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Central-Verein-Zeitung · 1925-01-29 · 5 (29.1.1925) · p. Seite 88

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
5 (29.1.1925)
Date
1925-01-29
Page
Seite 88 (sequence 15)
Language
German
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88 vorher unnachher. Erfahrungen m i t völkischen S chuldne r n. In den letzten Monaten erhalten \vnx wiederholt Abschriften von Briestoechseln., die sich zwischen jüdischen Gläubigern u n nichtjüdis ch e n Schulder n entwickeln. T ie Dinge lausen gewöhnlich so, daß der jüdische Gläubiger, der selbst in einem Tcutschland völlischer Träume das Recht beanspruchen wird, für gelieferte Mare Bezahlung zu erhalten, rohe Beleidigungen zu hören bekommt, wenn er auf Bezahlung der ihm geschuldeten Summe bestellt. Auf die völkische Gesinnung gewisser Kreise wirst es ein bezeichnendes Licht, das; sie sich sehr wohl vom jüdischen Geschäftsmann Waren borgen, ohne ihre Gesinnung hervorzukehren, daß sie aber ans einmal sich als kratzige Judengegner gebärden, wenn ihnen ein e n e r g i s ch c r M a h h - i x t € f ui § Haus l o in m t. Man sieht: „eine vornehme Gesinnung". Tie jüdischen Geschäftsleute, die sich derartigen Schmähungen nicht oussctzen wollen, gehen vors Gericht. Wir besitzen mehrere Gerichtsurteile, die klar zeigen, daß die Gerichte solchen völkischen Anstand wohl zu würdigen und zu ahnden wissen. Aus der großen Fülle des Materials wollen wir heute nur das folgende- Beispiel unfern Lesern unterbreiten und hoffen, daß es dazu dienenmöge. Leuten, die Aehnliches beabsichtigen'. rechtzeitig Anstand im Verkehr zwischen Gläubiger und Schuldner beizubringen: Eine Firma im Harz war einem jüdischen Kaufmann eine aroße (Äldsnmme schuldig geblieben. In höflicher Weise um Zahlung gemahnt, antwortete sie: „Wir empfingen Ihr Schreiben vom 20. dieses Monats und bemerken zunächst, daß der Ton, in dem Ihr Geschreibsel gehalten ist. so echt jüdische n M a n i e r e n entspricht, für die eben in Deutschland absolut keine Sympathie herrscht und die anzuwenden das Deutsche Reich nicht der geeignete Platz sein dürste." Der Schreiber dieses Brieses wurde wegen Beleidigung belangt und durch das Amtsgericht in Beverungen zu 6 0 0 Goldniark Geldstrafe verurteilt. In seiner Begründung führt das Amtsgericht n. a. auZ: „T<r Angeklagte hat in bewußter Weise dieGrenzen des Rechts zur Wahrnehmung berechtigter Interessen überschritten und hat die sachlick)? Dijseren^, welche er mit der Privatklägerin hinsichtlich der Cession hatte, dazu benutzt, dne P r i v Lt k L ä ge r i n zum Gegenstände einer Judenhetze zu mache n." Die „überparteilichen" Hauernhochschulen. Mit keinem Wort wird in unserer gegenwärtigen Zeit ein solcher Mißbrauch getrieben, wie mit dem Schlagwort „überparteili ch". Jeder Hanswurst, der sich an einer linksgerichteten Partei reiben zu können glaubt, nennt sich „überparteilich". Die wiederauferstandene „Deutsche Dorszeitung" schreibt an der Spitze ihrer Einsührungsnummer, daß sie stets „über den Parteien stehen werde", und zum Beweise dafür, wie diese Ueberparteitichkeit aussieht, gibt sie auch gleich einem Aussatz von P. Tonscheid, dem Leiter der Kauern hoch sch ule zu Henken Hagen bei Kolberg, Raum. Dort erfahren wir, daß der Begründer der Bauerrchochschuken der Bauer Bruno Tanzmann war, „eine wagemutige Wikingernatur, die im allgemeinen ^umpf der jüdischen Revolutionszeit das Neuland für den völkischen Ausbau im rassisch und geistig gesunden Bauerntum entdeckte. T.", so heißt es weiter, „nahm den Urwaldboden des von Revolution, Grojzstadt und Judentum noch unberührten Bauerntums unter den Pflug", und es wurden durch seine Propaganda Bauernhochschulen in Sachsen, Teutschböhmen, Mecklenburg. Pommern usw. gegründet. In diesen „überparteilichen" Bauernhochschulen sieht Tonscheid „die Schicksalsjrage unseres Volkes". Sie seien im Gegensatz zu den Heimatschulen Schleswig-Holsteins „eingestellt ans Vaterland!, scheu "und völkischen Aufbau der zukünftigen großdeutschen Staats, cntwicklnng". Ans diesen Hochschulen müßten die zukünftigen Führer Deutschlands hervorgeben. Ta „Adel und Bürgertum abgewirtschäftet" hätten, käme dafür nur noch das Bauerntum in Frage. „Die Revolution und das heutige Geschwätz der Demokratie", sagt Tonscheid, „sind die letzten Todesnrknnden des alten FührertumS. Der städtische Arbeiter, der Proletarier, der durch die Revolution zur Macht gelangt war, ist eine Drahtpuppe in der Hand internationater Machte und hat keine Eigenschaften, die ihn zum Führer befähigen. Leine Herrschaft war eine vorübergehende Anmaßung." - VIts Hauptaufgabe der Bauerr'.hochschnleu 'steht dieser Hoch'chullciter die Gharatterbildung der Bauernjugend im 'Alter von 16 bis 25 Jahren an. Man kann sich nach den hier nuedergeaevenen Gedaickenpröbchen ein Bild davon machen, iuic hier der bcharatter unserer zulünstigen Führer gebildet wird. Die posensr Iuösn 1§48. Eine Jus ch r i f t. Darf ich im Anschluß an den schöne:: Auö'atz von Berthold H aase „D i e P o s e n c r Juden" („(:•. V.-Zeitnng" Ar. 2) ans eine charakteristische, nicht allgemein bekannte Episode aufmerksam machen, die ausgezeichnet illustriert, wie in den kritischen Verhältnissen des Jahres die Inden in einem viel höheren Maße als die Beamten die Träger und Erhalter des Deutschtums in der Provinz Posen waren. „In der Stadt Krotoschin hatte es der Kgl. Landrat mit den Polen gehalten. Hoch zu Roß -durchritt er die Ltadt, die Verbrüderung der Deutschen und Polen verkündend. Ans dem Markt veranstaltete er eine Vollsrerfamm-lung und hielt in ihr eine Rede des Inhalts,-daß eine neue Zeit angebrochen sei. Des zum Zeichen bi c ß er v o m R atha n s d e n p r c it ß i s ch e n Adler entfernen und an seine teile den polni. s che n an bringen. Die Beamten flohen, und der Bürgermeister stand ratlos da. Als nun die Polen sich der städtischen Verwaltung beinächtigen u-olUen, griffen die Inden allein mit Energie ein. cie entfernten den polnischen Adler und ein Mann aus ihrer Mitte, L. Benas, begab sich anss Rachaus und fragte den Landrat Bauer, was dies alles zu bedeuten habe. Auf dessen Redensarten bedeutete ihn Benas, daß er ans dom Rathaufe nichts zu suchen habe, und zwang ihn, sich zu entfernen. Als er dann mit einer Reihe von polnischen Edellontcn in einer Gastwirt'chast eine neue polnische Stadtregiernng aufzumachen versuchte, trieben jüdische Jünglinge sie auseinander und jagten sie zur Stadt hin» aus. co retteten damals die Inden, als alle anderen versagten, die Stadt für die Deutschen." (Nachzulesen bei Hepuer: „Aus Vergangenheit und Gegenwart der Juden in den Posener Landen.") O f s e n b a ch a. M. Rabbiner Dr. Dieneman rr. schwindet bei Gebrauch vo» Dr. Herzbeegs FUCOPOPLÄT IMii §3ED Nrnne gcfevlii) gcfchäkt. Natürlich und unschädlich wirkende vegetabilische En 1 fcttnn gSt abletten Senarnlvertrieb: Bellevue-KpOLhallc»» Berlin W9. PückUNg 3H. 4,35. Man r erlange anLsüb.rliche Literatur. pückUllg AI. 4x35. 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