Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 4 (1925)
- Issue
- 16 (17.4.1925)
- Date
- 1925-04-17
- Page
- Seite 286 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Driesch-Vortrag in Leipzig. k Prstcsso-r $aii3 Drirsch, der Le kannte Izzzzzxa^zU PbWDoph der 2 c i p 3 i .3 f r Mr. »pesfilöt. hat :i: fcrc S«p.sic« 0?*ssr.ipr J bc$ €cni:citerciRS einen Bortrag über eri^hrir Lrc 5vi*!iusineni';*:?ai'' '• «rohakken. Unsrer Bitte sollend, hat Praf^-rr Driesch in ''eine ' Äuc.rühr:rns:n kurz fcstgelrgt. Die e-^risrK'.tnnz. Es gibt Zeiten. in denen auch der theoretisch^ Philosoph versuchen must. Einflust aus die politischen und soz'aleu B^wgange?u gewinnen. Daß er dich es in» ein ne der Aufklärung ui^ Bcesöhnnng t.-n wird, ist selbstverständlich. Es handelt sich mti B e x \ v h n u n g der lc I 0. f f e n, Stände, Götter i! ni) Ä Lsse n. Zur lehren. Frage gehört das ..indische Problem". d. h. die fraget kann das Z u s a m rn c n l c b c n von I u d e n 11 n d jI i dj t \ n den i n einem Staate f fi v diese n t n 0 t f v rderli d\ g c - ft n 11 c t tv erden? Der sogen annke ..Antisemitismus" feine Wurzel im Religiösen. Wir sinden Lchnlicl-es in Indien^ (Hindus nnd Mohammedaner) und in der Stellung der evftcrr Ehriften r:n Rvrnerreich. Rur das tolerante China ist frei davon. Ja schürfe d<r AntisemAisw.us erst im 1*2. Jahrhundert. ,pi einer Zeit beson,derer Blüte des Ehrist-errtums (erster wrenzz-'gst cm. Jedoch das religiöse Moment verblaßt allmählich. Ein leeres ,.I o g i j ch e 5 2 ch c'm a" bleibt übrig: Die Inden sind ..andere" als die Umgebung mu> das stört deren Bequemlichkeit, erweckt auch wohl St'cid. da eine Art Zuchrwahl einen besonders hohen Progen!sah tüchtiger Juden horvorbrachte. Äbcr Neid erzeugt Berwumdung iz. B. bezüglich des Banstvesens. der Iwslatiow>. Man will das leere ,.Lch?:iw." d's dl osten A.udoEernZ wieder mit Inhalt füllen und kommt ans den Begrich der Ra sie. Do spricht die moderne Lehre von den sogenannten Urrasieu Europas und Wesjasiens. welche als Rassen ersten Grades bezeichnet werden (nordische, mediterrane, alpine, dinarischo, armenvide. orientalische). Durch Mischung entstanden aus ihnen die Rassen zweiten Grades (Germanen. Romanen. Semiten. Slawen itiuu. Ans Mischung von ihnen die ..Poller" oder Rassen dritten Grades (D-eutschö. Franzosen. Inden usiv.). Heule ist alles gemischt und durch lieber gänge verbund-:n. Das -)i n ff c ü?) x o b I c m i ft ein P r 0 b l e m Der P h y l 0 g eure, gehört also in die Biologie. Wir roinen so gut wie gar nichts über das Ge sei; des phylogenetischen Prozesses. Wir wissen auch gar nicht, was an ihm wesentlich, ,.weltwe-seuUich" — was zufällig letwa vererbte Au.Passung) ist. Biollcicht ist alles Rasicnhaste ru-r zufällig. Eine verschiedene ..W e r r i g t c i r der R fiiicn! ä st L s i ch fl u j feinen JßU b e Haupte st. Aber selbst w e n n wBstullicho Passenun^erschiod? biologisch lostünden. braucht das den rrtaa-h die..Ration" zu störend Wir sttzen in Indien, wie dir verschiedensten Rasten sich im Hin dm um als Brüder fahlen, gleiches gilt vom Islam, gleiches in China. In Indien und im Islam vereint die Aeligiou. iw China, die Erhik des Konfuzius. W 0 ein gemeinsames geistiges Ideal da ist. da werde» Rassen gleichgültig? Aber die Inden sollen ..minderwertig" sein. Durch Kosten Hinweis aus die Propheten. 'Paulus. Philo, Spinoza. Coden. Hnpul. Dcrgson. Liobmmm, Mendelssohn. Mahles, »e-?rtz, Einstein, Mintowsli. Leeb sind diese unsinnigen Behauptungen zu cwckrästew. Ebenso unsinnig iu die Behauptung eines ^zersetzenden" We'ons der Inden. Der I u d e i st gerade konservativ: die grosten Zersetzer waren im Gegenteil..nordische Mensche», wie Io Du, ^trisidbcrg. tteber den großen Ein stuf: Spinozas ans Goethe und Dbolling wurde e'rngegangen. Ebenso über de» logischen Zirkel, den manche Ranencheoreüler bei ihrer hohen Cinschühuug des ..nordischen" Menschen begehen. Der Westen inszesami ist eine geistige Eircheit, denn man kann sich wech.fel'stilig verstehen, sich inoimvudor ..oiu'üolon". Das zeigt besonders der cinheitliche Gang der modernen 'Kstlosophio von Dcscartes bis -gaut: alle europäischen Böller nn:d die Juden sind an ihm beteiligt. Bon einer Bindung einer besonderen Philosophie an eine besondere Rasse, von der so gern geredet w i r d. kann also gas:z und gar rricht die piche fein. Auch die Griechen zeigen das in anderer Form: bei ihnen, also innerhalb einer Rasic. gibt cs alle n w r m ögliche 11 Philosopheniypcn. Ganz Europa, ist e i -n c s durch Bibel. A n i -i k 0. m o b r r n c W i [ f c n f ch a s t (Galilei) und die Uberalen Ideen iCmochudst Aber nicht nur Europa, sondern die ganze M 0 rr s ch h c i t^i st eines. Aeberal! l a n n man sich verstehen und 10 i l l mau sich heute verstehen. Eigene Erfahrungen unter Chinesen machen dies klar. Auch der llntcrschied zwischen ..Ost" und ./West" liegt nicht im ..Westmch sonder» in historischen Zufälligkeiten. Die Bedeutung des ^..Blutes" soll gar nicht geleugnet werden. Aber das Blut äußert sich in einzelne» und ihren Nell.kommen. Es sind stets einzelne. Vst ..begmrdet" sind, und die Begnadung triff! bald den . n-pcknen in dieser, bald den einzelnen in jener Rasse. Im eigentticheu Wesen juK alle lUcufa-cn gleich, und zroar in noch weit |d>u[ercr Art als ctuva alle Lebewesen. iivcfci*»i sie ckn lebend^ sind, gleich sind. Begrifflich und c m P i r i' ch ist also gezeigt, daß Ipvenwnrfches Znfamme-nlebe» verschiedener Rassen in einem Gemeinwesen m ögli ch isst Dieses Hormon lüde Zusammenleben ist ethisches Postulat. Weil cs möglich ist. soll es venvirklicht rrerden. MKzen alle an dieser Verwirklichung Mitarbeiten, OftunZ WrftjüKML Dichtung. L u d rv i g H a x b 1 i 1* ä g t v 0 r. Der Bo chm* g vor der Tür des stünstlerzi'.tnners öffnet sich: zum Podin:*» eilt ein etwa mitielgrosier. stämuu'g nnterse-Ier^Mann. triseu kahles Hc.nr.t die dichten Haarbüschel an den Echlöfen seltsam umrabrnen. icpr sich, blinp.ir zuerst die kleine Eovme ferner Glühbrrnlampe, sodann »ri-re dimal nicht gerade ickcrans grobe >öörerg'7meinde an und bogi:nst im tildergeschmückten Eaal der'Berliner Rezession zu lest». Av.ch wenn er I;ns v-riremd voliro. voürdr cr uns so-zleich durch die hohe ^tirn seines von steter GrdantenarvAt zerrurchtenr Cäm rem köpf cs, der sciednchnm Herberge vieker Dichterrräume, und durll) d<n heim!':chen Glanz seiner Augen am' fallen. Wir aber, sonst voll Zwei'eck'uohh wristn uns sofort gegen die EnUäuschnngsnwgUchleir gesiut. dost etwa der ä u \i c r c n Erscheinung dieses Mannes nicht die innere entiprechc» könnte: denn wir begrüsieu in ih-rr tinen langjährigen T per-der musi scher Andachrsstund-e». den c-st aeieierten Dchauspirler m:0 BortragsrüusUcr Lud w r g -si> a r d t. ..Ostnnd westbüdiiche Dichtung", so beiitelte er seine» Abend, um mit der geographischen Treurumz seiner Giauöcnsgonosien ihre geistigen und seelischen Dtufungo.w avcr auch i.dc G c ui e i n {a leirsgesühl s n ihre 1:1 0 2 i i 1' c t e n u : n i s r.tv.ülci; Getühlelockrri'.ug und Ernviindr:ngsbindimg vcelangtort also von ihm eine aemäsie Ausdruck^b-oglanbigung, und sein Mund nnrsile ein ganzes Orchester indischer öti:unuu. den duroz Jahrhunderte lanagezoaenen Fl-ölcntlang der rTemPolwiederaus banst Zehnsnchr. den ironisch sp'chen O voerchon des sein leises Tiammesieid übcrgellendcn Willcs sowie den dichterische*-! Rachho.1l alt-estamentar-scher Pofauuenkrast mit zahlreichoi Zwischemönen ans Orien: und Okzident, Bergauoenheit m:d Gegen.-- wart, erwecken. Freilich vermochte cr in seiner Wiedergabe die Fülle jüdischer Dichter!länge infolge zciiucher Beschränkung nicht zu ce schöpstm. vielmehr nur anzndenteu. Bon Heinrich Heines ..Hel räisthen. Melodien" gelang ilun besonders der Dreillung von Frohsinn. ,stoü:wrie und .Frömmigbeil iu ..Prinzessin DablaG. ..König David" blühte wieder in seiner Harstn?scrrUchicit ans. und j ..Das goldene Dalb" crgleisne in scinem allen, starken, trägorisihen Glanz. Die beiden Glanöonsstreircr. der aroste PhiliftorD'ind. Linst0:1 und sein kleiner Äamensbrnder. trafen i\a) naa; Iahrhnndcrkeu in dcn „Memoiren dos Herrn von ^chnab-elwopikiChaüid-'cheu Wist und Wershortssinn rrr-g Hardt aus Mar:in B ir v e r s ..Maggid ' schelmisch, angenvtsnzcknd und klug vor. und cr fand" für Ocha. Ion A schs VNrismus im „Zadik vom. Dorf" ländrfcst schlichro Gesüyloröne. Die Plastik der DAzzen: ..Bor dem Gesest'h ..Der Dränen". ..Das nächste Dorf" von ,Drangs Ita ska zeichnete er mit seelischer Eindringlichkeit und C.uwrpe ton lnrierenden Handbewogungen nach. Auch der wortreichen Berl-egenheit des Perezschcu „siranteu Knaben", der hinter einer FLosrrlnml-e nur .zögernd seiner Mu'.ter chiue Liebe zu cine.u Mädchen gesteht, lieh cr im Piano» von Don und Mic-nenspiel überzeugenden Ausdruck. ..Die alte Frau Austvanm" vollends (von Ig;:.*.; E oh n'i schien in der Echtheil ihrer Lebcnszüge einem Mrisroroikde an den Wänden der Berliner Rezession zu a-eichen. Do rr-ar dieser Abend cin künstlerischer Lieg Lndioig Hardts, der nrir zuweilen durch zu hastiges Dprcchen und durch zu stk?rmisehe Duarrgvorstöstc die Drärke seiner eigenen Wirlnnacn schwächte. Ist d wenn Hardl zuletzt in einem Gedicht von D. F r n g dem l-i'.ch-end sährigen Baume dos Iudeu!un-s ein ewiges Blühen verhioch io n:öch!on auch wir die Wahrheit jenes Dichwrswortes erstehen. Arthur D i i b c r g l e r!. ' f ttgü§0 Zur CMtkrltlk ösr Hrösl» Eine wichtige Acucrichoinnng an? dem Gebiere der BiöBfvrschnug und besonders der biblischen Derwiitik stellen die Uu-eojnch'.mzen von Prost Franz Wutz dar. dir unter dem Dire! ..Die Dranserip- ' lio-ncu von der Dcptnaginw bis Hrrouimus" (Stuttgart lürs) crschienen sind. Der Beriasier glaubt, darin ciue Erklärung gesunde.! zu haben für die Daliache. doch di-e griechisch? Biv.stüderscdung. die sogenannte DeptmuzlNta. in vielen Fällen von ihrer hebräischen Bor-!age allweicht. Bisher hat man diese Abweichungen erklärt, indem man entweder 0. rum hm. die griechische Bibelübersetzung habe im Lause der Zeit Berandc-rungen erfahren odo*e es habe ihr ein? von dem nnsrigen. dem masorethischen wert, abweichende Fassung der Bibel vorg-elegeu. Wutz ko::uut nnn ans Grund Diner Untersuchungen z:r dem Ergebnis, das; den Ucbers'etzcrn der Bibel nicht das hebräisch? Original, sondern eine Umschrift (Dransrripstvu) in gricchischon Buchstaben Vorgelegen Hobo: zwischou< dieser Dränieripsic-u und der Uebersctzung must eine geraume Zeit ruwflosicn sein, so dar; den lleberseporn auch nicht die O r i .*? i u a l f r a n s c v i p t i 0 n , stmde -u eine A b schrifr derselben vorlag. Auf diese Weist erlraren sich eine ganze Anzahl von Fehlern in der Trauscriplion, die wieder die Abweichungen der Depmagiula von der Masora erkläre??, ohne dast man, wie cs bisher häufig geschah, den hebräischen Deck zugnusten dos griechischen ändern mäste. Es wird nun Ausgabe der Wissenschaft sein, nachzupruitn, ob di/ Hypothese des Prof. Wutz aus alle Fälle Anwendung findet, daun erst kan:- sie als ivisstusch .sckiche Tatsache angeivrochen werden. Wir behaUen uns eine eingehende Würdigung des ganzen Fragenkvmpleres vor, vr. B.