Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 28
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 791-792 (sequence 55)
- Language
- German
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Sachs, Slimplen vom Jordan und Euphrat< Wie es im Gesetz-geboten, Also thut er, treu der Pflicht. Und da er vom'Baume steiget, Trifft ihn einer Schlange Stich. Die am Fuß des Baumes lauert, Und er stirbt vom gist'gen Biß. Wie Elischa das geschauer, Wird er irr' und spricht voll Unmuth: In der Lehre steht geschrieben: Frei sollst du die Mutter lasten, Und die Jungen dir behaltm, Daß drr's gut. geh' und du lebest. Hat das Wort sich hier erfüllet, Die Verheißung sich bewähret? Fand der Fromme Heit und,Segen, Der nach Gottes Spruch gehandelt? Und so ward er irr' und wirre, Und es wußte nicht der Thor, Daß der Worte Sinn ein andrer, Wie Akiba ihn erklärte Daß dir's gut geh'— dort im Jenseits, In der Welt des Heils und Segens, Daß du lebest in der Welt— dorr, Wo das Leben ewig dauert. Noch ein Zweites wird gemeldet, Das gar schwer ihn hat bedrängt. Einstmats sah er, wie von Hunden Ward herumgezerrt die Zunge, Die dem Frömmsten ausgerißne, Unter harten Marterqualen. Rabbi Judah war's Hanachtom, Der so schmählich hat geendet.• Diese Zunge, sprach Elischa, Die nur für das Gotteswort, Nur zu frommer heil'ger Rede Nur für Gott sich hat geregt, Die wird hier im Koth geschleppet! Also ist es eitler Wahn, Der von Lohn, Vergeltung faselt Und vom Sehen für den Frommen!• — So entschwand ihm Lust und Liebe Zu der Lehre Israels, . Nur der Heiden Bücher trug er Stets im Busen des Gewandes, Daß wenn er im Lehrhaus aufstand, Schon in frührer beßrer Zeit, Aus den Taschen ihm entfielen , Die gottlosen Pergamente. . Oftmals saß er bei Gelagen, Unter Sang und Saitenktang, Griechischer Sänger Lieder füllten Unablässig seinen Mund. Wo er eintrat,-und die Kinder Vor dem Lehrer sitzen sah. Der sie in der heil'gen Schriften Sprach' und Inhalt unterwies, Rief er rauh: Das Alles frommt nicht! Mögen sie ein Handwerk lernen, Schneider, Iimmrer laßt sie werden, Statt daß nutzlos hier sie brüten! Und wo Einen er gewahrte, Der durch Kenntniß in der Lehre Glänzt' hervor, da mußt' er spottend Jeden frommen Trieb zu tobten. In der Zeit des schweren Druckes, ' Da die Lehre Israels Von den Heidenkaisern Rvma's Ward verfolgt und hart bedränget. Da Gesetz und Brauch zu halten War den Juden streng verpönt, Wie hat seinen gottentfernrcn Sinn so böslich er bekundet! Denn die armen Treugesinnten . Mühten sich mir Kunst und.List, Daß sie ihr Gewissen wahrten, Nichls Verbotenes begingen. Und wenn er's, der Frevler, merkte. Der Gesetz' und Bräuche Kundge, , Mußt er böslich sie zu zwingen Zu bewußter Übertretung. 3. . ■; Einst — an einem Sabbat war es — Ritt er durch Liberias, Und es führt sein Weg vorbei ihn An dem Lehrhaus jener Stadt. Lauschend saß der ernsten Stimme Ihres Lehrers die Gemeinde, ‘ Der das Wort der Schrift erläuternd Weisheit lehrt und fromme Sitte. Und wer war es, der dort lehrte? Welcher Weise führt das Wort? Rabbi Meir, dessen Name Weit und ruhmvoll wird genannt,