Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 18 (1.5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 315 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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315 frer Klernbühue, in manchen Kabaretts imd BariLtös :;.'ird der Jude in schnöder Verzerrlrng Zur besonderen „Attraktion' gemacht. Er wird äußerlich und innerlich Zur gröbsten Karikatur ^runstaltet. Er sicht Liederlich ans. er mauschelt übertrieben, cr forciert die Gebärde, er ist frech, betrügerisch, gemein, habgierig — „nd dient doch nur der Habgier der Unternehmer, sss wird ein Typus von äußerster Verlogenl>eit hingestellt. mit der aöirkung auf die zumeist nicht sehr urteilsfähigen Besucher dieser L'ätten, das; sie ihn für allgemeingültig halten. Er ist ..der Jude', cr in der Li) e r t - und Grad m e s s e r für die I u d e n überhaupt. Wie ist A b w e h r möglich gegen diese n Z u st a n d . ber den Juden vogelfrei macht, ihn zum Menschen Zweiter Klasse dearadiert und ihn der grundsätzlichen Mistachtung ansliefert? Wir wollen die Zensur nicht Zurückrufen: wenn sic hier etwas nützen kannte, so lvürde sie an anderer Stelle noch viel mehr schaden. Ein Appell an die Fachblätter der Variötökunsl? An die Leiter ihrer Organisationen? Es fitzen dort sehr ehrenhafte Männer, die den Ausstieg und nicht den Niedergang ihres Standes fördern wollen. Ader, wie andere Beispiele aus der jüngsten Gegenwart beweisen, haben fie ihre Leute nicht fest im Zaum. Es ist Zweifelhaft, ob sie die Unternehmer dieser Sorte von Kunst, Nstchtjnden und Juden, erfolgreich beeinflussen können. Las Wirksamste ist: man packt diese Leute an ihrem reizbar st e n T e i l, am Geschäft. M a n m ei d e i h r e S ch a u - platze oder, wenn man sich h i n e i n v e r i r r t. habe man den M u t, bei au f r c i z e n den Tarbietn n g e n den R au m zu verlasse n. Ter Unternehmer ist stets voll Angst, „was das Publikum sagt". In diesem Punkt sind seine sonst sehr groben Nerven höchst empfindlich. Wenn das „Publikum' auch lmr aus ein oder zwei stummen, aber sichtbaren Demonswanien besteht, dann bangt die treue Seele und wird schamhaft und vorsichtig werden. Die xolitifchLN Iclgrn ös§ -srrtschsK GrsubsKsspaltunZLN. Aus Liner Rede des badischen Staatspräsidenten. In einer Rede. die Staatspräsident Tr. Hellpach in Karlsruhe kurz vor der Reichspräsidentenwahl hielt, beschäftigte er sich eingehend mit der Frage der religiösen Zerrissenheit Deutschlands und der Stellung, die Wilhelm 9! arr dazu einnehme. Marx, so meinte Hellpach. schwebe vor. die politische Auswirkung der christlichen Glanbensspaltung in Teirlstchland überwinden zu helfen. Tann sagte er weiter i „Marx hat, wenn ich nicht irre, in Dresden gesagt. Deutsch-- band hat keinen katholischen, keinen evangelischen, keinen jüdischen und keinen freigeiftigen Staat, sondern alle Formen des ehrlichen Bstkennens und Wirken? müßten in der nationalen gemeinsamen Gewissensfreiheit und Tuldnng sich Zusnmmensinden. Lassen Sie mich hinzufügen, wir wollen auch eingedenk sein denen, was das nationale Leben der Deutschen alles diesen Formen verdankt. Wir wollen nicht verkleinern lasten, was die evangelische Welt von Luther und Bach, von L e i b n i z und L e s s i n g , von Herder und Kant, Fichte und Hebbel bis zu Bismarck, Richard Wagner und G erhärt H a u P t m n n n von deutschem Wesen und au Schöpfung und Reichtum Zugeführt haben. Aber wir können aus diesem Deutschland ebensowenig fortdeuken die großen Geschenke des latholischen Mittelalters. Wir können die katholischen Genies der deutschen Tonkunst nicht wegdenken und nicht zu protestantisch denken, dann ebensowenig die Gestalten von G ö r r e s und E i ch e n d o r f f. den leidenschaftlichsten und innigsten katholischen Deutschen. Aber ebensowenig können wir die großen Schöpfungen des dezinerten Nichlchristengottes und des dezisterten Antichristeudichters aus dem deutschen Besitz wegdeuken. ohne ihn erheblich zu verkleinern. Und wollen wir uns wegdenken, was Mose s M e n d e l s s o h n und Felix M e n d e l s s o h n, was Heinrich Heine und Ferdinand Lasalle, was Max Liebermann und Walther Rathenau für unser deutsche? Bolk bedeutet haben und noch bedeuten?' Solche klugen Worte erklingen nicht alle Tage in der deutschen Oestentlichkeit. Die religiösen Glaitbensunterfchiedo sind nicht zu berwirchen, sollen nicht verwischt werden. Aber ihre Politische Auswirkung ist ein Unheil, und jeder Baterlandssrouud muß sich alle Muhe geben, dieses Unheil aus der Politik auszuscheiden. §amllr'LNZUwachö. Die „V e r j u b u n g" der b c u t f dj e n Adelsgeitoffenf ch a f t. Wie freudig ist man gestimmt, wenn inan nach Jahren irgendwo in deutschen Landen einen Jngendsrennd entdeck:, oder gar einen Berwandlen, den man nicht gekannt hat. ^tolz reiht man ihn in feine Familie ein und freut sich, daß der alte Flamin neue grünende Z'.oeige und Aeste aufzuweisen hat. _ Unlängst kündeten die Zeitungen aus Syrien, ein Beduinenstamm werde demnächst mit Kind und Kegel zum Judentum übertreten. Was will aber dieser unbekannte Bedninenstamm im dunlten Osten gegen den Zuwachs bedeuten, den völkische Schriftsteller dem Judentum in unseren Tagen und in der lieben Heimat mit Gewalt bescheren wollen. In einem umfangreichen Aussätze, den der Münchener „B ö l k i s ch c Kurie r" vom 22. April d. I. wiedergibt, behauptet ein gewisser H. Freist, die Deutsche Adelsgenossenschaft fest verjndet, und an der Hand des jüngsten Mitgliederverzeichnipesnennt er stolze Adelssamilien, die Indisches Blut in sich führen und die daher, nach voll i scher Lc^zit, dem deutschen Stamm abzuschreiben und dem jüdischen .zuzubuchen sind. Ein wirklich vornehmer Familienzuwachs für dach deutsche Judentum! Da sind die Perponchers, die am Hofe Kaiser Wilhelms I. aus- und eingrngen, die Jagows, ans deren edlem Geblüt Traugott v. Jaaow entsvroßte. die ch iv e r i n § , die nicht nur unter dem alten Fritzen ihr Adelswappen mit Kriegslorbeer schmückten. AVer auch die M afchs sind darunter, und vielleicht ist gar der alte treue Hans v. Mosch, Oberautisemiterich vergangener Zeiten, ebenfalls von jüdischem Blute zerfressen. Die Ausführungen, bei denen ein guter Kenner des Serni- Go th n und der c m i - A!! i a n c e n Taufpate spielte, lauten wörtlich also: .Ibis vor kurzein wurde jede? Judenweib, das einem Namens - adligen sein Schild gegen Heirat neu vergolden Hali, mit Freuden in dsie Genauem ahnst ausgenommen. Als die bluiechten. wahrbast Adligen hiervon Wind bekamen und sich dagegen verwahrten, nahm die Geschäftsführung ... eine Satzungsänderung vor. die man als ein klassisches Beispiel für undeutschen und jüdischen Geist bezeichnen kann. Nach den mir vorliegenden Satzungen (Kostender der Deutschen Adelsgenossenschaft 192s) kann ein neues Mitglied nur flitfgenommen werden, wenn cs nicht mehr al§ zu einem Viertel aus nrchtarischer Rasse si a m m t, mit anderen Worten: Die V o l l b l u t j ü d i n a l s Großmutter ist kein Hindernis zur Aufnahme!... In einem 1910 erschienenen ragenwinenschafLstchen Werke losen, wir: Die Deutsche ÄdclsgcnofscnschLft ist stark rmter jüdischen GinsLntz gcrakcn, seit irr ihr zwei Halöjndcn führend <;ewordcrr find. Der Ghesrcdakteur ihres Adclsblattcs, .<? c r r v. Wedel (Lcdr) Lcwaid, ist ,£> a i b j u b c. Gir; Durchblättcrn dieses Adclsblattes bcstaLigL diesen (xinslutz rrnd nnvornchrncn Ton in jeder Nrnnrnev, es ist fast, alo ob inau ein RcvoLvcrolaLL einsieht." (Von uns fett Die edjrirtlls-) llnb etwa? lveiter heißt es also: „Da werden die Nachkommen der ebenfalls galizischen Volljüdin Schmucker stolz genannt, die ein ganzes Buch voll adliger Geschlechter und Genossen der Adelsgenossenschaft verpfuscht har. Ich muß mich ans Raummangel darauf beschränken, aus dieser jüdischen Blutsinvasion in die früher arischen Geschlechter . . . nur die der PerpvAchers, Hardenbergs, Bassewitz, MaLtzahns, Abcrkrours, Königsu-arts, Bükows, Rohrs, Jagows, LSartenstebens, SchnlenbnrgS, Vogel von Fallcustcins, (Srävcnitz, Willarwawist, Schwerins, Lühes und andere anzusühren, ttwiev Eäcschlechter, von deren Verjudung der Arrfzenslshcnde feine Ahnung hat. (Bon uns fett gesetzt. Tie ^chrisll.) Es iß gar nicht zu übersehen, bis in welche Verästelungen und Verzweigungen das Blut dieser einen Jüdin den deutschen Adel' in vielleicht 100 Jahren, beeinflußt hat. Wir finden ferner unter den mit aller Objektivität und historischer Wahrheit angegebenen und der Bersndnng anheim gefallenen Geschlechtern der völkischen Handbüetzer, die gleichzeitig als Mitglieder der Adelsgenossenschasl anstwiührt sind, einen Zweig der Drostc-HülLhosfs, deren Mutter die französische BoLblutjüdin Fischer war, die Ketilors-Grirrgerseld, die in dieses Judentum hi ncir; gehet ratet haben, die Tümplings, die BredowS, die Moschs, die Dürkheims, die slch ihr Wappenschild von dem Kölner Inden Oppenheim vergolden ließen, die Montaclas, die Mnusier, die Palravicrni und Spreti (Bon uns fett gewtzt. Die Schristt.v vier Grafen, die dein jüdischen Rafsgeist durch Allianzen Konzessionen machten, und unzählige andere, die jüdisches Blut in sich selbst oder aus ghre Kinder durch Heirat übertragen haben. An der Spitze ch'ieier, uns Völkische eigentümlich berührenden Genoüenschaft steht ein Herr „v. Borgst Wirklicher Geheimer bstch, königlicher Kammerherr, Adelsinarschall, von dem wir nicht behaupten wollen, ob cr jüdisches Blut in f.ru hat!' 3« genügen nnd nicht rmbelrasgllichen Kreisen der adligen Großgrundbesitzer und früheren Osfiziere ist völkisch Trumpf. Hvssentsteh tragen solche Ausführungen, wie die des Ahnensovschers »Freist, wenigftons dazu bei, Adligen, die auf die völkische Gedan.kemvelt eingeschlvoren sind, gründlich die Augen über ben Unsinn, den die völkische Bewegung zutage bringt, ziL öffnen.