Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 24
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 539-540 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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589 Aus den Briefen eines Sabbatianers. 540 übrige Israel an der Lehre? Ist cs doch für sie etwas Leeres, ein inhaltsloses Buch, ein Zaubermittel, dessen Zauberkraft sie nicht kennen l Wir sind's, die wir den wahren Pesach feiern, das Fest der Befreiung aus Aegypten, aus der Urfinstermß; den wahren Schebuot, das Fest der Offenbarung: denn wir kennen den Zweck der Offenbarung, wir schauen das Licht der Lehre.{mm litt). Den wahren Sukkot, das Fest, wo wir in schattigen Laubhütten wohnen: denn wir weilen und bergen uns unter dem Schatten des Glaubens (NnUDDDl Nb3 jo IJU D'Din). Den wahren Rosch-Haschana, das Fest des ersten Jahrestages: denn wir verehren den wahrhaft Ersten aller Ersten (pt^i bl Nfcm m'i), den wahren König, der da thront auf erhabenem Throne (nkOI LN ND3 b 2m'n -jVon) > wir können uns rühmen unserer heiligen Väter, und der Säulen der Welt,' und der von Gott auserkorenen Könige und Großen, wir, Keiner sonst im übrigen Israel". ri3tb U'b. . Uns steht es zu, den Herrn zu loben. So spricht der Psalmist. (Ps. 62, 6) : ,,Ganz in Gott ergib dich meine Seele, denn von ihm (UDO) kommt meine Hoffnung." Nicht heißt es: „denn bei ihm" (btt g), sondern ,, von ihrn" (HDD) kommt meine Hoffnung; d. h. von ihm, durch ihn habe ich erst gelernt, was ich hoffen soll und darf. Er machte uns.zu liebte'wirft von sich in ihrer Verzweiflung ein Liebespfand nach dem andern. Doch eines hat sie noch, das hält sie fest: es ist das heiligste Liebespfand, es sind die Liebesbriefe des Liebenden, mit den Beteuerungen seiner Liebe und der heiligsten Versicherung baldiger Rückkehr. Und so lange sie diese besitzt, erhebt sie sich in ihrem Liebesgrame wieder und harret des nach Hause kehrenden Geliebtem — So auch Israels Gesammrheit. Jahrtausende ist ihr Geliebter fern; hin sind die kostbaren Liebespfänder und die Kleinodien ehemaliger Liebe, sie sind in fremder Hand, im fremden Volk. Doch ist ihr eines noch geblieben, es ist die Thora, die Lehre; diese richtet sie wieder auf in ihrer Hoffnung, daß sie nicht verzweifle, und sie harret des rückkehrenden Geliebten, und darum heißt es: „Wäre deine Lehre nicht mein Trost, ich wäre längst vergangen in menrem Elende." 14) Folgende Anmerkung zu dieser Stelle ist am Schluffe etwas unverständlich, sie lautet: o ub'nOKf'* 13 G 1DNJ1 'iddd nmn ioib din dn im :unD3 -nsnp dkg riDWD lriNivp inw b ri^no.bmb pi 13101 üb)yn p mrm t>D'o Nip bi 131 dind g roin nnor nm b , ngm inb n>Nb n^pm onnio onmp im\ p . Dyp3 dk/doi dw3J bo irw-nbu nb b ]no mm Nibjn pioy bi ompn nGN.io N'"i n"°> mdd) udd i3.r py ubv DDyD b ü-rünM inp dkg g unb.nDEn n-w 3un— , dinm nan p .iD3i , unias -ufinp uw- ]w yptb dm HD3 irruNi 1131 b in ihn DiNb M bmb DN »IM D1NH DN »INGO C50J1 .IINim 1D1DH 3"Nf DWH ikw wb-'n Vm iw- 33 , mtinro nVorp ir6 V 'v'P — . b 071' hoffttUNgsvollen Gläubigen (DGini D'lpD). Denn in der jetzigen trostlosen Zeit^ wo jede Aussicht und jede Hoffnung, die sonst die Juden hatten, immer mehr schwindet, wo bei dem starren Einerlei mau nicht weiß, was man erwarten soll, wo selbst der Feste und Edelste nichts hofft, lehrt er uns, auf was wir hoffen und wohin wir unfern Blick wenden sollen; dahin, wohin die Wett am wenigsten sieht. Die Aussicht dazu ist unS eröffnet in den Wettercignlfsen, in der Thora und in dem heiligen Glauben. MPpn UDO G . Ja, von ihm kommt meine Hoffnung l Wann hätte man sich sonst unterstanden solch große.erhabene Dinge zu hoffen, wie „ewiges Leben und Anschauung Gottes," in denen Alles liegt, auf die uns Keiner sonst hoffen gelehrt; außer Ihm15r als er in Jwania" ankam. — Von Ihm kommt uns unsere Hoffnung. Wer hat uns den Muth und den Glauben dazu gegeben, dieses zu hoffen und zu erwarten, außer Ihm? Wer in der Welt, außer einem Gläubigen (pDND), weiß, was zu hoffen, und wohin in der Welt der Blick zu wenden sei, ob sich Aussichten eröffnen zur Erfüllung dieser Hoffnung, oder nicht? So z. B. war der Sturz der geistlichen Macht eine Hanptbediugung zur Erlösung; und schon sind sie, die Geistlichen, mächtig gestürzt, ein Hauptpunkt der Erlösung ist vollbracht. Auch der Sturz tyrannischer Macht ist die Bedingung zur Erlösung; und schon ist auch dieser Hauptaet der Erlösung vollendet. Aber, wer merkt es? wer ahnt den Zusammenhang? Es ist kaum ein Zeitraum von 1J Jahr verflossen, seitdem der Reichstag eröffnet, und von Frankreich und Rußland der Plan zur Entschädigung der deutschen Erbfürsten durch Einziehung aller geistlichen Besitzthümer vorgelcgt worden"; und dieses bedeutungsvolle Ereigniß ist von uns beinahe schon vergessen. Durch dreitausend Jahre haben wir gelesen: „Gedenke, was dir Amalek gethan" (Deut. 25, 17.); und der bessere Jude hält die Erinnerung an das Begebniß mit Amalek als ein Gebot des Glaubens, daß er täglich (DU b3 mo6 wy dgd)18 oder wenigstens jedes Jahr einmal an einem Snbbath" vollziehen soll; ohne zu wissen, wer der größte Feind ist, der der Offenbarung und Verherrlichung Gottes und der Erhebung seines 15) Wer ist hier gemeint? 16) Ein unbekannter Name. 17} In Folge des Lüneviller Friedens wurden, zur Entschädigung deutscher Fürsten, die meisten geistlichen Staaten aufgehoben. > 18) Im , Kad i sch - Gebete durch die Worte: bi.ln' N2“1 TOB tnpm roeic cbü NDDD?’N1 übof DE'H pboy bw jnt nrot? 2p. 19) Am 1121 ndurch die Lesung des Bibelabschnitts ir^N DNl 1131 Deut. 25, 17.