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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 25 · p. Seite 569-570

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 25
Date
1851-01-01
Page
Seite 569-570 (sequence 25)
Language
German
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580 570 Aus den Briefen eines Sabbatianers. Wie Abraham unser Vater,' da er mit seinem Gottesglanben einzig in der Welt dastand, sich in Gott und mit Gott freuete, mit Gott, dm er allein erkannte und nicht die Wett, mit Gott, der ihn und seinen Glauben kannte und ihn liebte, mit Gott, der ihm und dem er allein genügte^! so sollten auch wir uns unsers Gottes freuen; gerade jetzt, wo unsrer so wenige.sind, und die Welt in Finsternist begraben liegt, und eine Ncbelwolke den Glanz des Himmels deckt, .wo die Meisten von weitem stehen, und nur Wenige sich uns nähern; gerade jetzt, wo keine sinnecrschütternden Erscheinungen, keine furchtbar majestätische Gottesstimme (n6lp) die in die Sinnlichkeit versunkene Welt aufregen und erschüttern, sollten wir unfern Glauben als eine Wohlthat Gottesnicht aber als eine bittere Lebensaufgabe ansehen. Je mehr wir uns selbst das Leben verbittern, um so bitterer werden uns die Anfeindungen der Welt; sind wir aber froh, so wandelt sich die Bitterkeit unserer Gegner in Süßigkeit. — Gelobt sei Gott, der uns unter Millionen Menschen und aus Israel hat auserkoren! ,,Wer bin ich, Herr o Gott, und was mein Hans, daß du mich gebracht hast bis hierher? — und das ist die ganze Lehre des Menschen, o Herr Gott!" (2. Sam. 7, 18. 19: hnh — .Dito ny uniran- ’ü rro mi uun uin dInh min). Wenn alle Welt oder wenigstens viele Tausende das Geheimnißvolle in der heiligen Gottcslehre (mm) nur ahnten, wie würde der Gläubige (p?2NQ) sich darüber freuen! Wie betrübend hingegen ist es für ihn, wenn er das Gegentheil bemerkt! Aber danken und loben sollten wir doch Gott dafür, daß er uns da Licht zeigt, wo die ganze Welt Finsterniß sicht, und die Gotteslehre uns der Leitstern wird für den ganzen Weg unseres Lebens, der uns am Ende süß werden wird und schon süß zu werden beginnt. — Träte die ganze Welt nicht mit solcher Verachtung uns entgegen, manches Bittere würde uns erspart. Andrerseits aber sollten wir, gerade deswegen weil sie uns nicht kennen, weit sie uns so verachten und verfolgen, weniger die Bitterkeit fühlen, die Nichtigkeit des Gegners einschen und' zu Gott sprechen : „Du zeigst uns da einen Schatz, wahres Licht, Geist und Leben der Welt, wo die Anderen nichts als Finsterniß sehen; und damit dieser Schatz uns gesichert bleibe, darf die übrige Welt nichts als Finsterniß sehen, wie geschrieben steht: law “pm m HD d. h. wie groß ist dem Gut, das du verborgen, und wie groß ist deine Güte, daß du cs so verborgen und verheimlicht hast, damit es bleibe nur p D'Din1? d. h. Denen, die auf dich vertrauen; n^JD d. h. du hast es so gefügt um Derer willen, die dich fürchten. .29) Midrasch Rabot: rj UN , vnEtf htt UN' , h n nnNi . So hätte auch Abraham nicht den Besitz der Höhle zu Machpela, Jakob nicht den väterlichen Segen erlangt, wenn Ephron nicht verblendet gewesen und in derselben weiter nichts als Finsterniß gesehen hätte, und auch Isaaks Augen nicht mit Blindheit geschlagen gewesen wären. Ebenso haben auch wir nur deshalb großes. Verdienst, weil wir in dieser finstern Zeit und in diesem Zustande der Verkauntheit an Gott imb au ........30 sesthalten. Wir sind verkannt, aber wir sind es nur um der Wahrheit willen; danken wir daher Gott dafür, der aus der Finsterniß .uns Licht geschaffen und uns Gott näher gebracht, daß wir sagen können: Wo ist ein Volk so groß, dem Gott so nahe wäre? (Deut.4,9). Es begibt, sich der Gute oft in den Zustand der Verkanuthcit, um den Glauben zu schaffen und aus dem Dlauben daS Verdienst, und um die Gläubigen in Israel mehr als die übrige Welt Gott näher zu bringen. Wenn wir daher wünschen, daß Finsterniß nicht mehr das Himmlische bedecke, daß auch das andere Israel schon aufmerksam werde und gelaufen kommen möge, im heißen Verlangen nach dem göttlichen Worte (ndx 'n , daß des Propheten Verheißung erfüllet werde, der da spricht (Jes. 2, 2): „einst werden viele Völker hiuziehen und sprechen, „„wohlan, laßt uns hmauszichen in des Herrn Haus.""; und wenn wir ferner sogar die großen welterschütterndcn Ereignisse als wünschenswert!) betrachten, auf daß mitten unter denselben das H ohe und Heilige groß sich zeige und erhaben, so geschieht dieses in der Zuversicht unsers Glaubens — ,,weil wir auf deine Hülfe, o Gott, hoffen" (yn mp und weil unsere Hülse um in seiner Hülse ist. r\2wb wby . „Uns steht es zu, den Herrn zu loben," für die wunderbare Zusammenfügung und Vereinigung so vieler theurer und würdiger Männer zu einer ganzen heiligen Versammlung, die durch Bande der Natur und der Freundschaft zusammen vereint sind, um fest den Glaubensbund zu schließen, und die durch die Verfolgungen des Trosses (mmy) in einen engen Kreis znsammeugedrängt wurden, um in Ewigkeit eine heilige Gemeinde (nttfnp my) zu bilden, eine fromme Vereinigung zum Glauben, zur Lehre und zur Andacht, und vorzüglich zu einem thätigen Gottesleben (ruiDNbjiT frb rwjfc wm n^DHi rrnnb jm). Eine Vereinigung guter Menschen ist etwas Außerordentliches , Ungewöhnliches. Schon die ehelige Vereinigung, wenn sie ein heiliges, gottgefälliges Bünduiß sein soll, ist nach dem Ausspruche des Talmuds etwas so Großes und Ungewöhnliches, wie das Wunder am rothm Meere (mi D1 nynpD D.intV»n^p rcrpj)), obschon Trieb und 30) Kn der punktirten Stelle findet sich im Originär tie Abbreviatur

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