Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 24
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 541-542 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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541 Lus den Briefen e.ines Sabbatianers. 542 Thrones entgegensteht und hiermit alle Vervollkommnung (niD^) verhindert. — Nun wird's klar! Und so bald ist's wieder vergessen. — Siehe, es macht die Thora uns zur Pflicht, das große Ereigniß der göttlichen Erlösung ans Aegypten, obschon 3000 Jahre seitdem verflossen sind, in stets lebendiger Erinnerung zu erhalten, und das Andenken desselben wird jährlich durch das mit allem Ernst und ängstlicher Genauigkeit zu veranstaltende Pesachfest gefeiert; und das Gefühl errungener Freiheit soll so lebendig in uns werden, als wäre es ein Ereigniß aus unserm eigenen Leben (Dnaoo ’nsp Nimb&o iDyy na nuW? din zpn). Auch die Erinnerung an andere Ereignisse, insbesondere an das, was unsere Väter mit eigenen Augen gesehen und erlebt haben, soll unfern Herzen nie entrückt werden (Deut. 4, 9—11. 2, 7). Um wie viel mehr ist es heilige Pflicht, die Ereignisse unserer Zeit und unsere eigenen Erlebnisse mit ernstem und prüfendem Blicke festzuhalten und im Gedächtnisse zu bewahren; insbesondere das größte aller Ereignisse, dasjenige nämlich, durch welches die Macht, der geistlichen Fürsten gebrochen worden ist. — Daß Amatcks Häuptern ihre Länder entzogen und weltlichen Fürsten zugethcilt worden sind dsdn M Psalm 135, 12), dafür müssen wir Gott besonders danken, und insbesondere auSrufcn: ,, ewig währt seine Güte!" (NON üb)yh Psalm 136, 21); obschon wir noch immer nicht sagen können: ,,er hat ihr Land zum Erbtheil gegeben au Israel" Ooy btrwb rfrro Psalm 135, 12). — Ist es uicht etwas Wunderbares, daß so viele Reiche und Republiken, die Jahrhunderte bestanden, plötzlich zu sein aufgehört haben? *o. — □rvn’OiD DnSD rpD1? heißt es in den Psalmen (136, 10): d. i. Dem, der Aegypten schlug, durch seine Erstgeborenen, nicht au seinen Erstgeborenen; denn nach der Auslegung des Midrasch waren es die Erstgeborenen selber, die über dieAegypter und deren Gewalthaber hcrflelen und sie erschlugen, weil sie so großes Unheil verursacht hatten". So auch in unserer Zeit. Der Sturz und Untergang so vieler Reiche wurde durch die Erstgeborenen der Welt, d. h. durch die grogm und mächtigste» Könige der Wett (Nobjn Kibü) beschlossen unv hcrbeigcführt. — Nur im Lichte unseres Glaubens wird Dieses und AchnlichcS uns klar, nur durch die Wahrheiten der Religion und der Thora (dj? minn DJ» nmvn ’bb) wird cS ferner begreiflich, wie 20) Es ist merkwürdig, wie diese schwärmerische Secte in dem Umstürze so vieler der damaligen Dynastien durch die französische Schreckensregierung, namentlich in der Einziehung dcr Besitzthümer der geistlichen Fürsten, den Anfang zur Realisirung ihrer geträumten Wünsche und Hoffnungen gesehen hat. 21) nnw Dn^mrii onuon ot in3 sagt der Midrasch n^.n P -DTt aasy onmntp . > das durch Jahrtausende fest begründete Ansehn erschüttert wird, jede Scheu vor demselben verschwindet, die Abneigung und Unzufriedenheit gegen die Mächtigen und Bevorzugten zunimmt, und die Regierung selbst tiefer und tiefer in ihre Ohnmacht versinkt.' — -D),,Gewichen ist ihr Schatten": (Num. 14, 6). ,,Klein habe ich dich gemacht unter den Völkern, du bist sehr verachtet" (Jerem. 49, 15)22. Es geht die Verachtung immer voraus, der Fall folgt. So ging es mit dem Judenthume, so mit dem Götzendienst, und so auch mit der geistlichen Macht l — Aber ganz anders mit Dem, worin ein wahrhaft Heiliges (nwnp) liegt. Da geht die Achtung voran, ihr folgt die Hülfe von oben23. Denn so heißt es (Jes. 62, 1): ,,Um Zions willen, schweige ich nicht, und um Jerusalems willen ruhe ich nicht, bis wie ein Lichtglanz hervorgeht sein Heil, und seine Hülfe hell wie eine Fackel brennt." Welch' herrliche Hoffnung bleibt uns also, wenn wir bedenken, was alles schon geschehen und wie weit wir schon dem Ziele zugeeilt! — Aber wer, außer den Gläubigen, versteht und'begreift die Zeichen der Zeit — den Sturz der geistlichen Macht — die Hintansetzung aller weltlichen Auetorität — die Vernichtung aller Religion? — Alles erschreckt und zittert vor dem Unheil des Krieges und des Umsturzes; aber wir, die Gläubigen, wir sind voll Hoffnung; denn unsere Hoffnung kommt von ihm (o 'mpn uöd). „Ganz ergib dich meine Seele in Gott, denn von ihm kommt meine Hoffnung!" (Ps. 62, 6) d. h. er theilt uns seine Hoffnung mit. Sie" hofft auch und theilt uns ihre Hoffnung mit, das Edelste in gegenwärtiger Zeit, die Hoffnung einer besseren, der besten Zeit. Wie ist es so schön und herrlich! — „Wer möchte glauben unserer Kunde?" (Jes. 53, 1: pDNH- ">D ipnyiDE^). Auch der Messias wird hoffen, und es wird Menschen geben, denen er seine Hoffnungen und Aussichten mittheilen wird. Ja gewiß, von ihm kommt meine Hoffnung; sogar die Stärkung und Ermunterung zur Hoffnung kommt von ihm. Hat doch Israel über- 22) Die höchste menschliche Würde concenttirt sich in der Priester- und Regenten-Würde. Der höchste Priester ist der Papst, der höchste Regent der Kaiser. Man denke nur an das traurige Loos des Papstes Pius VI. und der übrigen geistlichen Fürsten, und an die gefahrvolle Lage des größten der Regenten, des deutschen Kaisers. Die Herabwürdigung des kaiserlichen Ansehns ist der Vorbote des nahen Falles, und sein Fall zieht den Fall aller weltlichen Regenten nach sich. 23) ,-p —. . nnim ros o*np anno riN^a rrn p -jK/rn D»in nnaoni; d’iüd ’j'jn oyn jn hn jnj . nnoa mos rfriNJin 3"rw , onasj 24) Wer? — Auf eine Dyas, oder die Verbindung des Mannes mit der Frau, wird öfters in diesen Homilien hingcd eurer