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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 27 · p. Spalte 705-706

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 27
Date
1851-01-01
Page
Spalte 705-706 (sequence 33)
Language
German
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*705 ■ Die Bienenzucht bei den alten Hebräern, von Epstein. 706 Hellanjcus, Acusilaus, Ephorus uird Nicolaus erzählen, daß die Alten rausmd Jahre gelebt haben. Indessen/glaube Jeder davon^ was ihm gefällig ist'. Die Bienenzucht bei den alten Hebräern. Ein geistreicher' englisch - amerikanischer Schriftsteller, Washington Irving, sagt in Tour of the xrmri68, Kap. 9: „Die Indianer betrachten die Bienen als Vorboten des weißen Mannes und die Büffel als die des rothm Mannes; und sie sagen: im Verhä'ltniß wie die Bienen verrücken, weichen der Indianer und der Büffel'zurück. — Wir sind immer gewohnt, das Gesumme der ^Bienen mit dem ländlichen Wohnhaus und dem Blumengarten in Gedanken zuiammenzusteUen, und diese arbeitsamen kleinen Thiere als verbunden mit der Wohnstätte der geschäftigen Menschen anzusehen. Auch hat man mir erzählt, ' man treffe die wilden Bienen selten in einer größcrn Entfernung! von der Grenze. Sie waren die Herolde der Civilisation, ihr stets vorangehend, wahrend sie von dem atlantischen Gestade sich ausdehnte, und einige alte Ansiedler behaupten noch das Jahr zu wissen, wo die ersten Honigbienen über den Mississippi flogen," — Wir haben die Dienen nicht blos als Sinnbild des Fleißes," der geregelten Thätigkeit, sondern auch als das des Fortschrittes, der-Kultur zu betrachten. Zu diesen Fortschritten weiß, so, kann, ich doch versichern, daß sch an den Gräbern meiner theuern, Heimgegangenen Eltern mich überzeuge habe, daß die Juden ins Grab wenigstens ebenso gelegt, werden und daselbst so ruhig liegen können, wie Christen; wenn es auch im Leben nicht imrn-er der Fall ist. — Möge es nicht für klein- - liche Splitterrichterei gebaUen we-den, wenn" ich dem sonst so. verdienstvollen.. Buche diesen geringen Jrrthum Nachweise; es ist mir wahrlich nicht um das Nachweisen zu thun, sondern um überhaupt den Jrrthum wegzubringen. So geringfügig dieserhier auch än^und für sich scheint, so wissen wir wohl schon jeder aus Erfahrung, wie weitgreifend ein solcher in der Folge werden kann; namentlich hat der Jude in seinem Leben häufig Gelegenheit, diese Erfahrung zu machen.^ Um aber zu Irvings Behauptung zurückzukehren, glaube ich solche schon aus früherer Zeit'bestätigen zu können, und will in Kürze über die Bienenzucht bei den alten Hebräern einige Mittheilungen machen, so weit ich-solche aus dem weitschichrigen Material des Talmuds zu sammeln im Stande war. — Gleich zum Beginn will ich darauf Hinweisen, wie die hebräische Benennung für Honig : Debasch — K'Zl'l — im Pentateuch nur von Fruchthonig gültig— siehe Bikkurim Cap.. 1, 3. 10 und dazu die Kommentare; zu Menachot 5, 1 sage Maimuni ebenfalls: t£Ö3iT XI,31 Dnonn ]ü .Dni32.3 1^X1 , DnDm CT 3)3133 310X3 „Der Honig von dem im Pentateuch die Rede ist, ist Frucht-, Feigen- oder »Dattel- Honig. Im Talmud dagegen ist unter Debasch allein/ ohne i nähere Bezeichnung, nur Bienenhonig zu verstehen, so Nedarim gehört hauptsächlich ein Sichlosmachen von allem Irrigen, unv so glaube ich den verehrten Bienenfreunden» und besonders dem Vorsteher des schlesischen Bienenzüchter-Vereins Hrr>. Bruckisch einen Gefallen zu erweisen, wenn.ich hiev auf einen Jrrthum, der im Biiknenbuche (Seite 46 der 3. Auft.j sich eingeschlichen, aufmerksam mache. Daselbst heißt es: „Daher bei hölzernen Stöcken ein Begräbniß nach christlicher Weise, einem solchen nach der Juden Gebrauch, stehend, vorzuziehcn." Wenn ich auch bis jetzt weder von dem „stehenden" noch liegenden Begräbniß bei den Juden aus eigner an mir selbst erprobter Erfahrung etwas zu sagen 1) Das lange Leben der Menschen vor der Sündfluth, beweiset, dünket mich, daß durch diese große Begebenheit, eine wichtige Veränderung en der Natur bewirikt worden, welche die Laufbahn unserer Pilgerschaftverkürzt hat. Die vermeinten heiligen Schriften der Bcaminen stimmen hierin mir der heiligen Schrift überein. Sie geben dem mensch- Lichen Geschlechle vor der großen Überschwemmung ein tausendjähriges Leben. Die allgemeine Sage fast 'aller Völker spricht Aon einem» goldenen Zeitalter, während dessen die Menschen ein unschuldiges Leben führten, und sehr lange auf Erden verweilten. Ideen von einem Paradiese und von den Menschen derUrwele liefen in eine Vorstellung zusammen. Noch während des silbernen Zeitalters laßt Hesiodus bem unmündigen Knaben hundert Jahre bei der Mutter bleiben. . L. Graf zu Stolberg, (im angeführten Werke S. 326.) 6, 9. CfHEn Ep33 3310 0^33.3 p 33M „Wer ein Gelübde gethan, sich des Honigs zu enthalten, darf dennoch Datteldonig genießen" — auch i"n sQ-3 310; Maimuni zu Bikkurim 11, 2. 0'3133. 033 hy SdU 03D 033 OOl', und in der Vorrede zu Tohorot: , 'iDl 13^ Cni330 033,3 3^03331 3itm3 jo orfem aupn 0331 0^003 n^x nbneer 0333 (NDÜJO) jpt^n M 30X31 — 3X010 £>3p’ xb '*37 13X03 D'3133 . Auch höher im Wer the »var der Bienel^honig als der Fruchthonig -unt> erzählt der Talmud Jeruichatmi Pea Abschnitt 7 von einem frommen Manne, der irrthümlich Frnchtfür Bienenhonig verkaufte. Obgleich er dann die Käufer mit dem Jrrthume bekannt machte, sie aber ganz zufrieden mit-dem empfangenen Honig waren, verwendete er doch den Betrag zum Bau einer Schule. ^.33VI £03 p?D; 313 30JH y3 N'JJDD ]M3 V'x JOD p33y p01v 333 pkn 333 3^ 3131 y'x , i3\x pbnwi, nbqit X133 pjrn 1113 113V plDSH X0330 '3 '3 3131 3-33O^ 33'3 3^3 pX 3'1'0 . — Jetzt wieder, wo Palästina von wilden Horden bewohnt wird, und nur noch einzelne Spuren die ehemalige Kultur des Landes und seiner früherer» Bewohner verrathen, versteht der Araber unter Dibs zumeist nur Dattelhonig. Kleber den „wilden Honig", den Johannes der.Täufer — Matthäus 3> 4 — gegesien, si»»d die Ausleger nicht einig, welcher Art er »var. — Schon hieraus ist ziemlich klar ersichtlich, wie die Kultur des Landes, zur Zeit als die Bienenzucht da gepflegt wurde, eine höhere Stufe daselbst erreicht hatte. — ' 45

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