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Central-Verein-Zeitung · 1925-05-15 · 20 (15.5.1925) · p. Seite 354

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
20 (15.5.1925)
Date
1925-05-15
Page
Seite 354 (sequence 11)
Language
German
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3M Zur Meösrbrlebung -sr hebrmßhsn Sprüche in Palästina. Mn Ephraim Cohn Rc-H, vormals Dircitor der Lchranstalten - heA HilssvereinZ Uz deutschen Juden in -i>da|iinn. IL Bei der Feststellung des überragenden Anteils, den der Hrlfsverein der'deutschen Juden an dein Werk der Wiedergestaltung der hebräischen '^Pr a ch e zu einer Lebenden in Palästina*) genommen null.soll nicht die parallele und ergänzende Arbeit anderer Organffalronen und Institute übergangen werden. „ r „ „„ , Dis Cbovevc Zion (Freunde Atons) :n Odessa haben es unternommen. gemeinschaftlich mit der Alliance Isra^lite in Paris aus einet Wistotzch-SLislung eine hebräische Knabenschule in Jaffa zu unterhalten. Dieser Versuch ist seinerzeit mißglückt. Indexen konnte 1906 eine wirksame Arbeit seitens der Cliovevc Zions wieder ein* sehen, irrdem sie ihre bereits bestehende Mädchenschule in Jaffa erfolgreich ausgebaut haben. _ Erna Ergänzung aus Deutschland fand das Schulmerk des Hilfsvereins Lurch eine moderne Talmud- Thora - Schule in Jaffa, einige Talmud-Thora-Schulen seitens der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums Ln Frankfurt a. M., insbesondere einer _ solchen in der Kolonie Peiacli Tikvah bei Jaffa (Nczach-Israel). Die Unterrichtsanstalt in Jaffa und oie größere in Peraell TikvaL, ssr. einander und vom Hilssderein unabhängig, wurden nach den gleichen Richtlinien, wie sie vom Hilssverein für diese Schulgattnng festgesetzt und gehandhabt wurden, geführt und haben erzieherische Werte hinterlassen. 1903 begründete Dr. Nattman Cohn ohne jede Ostentation ein hebräisches Gymnasium, ebenfalls in Jaffa. Durch eine Schenkung Jakob Mosers, dessen ursprüngliche Heimat Schleswig- Holstein war, erhielt die Anstalt ihre erste materielle Basis. Die starte Betonung des nationalen Charakters irr der Folgezeit, worin das Gymnasium selbst gegen die Ehoveve-Zions-Schule ab stach, fand Lei der einheimischen Bevölkerung keinen Anklang. In Len ersten Jahren hatte das Gymnasium mehr Schülerinnen als Schüler und mehr Zöglinge aus Rußland als aus Jaffa selbst. Erst durch die wachsende Bautätigkeit in Lel-Aviv und den steigenden Zuzug wohlhabender Familien aus Rußland konnte das Gymnasium den Kostenaufwand rechtfertigen. Eine Tochieranstakt des * Jaffa er Gymnasiums in Jerusalem nahm eine sehr langsame Entwicklung. Jaffa zählte auch 1906 nur 3000 jüdische Seelen, die infolge der fortgesetzten Ein- und Abwanderung nicht einmal bodenständig waren. Jerusalem Halle dagegen damals bereits ' über 35 600 Seelen. Jaffa bot aber ein dankbares Feld für moderne Schulen, nicht so der steinige Boden Jerusalems, sobald es sich um Aschkenasim handelte und um die Erziehung der männlichen Jugend. Den Boden Jerusalems für moderne Bildung nach den Bedürfnissen des praktischen Lebens in Palästina und ebenso für ein lebendiges Hebräisch urbar zu machen, war der Lämel-Schule Vorbehalten, welche sich als wichtiges Glied dem umfassenden Schulwerk des Hilfsvereins einrcihte. Mit der Geschichte der Lamel-Schule find zwei Namen besonders eng verknüpft'. Ludwig Zkugust Frankl (Wien) und Rabbiner Dr. Markus Horoviß (Frankfurt m M.st Wie lebhaft in Jerusalem noch selbst im Jahre 1901 gegen das Hebräische als nationales Instrument Stellung genommen wurde, wird om besten durch folgende Tatsache illustriert. Königin Viktoria von England war 1901 gestorben, und in der Hauptsynagoge der Aschkenasim, welche unter englischem Schutz stand, sollte auf Ansuchen eines Neffen Montesioros eine Trauerseier abgehalten werden, zu welcher nicht nur die Spitzen aller Gemeinden, sondern auch der englische Konsul und die nichtjüdische englische Kolonie eingeladen werden sollten. Oberrabbiner Samuel Sa laut ersuchte wich,. die Trauerrede in englischer Sprache zu halten. Ich willigte ein, jedoch unter der Bedingung, ihr eine hebräische Ansprache vorangehen zu lassen. Ter weltkluge und sonst tolerante grelle Oberrabbmer hatte aber gerade gegen eine hebräische Ansprache Bedenken und konzedierte sie schließlich nur als ein Entgegenkommen, das mir persönlich galt. Es war zum ersten Male, daß in der offiziellen Synagoge der Aschkenasim. der Synagoge des Rabbi Jeliima Kacliassid. so benannt nach Rabbi Jeluida Hachassid aus ftr*r«!fUrt am Main, der Ende des siebenten Jahrhunderts nach Jerusalem eingewandert war und segensreich als Gemeindevorsteher wirkte, eine hebräische Ansprache gehalten wurde. Ebne schnelle Entwicklung nahm die Popularisierung des Hebräifallen, welches \m hohen Grabe kulturell und vereinigend wirkte, erst durch das Schulwerk des Hilfsvereins der deutschen Juden, welHes nach kurzer ^Zeit vom Jahre 1902 an in Jerusalem allein durcy zworf 11nicrnerj 1 §artitaHen aller Gattungen vertrete war . Ber der Begründung des Lehrerseminars und des KinderaärinennnenfesTunat§ wurden Gehaltssätze für di- Abiturienten dieser Anpalten naaj Maßgabe europäischer Bicrmalfhifen fcstgelegt. Dicke Maßuahme hat im besonderen Maste der jüdischen Bevölkerung in Palchtrna dre Geltung des hebräischen Lehrers und der r?1 * 2? j *1 Lehrerin veranschaulicht. Während früber das ^deal der Schüler eme Fortbildung m der Ecole normale in Paris ^Dem U-Qtttjcunrtar der Alliance Is?a41ite) oder in entsprechenden «LMb ««.BWW Anstalten in Deutschland war. wurde jetzt bei Ettern und Schülern die Erkenntnis wach, das) die gleiche Bernfswertichätzung, das gleiche materielle Ziel in Palästina selbst zu erreichen \ci. Der Vollständigkeit halber soll nicht unerwähnt bleiben. daß die gut geleitete englische E v c! i n a - d e - N ot h s ch i l d - Ä ü d ch e n - schule in Jerusalem, die LGA-Schntcn in den Kolonien und bis zu einem gewissen Umfange auch die Allianee-schule ihren hebräischen Lehrplan im Lause der Ja!)re bedeutend erweitert haben. Es »nar sogar von den Direktoren der Alliance-Schulen in Aussicht genommen worden, für den hebräisch-religiösen linier viel] t Allst lvenlln des Lehrerseminars des Hilfsvereins unter den gleichen Bedingungen anzustellen, wie sie für die Lehrer aus der Ecole normale galten. Einer neuen Periode gehören die schulen an, welche die zionistische Organisation 191-1 gegründet hat. Diese Schicken standen vor und während des Krieges im Zeichen des ^treUes gegen die Läffsvereinslchulen wegen der Frage der Unterrichtssprache am Techuckam in Haifa. Ihre Konsolidierung erhielten sie crfl nach dem Erlege. preußischrr LauöLsvLröanö. Z u s a m m c n t t i 1t am 21. I rr n i. Plenarsitzungen des Preußischen Landesverbandes irdischer Synagogen ge mein den sollen satzungsgemäß nur ein:un! t m Jahre stattsinden. Tie Vorbereitungen dieser erneu Tagung erfordern ganz besondere Sorgfalt, um ein eripriehliches Arbeiten zu sichern. JnsL^sondere ist die Frage der Ausstellung des Etats von maßgebender B-edeutung. Denn die Feststellung der Umlaarquote. die aus die einzelnen Gemeinden nach Maßgabe ihrer Reich 2ernkommensteuer verteilt wird, ist von ihm abhängig. Hieckür müssen die Unterlagen ans sämtlichen Gemeinden festgestellt worden. Eine der wichtigsten und dringendsten Aufgaben dos Landesverbandes ist weiter die Unterstützung der Leistung»- schwachen Gemeinden, die zum Teil schon zusannnengebrochen sind, zum Teil zusammenbrechou muffen. wenn ihnen nicht vom Lundebverband Hilfe wird. Hierbei ist z c \i l o \ c K lar - ste (lung der Verhältnisse in den Gemeinden Er - fordernis. Nur aus dieser 6runMaac lassen sich organisatorische Maßnahmen durchführen, die allein die geistliche und untorrichTucho Versorgung aller Gemeinden ermö-olichen^ nur so können Grundsätze dafür ausgestellt worden, bis zu welchem Grade den Gemeinden erhöhte Opfer zugemniet werden können, und rnelchr- Leistungen der Verband darznöieten hat. Als Tagungsort ist das ebemckiar Herrenhaus in Berlin, als Zeitpunkt Sonntag, der LI., oder Montag, der 22. Juni, in Aussicht genommen. Eins neue TakmuLübschLtzuNg. D-er Talmud wird heute noehr de-nn je von Leuten, die nichts davon verstehen, nn Munde aeÄhrt. Für Uxk ist der Talmud ficdj die jüdische Gehennllchre, aus der sie olle Lchllochli-gkeit-en, die sie den Juden anhüngen. heranslesen wollen. Die beste Verteidigung des Talmuds rst seine Kenntnis. Wer den Talmud kennt, wird die Lügenmärchen nicht glauben, die über ihn verbreitet werden. Jüan sind ja allerdings mehr oder weniger umfangreiche^Teile des Takini-ds bereits ins Deutsche oder eine andere moderne Sprache überlebt. Aber selbst eine Uebersetzung ist nicht ohne weiteres verj-ändlich r-ud erfordert noch tieferes Eindringen in die Materie. Lun diese Sc-pvierigkeit einigermaßen zu beheben, hat Jakob F r 2 in e r in der vorliegenden Auswahlübersetzuug*) solaonde Methode angewandt: Er schickt jeder von ihm übersetzten Stolle ein erklärendes BosoraL voraus, worin er Jnbalt und Zuftlnrn^ens-ang au dieser Stelle crläustrt. Die Auswahl Iromers erstreckt sich über sünszohn Tralta'.e, die für den rnoderu.en Leser von besonderem Internste sind. Gr gibt nun von jedem dieser Traktate in der %*qü zunächst die ersten Seilen und daun noch andere wichtige Partien. Aus diese SEelse ge-oiu.ut der Leser immerhin einen gewissen Einblick in die 'Art der t a l m u d i s ch e n Diskussion. Neben dem rein gesetzlichen Teil, der HaLacha. enthält der Talmud aber auch viele Bestandteile erzählenden Inhalts, in dem die Ethik und Moral zu ihrem Recht kommt. Auch von diesem, dem agadischui Bestandteil des Talmuds, gibt Fromm charakteristische Proben. — An der Spitze seines Buches stellt er eine Ucbersetzung ai?s den Prrle 2lbot. jener Epruchsammlung, die ein so treues Bild der rnoralischon Anschauung der Talmudlehrer gibt. Diese Uebcrictzuug ist allerdings keine wörtliche, sondern sie gibt die Sprüche noch Materien geordnet wieder. In einem kurzen Nachwort sogt Fromer das wichtigste zum Verständnis des Talmuds. Cstne Ergänzung zu diesern Werk ist das im gleichen Verlag erschienene Büchlein „Legenden ans dem Tal m u d". Es ist dies eine Sammlung von agadischsu Stücken, die von Jakob Fromer dem Talmud nachgsdichket find/ Manne! Schnitzer hat dazu eine Anzahl talmudischer Sagen und Märchen beigesteuert. Die'beiden Verfasser geben hier ein anschauliches Bild jenes Poetischen Teils des^ Talmuds, der Agava. Das Bändchen ist geschmückt mit Feder- Zeichnungen von Nndi Lesser imd einer Radierung von Hermann Struck. Wenn diese Bücher auch ein ernaeheuderes Studium des Talmuds nicht ersetzen, so geben sie doch immerhin dem Laion einen Einblick in dieses vnchw-greiche Schrrsckum. I. B. *) Drr Babylonische Z'iUr.nb, UScrtragca rrn.d «cTauicri ucn <?ceiner, Md <x» im ws

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