Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 26
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Spalte 655-656 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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655 659 Samuel in Nf)iW"iD ekrigetheilt war und dieses Stück wegen seiner Wichtigkeit den besonder» Namen jriD hatte, woraus die von Mein citirte Stelle entstanden sein mag. Dresden. Dr. B. Beer. Samuel 9«eq«.* Samuel Ssarssa (oder tzarya, auch Aarza), genannt Jbn Sneh, lebte in der Provinz Valencia in Spanien in der 2ten Halste des 14. Jahrhunderts. Er verfaßte einen philosophirenden Kommentar zum Pentateuch (nicht Superkommentar zu Jbn Esca, wie in Fürst's Bibi. jud. angegeben ist, denn der in Amsterdam 1722 edirte Superkommentar ist nur ein Auszug des eigentlichen Werks), genannt Mekor Chajim, gedruckt Mant. 1559, fol. 130 Bl., worin er jedoch mehr Eklektiker ist, die verschiedensten philosophischen und dogmatischen Ansichten aufnimmt, häufig zu astrologischen Erklärungen seine Zuflucht nimmt, diese aber wieder philosophisch zu deuten sich bemühet, wie überhaupt damals die Astrologie mit der peripatetischen Philosophie häufig in Verbindung verkommt (vergl. Zunz, Israel. Annalen 1840, S. 136). Jedenfalls ist dieses Werk als enzyklopädische Zusammenstellung der Aussprüche jüdisch-philosophischer Autoren aus der vorhergegangenen Zeit über Religion, Exegese, Hagada und über viele andere Gegenstände der Forschung von großem Interesse. Später (im Jahre 1369) schrieb er noch „Mchlal jofi" („Krone oder Inbegriff des Schönen") , welches Werk wegen der ketzerischen Ansichten, die darin vorherrschen sollten, einer verschiedenen Beurtheilung unterlag. Allein dieses bis jetzt ungedruckte Werk ist in noch gemäßigterem Tone gehalten als der Mekor Chajirn, so daß man wohl die von S. Schalem (annot. ad Juchasin) mitgetheilteNachricht, welche Mencifseh b, Israel (de creatione p. 9) nachschrieb, „als sei er wegen seiner ketzerischen Grundsätze von seinen eigenen Glaubensgenossen einem christlichen Tribunale überliefert und von letzterem zum Fcuertode verurtheilt worden", für Erdichtung halten kann, insofern nicht etwa Neider ihn verlaumdet haben, worauf er allerdings in der Vorrede oder Einleitung zu letztgedachtem Werke schon anspielt. — Das Michlal josi, wovon in der bodlejavi scheu Sammlung zu Oxford eine schöne vollständige Handschrift, 221 Bl. kl. Fol. sich befindet, in welche ich im Juli 1851 Einsicht zu nehmen Gelegenheit hatte, ist ein philosophischer Kommentar zu sehr vielen in beiden Lalmuden und den Midraschim enthaltenen hagadischen Stellen. Es umfaßt, außer der Einleitung, 151 Abschnitte in 7 Pforten vertheilt; in einem Abschnitte befinden sich gewöhnlich Erklärungen zu mehreren hagadischen Stellen, doch ohne *) Probe aus den gelehrten Erläuterungen, die Herr Dr. Beer der Munk'schen Schrift: ,,ia philosophie chez 8es JuUV4 beigefügt hat. Die deutsche Bearbeitung erscheint bald. tzarya. eigentlichen systematischen Plan, mehr nach einer seinem philosophischen Gedankengang entsprungenen Jdeenassociation. In der Methode folgt er ganz dem Maimonides; wie dieser im Moreh die anthropomorphistischen und sonstigen schwierigen Stellen der heil. Schrift der peripatetischen Philosophie anzupassen .sucht, so macht es Ssarssa mit den entsprechenden Talmud- und Midraschstellen. Das Principder Tradition ist aber bei ihm alleinherrschend und die Verehrung der Talmudisten ohne Einschränkung. „Die Männer ldes Talmuds wußten und sagten immer das Richtige; finden wir ihre Ansichten mit den Ergebnissen der Wissenschaft oder Philosophie nicht ganz in Einklang, so Liegt die Schuld an uns, daß wir in ihre Worte nkcht gehörig eingedrungen sind und den innersten Kern, den sie unter der Schale verbargen, nicht erfaßten. Darum ist es für uns Pflicht, den Aussprüchen der alten Lehrer die rechte Deutung zu geben." So ohn>g.esähr ist die Quintessenz seines Systems, wie er es angiebt. Natürlich daß es auf diese Weise in die gekünsteltesten Auslegungen geräth, wie z. B. in der Stelle npb HDn Dnui '”! by 'Dl om "Tun by , wo unter “ok der Mond verstanden sein soll (weil die Neuverkündigung des Mondes vom abhing), nw besage die Unsichtbarkeit des Mondes im Neulichte, und die Talmudisten sagten also nur, daß der Mond Veranlassung einer Sonnmsinsterniß sei u. s. w. — Merkwürdig ist, wie er die Stelle Baba bathra ns© n$fo Dyta 'Dl DVN yD interpretirt: „Moses habe den Inbegriff der göttlichen Wissenschaft (in der Thora), der Physik (im. Buche Hiob) und der Zauberkunst (in uybl 'd) niedergelegt! — Das nif’Dp bei Jacob ist bei ihm „beschleunigte Erkenntniß durch den intellectus-agens."— Für Beobachtung der 5ULQ (Ceremonialgesetze) spricht er sehr entschieden und vergleicht sie, wie schon Maimonides und Andere, zu geistigen Arzneimitteln; auch prorestirt er gegen die Ansicht, als dürfe man die biblischen Erzählungen vlos bildlich auffassen, pr sagt: niDD Sl pjj?n DlM rTOPH initt „jede Begebenheit, die in der h. Schrift mitgetheilc wird, trug sich wirklich so zu, nebenbei aber ist eine höhere Deutung damit beabsichtigt." — Bloß eine Stelle (worauf mich Steinschneider aufmerksam machte) könnte bei Rechtgläubigen Anstoß gefunden haben. Der ralmud. Satz rppj HDDp wird von ihm bestritten-, er meint aber, die Talmudisten hätten die Unrichtigkeit dieses Satzes auch gewußt, da ihnen nichts in der Naturkunde verborgen geblieben war, aber sie stellten ihn doch auf in der löblichen Absicht, den Menschen vom Begehrendes Ueberflüssigen, welches dem Körper schädlich sein könnte, abzuhalten. — Manche seiner Erklärungen sind indessen sehr sachgemäß und gehen auf den liefern Sinn ein, so sinder er z. B. in dem Spruche Hillel's pkN. 'b b Hindeurung auf die moralische Willensfreiheit, die später R. Akiba deutlicher lehrte. — In der Vorrede führt er als Quellen an: Maimonides, Jbn Esra, S. Jbn Tibbon- S. Alconsiantini, Schemtoh ben Palkeircr,