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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 28 · p. Seite 787-788

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 28
Date
1851-01-01
Page
Seite 787-788 (sequence 51)
Language
German
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787 788 Die Begründung - der alexandrinischen Religionsphrlosophie. Kurze Anzeigen. streng-jüdische Gesinnung und seine im Mer wohl mehr geläuterte Religiosität verbunden mit seiner Hochschätzung orphischplatomsch-therapeutischer Grundsätze und Lehren, endlich seine poetische Begabung und Sprachfertigkeit, seine Gewohnheit, alten Weisen seine Ansichten in den Mund zu legen— dieses Alles dürfte gewiß ihn vor Allen dazu sowohl aufgefordert als befähigt haben, in seinem Greisenatter (etwa um 130 v. Chr.) das uns noch erhaltene Buch dcr Weisheit zu verfassen. Daß seine Ansicht über die Weisheit jedenfalls schon früher ähnlich wie die im Buche der Weisheit vorgetrageiie war, zeigt ein Fragment, welches uns Eusebius aus seinem mosaischen Commentar aufbewahrt hat. Er sagt darin: „Es war angemessen wegen der Mühseligkeiten des Lebens, daß Gott den siebenten Lag zur Ruhe anwies, der physisch auch der erste Anfang des Lichtes, in welchem Alles überschaut wird, genannt werden kann. Metaphorisch aber läßt sich dieses auch auf die Weisheit beziehen, aus der alles Licht hervorgcgangen ist. Deßhalb sagen Einige von denen, die zur Schule der Peripatetiker gehören, daß sie mit einer Fackel zu vergleichen sei, indem Alle, die ihr Gehör gäben, unerschütterlich blieben ihr ganzes Leben hindurch. „Weiser jedoch und schöner sagt einer unserer Vorfahren, Salomo, daß sie, ehe Himmel und Erde war, vorhanden gewesen sei." Dies aber stimmt, zu dem, was wir vorher erwähntenl 2." Zugleich würde sich aus dieser Annahme erklären, wie Aristobul, später zu den LXX gezählt und dann sogar zuweilen auch in die Zeit des Ptolema'us II. Philadelphus, in der diese Uebcrsetzung gemacht sein sollte, zurückversetzt werden konntet — Doch wollte der Verfasser des Buches aus keine Weise genannt sein, und so bleibt denn freilich, was immer wir darüber aufsiellen mögen, eine bloße Vermuthung. Nach dieser Zeit verbirgt sich uns die literarische Lhätigkeit der alexandrinischen Juden wahrscheinlich großtentheils unter therapeutisch-essenischer und. pythagoreischer Hülle, bis sie ein Jahrhundert später mit Philon wieder hervortritt. Vielleicht gehört ein Lheil der früher genannten jüdisch - alexandrinischen Schriftsteller dieser Zeit an. Jedenfalls aber hat die schriftstellerische Lhätigkeit der hellenistischen Juden während des letzten vorchristlichen Jahrhunderts nicht geruht, sondern .sich mit ihren Erzeugnissen theils an ein jüdisches, theils an ein hellenisches Publikum gewandt und beide in eine nähere Beziehung mit einander zu bringen gesucht. Daß unter Anderm auch das Buch Henoch (um 30 v. Chrss diesem Kreise angehörte, ist wegen seiner Form als angeblich sehr alter, dem Henoch in den Mund gelegte Prophezeiung, dann auch wegen seiner ausführlichen Engellehre, seiner Berücksichtigung der Astronomie u. s. w. höchst wahrscheinlich; nur legt der Verfasser eine so genaue Kenntniß der Verhältnisse m Palästina an den Lag, daß er wohl eher hier, als in Alexandria selbst, zu suchen sein 1) Eus. praep. ey. 13, 12. p. 667. 2) Eusi h. e. 7, 32. Elcm. Alex. Strom. 5. p. 705. dürste. — Uebrigens darf man nicht glauben, daß die im Allgemeinen von therapeutisch - effemschen Grundsätzen bestimmten hellenistisch-jüdischen Gelehrten dieser Zeit, insofern sie sich mit hellenischer Philosophie befaßten, bloß bei dem altpythagoreischen System und dessen jüdischer Umschmelzung stehen geblieben wären. Vielmehr zog schon Ariffobulus auch das platonische und das aristotelische System mit hinein; und gewiß haben seine Nachfolger, wie der Charakter der philonischen, Lehre nicht bezweifeln läßt, auch den Stoizismus und den Skepticismus und ebenso wohl auch das ägyptische, sowie noch weit mehr das magische Religionssystem in ihrer Lehre mit -berücksichtigt, so daß diese, nun vor allen andern Systemen jener Seit einen durchaus sy n k r e t i st i s che n Charakter erhielt. Wie sie sich dabei im Einzelnen ausnahm, vermögen wir freilich nicht mehr zu bestimmen; daß sie aber in jeder Beziehung die unmittelbare Vorstufe des p-hi tonischen Systems gewesen und dieses als ihr nächstes, alle ihre Elemente in sich vereinigendes Erzeugnis; zu betrachten sein wird, kann bei der Stätigkeit aller natürlich - menschlichen Entwickelungen vernünftiger Weise nicht beanstandet werden. So vermögen wir dann auch erst durch das philonische System einen vollständigern Ausschluß über dessen nähere und entferntere Vorgänger -zu gewinnen, müssen aber, bevor wir uns zu diesem selbst wenden, noch die über den engern Kreis der Wissenschaft und Philosophie Hinausreichcnden allgemeinern Beziehungen, in welche sich zur Zeit seines Auftretens Judenthum und Heidenthum zum Behuf nächster Vereinigung mit einander im äußern Leben selbst vielseitigst eingelassen hatten, einer kurzen Erwägung unterziehend Kurze Anzeigen. Stimmen vom Jordan und Euphrat. Ein Buch für's Haus. Vvn Dr. M. Sachs. Mit Beiträgen von M. Veit. Berlin 1853. 8. S. 395 u. XIV. Trotzdem Herder, K r ass f t, L e n d l a u, Lett -erisu. A. den in der Hagada sich findenden reichen Sagenstoff bearbeitet haben, ist diese durch Reichhaltigkeit wie durch Formscrtigkeit sich auszeichnende Sammlung eine höchst dankensundrühmenswerthe Gabe des Hrn. Sachs zu nennen, die auf dem Tische eines jeden israelitischen Familienhauses nicht vermißt werden dürfte. Die Ausstattung der Verlagshandlung von Veit und Comp, ist sehr glänzend, und als Probe, wie die Hrn. Sachs und Veit ihren Stoff bearbeitet *, theilen wir folgende Stücke mit: . *) Eine vollständige und erschöpfende Darstellung der altjüdischen Sagenwelt nach allen vorhandenen Quellen und an die biblischen Personen sich anlehncnd ist von Dr. B.Beer in Dresden zu erwarten.

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