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Central-Verein-Zeitung · 1925-02-13 · 7 (13.2.1925) · p. Seite 131

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
7 (13.2.1925)
Date
1925-02-13
Page
Seite 131 (sequence 13)
Language
German
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131 Endgültiges bietet er hier nicht. — Daß SUmuaun auch sonst stark übertross'en rverdeir kann, dafür möchte ich das berühmte Klagelied Davids heranziehen, das sogenannte „Bogenlied'ü Wenn es bei Luther heißt „Wie sinchdie Helden gefallen im Streit", so scheint es mir keine starke Berbenerung. wenn Sturmann in zwei Zeilen seht: Wie sind die Helden gefallen Im Streite. Dieses poetische Dativ-E wir.kt recht schwächlich. Wieviel stärker klingt es in einer neuen Ucberfetzung: „Wie sind die Helden gefallen im Lturmgaug des Streits". Und wenn Sturmann'schließt: Wie sind dahin die Mächte des Streites!", so heißt es unendlich viel sinnlicher -und starker in jener Hc'lTrjcfutmj: „Zerstampft die Wehren des Streits"-. Diese eben zum Vergleich herangezogene neue Uebersetzung ist von Friedrich Wolf aus -dem Buche „Das Heldenepos des;>( lten Bundes" (Deutsche Verlagsanstalt). Diese Arbeit berührt sich nur in ganz wenigen Punkten mit der Sturmanns und ist sonst, wie ja schon die beiden Titel zeigen, eine sehr interessante Ergänzung. Denn Friedrich Wolf bebt aus bem ungeheueren alten Schatze gerade nicht die lr,rischen Perlen hervor, sondern das epische Gut. Das Epi'che -nimmt nun Woli in einem noch ganz 'besonderen engeren chu\: das alte kriegerische Heldenepos will er Herausstellen, „Die Edda des Alten Testaments." So greiser vor allen Dingen in das Buch der Richter und siudet hier die Stücke alter, wilder Heldensagen, die nicht ohne Kühnheit. aber doch auch nicht üi)ite Nechr aus dem llriert herausgebrochen und in freien Arrangements borget ragen werden. Da leben mm die wilden alten Sagen von Ehud dem Vinkser, der dem feindlichen &önig in seinem eigenen Palast das Schwert in den Bauch stößt, von Jephta, dem Näuberhauplmann, von S i m f o n, der 300 brennende Füchse in die Weinberge der Philister jagte. Es wird für manche erstaunlich und für viele lehrreich seil!, wie in dieser frühen Zeit des Judentums das schwertfrohe Geckentum, die Begeisterung für Kriegsgewalt und Kriegslist genau so lebendig ist wie in einer allen germaui''chen Sage. Allem vöttischeu Wahn zuni Trotz gibt es auch hier durchaus keinen ursprünglichen Unterschied der Wesensaulage zwischen -den Völkern. Es gibt nur verschiedene Kulturzeitalter! ltnb freilich schon in dem einheitlich großen Bau der Saul- und Davids-Sage, die Wolf den Büchern Sanurelis gioch entnimmt, wächst das jüdische Menschentum in eine geistigere Sphäre. Die Daten des Bluts, der persönlichen Wildheit und des nationalen Kampfes beginnen unter die Herrschaft einer höheren Idee zu treten, die Beziehung aller Schicksale ans die rechte Verehrung (Lottes hebt an. — Zu den Zeilen Ehuds sind die Juden auch „völkisch" gewesenes wäre wohl kein Gewinn für die Welt, wenn sie ans diesen Standpunkt zurücktehren sollten. Als ästbethelles Schauspiel aber mag man diese großzügigen Ausprägungen altwilder Kraft wohl genießen, wie sie Wolf uns darbietet. Sprachlich hat Wolf (der sich nur im Lied der Deborah und im Davids-Lied mit Sturmann begegnet) einen viel schwereren Kamps gegen Luther. Dessen mächtige Wortbildung bleibt gerade der epischen Wirtuug selten etwas schuldig. Wenn bei Luther Simwn spricht: „Ich habe einmal ein rechte Sackje wider die Philister", so scheint mir das einfacher und stärker, dichteru aller. als wenn Wolf sagt: „Diesuial Hab' ich ein Nr.'ach gen euch Philister." Das ist musikalisch und Poetisch, aber leider geziert und de^balb kraftlos und unwirksam! Auch wenn es bei WoE heißt: „Die Stricke Simsons sielen ab, wie Faden, an denen das Feuer roch", so schein: mir das bis zur Unsterblichkeitkünstlich: und Luthers altes „Faden, die das Feuer versengt hat" ist mir -viel lieber. ^Natürlich gib: es auch einzelne Wendungen, in denen mir Wolfs spracherneuerungen vorzuziehen scheinen. Und das ganze Buch behält jedenfalls schon durch die Eigenart und Kühnheit feiner Auswahl einen großen Anregungswcrr.' Zu diesen beiden Nachoichtern 'sei ein Dichter gestellt, — einer der Vera Mw ortuu gtzvo ll s te n und kraftvollsten Wortkünstler, die wir heute in D-euLchland haben: Hans Franck veröstentlicht einen Band „G o t t g e s ä n g e", in einer Ausstattung von höchst würdiger Pracht, im Verlage Walter ^eisfert (Heilbronn-). Es sind ,,zwöE hthapsodien" über biblische Themen; nenn sind dem Alten, die drei letzten dem Neuen Testament entnommen. Es ist zuweilen ganz freies Weiterdichten biblischer Motive, wie im Gesang vorn Gottsucher Jakob -o-der in dem von den drei Männern im I-euerofen. Es Frohe und gesunde Kinder /I liai )eüs Butter. 6,6 ihren Lieblingen Suppen, Breie .w-.ü cund Puddings mit R&rr.cgen zubereitet. Vorschriften \ y frei und unverbindlich durch Deutsche Milchwerke A.-G.3 Zwingenberg (H.). DIE DEUTSCHE UiEBT-ZlöflRETTE Ich I'hi aU Nechisanwalt beidemLimrs-u.LctndcrtbchimPochum jUßciaFni. Mein Bureau befmbet sich Bochum, Arttdtstr 6 ße 7. § enrrnf 2 2 l« 7. ür. jar. Alfred Lohn Nechtsanwal!. fr U- Bas früher im Verla? tob J. ünitentnr; I Ci'schienc!.« Werk des bekannten Atzti-s t Dr. J. Weigl | Ute i t£) » ist von uns neu aufgelegt worden, j Eine Einführung in die rcli- \ giös - sittlichen Gedankenl gäng'e der jüdischen Religion., eine Studie des Judentums von einemKichijuden. Preis brosch. 31.3,75, gebd. M.4,25 Mo Veii m lidaoSasg fi.ra.6J. Eei Sin StVüS, Lindenstr.!3. I)O:ihrpff:*50t 'C~5IP'T’i Crr^v? rsss •fl3? Bewahren Sie sich vor Schädigung durch Venvechslung unseres Unternehmens m\i ähnlich klingenden, vielversprechenden Verlags- und Buchilfeln v ■■ > V/-, hy Beantragen Sic Ihre Aufnahme in das Branchcn-Fcrnsprcclibuch für Gross-Berlin und die Provinz Brandenburg einschliesslich Grenzmarken Posen und Wesipreussen 5. lahrgang / Ausgabe 1925 Redaktionsschluss: 15. 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