Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 24
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 543-544 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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543 Kurze Anzeigen. Haupt nichts weiter als die Hoffnung Tn pa mpn NpN‘)5 wie weit mehr als alle übrigen haben aber wir von diesen Hoffnungen! ,,Heil Allen, die auf ihn hoffen l" (Jes. 30, 18: in 'nin b'D niiw)* nntc6 . ,,Un§ steht es zu, den Herrn zu loben." Wie hat Gott Israel so lieb, ftc werden Kinder Gottes genannt; diese Liebe ist aber um so größer, da es ihnen kundgethan ist, daß sie Kinder Gottes heißen (Pirke Aboth, 3. Abschn.). Aber wie unendlich weit größer zeigt sich die Liebe Gottes in den vielen trostreichen Zusicherungen und Verheißungen , in den vielen Äußerungen seiner Liebe, Freundschaft, Milde, Gnade und Barmherzigkeit, die uns zu Thcil geworden find! r\2Utb . ,,Uns steht es zu, den Herrn zu loben." Mehr als alle Anderen können wir Gott den Allmächtigen und Furchtbaren |(NTJm Tn,in) nennen. Denn an uns zeigt sich seine Allmacht und furchtbare Erhabenheit mehr, als irgendwo ' (p .■ |iT rnmü jn ]H vNNNH. Mitten unter Gegnern und Anfeindungen hat er uns erhalten und so fest vereint» Wohl könnte es scheinen, als wäre dieses nur eine natürliche Folge der Duldsamkeit unserer Zeit gegen jegliches Glaubensbekenntmß; aber der Gläubige muß gleich' einem einsichtsvollen Gaste sprechen: alle diese Zubereitungen und Zurüstungen geschahen nur für mich (^yn ■ mtt&y DB ^n •^nra mö n2? rrnn). Eben die Toleranz unserer Zeit ist eine Veranstaltung Gottes für uns und um unsertwillen, ^damit unser Bund, das vorzüglichste Ziel Gottes, unbemerkt und unbeachtet bleibe; darin liegt die große Liebe Gottes. Denn so gehen Gottes Wege. Solange er nicht Israels Größe und seine eigene Größe vor der ganzen Welt kundthut, wird sich Alles waffuen, damit unter Diesen auch Diejenigen sich waffnm mögen, die bewaffnet werden sollen, auch Weiber, auch Kinder, auch Mädchen, — bamit525 —. — So wird Alles tolerirt, damit die Toleranz der Deinigeu verdeckt bleibe und natürlich erscheine; so muß der Unterschied der Stände immer mehr schwinden, und Fürsten muffen mit Gemeinen sich verbinden, damit auch wieder eine Esther auf den Thron komme. — So entstand auch in den Zeiten Abrahams ein Krieg, damit Abraham und die Seinigen sich waffnen und Krieger werden möchten. (Schluß folgt.) Kurze Auzeigeu. 6) Esquisse sor la philosophie du poeme de Job, par Is. Cohen, aneien eleve de l’Ecole Normale, 25) Die Stelle ist dunkel. 544?rote58enr de TUnrversile (Ausgezogen aus dem ' 15. Thcil der Uebersetzung der Bibel von Hrn. S. Cahen). Paris, 1851, 8. Neben den zahlreichen von Juden und Christen besorgten Commentaren über Jjjob (Schaltens, Vogel, Nagel, Grey, Chappelow, Cecutk, Scott, Moldenhauer, Löwenthal, Wolfsson, u. a.), wo auch zugleich über die Philosophie dieses Baches gesprochen.wird: neben den einzelnen Arbeiten über Jjjob, z. B. von Garnett, Stuß, Lichtenftein, Hasse, Ilgen, Bellermann, Stäudlin, Richter, Bernstein, Neumann, Autenrieth, Kern, Knobel, u. A. ist es höchst erfreulich, daß uns eine neue Seite dieses interessanten Buches geboten wird, zumal bei aller Mannigfaltigkeit noch immer keine befriedigende Lösung sich gefunden. Hr. C. hat bei genauer Betrachtung dieses Buches gefunden, daß zwischen Prolog , Epilog und dem philosophischen Inhalte des Werkes selbst ein großer Unterschied obwaltet, der Charakter Jjjob's in dieser Geschichte wie in der Legende wurde von jüdischen und christlichen Moralisten vielfach ausgebeutet und als Muster der Resignation ausgestellt, aber das Gedicht selbst stellt uns Job ganz anders dar. Um aber den richtigen Standpunkt zu gewinnen, versuchte es Hr. C. die biblische Persönlichkeit Jjjob's mit analogen des Alterthums zusammenzustellen, und er fand vorzüglich zwei, die sich zur Vergleichung aufdrängen: 1) Die Prometheus-Idee, wie sie aus der Trilogie des Aeschylos bekannt ist, in Jjjob dargestellt. Das Gott ihn dem Satan überläßt, durch furchtbare Leiden ihn foltert, das Hinzutrelen der drei Freunde, das Auftreten Elihu's, vorzüglich aber die Reden Jjjob's selbst, zeigen deutlich den prometheischen Typus. Sehr geistreich führt Hr. C. nach den Quellen des Allerthums die Analogie durch, auf verwandte Erscheinungen in der Literatur danach aufmerksam machend, und da hier der Ort nicht ist, dieses zu reprodnciren, so verweise ich auf das Schriftchen selbst. 2) Der andere hier verkörperte Typus ist die Oedippus- Jdee, die wir vornehmlich aus Sophokles kennen, und die Hr. C. nach ihren Analogien oder Gegensätzen und Abweichungen von Jjjob durchführt. Später geht er auch noch auf die Faustidee ein und resumirt die Schönheiten und Wahrheiten dieser Dichtungen für die Realität des Lebens. Jn einem zweiten Abschnitte bespricht Hr. Cdie metaphysische und moralische Seite dieser Dichtung, namentlich über Jjjob's Ansicht von der Natur des Bösen und Prüfung dieser Ansicht» Dieser Theil nimmt den größten Theil dieses Schriftchens ein, aber zur alten Philosophie gehörig können wir hier dieser Besprechung nicht weiter folgen und müssen uns mit der bloßen Andeutung begnügen. Möge Hr. C. uns mit einem ausführlichen Werke über die Philosophie der Bibel überhaupt bereichern, da feine reiche Kenntniß der griechisch-philosophischen Idee ihn hierzu reichlichen Stoff zur Vergleichung bietet! Verlag von C. L. Frische. Druck von I. H. Nagel.