Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 27
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Spalte 691-692 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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692 Die Namen Gottes. Zur LiterÄur der Bibliographie. mi Die Erscheinung, daß Alles auf Erden entsteht und vernichtet wird, brachte daß Alterthum auf die Idee des Dualismus, nämlich ein zweifaches göttliches Wesen anzunehmen. Das Judenthum führte zwar einen mächtigen Kampf gegen jede $telgötteres und ist als der Verfechter der göttlichen Einheit zu betrachten, konnte jedoch nicht umhim das einige Wesen -mit einer doppelten Benennung zu belegen, welche diese zweifache Wirksamkeit anzuzeigen vermag. Die Alten nennen es DUTn?! rYlD und pn niD . Nur sprachen sich nach -meiner Ansicht diese zwei Gegensätze nicht in mrp unbDvfpN, fonbern inund aus. Vielleicht hat einst die hebräische Sprache den radix auch in der schweren Form gehabt, und bedeutete ins Dasein rufen, während rn&y von n'lL/ die Eigenschaft des Zerstörens in sich faßte. Auch das Latein. Deus (vielleicht von .^^— ^'-1) .soll von dem griechischen dsog, dsopca h. e. timcndus est, herstammen, und stimmt -dies ganz mit dem Ausdrucke nNO , welches für den Namen Gort gebraucht wird (I. M. 31/ 4 2, 53) wie nicht minder mir dem chald. ^rn überein. Was Wort ]r>DDD wurde schon in diesem Blatte oft erörtert und erklärt (LB. Nr. 18, 1847). Nur scheinen mir alle diese Erklärungen, die es vom Griechischen herleiten, den Umstand wenig berücksichtigt zu haben, daß -die erste Engelbenennung aus der babylonischen Gefangenschaft herstammmt (Dan. 8, 16. 9, 21. 10, 13. 12,1), und wahrscheinlich -kommen auch alle andern Engeln amen aus dieser Periode her', also nicht in der griechischen, sondern in der chaldäischen oder perfischen Sprache müssen wir ihren Ursprung aussuchen. Bekanntlich verehrten die Perser das höchste Wesen unter dem Bilde der Sonne, welche bei ihnen den Nam§n Mithra führte, daher Hes. fiL&gKg o ylwg naget UegGcug; ferner: juftgag 6 ngooTOg sv Tlegacug Ssog. Scalig. (lib. 0. de Emend. Teinp.) äußert sich wie folgt: Mithir aut Mithri aut Methor etiam praeponifcur, ut nOD fufrgiSciTrjS, quod et -jnb li^Qiydavrig, ut extat in nummis ipstus regis. Mithri a Mihcr eomprativo gradu> h. e. Msigcov et suniitur pro dynasta aut domino} propterea antiquitms solem etiam Mithra vocahant hoc est y.vgiov, dvvaGzrjg. M. Zipfer, Rabbiner. V. Zur Literatur der Bibliographie. Im Jahre 1806 erschien zu Zolkiew in Galizien das bibliographische Werk Sifte Irschen im in einer zweiten, vermehrten, als erster Theil (Chelek Rischon) bezeichneten Ausgabe. Der Herausgeber nennt sich U ri Z e b i R u b 11\ ft e t n aus Lemberg, und er ließ diese Ausgabe in der Druckerei des M a r d a ch a i R u b i n ste i n u. C o. zu Zolkiew drucken, der, wie ich höre, sein Bruder ist. Der Drucker und der Bearbeiter *) baa n'2 ibr mD«y idni . Salm. Jers. rosch ha - Sch. Erster Abschnitt; eä. Kr. p. 65. haben sich nichts gegenseitig vorzüwerfenz die Ausarbeitung ist nachlässige höchst ungenau und sudelhaft, und der Druck wie das Papier nichts weniger als einladend. Doch sehen wir zu, worin die Verbesserung in dieser Ausgabe besteht. Nach einer Notiz im kurzen Vorworte sollen die bei den im alten SJ. erwähnten Schriftwerken hinzugefügten Ausgaben seit Abschluß jenes Werkes durch einschließende Klammern bezeichnet werden; aber dieser Ergänzungen, die bis 1725 schon durch eine gute Benutzung der Wolf'fchen hebräischen Bibliothek befriedigend hätten ausfallen können, sind so wenige und die Wenigen sind so unzuverlässig, ungenau und schlecht, daß man nur höchst selten denselben trauen kann. Bald fehlt bei denselben die Angabe des Formats, bald die des Druckjahrs und wenn es schon steht, so ist theils der schlechte Druck, theils die unverzeihliche Nachlässigkeit des Herausgebers so beschaffen, daß der Sucher rathlos bleibt. Mit der Angabe des Druckorts der hinzugekommenen Ausgabe hat der Herausgeber durch seine am Unrechten Platze geizige Benutzung der Abkürzungen eine große Verwirrung angerichter. Die hinzugekommenen Ausgaben sind z. B. vorzüglich aus den Druckorcen B er li n, Wien, Zolkiew, Lemberg, Korzez, aber der Herausgeber hat häufig die Abkürzung (HN^DiO DiOl , Baseler Druck) um auch damit Berliner Druck DDl), n D1D1, Bondiger Druck) um auch Wiener Druck (jq; DIDl), t>l 0131 , Lubliner Druck) um auch Lemberger Druck 0Dl), p"l (wvpsnp DiDl , Krakauer Druck) um auch Korzezer Druck (^nNp D1D1) zu bezeichnen, so daß der Nachsuchende Literaturhistoriker, wenn er nicht anderswoher das Richtige weiß, in einem Jrrsaale sich befindet. Daß Hr. Nubinstein, dieser erwähnten Nachlässigkeit in den Zusätzen entsprechend, auch nicht selten den Text Sabbatai's entstellt geliefert, kannmicht Wunder nehmen, wenn man bedenkt, wie man in den hebräischen Druckereien Rußlands, ohne Nöthigung -der Censur, mit den überdruckten Rechtsgutachten der Allen Decisocen verfahren, worüber im Orient schon Klage geführt wurde. Bei meinen bibliographischen Arbeiten war es mir daher fast unmöglich, diese sogenannte verbesserte Ausgabe zu benutzen, so sehr ich auch den rabbinischen Spruch „ es gibt kein Unterrichtshauv, wo man nicht in etwas unterrichtet werde" bei diesen Arbeiten schätzen gelernt habe. Das Bewußtsein, daß der Sifte Jeschenim sehr mangelhaft, ungenau und reich an Fehlern ist, war übrigens bei allen denjenigen Gelehrten lebendig, die für die hebräische Bibliographie einigen Sinn hatten, obgleich die Nothwendigkeit einer umgearbeitetcn Ausgabe noch nicht genug lebendig gewesen zu sein scheint, daß sie Jemand zum Herausgeben gedrängt. Salomo Dubno in Amsterdam hat siin Exemplar mit handschriftlichen Zusätzen und Verbesserungen, freilich großenteils mit denen des Sabbatai, bereichert", und der gelehrte Wolf Heiden- ') S Katalog feiner nachgelaffemn Schriften (Amst. 1814. 8.) unter den Schriften in Quart-Format. Nr. 754.