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Central-Verein-Zeitung · 1925-01-16 · 3 (16.1.1925) · p. Seite 44

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
4 (1925)
Issue
3 (16.1.1925)
Date
1925-01-16
Page
Seite 44 (sequence 15)
Language
German
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Meöer einras! Nmnänien. Die OeffcntLickkeit der gesitteten Welt wcx froh. sich, in fccn letzten Jahren nicht mehr mir der berüchtigten Juden- Politik der rumänischen RcgierunZ b-ssssen zu naiNcn. Viele und selbst unterrichtete Personlichkcsiten glaubten nn eine Besserung der Lrgc der rumänischen Juden und wollten die vermeintlich fortschreitende Deffcrnng nicht stören. Nun mehren sich aber in letzter Zeit die Anzeichen für eine bedenkliche Bersch lech tcrrruc^ der- Lage. Wir begrüßen es daher, von einer besonders sachverständigen Persönlichkeit einen Bericht über die Zustände in Rumänien veröffentlichen zu können, der Leider sehr trübe klingt. Beachtenswert ist, das; neben den rumänischen. Juden auch deutsche Staatsangehörige die ..starke Hand' der Regierung recht unliebsam zu suhlen bekommen. Der Bericht. Ans dem Bulucestor „Adeverur erfahren wir. Rumänien weise sünszigtausend Ausländer aus. Gleichzeitig tauchen in den Blättern Meldungen auf, die Inden Bctzarabicns würden unerhörter: Bedrückungen ansgescßt. Und endlich liest man, die Regierung gehe energi'ch gegen die antisemitischen Ruhestörer an den NniversiLäterr vor. Es ist immer dasselbe. Rumänien, das unbedingt ausdie Arbeit und das Kapitel leer <1 uslander angewiesen ist, bedrückt die Fremden in Rumänienin jeder Weise. Eine Fremden Polizei ist geschanen, die „nichts zu nnrnidjen" übrig läßt und deren Plackereien zu entgehen nur den Kundigen möglich ist. Das; die Den sicher von der Regierung Dratianu bc'ondcrs bedrückt rvcrden. ist sonnenklar, Sie dürfen unter anderem in den Hotels eine Sondersteuer von 40 Prozent der Miete bezahlen und werden ohne ir gen reinen greifbaren Grund aus gewiesen. Immerhin macht man geltend, sie nähmen den Rumänen die Arbeit weg. Eine Behauptung, die in den meisten Fällen nicht zutrifft, denn sie leisten eine besondere Qualitätsarbeit, die Der Rumäne noch nicht leisten kann. Tatsache ist. daß Rumänien sehr vieleseiner technischen Einrichtungen deutschem Fl ei-sie verdank^ und wenn diese Einrichtungen teilweise in einem verrotteten Zustand sind, so ist es nicht der Deutschen schuld. Deutschland hätte wohl ein Mittel, sich zu wehren. Es ist gar nicht cru.;:r schon, warum die deutschen Hochschule« sich den. -Rumänen offnen, solange man die Deutschen in Rumänien nicht rcspcükert! Allerdings müßte auch von Bayern aus verhütet werden, daß Hitler-Leute sich in Neu- 8t u in ä w i c u hernmtreiben und Komplotte schmic-den. Es darf auch nicht wieder Vorkommen, daß ein rumänischer Staatsbürger aus Bayern ausgewirsen wird mit der Begründung, er gehöre einem ehemals feindlichen Staate an. Daß sich die Gros: m ächte und auch andere Mächte die allerdings geringeren Bedrückungen ihrer Bürger gefallen lasst'.:, ist ein Rätsel. Es ist dorgckonnne», daß ein holländisch er Journalist von seinem Gesandten gewarnt wurde, mit rumänisch?!: Jiden zu verkehren, da mau ihn sonst wegen Spionage ans Bukarest answcisen werde. Er hatte sich erlaubt, die schmutzigen Straften der Hauptstadt Groß-Rumäniens zu photographieren. Was Die Ju§>rn Rumän-vens angelst, so werden sie mit stehr scheelen Augen angesehen. Dabei verdankt Rumä-nien seine Geltung zum großen Teil seinen Juden. Der jüdische Kaufnrann ist ichr viel zuverlässiger als der rumänische. Der jüdische Akademiker hat meistens, wenn auch oft gezwungen, im Ausland studiert und ist daher dem rumänischen überlegen. In der Tat geschaht alles, um dem jüdischen Studenten das Leben sauer zu nrachou. Er wird msnlliert und mißhandcir. Der jüdische Modizinswdent darf nur jüdische Leichname sezieren. Werden die Ausschreitungen an den. Ilnwcrsitätcu zu sck-Iimm. io wird die Garnison ausgeboten und räumt mit vielem Lärm die Universität. Es Schicht oder den Ncbeltätern gewöhnlich aar nickts. und der ganze Militärische Aufwand hat nur den Zweck, ben Vertretern fcex Großmächte Sand in die Augen zu streuen. Briese von jüdischen Korporationen, an andere Länder gerichtet, werden von der inoffiziellen P o stz e n s u r e r b r v ch e n u n d ge st o h l e n. — Daß man gec^u Die Juden Beßarabiens wütet, unterliegt gar reinem Zweifel. Es ist nichts Neues, daß die Deutschen und ungarischen Minoritäten in Neu - Runräuicn geknechtet werden. In Beßarabien ist solche Behandlungsweisc besonders stickt durchzufschren. Was lügt man nicht alles über die bolschewistische Gefahr zusammen! Mau ist ja offiziös io weit gegangen, grobeliberaleZeitungender Hauptstadt des Komplotts mit der russischen Negierung zu beschuldigen, nur weit ein- Feine Direktoren ^zuden sind. Dabei sind diese Zeitungen durchaus rumänisch-patriotisch. Merlwürdigerwoise sind die deutschen Zeitungen über alle diese Dinge völlig unzureichend informiert, weil sie entweder überhaupt leinen Korrespondenten m Rumänien haben oder aber gar einen Rumänen, der, ob Christ oder Jnde, mi8 naheliegenden Gründen nur unvollkommen berichten kann. Unter der Regierung Bration u. wird es gewiß nicht bester werden. Obgleich diese Regierung überall aus Widerstand stößt, vermag sie sich .zu bchaupten. Und was das Merkwürdigste ist. wenn uwn roi; dem Schimpf ab sieht, "den ihr Mussolini angetan hat, 'als er sich.den Bestich 'des rumänischen Königs verbat, bevor Rumänien stinc Schulden bezahle — keine Macht unternimmt etwas gegen die gcich'ckdertcn Zustände, selbst A m e r i k a hat seinen a-Eber»neuen Gesandten wieder zurückgeschickt, obgleich Rumänien die amerikanischen Lokomotiven nicht bezahlt, wenn es auch die Bezahlung vcrspricht, und obgleich die Potrvleumgosetze Bradianus 'den Auwr:kauern höchst unangcnel'm sind. Die deutschen Juden werden gut tun, dir Zustände in Rumänien andauernd zu beobachten. Daß ihr Mitgefühl allen in Rumänien ihres GlaubenZ und ihrer Adstanummg w>egen Berfolgten gut, ist selb-tr-orstäiedkich. Observer. llnstren gLfalleuen Gslörn! Denkulirlscnthütrurrgctt in München. Am Sonntag, den 11. Januar d. I.. hat die Israelitische Kultusgemeinde M ü n ch e n eine Feier z u r Ehrung ihrer i in W c l tkriege gefallenen Do h n e veranstaltet. Bormi! tag? %9 Uhr wurde eine von der Künstlerhand Arnold ZadikowZ entworfene, au der äußeren Synagogenwand au. der Herzog-Mar- Straße angebrachte Gedenktafel enthüllt. Tie Feier begann mit Orgclvorspiel und Psalmliedern. Darauf hielt Rabbiner 'Tr. Baerwald eine Predigt, in der er das hohe Ideal der Treue feierte, die von den Gefallenen bewährt und von den überlebenden Kameraden durch die Stiftung der Gedenktafel erwidert ward. Rach erneutem Gesang übergab Rechtsanwalt Dr. Alfred Werner, Vorsitzender der Ortsgruppe München des Bundes Jüdischer Frontsoldaten, die vom Lunde gestiftete Tafel der Obhut der Kuliusgcmeiv.de. In deren Namen liest Geheimer Justizrat Professor Tr. Fra n k e n b n r g c r die Enthüll mig der Tafel vornehmen. Die Tafel trägt die Inschrift: „2 einen i in K a m p : e s ü r d a s d c n t s ch e B a t e r I a n d gefallenen 17a M ü n ch c - ner 9 a in c r a e n z n m ehrenden Gedenken. Bund Jüdischer Frontsoldaten". Am Sockel stehen die Jahreszahlen „»014—1018". ♦ Sodann fand die feierliche Einweihung der von der Kultusgcmcinde errichteten Deukrualsanlage im Friedhof an der Ungerer Straße statt. Diese Anlage, vom Architekten Fritz Landauer und Bildhauer W. S. Refch geschaffen, wird gebildet durch ein Rasenparterre. zu dessen beiden Seiten je vier quadratische Sreintafeln mit den Namen der Gefallenen stehen. Im Hintergründe erhebt sich auf zweistufiger Steinbasis ein mächtiger Sarkophag. der an den Ecken von stilisierten Löwen getragen wird und die Inschrift: „Den Gefallenen" sowie einen hebräischen Vers ausweist. In der Trauerhalle fand sich eine zahlreiche Versammlung ein. Au ihrer Spitze war rrn Auftrag des Kronprinzen Nupprecht der Ccneraladjutant General der Kavallerie Walther von Walderst ö 11 c n erschienen. Auch Genera lrel d rna rschall Prinz Leopold war mit seiner Gemahlin zur Teilnahme an der Heldcnehrung erschienen. Erschienen waren ferner der Wchrkreiskommandeur. r-cine Exzellenz der Generalleutnant Kreß von K re s s e n st e i n* Edikt dos Ksissfö Konstantin in ftoriSfänfinoael die Juden Kölns snno 321 rrChs Codicbrnecdosiani I-s.VT DeJjdöei^ A.ÖeCUR!QN!BUS AQRipp?N!at3I8U3. G/tsaiS ORdirilöUS q©MCRAU CO^CGÖiCnuS. nxi^cos vocärc/ä curuoi VCßUOl UT AUQUIÖ ipSJS AÖ scLATiucn pRisur-iAe oascp;v>ATiorf]s Reur40%UATUR, 5!f<05 VCL TcRh’OS pßiWLX:qiO pcRperi PATICDUR riULLIS nocniriATiONisus occuparl Zum Aufsätze: 9>ü:e letzten Reste mittelalterlicher Barbarei“3 auf Seite 45m

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