ist gut konserviert und legt von der Bantäligkeit der Inden im 11. Jahrhundert Zeugnis ab. Von der Synagoge sind nur noch drei Wände vorhanden. Von den Grabsteinen - haben sich bloß 13 Stück erhallen, der älteste ist vorn Jahre 1145. Alle übrigen wurden zll ^Oanton verwendet." Ter Mangel an Tenkmälern wird durch viele Urkunde n ersetzt, die jedenfalls im Besitze der Stadt, des Staates oder des bischöflichen Ordinariats sich befinden, unb bei deren Studium Epstein vorl -Hcftor Ohlenschläger und Regiernugsassesior Berthold unterstützt lvnrde. B.. Berlin An-eigent. j Familien-Anzeigen j | gehören in die „C. V.-Zeitung“. j x Zuverlässige IVIiich bei grösster Hitze und Tropenklima. / , \ - \ Tmi71 Dose M. 1,50 in Apotheken und Drogerien, r-igt ' '/ Ausführliche Schriften völlig unverbindlich llcDWHX. / und frei direkt durch X——DetlscheMüchwerke A.-G.tZ*'ingen&erg(Hes$en). I C?ßMSiOu©B,sß@0)fyiraii \ \ schlechte Skriuur.ng und Nypefälongkeit beheben. H ES O Jr* O JE? JLd Z3L T 2 es geschXt AbsührpMen. Cie wüten milde, prompt und angenehm. 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