Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 26
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Spalte 637-638 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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637 Meisel's Prinz und Derwisch. 638 das Lastlhier den Brunnen umkreist, um das Rad zu drehen, an welchem die Eimer des Brunnens, mit dem er die Welt vergleicht, befestigt sind, und diesen Eimern vergleicht er die irdischen Wesen, die somit durch die Bewegung der wie jene durch die des Esels bald gesenkt, bald gehoben werden. — Das Wort nno, dessen Subjekt ist, entspricht demnach ganz und gar dem dessen Subjekt hier durchaus ohne ironischen Nebenbegriff, das als bewegende Kraft weil der Esel zu derartigen Verrichtungen gebraucht wurde, aufgefaßt werden, und der bei demselben Vergleiche Jalkut Behar 665 fehlen muß, weil dort nicht vom Einflüsse der Himmelskörper gesprochen wird. — Vielleicht dürften wir hier -pon als bloßen Holzblock, an welchem sich die Eimer befinden, betrachten, wie OTT) hw "MN (Sabim e. 4, Misch na 2) an dem die , Winde, befestigt war, mittels deren der obere Mühlstein 221, Reiter, in Bewegung gesetzt wird, ganz analog dem griechischen ovog, Esel, wovon das Latein, onus, Last, das auch den untern Mühlstein, Zugmaschine, Rolle, Rad, Winde, Haspel bezeichnet. Gegen die Richtigkeit dieser Ansicht spricht indeffen der Umstand, daß dann der -pftn sich nicht um den Brunnen, sondern um sich selbst drehete, und demnach nicht mit in Parallele stünde. — Der gegebenen Erklärung zufolge müßte nun die Uebers. der hebr. Verse ungefähr folgende sein: Sehet doch, ihr Thoren alle! Dort die Menschen auf der Welt, Die umkreist wird von den Sphären, Von dem ganzen Himmelszelt, ' Gleichend einem Borne, den ein Lastthier Stets umkreist, (das Rad zu drehen) Seht die Menschen sind die Eimer, Die bald abbald aufwärts gehen. Diesen Versen würden sich nun die folgenden Wotte, den ausgesprochenen Gedanken bekräftigend anschließen: An allen diesen ist's auch klar, Daß Keines sich selbst Schöpfer war Und nichts auch hat vollbracht, Was mit sein Wesen macht u. s. w. Die letzten Worte geben indeffen sehr unklar den Text "rnm 121 W wieder. Der Uebers. strebt hier augenscheinlich die Mitwirkung des Menschen bei seinen Angelegenheiten durch dieses: mit auszudrückenz die Stellung der Worte läßt hier jedoch „sein Wesen" als Objekt erscheinen. Daher würde Meisel gewiß besser gethan haben, wenn er statt des Verses „was mit sein Wesen macht" —- „nur durch die eigne Macht" gesetzt hatte, worauf sich dann die folgenden Worte: daß Gott blos führt und leitet — der Alles auch bereitet — paffend fügen 26. Pforte, S. 237: „Ist nichts vollkommen denn schon beim Beginn?" Im Hebräischen lautet diese Frage: tajhp -);n 7HPN nys . Das Wort hat an dieser Stelle keinen Artikel und ist folglich der Comparativ, nach welchem hier die Worte: „als in späterer Zeit" ergänzt werden muffen, weil sonst die darauf folgende Antwort nicht ganz passend wäre. Die Übersetzung müßte daher ungefähr lauten: „Was ist wol größer beim Entstehn, als wenn wir dann es älter sehn?" Darauf folgt nun treffend die Antwort des Derwisch: „Der Kummer ist's; denn jedes Ding — ist beim Entstehen nur gering — und wächst nur spater immer mehr — der Kummer doch im Werden schwer — verringert mit der Zeit sich sehr. Dieselbe Pforte, p. 241: Ein greiser Richter, dem viel Geld geboten wurde „das gute Recht zu krümmen" erwiderte: Das Alter ist mein Licht: llnd ich vermag es nicht Es so an's Recht zu wenden, Daß es dadurch soll enden, Der hebr. Text lautet: pti/Nttf OKI, "HW rDW v-flK . Meisel bezeichnet in einer Anm. mit Recht diese Stelle als die schwierigste im ganzen Buche. Vielleicht fehlt hier ein Satz nach nn^n , vielleicht auch soll unter dem letzten der unter dem Worte Licht allgemein bekannte Geist verstanden werden, der angewandt werden müßte, um das Gesetz falsch zu deuten, wodurch aber der Greis fürchtetsein Greisenalter zu schänden, oder sich gar den Tod als göttliche Strafe zuzuziehen. Demnach könnte die Uebersetzung lauten: Das Alter ist mein Licht Und ist's mein Geist denn nicht? Und sollt' ich dieses leuchten lassen Damit das andre soll erblassen? 29. Pforte, S. 254: Ihn, der u. s. w. Auf Nichts den Erdball in des Raumes Weilen — Befestiget hat, nicht Tage — ew'ge Zeiten! Die letzten Worte sind ungrammatisch, da im Deutschen hier nicht der bloße Accusativ genügt um die Dauer auszudrücken, ja, nicht Tage — ew'ge Zeiten könnten hier sogar als von „befestigt" abhängige Objecte betrachtet werden. Besser wäre daher: Auf Nichts den Erdball in des Raumes Weiten Gestellt, für Tage nicht — für Ewigkeiten. 32. Pforte, S. 276: „Die Steigerung bei ihnen (den himmlischen Wesen) hält mit der des Feuers über das Wasser keinen Vergleich aus." Hier har sich Meisel offenbar geirrt, da im Texte „xiT’ pNH hy ttWDD" zu lesen ist. Und so muß es auch heißen, da hier ausgedrückt werden soll, die Stufenfolge der Engel, die sich in Gott endigt, sei weit manigfacher, als die der Elemente, weshalb die erste und letzte der früher mitgetheilten Stufen das Feuer und die Erde angeführt werden müssen. Zu den vielen Anmerkungen Meisel's, worin er unter Anderem oft auf Aehnlichkeiten mit Fabeln und Sprüchen des Talmud und Midrasch aufmerksam macht, erlaube ich mir noch folgendes zu bemerken: