Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 26
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Spalte 653-654 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2360092-2360688-2360699--7597-3536584- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
(553 Literarische Nachrichten und Berichtigung.! Literarische Nachrichten. Wir geben hier einige Nachrichten, die das Interesse der jüdischen Literatur betressen. 1) Der berühmte französische Kritiker Saint-Rene-Laillandier hat in der Nevue äös deux Mondes 1852, 1. Heft, unter dem Titel: „le roman juif en Allemagne“ einen ausgezeichneten Bericht über 6. Kompert's „aus dem Ghetto" (Leipzig 1848, 8) und „böhmische Juden" (Wien 1851, 8) erstattet. — 2) Im „Serapeum" 1852, Nr.2 steht ein Bericht über die arab. Handschriften des Sa ad ja, die sich in der Bodlejana befinden, v. M. Steinschneider. Es werden dort als Saadjan. angegeben: а) Übersetzung und Commentar der Proverbien; b) eine arab. Agenda, ^N'v; e) , Buch der Erbschaften; б) myo rn^ "VDDp, die arabische Uebersetzung eines oft gedruckten Gebetes von Saadja. Als zweifelhaft Saadja'nisch: a) ein imperfecter Commentar zum HL. z b) ^dedh , ein Hymnus über den Dekalog. — 3) Hr. G. I. As coli, ein junger, talentvoller Gelehrter in Görz, hat einen „Versuch über Pasitelegraphie" veröffentlicht (la Pasitelegrafia, saggio di 6. J, Ascoli. Gorizia 1851, 8). Der Verf. legt einen Plan vor, in welchem er für die in bestimmte Kategorien eingetheilten Begriffe Zahlen substiuirt, so daß Jeder diese den Zahlen entsprechenden Ideen in die phonetischen Charaktere feiner Sprache zurückübersetzen kann. Durch' den Zähler (numeratö're) des Hrn. Ascoli kann eine Weltsprache gebildet werden, indem die Zahlen nicht phonetische, sondern ideelle Zeichen sind. Die Schrift zeugt von vielem Scharfsinne und ausgebreiteten Sprachkenntnissen, so daß selbst das Chinesische mit in dm Bereich der Untersuchung gezogen ist. Bekanntlich versuchten schon Baco, John, Wilkins, Leibniz und Wolf eine Weltsprache zu bilden. — 4) Bei dem jüdischen Buchhändler Veit in Berlin sind von dem jüdischen Geschichtsforscher Ph. Jaffe Aktenstücke zur Geschichte der Päpste erschienen! Eine lobende Recension dieses großen Geschichtswerkcs findet sich im Januarhefte der in Halle erscheinenden „literarischen Monatsschrift", worin auch das Moment hervorgehoben wird, daß Juden es find, welche am meisten für die Aufhellung der Geschichte der Päbste wirken! — 5) Dr. Bernays, Privatdocent in Bonn, hat von Oxj ford den Auftrag erhalten, eine neue Auflage der Lucrez zu \ veranstalten, da Bernays zu den bedeutendsten Philologen i unserer Zeit gehört. Ob er aber Professor in Preußen wird? * Oesterreich ist hierin weiter vorgeschritten! — 6) Bei A. Asher in Berlin ist erschienen: Ermahnungsschreiben des Jehuda Jbn Tibbon an seinen Sohn, des Moses Maimonides an seinen Sohn Abraham, und Sprüche der Weisen. Nach | . bodlejanischen Handschriften herausgegeben von M. Steinschneider. Aus der rwn* des Jeh. Jbn Tabon erfahren wir, daß sein Sohn Samuel ein sehr ungehorsamer Sohn war. Die des halten wir für unecht. — 7) Das „Serapeum" Nr. 3 bringt aus der „National-Zeitung" einen sehr witzigen Bericht L ebrecht's über das reorganisirte 654 Bet Ha-Midrasch in Berlin, das jetzt 1V00 Bände umfaßt und dem Publikum zur Benutzung geöffnet ist. Hatten die Herren in Berlin nicht einen national-preußischen Dünkel, der alle Gelehrsamkeit nach der preußischen Metropole verlegt, wie alle Deutschen in Preußen ausgehen sollen: so würden sie einen Aufruf ergehen lassen, daß jeder Autor ein Exemplar seiner Schriften dem Bet ha-Midrasch schenken möchte. Dadurch würde sich allmälig eine feste jüdische Bibliothek ia Deutschland bilden. Allein Preußen kann sich selbst genügen und ist ein kriegerischer Staat. Jeder Berliner jüd. Gelehrte muß auch mindestens 3 Jahre Kriegsdienste leisten gegen auswärtige Feinde der Berliner Literatur. Literarische Berichtigung. Col. 617 d. Orients Jahrg. 1851 befindet sich eine Notiz des Herrn Neifmann, wornach es im Mein zu Sabvath e. 16 (nicht 13) Bl. 118 a anstatt min jnD tcmEn *]N1 YPfcO heißen soll: 'd) NDimn tTOD *)N1, da wir von einem min |0D nichts wissen und der ganze von Meiri angeführte Satz im mri nnitt "M nomine NftiriJn enthalten sei. — Dieser Satz befindet sich nun zwar nicht im -)D , aber doch in I. Karo's Com. rpv rVD o. 288 nomine (wo die Stelle auch im Tr. Sabbath ^2 zu lesen ist), jedoch mit verändertem Namen derAmoraim als bei Meiri; blos die Erläuterung der Ansichten beider Amoraim, von vj^D an, wird von Karo nomine fcß'irün angeführt. — Da der Tanchuma den jerus. Talmud häufig benutzt bat svrgl. Zunz g. V. S. 236), so dürste Hrn. R.'s Conjekrur Manches für sich haben. Mit den Worten nNH'On nhj&HD ^TDÜ bei Meiri, welche Hr. R. nicht versteht, har es wohl folgende Bewandtniß. Die Stelle befand sich wahrscheinlich in n£HD, denn in den beiden vor mir liegenden ältesten Ausgaben des Tanchuma (Constant. 1522 u. Ven. 1645) stehen vor;D Worte NFPßp , es folgt nun der Midrasch bis “vkp kn , sodann heißt cs: p'Dl NilWlSI nbun ’.T) fDDD ■p’D ttn’N Nimn 1DM) F)TIJ tnbDl mm (welche Worte auf das Targum von Beschalach bis Tn hindeuten) naSn ms-op Nnwir© nitw nsp NHNO^n . Nun folgt der Midrasch von IN u« (• w. ^Jn den spät. Ausgaben z. B. der Frankfurter 1701 ist Alles dies weggelassen.) Der, uns vorliegende Midrasch von bis TN ist aber nicht so umfangreich; daß er in 7Abschnitle und 192 NHiO^n einzuthellen wäre, auch bedurfte es hierzu keines symbolischen; der ursprüngliche Tanchuma, von dem unsrer nur ein Auszug ist, enthielt also wohl hier weit mehr Material und so mag die von Mein angeführte Stelle HNn^n NntßHS rpDD sich befunden haben. — Es ist auch möglich, daß der Midrasch zu nrp '9 von 'v/'hwfl LNinii an, welcher bei uns gleichfalls kurz ist, eben so ausführlich und