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Central-Verein-Zeitung · 1925-05-15 · 20 (15.5.1925) · p. Seite 351

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
20 (15.5.1925)
Date
1925-05-15
Page
Seite 351 (sequence 5)
Language
German
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351 hinKenburgs CkössleisLung.?lid)t einer Konfession - nicht einer Partei. Reichspräsident v. Hindenburg hat am 12. Mai den Gib auf die Weimarer Verfassung vor Reichstag und Netchsrcgierung geleistet. Gleichzeitig hat er auS 'Anlaß der Amtsübernahme eine Kundgebung an das deutsche Volk erlassen, in der er sich zu Verfassung und Vvlkssiaat bekennt. In dieser Kundgebung heißt cs: Getreu dem von mir geleisteten Eide will ich alle meine Kräfte d a r a n s e tz e n , dem Wohl des deutschen Volkes zu dienen, die Verfassung und die Gesetze zu wahren, Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben. In dieser feierlich-ernsten Stunde rufe ich unser ganzes deutsches Volk zur Mitarbeit auf. Mein Amt rinD tuet» Streben gehören nicht cjjjcih einzelnen Stande, nicht cinc'.n Slarnm oder einer Konfession, nicht einer Partei, sondern dem gesäurten durch hartes Schicksal verbundenen deutschen Volke in allen seinen Gliedern. In seiner Rede vor dem Reichstag bekräftigt der Präsident, daß er sich auf di- Versasiung durch sein „Manneswort seierlich verpflichtet habe". Bei einem Hiudenburg weiß man, daß er den Erd, den er geleistet hat, auch halten wird. Nicht um seinetwillen, sondern weil manche seiner H i n t e r m ä n n e r vergessen konnten, waZ Hindenburg gestern mit seierlichem Eide bekräftigt hat, halten wir diesen AuSspruch hier fest. -v Der Einzug öurchs HranöLnöurgLr Tor. Zur GeschichteeinesZiLaLs. Ms Rathenau am 9. Februar 1922 zum zweiten Male zum Außenminister ernannt wurde, hatte der Geschäftsführer des Deutschen Schutz- und Lrutzbundes nichts Eiligeres zu Lun, als an den Reichspräsidenten und an den Reichskanzler ein Telegramm zu richten: „Der Lundesvorstand, dessen Mitglieder aus allen Teilen Deutschlands versannnelt sind, erhebt scharfen Einspruch gegen die Wiederkehr Walther RaLhenaus in die Reichsregierung. Ein Mann, der zu Beginn des Krieges nach seinem eigenen Eingeständnis erklärt hat. die Weltgeschichte hätte ihren Sinn verloren, wenn Deutschland siegen würde, ist unter keinen Ilmständen berufen, bei der Führung der Geschäfte des deutschen Volkes mitzuwirken." In einem Schreiben an den Vorsitzenden der Deutschen demokratischen Partei in Rexiugen, Hauptkehrer Spatz, hat der Außenminister Rathenau sofort gegen eine solche Auslegung seiner Worte Stellung genommen. Er schreibt: „Der von Ihnen zitierte Satz: .Wenn Deutschland siegen würde, Hütte die Weltgeschichte ihren Sinn verloren', ist das Produkt einer bewußten F L l s ch u n g. Der authentische Sah findet sich in der kleinen Schrist^,Der Kaiser", von der ich einen Abdruck beifüge, aus ^eite 28; er betrifft eine Voraussage, die ich im Jahre 1914 gemacht habe, und lautet wie folgt: ,Rie wird der Augenblick kornmen, wo der Kaiser als Sieger der Welt mit seinen Paladinen auf weißen Rossen durchs Brandenburger Tor zieht. An diesem Tage hätte die Weltgeschichte ihren Sinnverloren. Nein! . Nicht einer der Großen, die in diesen $t x i c c\ ziehen (von uns gesperrt. Echriftltg.), wird diesen Krieg überdauern/ Daß dieser Sah sich lediglich mrf die Aussichtslosigkeit der damaligen Führer^ den Krieg zu gewinnen, bezieht, geht aus folgendem Satz hervor: Moltke stürzte und starb, Falken Hayn, Bethmann, Jagow. Tirpih stürzten, im lebten Jahre. Uhu nur der Kaiser übrig und zum Schluß stürzte auch er/' Als zum erstenmal eine Entstellung meiner Ausführungen in der Prepe erschien, schrieb mir ein befreundeter SJiann, der 'im Kriege eine hohe und verantwortliche Stellung im Kriegsministerium beckeidet hatte, er erinnere sich genau meiner Aeußeruna und er könne auf seinen Eid jederzeit bezeugen, daß sie in dem'Sinne zii verstehen fei, den ich soeben dargelegt habe." o bie*cr Richtigstellung ging die Planmäßige Hebe der cheutfchvölu scheu gegen Rathenau weiter, bis er im Juni 1922 als ihr Opfer siel. An diese Vorkommnisse, die wir in einer der ersten Nummern mckerer neubegründeteu „E.V.-Zeitung" beleuchteten, werden wir erinnert durch erne Kritik des Buches „Die Vergiftung des keifte» vor: Gustav B ü f ch e r (Verlag GrickU-Buchhandlung in Zürich 192-1), die in der Nummer 2 der „Uebersee". Z e it j ch v ist .des H a u P t v e r b a n d e s deutscher See - vereine im Ausland und des K r i e g e r d a n t e s der A u s l a n d s d e u t s ch c n . e r s ch i e n e n i st. Wir glauben mckst fehl zu gehen mit der'Annahme, daß der Leiter dieser Zeitung, der Geh. Admiralitätsrat a. D. P. K o ch, die 5lritik selbst geschrieben hat. Nachdem Admiralitätsrat Koch sich nach verschiedenen Richtungen mit L fi f <h e r auseinandergesetzt hat, kommt er zum zu folgender Bemerkung: „Dennoch hat Büscher in eine m recht: (M a n w a g t n i eg t a u » 3 li b c n 1 c n, w a s g e i o in m e n w ärc , w ä r e l - Helm II. siegreich durchs Brandenburger Tor h e i m k e h r t.) T a S jagen 'cst^ vo ir, die wir an 11 g a n z e m Herzen no ch Bll onnrchi st e n s i u d. Eine v - solgrei ch^e r K r i c g, dessen Erfolg der Kaiser und die um ihn für sich in Einspruch genommen hätten, wäre für Deutschland ein schweres Unglück g e w c s e n." (Bon uns gesperrt. Schristltg.) So äußert sich der Geh. Admiralitätsrat a. T. P. Koch gegenwärtig, der sich selbst „als überzeugten Monarchisten vom Scheitel bis zur Sohle" nennt. Um so widerwärtiger muß die damalige Hetze gegen einen Alaun wir Rathemm erscheinen, der das B-este für lms deutsche Vaterland wollte, und vor drei Jahren frühzeitig ins Grab sinken mußte. .... / w' Tr. Julius Roth H olz. Dis hsörmfche DSnkmslsrttschmft. Ebne treffen de A n twvr t.;^ Die Ortsgruppe München des Reichsbuudes jüdischer Frontsoldaten, hatte, wie der „Schild" in Nr. 9 vom 1. Mai beruaget, das bekannte Buch über die jüdischen Flieger im Kriege von Tr.F.THeil- Haber auch an Generalleutnant a. D. H eine m a n n übermittelt. Sie erhielt darauf folgende Antwort:. „Euer Hochwohlacboren danke ich verbindlichst für das gütig!t übersandte Buch „Jüdische Flieger im Weltkrieg". Ich werde davon mit Jnteresie Kenntnis nehmen und sicherlich bestätigt finden, dag; es Juden gegeben hat und noch gibt, die — wie die hebräische Inschrift des jüngst enthüllten Denkmals lauten soll — für I u das Größe gestorben sind bzw. zu sterben wißen." Die Münchener Ortsgruppe des N. j. F. teilte darauf dem Generalleutnant a. D. Heinemann mit: „-, daß der deutsche Sinn der hebräischen Inschrift auf dom fraglichen Denkmal folgender ist: „Seine Seele sei eingebettet in das ewige Leben" und daß dieser Text sich in seiner Formulierung an den Bibelvers 1. Sam. 25, 29 anlehut. Dieser Text, der aus fast sämtlichen jüdischen Grabdenkmälern zu finden ist, entspricht vollkommen dem auf christlichen Grabdenkmälern zu sindcr-den R. I. P. W c n n der Sinn des Schreibens E w. Exzellenz der sein sollte, die Liebe unserer gefallenen Kameraden und die der überlebenden Juden zum deutschen Vaterland anzuzw eife ln , so mii ß t e n w i r einen solchen A n g r i f f auf das entschiedenste z ll rückweise n." Daß die Ortsgruppe auf ihr aufklürendcs Schreiben keine Antwort erhielt, ist auch eine Antwort, SpnügogsKschüKsLlKg in Schlschmr. Die Täter e r m 111 c 11. In der Nacht vom 5. Mai wurden iu Schlochau 12 Scheiben des Teurpelö dorr völkischen Rowdies, die iu K alda u, einem Vorort von Schlochau, wohnen, eingoschlagen. Die Bande kam von einer Wahlsiegseier und wollte nach Kaldau zurück, dabei führte ihr Weg sie am Tempel vorüber. Das veranlaßto einige von ihnen zu jttderrsciudlichcn Ausschreitungen, die sich biö zu SLeirrwürserr gegen die Fensterscheiben der Synagoge steigerten. In der Dunkelheit verschwanden die Helden zwar, da man aber genau wußte, in welcher Kneipe sich die Kaldauer ansgehalten hatten und wer von ihnen nur in Frage kommen konnte, führte die Ermittlung der Tater schnell zu Feststellungen. Vernehmungen der Beschuldigten und Zeugen haben bereits stattgesunden. Die Akten sind schon bei der Staatsanwaltschaft in Schneidcmühl, und die strenge Bestrafung wird hoffentlich bald folgen.

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