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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 27 · p. Spalte 685-686

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 27
Date
1851-01-01
Page
Spalte 685-686 (sequence 13)
Language
German
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685 Ein religiöses Gedicht. Von Dukes gliederten Zusammenhänge haben wir sie noch nicht gelesen. Wir dachten, es könne nicht schaden, wenn dies einmal versucht würde und glauben fest, daß es unsrer Literatur frommen müßte, wenn unsre Wünsche erfüllt und unsre Andeutungen und RathsHläge befolgt werden könnten. Darum haben wir's gesagt und ^unsere Seele gerettet", Nachwort des R e d ack t e u r s. In schonen' ausführlichen Zwei Aufsätzen hat Hr. Treuenfels den Ebbe-Zustand unserer jüdisch-literarischen Thätigkeit, vorzüglich aber die mangelnde Theilnahme für dieselbe besprochen und der gründlichen und trefflichen Darstellung gegenüber bleibt mir nur wenig über diesen unerquicklichen Zustand zu sagen übrig. Aber selbst in diesem kurzen Nachworte kann ich keineswegs mit Hrn. T. diesen Zustand so entschuldigend anschen. Unsere Literatoren haben von ihrer Seite Alles gethan, was zur Hebung und Interesseweckung nöthrg war; ihre Schriften waren verhältnißmaßig öfter schön dargestellt und lesbar; aber s-elbst wenn sie mit Engelszungen geredet hätten, so würden sie bei demjenigen Publicum, für das sie geredet, kein Gehör gesunden haben. Unsere Juden im Allgemeinen haben für geistige Erzeugnisse des Judentums keinen Sinn, nicht deßhalb weil sie ihnen nicht schön, lesbar geschrieben, oder weil sie mit fremdartigen Bestandtheilen gemischt sind, sondern ganz einfach weil sie jüdisch sind. Der Eine will Jüdisches nicht, weil er Juden und Judenthum nicht leiden mag, weil er als Deist oder Atheist über dergleichen Besonderheiten sicherhaben dünkt; der Andere ist bornirt genug, sich des Jüdischen zu schämen, und schon bei Erwähnung des Jüdischen Krämpfe bekommt; noch Andere haben die lächerliche Sucht zu christeln. Die Uebersetzung des Ikkarim, Emunot, die Kabbala von Franck, die Bücher von Salvador u. a. sind populär, schön und gerade für das größere jüdische Publikum lesbar; aber dennoch haben diese Werke. nicht Juden, sondern Christen gekauft. Unsere Juden, in Verachtung des Geistigen überhaupt, sind schmutzig geizig, wo es gilt, für ein Buch Geld auszugeben, aber verschwenderisch .sind sie um Comodianten, Sänger, Tänzer zu sehen. Uebrigens haben sie auch für außerjüdifche Lectüre keinen Sinn. Wahrend der christliche Kaufmann oder Banquier in seinem jährlichen Etat doch wenigstens eine kleine Rubrik für neue literarische Erscheinungen hat, giebt der jüdische nicht einen Pfennig für solche unverzinsliche Dinge aus, und überhaupt ist der moderne deutsche Jude ein geborner Bücherhaffer, mit Ausnahme des ContobucheS. Das ist die reine, nackte Thatsachez woher sie entstanden, ist eine Aufgabe für Psychologen zu erforschen, und Verbesserer mögen nach Mittel suchen, um diesem Uebel abzuhelfen. 686 Ein religiöses Gedicht des Samuel Kohen aus Salonik, verfaßt im Jahre 1564. Dieses Gedicht schließt sich in Inhalt und Form an das des Moses den Abraham aus Avignon an'. Es ist ein Ermahnun'gsgedicht (nnum), wovon jede Strophe mit einem Bibelvers aus dem Pentateuch schließt, nach der Ordnung der nutjrß . Die Anfangsbuchstaben des Gedichts geben die Worte! pia jrjD iT!T)D '“1.103 p NID!? UN iubm rw 'puibt? i'jn 3lvi'.i pfus/ja Dieses Gedicht, welches in dem Katalog der Oppenheim. Bibliothek nicht genau angeführt ist^, enthalt geistreiche Stellen. Wir lassen einige derselben hier folgen. 011 ItJO Nin DJtSO □ i n n!< nun') nun“! NN “pijQ jrj nnpu ii' >11W1 T.U INI'.lb 'Ul 'Ul >11 N pDy b N W3JD 133J Wtib J'N icsip jijjdd nju '3 nbsm D^tv.i ndi nj nblE?' NON D1D3 ■wynb K"N j?j’ TW]} DN1 3l DN nniD 1NNL fND 'ui 'ui nnb 51'3 N'N □upb .iNin INN upn 3D’DE'n by "ji1 obu Nbn obip 'b3N3 'ui 'ui nbiyb ij’dn’ nbui nnutso mmrbi biUNb 'ui nbn Nb DDb p i n n ii' pap Nb cnbb nub -nub Olib.i neu k nO p’iü |,n nniN j>tn t^aoi . pUNi ne? nbiya nben p ini3 ivN>n iNpnn bi ivc> bin iWNb nn Vip' na nip ’by D'ii3.i in moiy Dbpb nun bi pin na inop baN' 151'33 pp jni Wir haben öfter schon Gedichte dieser Art mitgetheilt, wo die Hauptstärke in den cingefügten Bibelversm liegt. Das Einfügen der biblischen Stellen hat bei den altern Stylisten, so weit uns bekannt ist, keinen eigenen Kunftausdruck. Im 14. Jahrhundert begegnen wir dem Aasdrucke k'-ioj (Schluß) dafür. Wir entnehmen dieses aus einem Briefe des Ichuda Kaslari an Salomo Bonsed*. Es werden solche Schlüsse 1) Brgl. unser Moses ben Esra S. 10(8, Nr. 12. Wir haben die Kopie dieses Gedichts an Hrn. B. Goldberg gegeben, welcher dasselbe auf ein fliegendes Blatt gedruckt hat. 2) Der Katalogist sagt '.n rbyin annrf? mm mnsnsn ’jjd'di Da dieses Gedicht in einem Werke über Kalenderwesen sich befindet, so könnte der Leser glauben, dieses Gedicht habe ebenfalls etwas mit dem Kalenderwesen zu thun, was nicht der Fall ist, wie der Leser selbst erstehet aus den hier mitgetheilten Proben. 3) Denselben Gedanken, spricht auch Jehudaha-Levi «us ->-> nbeyn b i’b pi — i'bpa i-pn.. 4) In der Michaeli schen Sammlung Nr. 80A.

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