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Central-Verein-Zeitung · 1925-03-27 · 13 (27.3.1925) · p. Seite 227

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
13 (27.3.1925)
Date
1925-03-27
Page
Seite 227 (sequence 13)
Language
German
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227 ,Wenn öle alten Türme stürzen." Ern neuer W v l z o g e n - R o m a n. Bon Iodocus Fidetmau n. „Oler dari der Tichtcr die Feder aus der H.md legen. Tie Forts.jmng l]at_ die CvcKi):d;tc geschrieben" — so lautet der Schluß des Nomons „Bern, der 'j.KiUuiract", womit sich Herr (yrnft u. Uö o l z 0 <1 e n Aüue 1924 L'cftccft hat. Folglich 'nahm er ak-balo die Feder ,vir Hiud .Onnb und f ci} rieb selber die Fortsetzung, mit einer tn1u3at1rtia.cn Cfin= IeitKiif', dst auf das hau Pk st all, die Partei- und Rassenhetze. vorbereitet, br roechselt von einem Verlag zum anderen, damals Bruunenverlag. zturl Vsiuctler, deutschnatioualer H atcutreu zobservuuz: je in Tr. (inslcr n. Go., der im L e u: i - M ii r j rt) n c r verzeichne: in. Vluri) feine H a 11 u it g zu in H a i f e r crfäiivt einen -ival;!*'!. T a in a l s L-ifeutc* und geiferte er gegen Vsithelm II.. ah gegen den Gönner und Günstling der Juden, unfähigen Lwuermann. Paradegigerl, Jutiinen von „.Gofmicheu, Börsenjudeu und machtgierigen Trmrgewalligeu", dessen Abdankung längst hätte erzioungen werden um neu: jetzt sagt, er ilnn zwar auch noch nach. das; ihm „das tliugende Bsort und die grobe Gebärde immer über alles gegangen war", llagt aber zornig. ■ dag es ihm. dem -staiser, „am Tage des Ju-ammenbrnchs nicht einmal vergönnt war, mit einer heldischm Gene vom Rriegsststau platz ubzulreken, lveil das lehG Irene Bataillon nicht vorlmndeu war, an dessen Lpitze er in den -rod reiten lvunle". Tamats lam alles. uoie es rammen mußte. als Folge der nstlhelministhen Mißregierung: jetzt ist der Ü. JaU'cmber Uns „die traurigste aller Revolutionen', l luve rändert dagegen sind die Spekulationen aus niedrige Sinnliciu f :it, kokette? Spiet mit verschiedenen Rlnndarten und arisch--voll ische Giftipritzer gegen Juden und Fnbeugeuosson. '..Bon sonnigem Humor überglänzt" ist der Roman „Venu die ntien Tür me stur zeuch wird aus dem llmstglag versichert. Tollte etwa der s 0 nnige H u m 0 r Ivi der Schilderung der Katastrophe einsetzen? T e n d e u z , a u s d r i u g l i cl; e u n b v e r 3er mibe 'Tendenz i ft alle s. E s ist nicht wahr, bas; der «Uaifcr bereit war. den Tod aui dem Lchlachtfeld zu suchen, aber lein treues Bataillon finden tonnte. Wilhelm II. selbst hat in seinem Buch ..Ereignisse und Gestalten', Leite 2Zch wörtlich geschrieben-. ,.T.e höheren Führer meldeten übereinstimmend, der Geist der Truppe vorn sei gut'und zuverlässig", und l;ot die Gründe entwickelt, die ihn davon abhielten, die -Kolie des Äercingewrir zu spielen oder Selbstmord zu verüben. Oberstleutitant Ni ema u if Ü^eridjtet in seinem Buch „Weiser und Nevolnlion". gegen den Feind dran Heu heldenhaft weiterzukämpseu. seien die Truppen cntfiijioneii gewesen. Aber Tollte der Baiser „nch im Granattrichler duci'eu, mn vielleicht als hilflos Vecstümmeüer in Feindeshaud zu fallen k" In feiner neuesten Lehrist „Tie Entthronung" erklärt Riemann. der Berrrauensmanu des -Musers, ausdrüelüch die Unzuverlässigleit des Lturmbamiilons für „gemeine Verleumdung" und sagt: „IKit einer B erzweislungsrat gegen sein Leben hätte der Baiser die Rriegsschnldlüge . . . anerkannt. Gr durste deshalb nicht sterben, sondern mußte leben." Also ist die „von sonnigem Humor überglänzte" Tarslektimg des Herrn v. Bsolzogen schwinde!. Aber „ich bin tatsächlich ein Teklaiüerier". erzählte der Baron in seinem vorjährigen „Roman": er in nicht nur mit seiner Familie, sondern mir seiner ganzen Baste, seinen adligen Standesgenoffen, alten sogenannten bebereu Elementen. Stützen von Thron und Altar, Abonnenten der „Rreuzzeitnng". gennnnngstüch-igen Angehörigen der (damalsl herrschenden Oberschicht zerfallen. Gr. der hervorragendste seines Geschlechts. Und weshalb zerfallen? Erstens weil er Bsilhelm II. als Lenker des deutschen Lchietfals für gefährlich halte, zweite:»?, weil er „daneben geheiratet" habe. Indem er die Bekenntnisse über die Ta neben hei rar einer Tame in den Mund legt, ändert er teunn mehr, als ein „Schlüsselroman" erfordert. Tie — zweimalige — Tanebenheirat ift eine arischst irdische Bäschehe. Motiv i „Vielleicht war es die dentsthe Borliebe für das Cfrotiulic und überhaupt für altes Fremdartige, vielleicht eine gewisse erotische Pikanterie. Ich glaube, es ist dieser geschwinde Geist, die moralische Ilugebnudenheit, die Eigenart des jüdischen Mitzes, lvas mich d<L reizte!" Das freilich muß Herr v. Bllolzogen aus eigener, mehrfacher Eheerfahrung wissen. Und die Moral von der Geschichte ist selbstverständlich die vollkommene Unversöhnlichkeit der Rassen, der Abscheu vor der „höhnisch grinsenden Iudeusratze". „Bedenke, :ver vom Juden frißt, der muß am Juden sterben"; so schließt er ein sinniges Ltammbuchlied, anscheinend ohne Erinnerung, wie oft er, der Freiherr Gruß v. Wolzogen. der lleberbrelller. bei Inden und Jüdinnen gegessen und in jüdischen Häusern zu Gaste geivesen ist. Aber es ist richtig, er war und ist ein „Teklafsiertcr", und das kann er seinen Llandesgenosseit nicht verzeihen. Gr rächt sich, indem er in Len Mittelprüilt seines neuen „Romans" Grasen und Fürsten, Grlauchte tmd Turchlauchte von einer geistigen und sittlichen Bertommenheit stellt, die eigentlich die bayrische Rateregiernug und die „traurigste aller Revolulioneu" rechtfertigen müßte, hier handelte es sich nicht auch bei diesen Lchitderuugen uni falsche BcraUgemcinerungen und lvüste llebertreibuugeu. And bei alledem schwitzt ihm unvertennbar der bornierte Adelsstolz aus allen Poren, rvie bei Alcibiadcs durch die Löcher seines Gewandes die Gilclleit zullte. Auch der Titel des Buches „Bseun die alten Türme stürzen" ift nichts als rasserein-arische Eeschästsmache. In „Lem" hatte Herr Ernst v. Wolzogeu den Gipfel unfreivoittiger Bomit erreill)t. indem er die „Geheimnisse der Bsciseu von Zion" nicht nur ausschaltete, sondern übertrumpfte, in jenen für eine Gnmmjzelle in Talldorf legitinuerenden Szenen vom Trden B n e i B r i t h. Gr halluziniert Lihungen mit einem Ritual, das mit deru Buei Brith auch nicht das mindeste gemein hat, sondern den — christlichen Freimaurerlogen entstammt. 'Richt zu reden von der „BahaUa, der geheimnisvolten Oberleitung der jüdischen Propaganda zur Vorbereitung der Weltherrschaft". Mit diesen Ausdünstungen eines erroeichten Gehirns wechseln Lchweinigeleien ab, zu denen Gnlenburg und andere Hvfleute als 'Modelle mißbraucht werden, und Lcitlüpsrigteiten über die Erziehung zum normalen Geschlcchtsverkeljr. In dem neuen, „von sonnigem Humor überglänzten" Werk „Wenn die alten Türme stürzen" wird dieses anmutige Thema abermals reichlich zugrunde gelegt. Für den idiotischen Grbgrasen wird ein Rezept verschrieben: „s)la, ich meine, ihm eine moderne tllinon de l'Gmilos als Erzieherin zu verschaffen," und die Bnr wird mit liebevoller Ausführlichkeit geschildert. Vom Orden Buer Brith und der llaha'lla iß dieses 9LUat nicht die Rede — wie schade! Ta für wird vom Alten Testament erzählt, daß es „als Littengesetz doch wahrhaftig war für ein Volk von Wüstennomaden, für cingcteuselte Juden denkbar" sei. und daß in Breft-Litoivsk deutsche Generale sich mit „talmudisch geschulten Rlankespinnern" an einen Trsch setzten, und daß München „unter der Gewaltherrschaft eines eitlen, d i ch t e l n d e n. alten Jude n" stand, der endlich „der Bügel eines zornerglühten Jünglings zum Opfer" fiel. Wie alt war doch Kurt Gisner. als er ermordet wurde? Avölf Jahre jünger als dazumal Herr Ernst v. FWolzogen, noch nicht T>2 Jahre alt. während der dichtelnde BBrsatler der „Stürzenden Turnte" in wenigen Monaten das biblische Alter erreicht. „Ah, bah. sie ift nicht tot!" laßt Herr v. Wolzogen einen russischen Fürsten, der sein Vermögen in Monte Earlo dnrchgebracht hat. von seiner unehelichen Tachner sagen: „ne ist mein Blut. Lie wird leben für die Rache wie ich. Sie hat dasselbe erlebt wie ich: G h r i st e n^p 0 g r 0 ni c der sieg e s k r ü 11t c 11 c 11 I u d e ns ch a f t. Sie hat gestchen, wie dieses -auserwählte Volk Jehovas Rache nimmt für Unrecht, das vielleicht vor vielen Jahrhunderten an ihm verübt wurde, vielleicht auch nicht Unrecht, sondern. nur gerechte Vergeltung . . . Sie wird leben wie ich, bis die stunde der Vergeltung kommt und sie an dem W e r ke der Rache teilnehmen kann."". . . Alw die Juden sind die Urheber, nicht die Opfer von Pogromen. Und einen andern seiner Helden laßt Herr Ernst v. Wolzogen die Masse au reden: „Rindviecher seid ihr, saudumme Trotteln. Schau Es euch die Leut an. die wo euch kommandieren wollen. In München sind'? a paar hergelaufene I u den lumm el, und hier ist's ein 'preußischer / / m-r I! '.9 1 o ‘0/ ' / , I & l 1 r~^\ r~=i m> n " l j / 7 & i i

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