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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 28 · p. Seite 755-756

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 28
Date
1851-01-01
Page
Seite 755-756 (sequence 19)
Language
German
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755 Einflüsse des Parsismus auf das Iudenchum. 75S Biene; deren Honig gegessen wird. Außer diesen unreinen Thkercn sind unrein die todten Körper und die Ausflüsse aller lebendige): Körper. Die- Sittcntehre der Zendschriften aber beruht auf dem Grundsätze, daß der Mensch nur durch Reinigkeit und Heiligkeit des Herzens glücklich und dem Ormuzd ähnlich werden könne. Zu dem mosaischen Spruch: Ihr sollt heilig sein, .denn ich bin heilig, enthält der Vendidad das Seitenstück: Wie der Mensch rein und des Himmels würdig erschaffen worden, so wird er wieder rein durch das Gesetz der Ormuzddiener, das die Reinigkeit selbst ist, wenn er sich reinigt durch Heiligkeit des Gedankens, des Wortes und der Thal*. Wie schon bemerkt ist, erscheint der althebräische Religiousglaube, soivohl in der patriarchalischen, als in der mosaischen Zeit, von dem medo-persischen darin wesentlich verschieden, daß er im Jehovah das gute und böse Prinzip vereinigt und die Wirkungen des letzteren entweder durch ihn selbst oder durch seinen Engel in die Erscheinung treten läßt. Nach der nur leise angedeuteten, nicht bestimmt ausgesprochenen Betheiligung des chösen Prinzips an der durch die Schlange bewirkten Verführung der Stammeltern, kommt dasselbe im Verlaufe der folgenden Ereignisse nicht weiter zur.Erwähnung, weder bei dem , ersten Mörder, noch bei dem allgemeinen Sittcnverderben, welches seinen Ausgang in der Sündfluth findet, noch bei dem, das Mißfallen Jehovah's erregenden Thurmbau zu Babel, noch bei den Freveln der Bewohner Sodoms, noch bei den andern Vergehungen und Lasterthaten, von welchen die Geschichtsbücher voll sind. Jehovah selbst verstockt das Herz des Pharao, das gegebene Versprechen nicht zu halten und das Volk nicht ziehen zu lassen; der. Löse Geist, von welchem König Saul geplagt wird, ist rin Geist vom Jehovah;? Jehovah reizt den David zu der Volkszählung , für dieer nachher.das Volk mit der Pest schlägtJehovah sendet unter die um den König Ahab versammelten Propheten einen falschen Geist atm Lügen zu reden ans ihrem Munde;* und der Satan im Buche Hiob tritt als Dienex Jehovah's, gleich den andern Kindern Gottes, vor den Herrn, um dessen Befehle zu vernehmen und auszuführen. Daß dieser Theil desMhebräischen Religionsglaubens erst in der Zeit des Exils sich verändert und dem Glauben an eine selbstständige Thatigkeit des bösen Prinzips Raum gemacht hat, liegt in den hebräischen Büchern offen vor Augen; der, Gedaüke an die Volkszählung, den in dem altern Gefchichtsbnche.Jehovah dem David eingiebt, wird in dem, der persischen Zeit angehörigen Buche der Chronik dem Satan beigelegt;* und in dem gleichzeitigen Propheten Zacharias steht der Satan als Widersacher Jehovah's vor dem Priester Josna und wird von Jehovah gescholten. ' Dies sind aber nur die Anfänge. der weitern Entwickelung des für die Geschichte der Menschheit so wichtig gewordenen Glaubens an die unabhängige, selbstthätig wirkende Macht des. bösen Prinzips und seiner Gehülfcn. In den hellenistischen und nentestamentlichen'Büchern zeigt sich, wie diese Entwickelung der Zendlehre in ihre weitern Phasen gefolgt ist. Im Buche Tobias bringt ein böser Geist sieben Freier eines Mädchens der Reihe nach m der Braninacht ums Lebet), bis einer der sieben Erzengel, welche vor dem Throne Jehovah's, wie die Amschaspands vor dem Throne des Ormuzd stehen, vom Himmel herabkemmt,. arm die Macht dieses bösen Geistes durch einen frommen Nathschtag zu brechen; im neuen Testament.aber erscheinen,' 'wie die guten Engel nach dem Vorbilde der Jzeds oder guten Geister des Ärmuzd zum" Dienste und Schutze der Frommen, so die Teufel, nach dem Vorbilde der Devs oder Gehülfen des Ahriman, theils zur Verführung, theils zur Plage der Menschen in vollerThätigkcit, unter der Leitung eines Obersten der Teufel, dem jedoch statt des Namens Ahriman, der Name einer alten syrischen Landcsgottheit: Baal .Sebub, Ftiegengott, beigetegt wurde* 2 3 4. Die in den Zcndbüchern enthaltene Vorstellung, daß die Devs oder Teufet Urheber der körperlichen und geistigen Krankheiten sind, daß sie auch den Tod bewirken, daß derselbe aber die Guten in einen Ort der Seligkeit, die Bösen in die in der Mitte der Erde befindliche Hölle bringt, in welcher sie bis zur Auferstehung der Todten und dem darauf folgenden jüngsten Gericht bleiben, wenn ihre.Verbrechen zu groß sind, als daß sie durch die Gebete, ihrer Freunde und Angehörigen und durch die guten Handlungen der Frommen, welche auch den Sündern zugerechnet werden, eher erlöst werden konnten, 'gingen nach und nach in das Judenthmrr und aus diesem in das Ehnsteuthum über. Der Schooß Abrahams, in welchen der arme Lazarusund der Hades, in welchen der Reiche nach dem Tode versetzt wird, entsprechen dcn Oertern, die in den Zcndbüchern Vorkommen, und wie nn Evangelio der Satan gleich einem Blitze vom Himmel fälltspringt in der: Zcndbüchern Ahriman, als er mit seinen Schaaren das-Reich des Lichts anzugreifen unternimmt und dis in den Himmel dringt,, wo er von. seinen Genossen sich verlassen. sicht, vom plötzlichen Schrecken ergriffen, in 'Gestalt einer Schlange auf die Erde zurückAuch von einem Erlöser der Menschen, [) Rhode: Die heilige Sage und das gesammte Religionssystem der alten Baktrer, Meder und Perser oder des Zmdvolks. Frankfurt a. M. 1820. S. 429. 2) 1. Sam. 16, 14. 3) 2. Sam 24,1. 4) 1. Kör,. 22, 22. 1) 1. Chronik 22; l 2) Zacharias 3, 2. 3) Matthäi 12, 24. 4) Lucci 10, 18. 5) Rhode o. a. D. S. 176.

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