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Central-Verein-Zeitung · 1925-04-09 · 15 (9.4.1925) · p. Seite 267

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
15 (9.4.1925)
Date
1925-04-09
Page
Seite 267 (sequence 13)
Language
German
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*>n7 £cl)rcrimicn oder Hauswirkschastslehrerinnen zltr Weiterbildung ,neiden. Auch hier ist eine Studientwihilfe in Anzucht gestellt. Der I s r a c I i i t f ch c araue n verein -n hehd t weist alle Wliiiteu, die vor der Bernfewahl ihrer Töchter stehen, auf diese ansstchtoreiche, wertvolle Ansöildurrg him Annwchungell und Anfragen sind all die Schriftführerin des Israelitischen Fraueuvereius Rheydt, Frau Ruth S t e r u f Bierhau^strntze 9, 311 richten, * * Ms ösm Spsr-lsbsn. 20 Jahre Jüdischer Turnverein Berlin 1905. Ter Jüdische S ti ru U c r e t n Berlin 1 905 (I. T. B. 05), eine der ältcftcu jüdischen Turn- und Sportorganisationen. in Deutschland, kann in diesen Tagen auf ein llOjährigos Bestehen Zurückblicken. Aus den kleinsten Anfängen hat sich der I. T. B. 05 bis zum Ausbruch des Krieges Zu einer stattlichen Organisation herausgearbeitet, die im Lager der deutschen Turn e r - s ch a f t A ch 11: n g 11 nb A11 e 1 f c 11 u it u 0 f a :i d. Kriegs- und Inflationszeit haben dem Turnverein riese Wunden geschlagen, die nur eine begeisterte Schar im Turnen fest verwurzelter Anhänger der „alten Garde" heilen konnte. Heute geht der Turmbetrieb wieder in zehn Abteilungen vor sich (1 Alte - Herren-, 1 Tranen-, 1 Männer-, 1 Damen-, 1 Jugend-, 1 Schüler- und 3 Mädchennbteilnngen); 1 Sport- und 1 Ringer riege ergänzen den Tnrnbetrieb nach der leicht- und schwerathletischen Seite hin. Im I. T. B. 05 wurde bei allein Streben nach immer besseren körperlichen Lei st u ngen niemals übersehen, daß das Turnen nicht nur Sache des Körpers, s o n d e r n a n ch d e s Geistes ist. Die Schaffung eines festen Charakters als Kern des Turnens, wie ihn Turnvater Jahn forderte, ist Leitsatz der Erziehungsarbeit im I. w. D. 05. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Deutsch - Iüdrfch en I ik g endgemein scha ft Ortsgruppe Berlin ist der Gedanke für die P r 0 b l e m e des d e u^t s ch - j ü d i s ch e n sl u I i u r f r e i f e § machtvoll geweckt worden, co wirkt denn der Jüdische Turnverein Berlin 1905 für eine körperlich n n d g e i ft i g kraftvolle jüdische Jugend, die sich eins fühlt in i t Dem deutschen Volke. m leichte n S u 0 c I. Ter Borklub 301 a 11 a 0 t, der sich in der verhältnisua'ihig kurzen Zeit seines Bestehens einen sehr guten Namen erworben hat. gab uns in zwei wohlgelungencn Gruppenbildern 0'inblick in feinen Sportbetrieb. Ten Abschluß der wohlgelungenen Veranstaltung bildeten die Leiterphrancideic der Müdchen.nbteilung des Jüdischen Turccr-ercius 1005. So konnte man mit dem Verlauf dieser dritten Veranstaltung der „Vis" wohl iit allen Feilen zusrieden sein. Hoffen wir, das; das junge Unternehmen ziellewnßt aus diesem Wege weiter fortschrciten und das ersehn:e Ziel, die Schaffung cin.es neuen eigenen Sportplatzes, bald erreichen möge, - W, K, Chsokratie :;f €rdsn. Ter ,/W ehrwol f" regt f i ch a u f. Ter „Wchrwols" ist außer sich. Er hat fest gestellt, das; die Nabvitier die p 0 l i t i f ch e n Führer des SQ c 11 j u b e n t u m § s i n d. Tie Juden stehen also unter einer politischen P r i e st e r h e r r s 6} a f r und sind so f r em d ft a atli ch e Organisationen in allen Staaten. Woher weist der „Wchrwolst das alles? Tie „I. P. Z." hatte von der 21. Konferenz des orthodoxen Rabbinerverbandes von Amerika und Kanada berichtet, ^wobei e§ hiest, der Verband habe auch eine gewisse politische Arbeit geleistet, §. B. bei der litauischen Negierung in Fragen des Nt i n d e r h e i t e n r e ch t s interveniert. Also, weil kannbische Rabbiner für litauische Juden eintreten, hat das Jndow tum eine W e l t t h e 01 r a 11 c. Was bedeutet es dann, wenn in politischen Verbanden p r o t e st a 11 t i s ch e G e i sr l i ch c führend ' arbeiten, Zeitungen unter Leitung von Domp r e d i a e r u erscheinen, „W e h r w o l f" - W c i i) c n unter geistlicher Assistenz erfolgen. Kardinale politische Ansprachen halten? Wenn der „Vehrwolf" recht hat, dann ist die Theokratie auf Erden längst wieder gegründet. Tenn die Geistlichen aller Konfessionen nehmen an der Politik Anteil. Und niemand wusste etwas' 'von der Erfüllung der Verheißung, bis der „W e r w 0 l s' d a h i n t e r l a m. Ridens. Anläßlich des 20fäst.rügen BeWWS begeht dcr Turnverein Berlin 1905 am 18. April sein Stistunasstst in den Arnims-Festsälen, Kornmandantenstraße 5859, abends 75s Hör. Ansprachen, turnerische Veranstaltungen und Volkstänze werden den offiziellen Teil aussüllen; anschließend Ball und Kabarett- Karten 5 2,50 Mark sind beim R. j. F. Bezirk Nord, Burgsiraste 26, Zimmer 9, bei Tarniti, \V 50, Würzburger Straße 3, und bei Manasse, X0 55, Esmarchstraße 9, Zu haben. Abendkasse findet nicht stakt. Eine sportliche Feierstunde der „Vis". A Wieder einmal ist die „Vis" (Vereinigte Uebungsstätten jüdischer Sportverbände) mit einer großangelegten Veranstaltung im Großen Schauspielhaus in Berlin an die Oefsentlichkeit getreten, um von neuem Zn beweisen, daß der Sportgedanke auch in der jüdischen Jugend festen Fuß gefaßt hat. Ueber 300 weibliche und männliche Teilnehmer legten Zeugnis über die auf sportlichem und turnerischem Gebiete geleistete Winterarbeit ab. In der Jdeallosigkeit und dem reinen Materialismus der heutigen Zeit wollen und müssen wir den Leibesübungen eine erhöhte Stellung einräumen. Zum Glück können wir sagen, daß auch die breite jüdische Ocffentlidjfc£t beginnt, dem Sport die Stellung einzuräumen, die ihm gebührt. Im Wettkampf mit den anderen christlichen Sportsleuten soll und muß gezeigt werden, was die Energie und Ausdauer der Juden nach fleißigem Training zu leisten vermag. In dem gleichen Maße wie der finnische Meisterläufer üiurmi durch feine Rekordleistungen im Ausland fein Vaterland zur Geltung gebracht hat, in ähnlicher Weise muß die jüdische Jugend den Antisemiten ihre Leistungsfähigkeit vor Augen führen, um so endlich einmal das Märchen von der körperlichen Degeneration des Judentums zu zerstören. Die sportliche Feierstunde der „Vis" zerfiel in einen musikalischen und einen sportlichen Teil. Das Protektorat über die Veranstaltung hatte der Berliner Oberbürgermeister Dr. B ö ß übernommen; in seiner Vertretung er off nete Herr Ober ma g i stra t sra t Dr. Häusler die Veranstaltung mit dem Wunsche für gutes Gelingen des großen Werkes der „Vis". Die ausgezeichneten künstlerischen Darbietungen von Professor Alfred Wittenberg ((steige), die Gesangsvorträge von Frau Paula Wernbaum und die NcZiiation.cn von Herrn Ludwig Hardt wurden mit großem Bestall ausgenommen. Anschließend daran folgten die Volkstänze der Mitglieder der Deut sch - I ü d i s ch e n Ingcndge m einschaft, die Fahnen ü b u n - Oen der Mädchenabteilnng und die Freiübungen der Damenrr n d M ä n n e r a b t e i l u n g des Turuooreius „Bar Kochba". Sehr^ gut gefielen die Jiu-Jitsn-Schaukümpse der Jiu- Jitsu- Abtoilrmg de? llc e i ch s b u n d e s jüdischer Frontsoldaten, die ilns in die edle Lkunst der Selbstlx-rteidigung einweihten. Großes Können Zeigten daraus die Mitglieder doS ^o.r t e l l - E 0 n 0 e n t s der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens (fl. Eck im fdhucrcn Säbelfechten und die Vertreter des jüdischen Fechtklubs „Bar Gwra" im Nochmals: Die Caguag vö'lkrfchsr Gsrstlrchsr. In Nr. 12 der „E. B.-Zeitung" hatte Frau Leuka v. Ko erber über eine Tagung völkischer Geistlicher in Leipzig berichtet, die geeignet war, lebhaftes Aufsehen zu erregen. Der Aussatz iußte im loesentlichen auf einem Bericht, der im „Neuen sächsischen Kirchenblatte" erMenen war. Wir erl/alten nun von Herrn Pfarrer Walther Vogel in Leipzig-Stötteritz eine Berichtigung, der wir aus Gcrechtigkeitseründen gern Raum geb<u, obwohl sie in keiner Form den preßgchetzlichen Vorschriften entspricht. Nachdem Herr Pmrrer Vogel für den ersten Bericht einen als Gast zu der Tagung zugelasscnen jüdischen Studicnassersor verantwörtlich macht, schreibt er das Folgende: Am Schlusie Ihrer Kritik über die Tagung völiism gesinnter Geistlicher in Leipzig bstßt es: Zu allem llebersluß enthält der „Bericht" (nämlich der im „Neuen sächsischen Kirchenblatr") Zürn Schluß noch den von Maurenbrecher als Pastor Unterzeichneten Antrag:^,.T-le Gleichberechtigung der Jgrden zu vernichten." Das soll den schein cnoecken, als habe sich die Tagung zu diesem Antrag geäußert und diesen angenommen. Tatsächlich findet sich dieser Antrag aber nur in einer vom Berichterstatter, Franz Lösch, vorher erwähnten Schrift Theodor Fritschs, die ohne Wichen des Versammlungsleiters Zur Verteilung gelangte und über die bei der Tagung kein Wort laut wurde. ^Die Tagung hatte sich nicht chnit staatswisierstchastlichon Problemen, sondern mit rein religiösen Fragen Zu beschäftigen, die wohl die evangelische Kirche, nicht aber die jüdische 8l]uaqoqe berühren konnten. Das gute Recht der Juden, das Alte Testament indisch zu verstehen, ist ausdrücklich als berechtigt anerkannt worden: wir evangelischen Christen nehmen uns aber die Freiheit, das Alte Testament auf unsere Weise zu verwerten. Wollen Sie uns dieses Recht Ihrerseits streitig machen? Wo bliebe da die Toleranz?!" — Soweit Herr Pfarrer Vogel. Sclbstoerstäudlich stellt es den evangelischen Christen völlig^ frei, das Alle Tcstanrent'nach ihrem Gutdünken Zu wertcrn Wir jüdischen Den-schon aber lassen uns nicht die Freiheit streitig machen, uns gegen die maßlosen Angriffe, von völkischer Seite gegen die uns heilig.- Bibel mit aller Kraft zu wehren. Wenn in völkischen Schrifieil weh emo: et wird, das Alte Testament sei nichts weiter als ein Lehrbuch für Gauner und Betrüger, und wenn alle angeblichen jüdischen Schwchtigkeiicn im Alten Testament vorhanden sein sollen, so lverd-en wir gegen solche Verunglimpfung der Heiligen Schrift mit größter!lcl>:xzeugungötreuc anlämpsen. Wir nehmen an. daß Herr Pfarrer Vogel die Schriften eines Niedlich, Andersen, Dinier, D 5 l! i n g e r, und wie ne alle heißen mögen, genau fennt^ imb weiß, wie in ihnen "Altes Testament und jüdische Neiigion mit Schmutz beworfen werden. Wenn sich ernste evangelische Geistliche solchen Bestrebungen nällern. so nckrd man cs uns wohl nicht lwrübeln, daß wir über diese Tagungen berichten. Sollten sich Fehler im Berichte befinden, so bedariern nur dies nnd sind jederzeit bereit, Jrrtümer richtigznstcllcn. — Eine ruhige, aber scharfe Ablehnung erfährt übrigens die Tagm.g auch in der „Allgem. Evang.-Lutherisch.. Kirch-enzcituna" Nr. 12. So. 205.

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