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Central-Verein-Zeitung · 1925-01-23 · 4 (23.1.1925) · p. Seite 65

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
4 (23.1.1925)
Date
1925-01-23
Page
Seite 65 (sequence 17)
Language
German
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es Groß-BseMee Mttglirher! Hüiiumiiiiünii.’iMiiiiitmi.iiiHniiii! Hiiimüiiüimtimmiiiimuuiiiiumimi.iitiiKmtiiüUüif vereint alle unsere Miigliedev, Freunde und Gesinnungsgenossen nebst deren Angehörigen in vereint alle unsere Miigsieder, Freunde und GesinnungS H 1 u z i i U 1 roßen Mil Sonnabend, den 24. Januar 1925 Schulaula Brandenburgftraße 37 (nahe Moritzplatz): Ansprachen, Reztzotionen, Gesangs- und Klavier* vorträge, Llchtbilöervortrag. Liegin n 7lj2 Uhr. Eintritt frei. Montag, den 26. Januar 1925 Spichsrn-Säle, W 50, Spichemflraße 3 11 Ö ÜI? V ^4« 4 'gMiWÄRN v Q ü y v w Für Deutschtum unS Zuöenium-Gegen VolksgememSe und Natronaljuöentum Nach den Referaten: Freie Aussprache! Beginn S Llhr. Eintritt frei. Dienstag, den 27. Januar 1925 Da viele hundert Frauen unserer ersten Frauenversammlung wegen Ueberfüllung fembleiben mußten GKh/Mmm Heile gro im Oberlichtsaal der Philharmonie, Lemdurgerstr.22 Ansprachen unserer Führer innen und Führer Beginn 7'l2 Uhr. Eintritt frei. Neuer künstlerischer Teil. Donnerstag, den 29. Januar 1925 Lehrervereinehaus, Alexanderplah Für Oeutschtum und Judentum—Gegen Bolksgememöe und RaiüNLljuöentum Nach den Referaten: Freie Aussprache! Beginn ö Uhr. Eintritt frei. Redner: Iustizrat Brodniyvr. Margarete Edelbeim, OSkar Deimann vr.Ludcvr'gHolländev. OttoI.Kraft, Denrielte May. vr. Paul Nathan, Minna Schwarz, Arthur Schweriner. Landgen'chtscat Stern, Life Stern. Arnold Stein, vr. Ludwig Lieh, Rechtsanwalt Ferdinand Samoje, Iustizrat Sonnenfeld, Rabbiner vr. Weyl, vr. Wiener, vr. Bruno Weil, Louis Wolff, vr. John Werlheim u.a. Künstler: Opernfangerin Thea Bieber (Staatsoper),ki.Hella Eitron (Tanz),KlaviervirtuoseSiegfr;edLewy, Klaviervirtuose Paul Lichtensiern, Opernsängerin Vera Löwe, Lotte Rosenbaum-Schwarz (Rezitation),Konzeritänger vr. Frih Salomonski, Opemsängerin Betty Margarete Straßner, Carola Zellenka (Geige) u.a. f MRaUOchlH öieserAerüstflaliMgen! SWeLMlommsst! . Die Mischehe. Statistische Unterlagen von Dr. Julius No th Holz. Ein großer Tag in der Berliner Nepräsentantenversammlung wer Der 29. November 1924. Das Problem der Mischehe stand auf der Tagesordnung.. Von verschiedenen Selten wird mit Zahlen zu dieser ernsten Zeitfrage aufgewartet. Um das Problem in seiner ganzen Bedeutung zu würdigen, ist es unumgänglich, zuerst wirklich einwandfreies Zahlenmaterial zu besitzen. Wir wollen daher die jüdische M i f d) e f) c n f ro q e sine ira, aber cum studio an der Hand der Preußischen S t a t i st i k für die Jahre 1906 bis 1922 betrachten. Tabei sei von vornherein bemerkt, daß wir die absoluten Zahlen, die in der Nepräsentantenversammlung als Unterlage für die Debatte dienten, weder anzweifeln noch einer Kritik unterziehen wollen, aber wir halten es für unbedingt notwendig, Vergleichszahlen heranzuziehen, um die Frage zu entscheiden, ob sich wirklich eine Tendenz zur Z u n a h m e der Mischehen bet gleichzeitiger Verringern ng der rein jüdischen Ehen in den letzten Jahren unverkennbar herausgestellt hat. Deshalb lasten wir die relativen Zahlen, auf tairftnd berechnet, für die Zeit von 1906 bis 1922 aufma-rschieren, und zwar für alle Konfessionen, nur einen klaren Einblick in die tatsächlichen Verhältnisse zu erhalten. Die Zahlen der Preußischen Statistik sind um so wertvoller, weil sie den größten Teil des deutschen Judentums betreffen und in ihrer Ausführlichkeit besser als die der Deutschen Statistik die einschlägigen Verhältnisse beleuchten. Zuerst wollen wir uns mit den rein konfessionellen Ehen beschäftigen. Unter 1000 Eheschließungen in Preußen kommen aus: Zahr reincvanculische! rein katholische Ehen Ehen rein jüdische Ehen andere Chen 1906 660 295 8.8 96 1907 595 298 8,8 . 98 1908 593 299 8.4 99 1909 596 296 8.4 100 1910 593 294 8.6 104 1911 591 295 8,6 106 1912 589 295 7.8 . 109 1913 584 299 7,3 109 1914 595 271 6,4 127 1915 , 572 265 5.6 156 1916 563 283 5,7 147 1917 555 298 5,5 140,6 1918 539 314 7,1 139,4 1919 596 279 8,4 116,6 1920 600 267 9 2 123,8 1921 587 272 8^8 132,2 1922 599 250 8.3 142,7 Schon eine flüchtige Durchsicht der Zahlen ,ouf tausend" läßt erkennen, daß drei Perioden sich kenntlich voneinander abhsben, die Vorkriegszeit von 1606 bis 1919, die Zeit während des Krieges und die Nachkriegszeit, also die Jahre, die uns am nächsten liegen. Es ist natürlich, Daß uns 'die rein jüdischen Ehen am meisten interessieren; betrachten wir zunächst die Anteilziffern in der vierten Spalte, die die rein jüdischen Ehen wiederaeben. In der Vorkriegszeit entfallen von tausend in Preußen geschloffenen Ehen aus die rein jüdischen 7,3 bis 8,8, es zeigt sich rin Schwanken von rund einem Tausendstel., und zwar tritt eine Verschlechterung -des Verhältnisses in den Achten Jahren vor dem Kriege ein. Während des. Krieges, besonders im Jahre 1915, ^sinkt" die Anteilgifser der rein jü'difch>n Ehen auf 5,0, womit der Dies stand erreicht ist, um sich in den folgenden Kriegsjahren 1916/17 nur um eine Kleinigkeit £ii heben. Ader, die Wendung zum Besseren tritt schon im Jahre 1618 ein. in dem die rein jüdischen Ehen ans 7.1 von tausend steigen, und 1919 nähern sich die Anteilzifstrn «den aus dem Jahre 1906 und d.nr folgenden Jahren aus der Friedenszeit, ja im Jahre 1920 steigen die Anteilzifsern der rein jüdischen- Ehenauf einen Satz, der den aus den Frieden-Zeiten.ü'bortrifft, um Dann in den 'beiden folgenden Jahren 1921/22 etwas, aber nicht erheblich, zu fallen. Für Die jüdische Gemeinschaft sind gerad? die Ergebnisse aus den vier Nachkriegfsjahren 1919 bis 1922 nicht unerfreulich und lasten die Kassandrarufe kaum berechtigt crjcheirren. Woher erklären sich aber die großen Unterschiede bei den Juden in der Kriegs- und Nachkriegszeit? Es laßt sich nicht leugnen, daß die Begeisterung, die alle Teile und alle schichten Deutschlands während der ersten Kriegsjahre ergriff, die konfessionellen Trennungen in der Gesamtbevölkerung zurückdrängte und der Mischehe großen Vorschub leistete. Daraus erklärt sich das Anwachsen der Mischehen in diesen Jchrerr, wie es in Spalte 5 zum Ausdruck kommt. _ Aber auch bei der evangelischen Konfession bcpern sich die Anteilzissern der rein evangelischen Ehen, und die Anteilziffern der Nachkriegszeit nähern sich denen der Friedenszeit, nur bei den Katholiken halben die Anteilziffern aus den Jahren 1919 bis 1922 den Friodensstand noch nicht erreicht, wobei aber nicht außer acht Zu lasten ist, daß große Gebietsteile mit vorzüglich katholischer Bevölkerung an unsere Gegner abgetreten sind. Zweifellos wurde dadurch das Anwachsen der Mischehen gefördert.

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