Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 27
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Spalte 689-690 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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H89 Miscellm. lieber De'ot bei Sa'adja. Saadja m Bagdad. Der Name Tempel. 690 ganze Buch zieht. Wenn ein Dogma aus der Schrift entwickelt ist, wird nun verfolgt nomi "WJO nDNnVl eiNiDja (Em.) oder Iirvii brrvD.1 IQ ub . n’M'23-i nsoa Es werden zwölf philosophische Ansichten auseinandergesetzt '(nijn DW), welche gegen dm Glauben streiten widerlegt, umt> durchgehens wird mjn von der philosophischen, den nuiDJN entgegengesetzten Ansichten gebraucht. Umgekehrt wird durch den ganzen 10. Abschnitt, der über die Sitten handelt, nie das Wort nijn gebraucht, sondern immer PHD vnd für Qi^n nno nie o~Ni1 n*jn - Der 10. Abschnitt, der gleichsam nur ein Anhang ist, kann keinen Maßstab für den Titel des ganzen Werkes abgeben, das in allen 9 Abschnitten dem Titel treu bleibt. rpyi hat bei Saadja auch nie diese Bedeutg. Uebrigens wird die Sittenlehre mit der Religionsphilosophie gleich in der Einleitung Ln Verbindung gebracht, und wenn er auch dann -und wann zu einer bloßen rationellen Erklärung der ethischen Regeln herabsinkt, so ist ja dieses in der Dogmatik selbst oft genug der Fall. Berachja übersetzt daher auch PD^Zl , worunter wohl Niemand Sittenlehre verstehen wird. Es gab überhaupt 70 rnjn „Religionsansichten" (bei den Muhammedanern 70 Sekten), die man sich in mystischer Weise erklärte (Bachja zu Pent. eä. Bened. 1546 f. p. 56 a), was Aldo c. 20 mit Parzosim (Gesichter) .wicdergegeben zu haben scheint. Zur das dem Arabischen nachgebildete r hwü , bei fast allen durch arab. Einfluß schreibenden Juden, hat Jbn Esra , pjp-p , wo doch gewiß Niemand an die Ethik denkt. Aus diesen klaren und überzeugenden Beweisen wird man leicht ermessen, was man von Sachs' Uebersetzung -es Titels rnjni ffDlöK „Glaubens- und Sittenlehre n^ (veb Poesie S. 189) zu halten hat. II. Saadja in Bagdad. Daß Saadja zu Bagdad war, erkennt man aus dem Citat Jbn-Esra's in Jggeret Sabbat, und da sonst sein Aufenthalt daselbst nirgends angegeben ist, so ist es wahrscheinlich, daß er -da als Privatmann gearbeitet, nach seiner Flucht aus Sora. Die Beziehungen auf den arabischen Volksglauben sind daraus -erklärlich. in. Das Wort Teni-pel hebräisch. Das Wort „Tempel", .lat. fcemplum; ital. tempio, span, ■tempio; engl, und franz. tewple, zeigt i.n allen diesen Sprachen einen zur Verehrung und Anbetung Gottes bestimmten Ort an; Templum, aedificium Deo sacratum, und kommt es iw der Bedeutung dem deutschen Worte „Kirche", vom %vQL(zv.og >,(owog) Gott, angehoriges Gebäude, gleich. Die Etymologie des Wortes ist jedoch ungewiß. Nach Scalig. stammt es vom griechischen Tsfivco, „absondern",, woher auch der Name Ttpsvog, ein geweihter Hain oder Tempels ab. ES würde also dasselbe, was ^npD, vom rad. gnp , einen für beiliae Verrichtungen geweihten und abgesonderten Platz bedeuten. Ich glaube jedoch dieses Wort vom Hebräischen herleiten zu können. Bekannt ist die Wahlverwandtschaft, die zwischen den Lippenbuchstaben D , D , 2 besteht. Erstens verwechseln sich diese Buchstaben miteinander, als serLbo, seripsi; ambo, aftcpco] biixus, Ttv^og. Scalig. über ßccclci%ov macht die Bemerkung: tiu<jla%ov agnosco in nam. in. vcteribus nulla differentia est inter ßrjza et fiu. Eine andere Eigenschaft dieser Buchstabe» ist wieder, daß sie sich einander gern begleiten, vorzüglich findet sich gern der Buchstabe m bei p U b als imbito, impono. Dies findet auch bei den aus dem Hebräischen abgeleiteten Wörtern Statt. Als Beispiel diene hier das Wort ppltf . Bei den Altdeutschen finden wir Sambazclag: im Franz, wird es mit Weglassung des radikalen 2 blos mit m gebraucht samedi, daher das deutsche Samstag. Im Ungarischen heißt es: Sambot. Ja selbst im Talmirdischen findet sich schon dies eingeschaltete ß vor. Sanhedrm p. 65 b wird von dem Fluß Sabation gesprochen, er heißt hier jpedö «, Hingegen zjpy) pp zur Stelle, wie M. Rabba Bereschit §11 wird erjTOXJD genannt, wozu folgende Erklärung giebt: pip mnN □'HDiym D’Entsrn 'i dw itnnni Nintff xrui '3->zi pcta D3D Nin inn'nsy dip jrü3DD hun . jp ptsta Dnwm fiiDinb nih Da nach einer andern Buchstabenverwandtschafe das m mit n sich wieder verwandelt, als mit , woher Memphis, so wird der Sabbat im Äthiopischen Sanbath genannt. Derselbe Fall findet auch im Worte Tempel Statt, welches aus rj^n rr^ mir einem hinzugefügten ß abgeleitet ist. Ebenso leitet nrpttü bas Wort Akademie von -jpy rp3 her, wobei wir zwar keinen Grund von dem hinzugefügten m einsehen. Das Wort n*Q bleibt natürlich weg, wie das griech. ohog, im Worte Kirche von nv^cwog. Im Ungar, hingegen heißt cs egy-haz, wahrscheinlich egi-liaz, Himmelhaus (I. M, 28, 17). M. Zipser, Rabbiner. IV. Ueber die göttlichen Benennungen Nin, nur»/ nty und 1133d . Im LB- Nr. 23 l. I. wird eine Stelle aus Jbn-Esra citirt, vermöge welcher der Name Gott im Lat. mit „Er“ bezeichnet wird. Wahrscheinlich ist uns dieses Wort verloren gegangen. Daß aber diese Benennung wirklich einst existict haben muß, glaube ich aus der Ungar. Sprache herleiten zu können. Kenner dieser Sprache wissen, daß das Altungarische einen großen Tbcii seiner Benennungen aus dem Lateinischen, genommen. Nun wird in dieser Sprache Gott „Isten“ genannte dessen Etymologie schwer aufzusinden ist. Nehmen wir es aber für das lat. äste (Er), so ist seine Bedeutung klar. 41