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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 26 · p. Spalte 613-614

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 26
Date
1851-01-01
Page
Spalte 613-614 (sequence 5)
Language
German
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613 Die persischen Wörter der Bibel. 614 zwölf Patriarchen wird nur gedichtet, daß Henoch ein Buch der Weissagung geschrieben habe. Die Erdichtung des Buches selbst ist später, wie man sich gerade durch die Vergleichung der Testamente überzeugen kann. Als Stoff für das zu erdichtende Buch bot sich vor allem das Gericht dar, welches durch die Versündigung der ^2 oder pVJJ und deren Verführung der Menschen herbeigeführt worden, so wie die Ueberlieferung, daß Henoch von diesem Gerichte, an welches sich dann, das ihm entsprechende Endgericht anfügte, geweiffagt und in seinem Verkehre mit den — denn es heißt von ihm O^W?Nn “ HN ^nnn — außerordentliches Wissen gewonnen habe. Aus solcher Ueberlieferung stammt der Spruch Hmoch's im Briefe Juda, welcher nicht entnommen ist aus unserem oder ans irgend einem Buche Henoch, sondern an welchen sich die Erdichtung eines solchen Buches angeschlossen hat: daher dasselbe gleich mit jenem Spruche anhebt. Welches die ursprüngliche Gestalt dieses Buches gewesen, dürfte sich nun doch wohl Nachweisen lassen. Es beginnt angemessen mit einer Einleitung c. 1 — 6, welche aus Erweiterung jenes von Judas überlieferten Spruches erwachsen ist, und mit einer Erzählung der geschichtlichen Lhatsachen, in welche sich Henoch's Weissagung einrahmen soll, c. 7 — 10. Seine Weissagung selbst besteht aus zwei Gesichten und zwei Reden. Das erste der beiden Gesichte handelt von dem Gerichte, dem die -pT,^ verfallen, c. 12—35. Das zweite zerlegt sich in drei, nicht hundert und drei, Spruchreden, von welchen die erste, e. 38 — 44, was im Himmel ist, die zweite, c. 45 bis 55, die Sünder, die dritte, e. 56 — denn 57 ist ein späteres Anhängsel — die Gerechten zum Gegenstände hat. Von dm beiden Weiffagungsreden ist die eine an Henoch's Sohn Methuschelach gerichtet, c.71—89. Sie ist wieder dreitheilig: der erste Lheil umfaßt c. 71 — 81, 4, das Buch von der Erkermtniß der Natur; die beiden andern Theile berichten Träume Henoch's, e. 82 — 83 einen Traum von dem bevorstehenden Gericht, o. 84 — 89 einen andern, in welchem er den ganzen Verlauf der Geschichte gesehen hat. Die andere Weiffagungsrede ist an seine gesammte Nachkommenschaft gerichtet, und umfaßt c. 99 — 104, jedoch ohne das übet unterbrechende c. 91. Das letzte Kapitel, 105, giebt sich eben so deutlich als Zusatz zu erkennen, wie alles, was zwischen dem Buche der beiden Gesichte und dem der beiden Reden steht, als Einschiebung. Was die Einschiebung betrifft, so ist sie am augenfälligsten, wenn sich c. 58—63 ein Gesicht Henoch's aus seinem fünfhundertsten Lebensjahre oder 64—67, 1 ein Gesicht Noah's in die letzte der drei Spruchreden eindrängt. Vereinzelte, außer Zusammenhang stehende Stücke sind das Gespräch Michael's und Raphael's c. 67, 2—68, 17, die Stelle vom Schwure Gottes 68, 19—48, und das Gesicht von der himmlischen Herrlichkeit der Engel c. 70; und c. 69 bezieht sich auf das eingeschobene Stück e. 63 ff., und giebt dadurch leinen spätern Ursprung zu erkennen. Endlich c. 81, 5 bis 25 ist eine störende und unpassende Erweiterung der letzten Worte von 81, 4. Beseitigt man alle diese Anhängsel und Einschiebsel, so bleibt ein in seiner Weise wohlgeordnetes und in allen seinen Theilen gut zusammenstimmendes Buch, dessen einheitliche Entstehung ganz gut denkbar ist. (Ieitschr. d, D. M. Gesellschaft.) Die persischen Wörter der Bibel, erläutert von Philoxerros Luzzatto. (Aus dem Italienischen übersetzt.) Augeregt durch das neue hebräisch - chaldäische Handwörterbuch des Herrn Dr. Julius Fürst, versuche ich es, die in der Bibel vorkommenden persischen Wörter zu erläutern. — . Dieses altpersische Wort scheint mir gleichbedeutend zu fein \mit dem Sanscritworte tarasä, einem Instrumental von taras, yelocitas, ba$ als Adverbium „sch n el l" bedeutet. Das prosthetische a verwandelte das t von taras in (1, rn entspricht dem sanscritischen taras, mit der Umwandlung des s in 2, indem der letztere Buchstabe dem Sanserit fremd, allen arianisch-occidentalischen Sprachen aber, wie dem Assyrischen, den persischen Keilinschriften und dem Jend gemein ist, und nach dem Gesetze der Euphonie mußte sich vor cl in da das s in 2 verwandeln; c!a ist ein Suffix, das im Persischen die Stelle des a im Scmscrit vertritt, obwohl es auch in diesem bei Zeitadverbien, wie in unserem Vvnrntt, angetroffen wird. pDTlN , ] ID2"V1 , Mit Unrecht hat Gesenius die Analogie des persischen ausgeschlossen; es sind nur verschiedene Formen eines und desselben Wortes, in denen stets dieselbe, leicht zu erkennende Radix sich erhalten hat. Diese ist das fcmscritische öl re (drs’) „sehen", wo das s' von einem K-Laut stammt, der im griechischen dsQueo, im assyrischen dsQue-xca — Name der Mutter der Semiramis — noch gefunden wird. Das Sussix ist bald ma, bald 11 na, bald van und bald mau. Die Bedeutung des Wortes ist'ungewiß: es kann heißen sehens-, bewundernswürdig, schön, mit Rücksicht auf die Schönheit des Metalles, das Gold war; und es kann auch „golden" bedeuten, indem cs nach Analogie des hebr. in dem buchstäblichen Sinne apparens, splendidus, clarns genommen ist. Es ist übrigens bekannt, daß das Wort aureus cm und für sich den Name einer Münze war. NJ“)DDN‘ kommt her von dem sanscr. jjürna, ursprünglich parna, gebildet aus der Wurzel pl', implere, satiare, explere, satisfacere , negotium fransigere, p-er'ficere., (s. Westergard, Kad. ling. sanscr. p. 77—7) und aus dem Suffix na, das subst. abstr. unö Adverba (mit dem langen si am Ende nj nä) bildet. Demnach kann parnä, plene, satisfacenter, bene, perkeete bedeutet haben. Da es nun in den indogermanischen und andern Sprachen nicht selten der Fall ist, daß eine,Radix in der einen Sprache sich mit einem Zischlaut am Anfang, .und in der andern ohne denselben fin- 39 *

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