Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 25
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 595-596 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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; . ■ | 595 Zellinek, Kabbalistica. 596! 10) Beiträge zur Geschichie der Kabbala. Von Ab. Jellinek. Erstes Heft. Lpz. 1852, 8. S. 80. 11) Mose ben Schem-Tob de Leon und sein Verhatmiß zum Sohar. Eine historisch-kritische Untersuchung über die Entstehung des Sohar. Von Ab. Jellinek. Leipzig 1851, H. Hunger, 8. S. 53. Bei allen Forschungen über die Kabbala und speckell über den Sohar, die in letzter Zeit von jüdischen Gelehrten veröffentlicht wurden; ungeachtet daß Arr No hem da Modenas in neuer Zeit zugänglich geworden und das zweitheilige Mitpachet SefarimJak. Emden's stark ftudirt und sogar von Tholuck zu seiner Abhandlung über die,Kabbala rc. stark benutzt wurde; obgleich Znnz, Rabia, Landauer, Gr ätz, Franck und Joel diesem Gegenstände mehr als eine oberflächliche Aufmerksamkeit zugewendet: so befindet sich dennoch dieser Zweig jüdischer Wissenschaft von so seltsamen Räthseln eingeschloffen und so neckischen Sphinxen bewacht, daß man noch immer jedem neuen Schatzgräber, der sich abmühet, hier den Stein der Weisen aus dem dunkeln Schacht neckischer Gnomen heraufzuholen, zu Dank verpflichtet ist, Hr. I., seit sieben Jahren durch Uebersetzung des Fr a n ck'- schen Werkes zu historischen Studien über die Kabbala angeregt, reihet sich den erwähnten Schatzgräbern in seinen zwei Monographien an; ob er aber den räthselvollen Stein der Weisen, das wahre Mysterium des Sohar gefunden und nicht vielmehr gleich seinen Vorgängern in nebelhaften, schrankenlosen Fernen, ohne Ausweg und ohne Fund, umherschweift, das wollen wir hier schon darum unerörtert lassen, weil der wahren Wissenschaft nicht blos das Ergebniß, sondern auch das Verhandeln, nicht blos der Fund, sondern auch das Streben förderlich ist. Sehen wir daher die dargebotenen Beiträge nach und führen hier den Lesern den Inhalt vor. Nr. 1 bietet: 1) Das Studium des Buches Jezira. Nach Jahrhunderten geordnet, vom 10. bis zum 19. in Kürze vorgeführt, (S. 3—12) zählt Hr. I. die zahlreichen Commentare auf und obgleich wahrscheinlicher Weise numerisch nicht vollständig und inhaltlich nicht immer genügend, so trägt doch diese bibliographische Zusammenstellung zur historisch - kritischen Auffassung dieses alten Buches sehr viel bei. Man muß sich aber hüten, das 10. Jahrhundert, weil die Commentirung desselben damals begonnen, zum Ausgangspunkt zu nehmen, da die so späte Auslegung in der jüdischen Kulturgeschichte bis zum 10. Jahrhundert wohl begründet ist. Talmud und Midrasch, die Geonim und Kalir haben das Buch Jezira gekannt, die Sprache und einige Sätze und Lehren weisen auf eine Zeit, in der der Jslamlsmus noch nicht dagewesen war, und die wahre Kritik des Seftr Jezira muß von. dem mischnaischen Zeitalter ausgchen. —,2) Geschichte des Jezira-Textes. Das Vorhandensein verschiedener Recensionen und Textesartm war bekannt; das Bewußtsein von verschiedenen Textcorruptionen war schon seit Sa ad ja und Jakob b. Nissim rege, aber Hr. I. giebt uns eine Notiz über zwei Hauptabweichungen, über eine Sa^adja'sche Recension aus 8 Abschnitten in weitschweifiger Weise und eine Kairawan'sche durch Jakob b. Nissün, mehrfach veranlaßt; dann über die zahlreichen durch Abschreiber und Konjektucialkritik veranlaßten Varianten, mit einer frappanten Probe. Was wir aber. unter Geschichte des Jezira-Textes verstehen, nämlich zugleich Kriterien über die Gestaltung des Jezira-Textes, das verspricht er uns ein ander Mat zu geben. Soweit über S es er Jezira, das Hr. I. selbst als durch Einfluß jonischer Naturphilosophie, des Pythagoräismus und der Gnosis auf jüdische Geister, entstanden bezeichnet, mithin der Kabbala, wozu doch diese Beiträge gehören sollen, ganz fremd sind.- Ferner ist wirklich das Buch Jezira aus erwähntem Einflüsse hervorgegangen, was wohl schwerlich Jemand bezweifeln wird; und ist es ferner gewiß, daß nur die grundrißlichen Linien oder Aphorismen, die Chag. 13 a, schriftlich ausgezeichnet wurden, und dem mündlichen Unterrichte das Uebrige überlassen wurde: so muß es notwendig vor NedactionderMischna entstanden sein, und da Ukiba vor Jehuda Ha-Nasi die Hauptpersönlichkeit ist und die Tradition überdies es ihm zu schreibt, so ist der Humor des Hrn. I. gegen Akiba's Autorschaft mir unbegreiflich. Die angebliche Ausflucht von S. Sachs ist blos ein arger Einfall; Js. de Lattes Ausdruck j-o'py Tm 'ft rm1» 'D DirD1? muß auf älterer Tradition beruhen — Nun kommt die Überschrift „Sohar" und zwar .1) die Beziehung des Namens S oh a.r auf Dan. 12, 3. Die Zurückweisung der Ansicht Landauer's ist gut, aber die Begründung des Namens aus jener Damielstelle, die schon Rabia hat, ist unvollständig, da man als Namen i^on 'd erwartet hätte und die Ansicht Zunzen's von der Vorliebe für Wörter, die Licht, Glanz bedeuten, noch immer vorzuziehen ist. 2) die Sprache des Sohar. Nach Abweisung einer falschen Voraussetzung Landauer's giebt Hr. I. als Grund der aram. Grundsprache des Sohar, weil die Verfasse? desselben in dieser die Pseudographie verdecken konnten. Dieser Grund ist aber nicht stichhaltig. Nachdem die Juden -eine pseudepigraphische Literatur in griechischer, talmudischer, midraschischer und hebräischer Sprache gehabt, sieht man deutlich, daß die Pseudepigraphie gerade nicht gern eine besondere Sprache wählt und in der Lhat k-ann sie dies nicht thun, um sich nicht zu verrathen. Außerdem ist die Anschauung derartiger Pseudepigraphie unrichtig. — 3) Die Namen des Sohar bei Recanati. Einzelne Berichtigungen. — 4) Die halachische Mystik des „treuen Hirten" (N'JD',nü jojn). Nach einer schönen Darlegung über diese Art Mystik sucht Hr. I. aus einer frappanten Stelle in demselben eine Muthmaßung über die Verfasser des Sohar, ihre Anzahl, Wohnorte u. s. w. Hinzustetten, und diese verdient weiter verfolgt zu werden. — 5j Poetische Mystik des Sohar. In dieser Nummer sucht Hr. I. nachzuweisen, daß im Sohar stark die neuhebräische Poesie benutzt wurde und zwar vorzüglich die von Jbn Gebirol, Jehuda ha-Lewi, Charisi, Jbn Ghajät u. s. m«; allein dies kann gerade umgekehrt der Fall sein. Der Neuplatonismus mit seinen Ausflüssen, der sich durch den Sohar zieht, war auch die grund-