Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 19 (8.5.1925)
- Date
- 1925-05-08
- Page
- Seite 332 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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332 aus dem Schulchan Aruch Ijiiiccineicn und Z/üstuu.g verlangt hab-o. Mit N a chweisung einer solchen, erweislich unrichtig übersetzten Stelle hat der SU ä $ c r diejenige Handlung vollbracht, für welche der Beklagte die Summe von 10000 Mark als Belohnung ausgesetzt hatte.! Gleichzeitig war irrfolg-edessen die Verpflichtung des Beklagten zur Auszahlung der zugesagten Summe fällig geworden und der Beklagte konnte den Eintritt dieses Erfolges nicht dadurch verhindern, daß er seine Verpflichtung zur Zahlung bestritt, wahrend ihm doch der wahre Sinn der im „Handbuch dev Andensrage" sinnwidrig gekürzten Stelle ganz wohl bekannt war. (Vgl. die bereits angezogene Stelle in „Der falsche Gott" Seite 99.) Die Mahnung des Klägers hatte also den Verzug des Beklagten zur Folge und das Auswertungsverlangen des Klagers ist sonach gerechtfertigt; aus dem Gesichtspunkt der Verpflichtung des Beklagten zum Ersätze ' des Verzugsschabens. Die Gold mark belief sich in 'den ersten Tagen nach dem ll. Mai 19*22 auf rund GS Pa Pi er mark. Hätte also der Beklagte die 10000 Mark alsbaldauf die Mahnung hin entrichtet, io hätte der Kläger damit einen Wert von 147 Goldruark erhalten. Tie Forderung des Klagers bleibt also noch um eine Kleinigkeit hinter dem Betrage zurück, den er verlangen könnte. Im Kostenpunkt gilt § 61 ZPO. gez.: Du Ehcsne. Soh m. Kuh n, - In der Morgenausgabe des „Deutschen Tageblatt^ vom 6. Mai finden wir einen Bericht, dessen Wortlaut wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen: Eine groteske Fälschung. Wie die In den presse arbeitet. Berlin, 8. Mai. Wie wir in einem Teil unserer gestrigen Auslage schon mitteilteu, hat in Leipzig ein in-erei-anier Prozeß zwischen dorn Vorstandsmitglied des „Vereins der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens" Tr. Holländer und dem Altmeister Theodor Fritsch siattgesundcn, dem folgender Sachverhalt zugrunde lag: Fritsch, der verschiedene der gemeinsten und unsittlichsten Talmudftellen veröffentlicht und kommentiert hat. war dieser Veröfsentli^ng wegen von jüdischer Seite natürlich stark angegriffen worden. Er lobte nun seinerzeit eine Belohnung von 10000 Mark für denjenigen aus, der ihm Nachweise, daß eine der von ihm angezogenen Talmudstellcrr nicht sinngetreu übersetzt sei. Holländer erschien nun eines Tags auf denr Plane und verlangte Auszahlung der Summe, indem er gleichzeitig eine angebliche unrichtige llxbersetzung Nachweisen wollte. Fritsch beharrte aber aus der Richtigkeit seiner Uebersetznng. verweigerte die Auszahlung der Summe, und deshalb kam es nun unter einem großen Aufgebot von Sachverständigen zur Klage, in der Holländer in zwei Instanzen adgewiesen wurde. Daraus geht erneut unwiderleglich hervor, daß die Talmudstellen mit ihrem schamlosen Inhalt, der sich gegen die Ehriften und die christliche Religion wendet, den Juden den Betrug an Nichtjudcn zur Pflicht macht usw.. echt sind. Das Schönste ist nun aber, daß die Berliner Judenpresse, „Vorwärts", „Dolkszeitung" und „Berliner Tageblatt", denen dies Urteil selbstverständlich sehr peinlich ist, sich nicht damit begnügt. Ln völliger Umkehrung des wahren Sachverhalts einfach behauptete. Fritsch sei zur Zahlung der^ 10 000 Mark verurteilt und „als Fälscher entlarvt" worden! ^ie behauptete dies mit solch frecher SNrn. daß selbst wir, obwohl wir schon im Besitze eigener Informationen waren, stutzig wurden und Theodor Fritsch um eine Acußerung baten. Wie uns dieser heute telegraphisch mitteilt. ist Holländer tatsächlich abgewiesen und der ganze „Prozeßbericht" der Judenprepe ist falsch und erlogen. Wir find ja von seiten der zionistischen „Wahrheitshüter" schon allerlei gewöhnt; aber eine solch geradezu groteske Fälschung eines Tatbestandes ist uns denn doch noch nicht vorgekommen! Es ist unwahrscheinlich, daß Herr Fritsch das Urteil des Landgerichts Leipzig gekannt hat. als er dem besorgten Herrn Wnlle telegraphisch mitteilte. Dr. Holländer sei tatsächlich abgewresen und der ganze „Prozeßbericht" der Iudenpreffe falsch und erlogen. Denn hätte er um den wahren Sachverhalt gewußt und trotzdem Herrn Wulle diese Auskunft gegeben, dann hätte er das führende Organ seiner eigenen Partei nicht nur unglaublich leichtfertig, sondern wissentlich belogen. Da diese „groteske Fälschung" noch ihr N a ch spiel haben wird, mag der verantwortliche Redakteur des „Deutschen Tageblatt" sehen, wie er sim mit seinem „Altmeister" auseümndersctzt. Heute'liegt uns nur an der Feststellung vor der gesamten ernftzunehmeuden Presse eUev Parteien, daß der klare Wortlaut deö Urteils eirrcs deutschen Gerichts in skrupellosester Weise in sein völligö Gegenteil durch das „Deutsche Tageblatt" uumefalscht ist; daß ferner Das „Deutsche Tageblatt" die Stirn gehabt, diejenigen Blätter, die über das Urteil wahrheitsgemäß berichtet haben, der Verleumdung zu zeihen. Wie niedrig schätzen die Wulle u n d F r r t s ch ihre v ö! k i s ch e n L e s e r ein, wenn sie eine Niederlage durch solch unlautere Machenschaften zu einem Siege zu wandeln Versuchen müssen. Deutschvölkische, slntisemitlsmus unZ Ireimaurertum. Zn Verfolg des von uns kürzlich veröffentlichten Aufsokes über „Arisches FrerMQurerrum" geht uns — elcichl'alts von sehr äclchötUer: chr i ft lichte Seite — die folgende Zutrift eines Freunaurcrs"Au Wir bringen diese gern ruin Abdruck, obwohl roir denr sreimLurcrisci cn Leben und Wirken vollkommen fern stehen. Die in der Zuschrift erörterte Methode ist für die Hemmungslosigkeit rrnd Unwissenheit der völkischen Agitation ch ara lteristisch. Es entbehrt nicht eines geroiffcn Humors, das; die nachstehend erörterte .Agitation sich euch gegen die a l t p r e u ß i s ch e n' Logen richtet, die es an Entgegenkommen gegenüber deutschnöl!:'6 cn Le, ktrebuirgen, soweit wir informiert sind, durchaus nicht fehlen lancu. Die Schriftleitung. Vor kurzem hielt im „Hochschullehrgang für völkische Politik" der deutschvö Nische Major v. Krogk einen 'Vortrag über die Freimaurerei. Gr wärmte in ilnn alle die alten Phrasen wieder auf, die durch W ichtls Buch bekannt geworden sind, und verquickte sie selbstverständlich) mit antisemitischen Ausfällen. Das Niveau feiner Ausführungen entsprach durchaus denr anderer dentschvölkischcr Vorträge. Man vermag in diesem Lager, in t<m man mit unbewiesenen Behauptungen in der Hoffnung um sich wirst, daß niemand sic nack>- prüsen werde, n ich t h i sto r i<\ che Zusa m menhänge z u begreifen, geschweige denn den Unterschied zu verstehen, der zwischen der E n t w i ck l u n g einer Einrichtung und ihren Grundlagen besteht. So behauptete der Vortragende. die Freimaurerei sei deshalb jüdisch, weil'sie ursprünglich volltommen jüdische Formen rn sich ausgenommen hatte. Daß das richtig ist. weiß jeder Maurer. Ter Tempel Salomos spielt in dem Ritual der Maurerei eine Rolle, aber schon der Umstand, daß nach der maureri'schen Legende der Tempeck von einem heidnischen Baumeister unter König Salomo ausaerichiet wurde, zeigt, daß cs sieh eben um eine s h in b o l i s ch e Dichtung handelt: Der Tempel vereinigt die Angehörigen aller religiösen Belenntnisie als rhmbol dafür, daß die Maurerei für alles da ist, was Menschcnantlitz trägt, und alles verbinden soll, was unter den Menschen guten Willens ist. Dafür hat allerdings der dentschvölk'sche Major keinen Sinn. Er redet von „Plattsußindianern", mit denen sich der Maurer Bruder fühlen müsse, und, was noch schlimmer ist, mit — Juden! Es scheint mir durchaus erfreulich, daß es wenigstens eine Stelle iit der Welt gibt, an der Konfession, Rasse und Hautfarbe leine Nolle spielen. Gerade, daß man in der Maurerei' nach allen diesen Dingen nicht sragt, sondern den Menschen als Menschen wertet, ist das, was den tiefsten Gedanken dieser „königlichen Kunst" macht. Selbstverständlich verfehlt -Herr Major v. Krogk nicht, alle die alten Märchen wieder amzutischen, die sich aus die Allmacht der Maurer beziehen: Eduard VII., sagte er, und alle bc - derr Lenden Politiker unserer Zeit wären Bl au rer gewesen. Und dann verkündet er der staunenden Mitwelt, daß diese bösen Maurer die Mörder von Ferdinand gewesen wären, daß sie die einzigen wären, die „in der gaumen Welt Geschichte machten" (siehe Narhenau!). Weshalb sollen nicht auch unter Maurern Verbrecher sein? Haben sich doch selbst manche Deutschvöltische als Verbrecher erwiesen (siehe NatHenau'.). Deshaw wird kein vernünftiger Mensch sagen, daß alle Deutschvölkischen Verbrecher sind. Dafür behauptet aber Herr v. Krogk impliciie, daß alle Freimaurer Verbrecher sind. Selbstverständlich erklärt er auch die altpreußischen Logen für „ebenso international wie vor dem Kriege" und führt als Betveis an. daß in der von Juden reinsten Loge „Zu den drei Weltkugeln" es von Cohns, Levis usw. wimmele. Ich weiß nicht, woher Herr Major v. Krogk diese Kenntnis hat. In dem Mitgiiederverzeichnis des Vorjahres von der Loge „Zu den drei Weltkugeln" finden sich die beiden genannten Namen nicht ein einziges Ria!! Allerdings, mit solchen Leuten wie Herrn v. Krogk über national und international zu reden, bedeutet, zu Blinden von der Farbe sprechen. Daß ein Mensch gerade dadurch am st ä r kst e n für intet* nationale Gemeinschaft werben kann, wenn er die Vorzüge seiner Nationalität in den Dien st dieser Bemühungen stellt, dürfte ja doch den Teutschvöllischen niemals kinicuchten. Interessant ist an den Ausführungen, daß sie sich gegen die altprcußisckM Logen wenden, in denen ein erheblicher Teil der Logenangehörigen sich an „Nalionalismus" nicht genug tun kann. Vollkommen unverständlich ist die Behauptung, der „humanitäre" Standpunkt der Logen sei deshalb Redensart, weil sich ja die Freimaurer nur untereinander hülsen. Der steht noch sehr im Vorhof der maurerischcn Geheimnisse, der solchen Unsinn behaupte:. Die Goethe-Worte: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" sind das wahre Maurerideal. Es rvare wohl eine völlige Verkennung wahren Freimau rer! ums, wenn man diese Eigenschaften als Maurer nur aus den Maurer anwenden wollte. Daß Herr v. Krogk „Haß säen und Rache predigen will", wollen wir ihm wohl glauben, aber die Menschheit wird schwerlich mit diesen beiden Vorzügen der Völkischen Fortschritte machen. Nicht nur die Maurer, ‘ sondern jeder sittlich vorwärtsstre öe nde Men s ch wird es lieber m i t der Bergpredigt haltenals mit d e n g e i s e r n d c n Ausführungen solcher völkischen Hetzpredigcr,