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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 28 · p. Seite 753-754

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 28
Date
1851-01-01
Page
Seite 753-754 (sequence 17)
Language
German
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763 Einflüsse des PavsismAs auf das Judenchüm? 764 und Ekbatana niemals Erwähnung geschieht; jedoch berechtigt HerodolS Angabe, daß die Meder vor Alters den Flamen Arier führten, und der Umstand, daß er die Mager oder Magier unter dm Stämmen der Wieder aufzählt, 54 zu der Annahme, daß der Mittelpunkt der. arischen oder iranischen Herrschaft das nachmalige Medien war, Lessen Name schon mi ersten der mosaischen Bücher unter Len Söhnen Japhetö verkommt/ vermnthlich aber, so Lange das Reich der Arier bestand, uv dem Lctztern nur eine provinzielle Bedeutung hatte. Wenn dieses Reich aufgelöst wurde, ist unbekannt; wahrscheinlich geschah eS Zur Zeit, als die Assyrer das mittlere Asten .unterjochten. Gewiß, ist cs, daß die Meder späterhin unter der Herrschaft der Assyrer standen? Die Priestcrkaste der Mager aber erhielt sich, und als aus dem Zerfall der assyrischen Macht ein neues Reich der Meder hervorging, trat in demselben die Religion und Staatöverfassnng nach dem Gesetze des Zoroaster in . erneuerte Geltung. Die nnier der Herrschaft der.Meder stehenden Perser waren zwar auch ein iranisches Volk; die Religion ZoroasterS muß ihnen aber entweder nur nach einer altern Form bekannt gewesen, oder, da ihre Aufbewahrung einem von ihnen getrennten Stamme übertragen war, während der assyrischen Periode bei ihnen außerUebung gekommen sein: denn erst nach Erwerbung des modischen Throns machte es sich Cyrus zum angelegentlichen Geschäft, die magische Religion bei.ihnen emMnhrm, nicht durch Zwang, sondern durch die Macht des Beispiels und der Gewohnheit. ,,Er betrachtete," sagt Irenophon, ,,die Gottesfurcht seiner Uuterthaueu als einen großen Vorrheil für sich, indem er' wie die Seefahrer dachte, die auf dem Meere -Lieber in Gesellschaft frommer, als ruchloser Leute sein wollen. Außerdem glaubte er, wenn Alte die, welche er au seiner Ehre und au seinem Glücke theiluchmen ließ, gottessürchtig wären, so würden sie um so weniger unter einander und wider ihn, ihren Wohlthäter, ihre Pflichten verletzen. Deshalb erwies er sich bei Zunahme feines Glücks als einen um so eifrigem Verehrer der Götter. Er verordn etc, daß die Mager allemal früh Morgens den Göttern Loblieder austimmen und täglich allen Gottheiten , welchen nach ihrem Gesetz geopfert werden muß, Opfer dar bringen sollten. Die übrigen Perser befolgten das.Beispiel des Cyrus, indem sie glaubten, sowohl glücklicher zu werden, wenn sie die Götter so verehrten, wie sie es ihren glücklichen Bebcrrscher thnn. sahen , als auch dadurch beim Cyrus selbst sich beliebter zu machen? 1} Herodot VII, 64. 2) Ebendaselbst I, 101. 3) 1. Mose 10, 2. 4) 2. Könige 17, 6.; Unter Hi Mas ziehen Perser und Meder (Elam und Kir) mit den Affyrcrrr vor Jerusalem. Jesaias 22, 6. 5) Cyropädie VII, c. l. Auch Herodot läßt den .Cyrus sein Vertrauen auf besonderu Schutz der Gottheit kund geben. „Für mich sorgen die Götter", schreibt er an beit Hystaspes, „und zeigen nur vorher Alles an, was mir begegnen soll."^ Schon nach dem, was dieser Schriftsteller von der persischen Religion berichtet, konnte ein Jehovahglänbiger in den Ormuzddienern mit eben dttu Rechte Glanbensverwaudte erblicken, mit welchem dlbraham in den kananitischcu Könige Melchiscdek von Salem einen Priester des höchsten Gottes begrüßt hatte. Bildsäulen und Tempel und Altäre zu errichten," sagt er, „ist bei den Persern nicht Brauch; ja, sie legen es. denen, die es thnn, als Thorheit aus, darum, weil sie nicht, wie die Hellenen, ihre Götter von Menschenart halten. Sie opfern dem Zeus auf den höchsten Berggipfeln; Zeus aber ist ihnen der ganze Himmelskreis. Für sich allein darf der Opfernde kein Heit erstehen, sondern er botet für alle Perser, unter denen er ja selbst nntbegriffen ist, und für den König. Wenn das Opferthier in Stücke geschnitten ist, tritt der Mager hinzu und stimmt den Gesang au von der Göttererzengung: denn ohne einen Mager dürfen sie nicht opfern. Sie opfern aber auch der Sonne und den: Monde, der Erde, dem Feuer, dem Wasser und den Winden, wozu sie von den Assyrcrn und Arabern noch den Dienst der Urania gelernt haben, die sie Mithra nennend" Noch mehr Aehulichkeit, als in diesen Angaben des griechischen Geschichtschreibers, die weder auf eigner Anschauung, noch ans Kcnntniß derZendbncher beruhen, erscheint in den letztem zwischen dem medo-persischen Religionswesen und dem mosaischen Cnltus. Wie Ormnzd wohnt Jchovah im Licht, und zieht mit dem Volke Israel durch die Wüste in Gestalt dos Feuers^; seine Priester kennen verschiedene Arten des Feuers, das heilige himmlische Feuer, das vom Jchovah aussnhr, als Mose und Aaron das Volk, segneten *, und das fremde unreine Feuer, dessen Gebrauch beim Opfer an den Söhnen Aarons von Jchovah mit dem Tode bestraft, wurde: ferner das Feuer für den Herrn, das Feuer zum süßen Gerüche des Herrn und das atlorheiligste Feuer des Herrn \ Die Opfer der Zendglänbigen werden, außer Früchten aller Art, und ungesäuerten,^ den mosaischen Schanbroten entsprechenden Darunsbroten, im Fleische der reinen Thierc dargebracht; die unreinen sind Ahrimans Geschöpfe, und dürfen weder geopfert noch gegessen werden. Solche sind die reißenden den Menschen schädlichen Raubthiere, die lichtscheuen, in die Erde' sich eingrabenden, die schleichenden und kriechenden; endlich alle Arten von Insekten, mit Ausnahme der 1) Herodot I, 209. 2) Herodot I, 131. 3) 2. Mose 40, 38. 4. Mose 9, 16. 4) 3 Mose 9. 24. 5) 3. Mose 1, 9, 13 tu 17. 2. Mose 3. 10 tr. 16. 48

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