Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 27
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Spalte 697-698 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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697 698 Proben aus einer Übersetzung von Josephus' alter Geschichte. Maß und Gewicht. Die mit solchen Dingen noch unbekannte Unschuld des Lebens und der Seelmgröße wandelte er in Schlau- und Verschlagenheit. Er war der Erste, welcher die Aecker markte, eine Stadt bauete, sie durch Mauern befestigte, und die Seinigen zusammen zu wohnen zwang. Nach dem Aelteften seiner Söhne, Arioch (*]Ün) nannte er sie Anocha. Anochs Sohn war Iarad (tPI?) / dieser zeugte den Marne! (bfcWnD) dessen Sobn Mathusala war; diesem wurde Lamech geboren. Lamech zeugte mit seinen beiden Weibern Sella (rb'S) und Ada siebenundsiebenzig Söhne. Adas. Sohn Zabel (^1^) erfand das Zelt, und legte sich auf die Viehzucht; Jubal p2v) aber, sein leiblicher Bruder beschäftigte sich mit Musik und erfand das Psalter und die Cither. Thobel ^n) ein Sohn des andern Weibes, war stärker als alle, und ein mächtiger Krieger; dadurch verschaffte er sich was des Leibes Bequemlichkeit fördert. Er war auch der Erste, der die Metalle zu behandeln ersann. Lamech war auch Vater einer Tochter Namens Naama (NAP)). Er war in göttlichen Dingen erfahren und sah, daß die Strafe des Brudermordes von Kain verübt, auch ihn ereilen werde; er machte dies seinen Weibern bekannt» Noch bei Adams Leben ward Kains Geschlecht immer verderbter, und durch das Beispiel der Vorfahren verleitet, übrrtrafen dir Nachkommen von Lag zu Tag einer den andern im Laster. Sie waren überaus zum Kriege geneigt, und immer zum Straßenraub fertig; und wer zu morden sich noch scheuete, hing wenigstens den verderblichsten Thorheiten nach, und war schändlich und ungerecht gegen andere. 3. Lasset nun wieder unsere Erzählung zu Adam, dem Ersten aus Erde "Geschaffenen, zurückkommen. Nachdem Abel getödtet, und Kain dieses Mordes wegen des Landes flüchtig ward, dachte er auf neue Nachkommen; denn ec wünschte innigst Kinder zu haben, da er schon 230 Zahre alt war. Als er noch 700 Jahre erreicht hatte, starb er. Es wurden ihm mehrere Söhne geboren, unter diesen auch Seth. Es wäre zu weitläufig von den anderen zu erzählen, doch wollen wir nur dessen erwähnen, was Seths Nachkommen betrifft. Er wurde vom Vater (Adam) erzogen, und als er jenes Alter erreicht hatte, in welchem er das Gute zu beurtheilen verstand, überließ er sich der Ausübung der Tugend. Da er selbst ein trefflicher Mensch war, ließ er auch ihm ähnliche Nachkommen zurück. Sie waren alle von guter Gemüthsart, und bewohnten in Frieden das Land, und lebten glücklich. Sie legten sich auf die Kenntniß der Gestirne, und bestimmten den Lauf der Himmelskörper. Damit aber diese Erfindungen den Menschen nicht entgehen, und vor ihrer Bekanntwerdung wieder verloren würden; denn Adam hatte den Untergang aller Dinge verkündet, einmal durch Feuer, das andere Mal durch Ueberschwemmung, so errichteten sie zwei Säulen, eine von Backsteinen, die andere aber von Steinen, und verzeichneten auf jeder ihre Entdeckungen, damit, wenn durch des Wassers Gewalt, die von Backsteinen zu Grunde gehen sollte, die noch übrig gebliebene steinerne den Menschen ihre Inschriften bewahre, und ihnen zugleich anzeige, daß sie auch eine von Thonerde aufgesührt hatten. Noch heutigen Tages ist biefe tm Lande Siriada zu sehen4, Cap. 3. Durch sieben Menschenalter verharrten sic in diesem Zustande, sie erkannten Gott als den Herrn aller Wesen, und beobachteten überall die Tugend. Mit der Zeit aber sielen sie ab von der Vorfahren Anordnungen, und verschlimmerten sich; sie würdigten Gott nicht des schuldigen Dienstes und der Ehre, und hatten nicht Rücksicht auf Menschenrechte. Wie sie früher für die Lugend nur brannten, so gingen sie jetzt mit doppeltem Esser dem Laster entgegen; dadurch machten sie den Ewigen sich abhold. Denn viele Engel Gottes pflegten mit 4) Manerhon, Oberpriester zu -pliopolis, lebte zu den Zeiten des ägyptischen König Ptolomaus Philadelphus, ungefähr ' 160 Jahre v. CH. G., und ist der -inzige unter den Alten, welcher erzählt, daß zu seiner Zeit das Sethanische Denkmal in dem Siriädischen Lande gestanden habe". Obwohl Flavius in seinen Büchern gegen Apion den Manerhon vieler Unwahrheiten zeihet, so scheint es doch, daß er diese Sage aus ihm geschöpft habe. Erst später hatte sie der Midrasch. Siriada oder Seriada ist nicht der griechische Namen Syriens, noch ein Bcugfall desselben, und kann daher nicht für Syrien gehalten werdeu, wie einige geglaubt ha^en. Glücklicher wäre Dodwells Meinung, oaß Siriada in Egypten zu suchen sei, wenn nicht die ersten Menschenfamilien in Asien, sich aufgehalten hätten. Es ist wahr, daß der gestirnte Himmel und der Lauf mancher Himmelskörper bald die Aufmerksamkeit der Menschen, auf sich gezogen haben muß, daß zu einer Zeit, wo man schon nur manchen Künsten vertraut, eine Stadt zu bauen wußte, es auch nicht unmöglich war, eine Pyramide von Lehmziegeln und Steinen aufzuführen und die einfache Zeichnung der Sternbilder und ihrer Bahnen darauf zu bringen; da .aber Egypten und Syrien den Alten bekannter waren als sie es heute uns sind, da kein einziger glaubwürdiger Schriftsteller des Alreclhums dieser beiden Denkmäler erwähnt, da Flavius keinen Gewährsmann für £>;efe Erzählung uns stellt, wcu> er sonst gewöhnlich zu thun pflegt, so sind wir berechtigt, diese beiden Pyrainiden nach Utopien zu versetzen, und sie unter diejenigen unverbürgten Sagen zu rechnen, welche er in seinem Antiquitäten aufzunehmen manchmal nicht verschmäht hat. 5) i. B. M. 6, 2 heißen sie D'H^rrOD , Mendelsohn übersetzt diese Stelle „Da sahen die göttlichen Menschen die Töchter des gemeinen Mannes, daß sie schön waren, und nahmen sich Weiber, welche sie sich erwählten." Die gewöhnlichste Bedeutung des Wortes ist — Gott —, dann bedeutet es auch - dichter — { , n"d , LM2VQ . btt TOItt DT^ND * Auch bezeichnet es einen Mächtigen, Vornehmen, als: , rfi ,"tt . pw p D^y 'pini dvi(?n + In dieser letzte, en Bedeutung scheint es auch in obiger Stelle gebraucht zu sein; nämlich: „die Söhne der Vornehmen pflegten einen vertrauten Umgang mit den Töchtern, des gemeinen Mannes." Auch in grammatischer Hinsicht nimmt es der *) Siehe S^ 11 Anmerkung (d) in der Hudson - Havcrcampischen Ausgabe des Flavius.