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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 26 · p. Spalte 619-620

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 26
Date
1851-01-01
Page
Spalte 619-620 (sequence 11)
Language
German
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619 Literarische Miscellen. 620 Merrrische Miscellen, Bo» Ad. JeMnek. 4) Editoren-Polemik. Während in unserer Zeit der jüd.Schriftsteller sich freut, wenn er nur einen Verleger für seine Arbeiten findet, geschah es in frühem Jahrhunderten nicht selten, daß ein und dasselbe Werk von verschiedenen Editoren zu gleicher Zeit herausgegeben wurde, wodurch später eine heftige Polemik entstand. Im Jahre 1559 führten die Cremonaee Herausgeber des Sohar gegen die Mantuaner Editoren eine nicht sehr höfliche Polemik, weil in Manrua und Cremona der Sohar fast in derselben Zeit gedruckt wurde. Jrn. Jahre 1727 entstand ein heftiger Streit zwischen R. Michael, Rabbiner in Berlin — nach dessen Handschrift der Conrmentar z. Hohenliede von N. 'Asrlel edirt wurde — und R. Isaak b. Lob, weil Beide dm rttOD DD'1 drucken Ließen und R. Michael den Letztern nicht zum Compagnon haben wollte. Tempora mutantur; nur darin blieben sich) die Zeiten gleich, daß man nach mehr denn 100 Jahren noch immer in Berlin der Meinung lebt, das literarische Heil komme nur von den Berliner kleinen Meffiaffen: bru -iDit£/n j?pn’ Ninn . — 6) Ein Superc omm entar zu Jbu Esra. Der Pentateuch-Commentar von Abraham Jbn Esra hat viele Supercommentare hervorgerufen. Einen solchen schrieb auch Mose Alm osnino, der von keinem Bibliographen und auch nicht von C a r m o l y erwähnt wird, welcher der Familie Almosnino im „Univers israelite 1850“ einen ausführlichen Artikel widmete. Dieser Supercommentar wird in |-ß 199 a cttirt, wo Mose Almosnino die berühmte Stelle in Jbn Esra's Conrmentar zur Genesis: -p-n b'D yT pbn "jana t^>1 bl durch die Werte erklärt: pBN'ty nW^n nanaan noinna d«did ’iaasa mitra b"i paxan -pna ona rwo uw avx pa nenapn umw ’critsj ’dd irawno pa ttba inwi tw n^iaaDntaty din ua nmtyn piatan inn ena ae/x D'p^nn ioa nw übiaa nymsa m ntby awan ’nanan aswo ba iaa noiNa — . y'ij/'axan by 6) Ursprung der Hillel' schen Interpret«- tivns Methode. Herr Gr ätz hat in Frankens „Mionatschrist für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums" i, 156 ff. die Wichtigkeit und die Neuheit der sieben Hillel'- säM Middet bf , niEr na'U u. f. w.) erörtert, ist aber dabei auf halbem Wege stehen geblieben. Denn jene Hillel'schen Middot sind durchaus fremden Ursprungs und sinddurch die Aristotelischen Kategorien vermittelt worden. Hillel hat nämlich die Middot von seinen Lehrern Schemaja und Abtalion empfangen, und diese waren, wenn vielleicht nicht selbst Proselyten, doch heidnischer Herkunft (s, Jom-Lob 5^eUer zu Abot 1, 10). Es ist nun wohl anzunehmen, daß Beide — bei Abtalion zeigt es schon der h albgriechische Name — der griechischen Bildung nicht fremd waren, und diese haben die Kategorien des Aristoteles auf die Interpretation des Gesetzes übertragen. Nur aus diese Weise ist es zu erklären, daß so viel Methode in die Diskussion von Gesetzesthemen gebracht wurde und daß vor den Lehrern Hillel's Niemand diese Jnterpretationsmethode kannte. 7) Vocalisation gegen Anthropomorphismen. Prof. Luzzatto hat — in der Wiener Pentateuchausgabe vom Jahre 1846, in welcher Luzzatto die meisten Haftarot commentirte, Hastara zu Debarim, Jesaja K. 1, V. 12 — die wichtige Bemerkung gemacht, daß die Nifal- Form in vjd Sßf. 1, 12, in riNINI Ps. 42, 3, in Ex. 34, 24, in nisW? Deutr. 31, 11 von den Vocalisatoren absichtlich gewählt wurde für das eigentliche Kal, um beim Volke den Anthropomorphismus zu vermeiden, daß ein Sterblicher Gott sehen könne. Der ursprüngliche Sinn sei in all' den angeführten Stellen: Gott sehen nach der Bedeutung des Kal; man setzte aber dafür das Nifal in der Bedeutung: erscheinen, um des Volkes willen. Wir fügen hinzu, daß auch der Talmud schon das Bewußtsein hatte, daß das Nifal hier aus bestimmten Absichten das Kal vertrete, da er Chagiga, 4 a den Satz: rüttln ]D nrüD 'aO ND1D dadurch zu begründen sucht, daß -p niaob {O&y *fno niN"pb fcO / was die Identität des Kal und Nifal in den Stellen, wo von einem Erscheinen vor Gott die Rede ist, voraussetzt. 8) Avicebron und Gebirol. Don Isaak Abravcmel und Mose Almosnino scheinen die Identität Avicebron's und Gebirol's gekannt zu haben. Almosnino berichtet nämlich TO pDND l17 a, daß Abravanet Thomas de Aguino's Abhandlung „äs spirituaUdus creaturis“ in's Hebräische übersetzt hat und giebt zugleich die Ansicht Gebirolls von den Engeln, die nicht in einer besondern Schrift über die Enget von Gebirol sich findet, wie Dukes (Ginse Oxford, S. 55) meint, sondern aus Thomas' Abhandlung entlehnt ist. Wir lassen hier die ganze Stelle folgen: n ü hü/ ~nn!ED (crat^on bw) DninDinniN’yo by aan atcw mana b ma j , iivo pn aD>n Dna non!? a»ns? rsoa r<by crcp Daatp oy by naini riNt inaaoo w naxa cnow npotp run xapan ariN anai, ^pisa ta^nna wd bya anao na.xn anx.aiana Dninoi Dnix'SDa Taxa ia'px n tyxoiia nma x'an nm DninDi onw'yo by aan at^N ani'D man p’njJ.ai ta^nna vwa bacy onrn by nrnoio Dp nop DiDa Nin x^n n'n1?? bxaaaax '"ana aan D’DDD noxa Dbtcf aan xini naaan naio 'd^ rnxa . |iajn npam nat^n naaan Diese Stelle macht es uns auch begreiflich, daß Leon der Hebräer, der Sohn Abravanel's, in seinen ,, Dialog-hl d’amore“ in Avicebron den Gebirol erkannte^ wie Fürst früher bemerkt hatte, da schon seinem Vater die Identität Beider bekannt war. 9) Ein Gedicht über Mose de Leon. Hr. Giuseppe Almanzi theilte mir folgendes schöne Gedicht mit,

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