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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 24 · p. Seite 499-500

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 24
Date
1851-01-01
Page
Seite 499-500 (sequence 19)
Language
German
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499 Karze Anzeigen. 509 Kurze Anzeige«. Zur Kenntnis dcr Geschichte und der wissenschaftlichen Gegenstände - des Talmuds. (Fortsetzung.) 3) DDDn . Biblisch-talmudische Medicin oder pragmatische Darstellung der Arznnkunde der alten -Israeliten, sowohl in theoretischer als praktischer Hinsicht. Von Abraham bis zum Abschluß des babyl> Talmud's d. i. von ^000 v. Ehr. bis ZO0 nach Ehr. Mit Einschluß der Staatsarzueiknnde und mit besonderer Berücksichtigung der Theologie» Nach den Quellen in gedrängter Kürze bearbeitet von R. I. Wunderbar. Erste Abtheilung.. Enthält: Allgemeine Einleitung, mel. der Geschichte und Literatur der iSr. Heilkunde. Matern medica und Pharmaeologie der alten Israeliten. Riga und Leipzig, 1850, 8. Zu beziehen durch C. L. Fritzsche. Nach den vorgeführten zwei Werken,' welche sich zum großen Tyeile mit den außernatürlichen, mehr der Einbildungskraft ungehörigen Wissenschaften des Talmuds beschäftigen, kommen wir hier bei vorliegendem auf realen Boden; neben den transcendenten Disciplinen in Bezug auf Heitmittellehre ist im Talmud und Midrasch auch die wirkliche Wissenschaft der Medicin vertreten und wir sind Hrn. W. sehr dankbar, daß er in einer Reihe von 'Büchern alles Dahingehörige zu erschöpfen strebt. Sehr richtig bemerkt Hr. W. im Borworte, daß er in Darstellung der Gesammt-Medicin der alten Israeliten d. h. der biblischen und talmudischen, lediglich den rein historischen und antiquarischen Standpunkt im Auge habe, d. h. aus dem reichen Schriftthume dieses alten Volkes das wirklich gewesene historisch-kritisch objectiv zu ermitteln, ohne um Systeme der Heilkunde sich zu kümmern; denn der Werth einer aus alten Quellen reconstituirter Wissenschaft liegt eben in der rein historisch-kritischen Darstellung und Ermittelung als Theil der Kulturgeschichte» Diese Betrachtungs- und Behandlungsweise schließt aber nicht aus, daß auch für die jetzige Heilwiffenschaft so Manches daraus entnommen werden kann, da die Medicin eine empirische Wissenschaft ist, und die Volks-Medicin, wie auch die isr. eine ist, stets die Mutter aller wissenschaftlichen Medicin gewesen. Ferner bemerkt Hr. W. ganz richtig, daß die biblische Medicin nicht gut ohne die talmudische behandelt werden kann und daß so umfänglich die Arbeiten über die biblische Medicin auch sind, wenigstens wie sie es prätendiren, doch noch keine einzige vollständig gewesen, geschweige gründlich das ganze Schriftthum zu Rathe gezogen; für die talmudische Medicin ist fast gar nichts geschehen, was der Vers. aus der bisherigen Stellung des Talmuds richtig erklärt. Erst der Neuzeit ist es Vorbehalten, die Wissenschaften des Talmud's auch nach Außen zu fördern, d. h. sie nach allgemeinem erweitertem wissenschaftlichem Standpunkts zu behandeln. Man sieht, daß Hr. W» feiner Aufgabe sich vollständig bewußt war, über seine Arbeit geforscht und wirklich hat seine Schrift für dieses Fach eine große Bedeutung. Bei aller Thätigkekt in der Neuzeit auf dem Gebiete der talmudischen Wissenschaften ist aber gerade für die Medicin am wenigsten geschehen und in der neuen Ausgabe von Sprengel's Geschichte der Medicin von Dr. Rosen bäum konnte mit Recht der Vorwurf gemacht werden (Bd. 1), daß die Juden dafür sehr wenig gethan; wir hätten daher das Unternehmen des Hrn. W. schon in diesem Betracht als zeitgemäß und norhwendig angesehen, wenn cs auch weniger gut ausgefallen wäre. Allein Hr. W. ging in seiner Bearbeitung mit so vieler Umsicht und Kenntniß, m it so reichem Verständniß des Stoffes und der Hilfsmittel und gewissenhafter Benutzung derselben, daß er die Nachsicht, welche sonst erste Arbeiten in einem Fache beanspruchen dürfen gar nicht bedarf, und ich kann daher sofort zur Darlegung des Inhalts übergehen, um den Lesern in Kürze ein schwaches Wild von dieser schönen Arbeit zu geben. Als Einleitung des Werkes behandelt Hr. W. 1) die Geschichte der israelitischen Heilkunde, und zwar a) Eintheilung dieser Geschichte; d) Ursprung und Verlauf derselben; c) System und Eharacter der isr. Medicin; ä) Dlscipliri der isr. Medicin. — 2) Von den in der israelitischen Heilkunde vorkommenden Ma asten, Gewichten, Instrumenten und Apparaten und zwar a) Maaße; b) Gewichte; c) Instrumente und Apparate. — 3) Literatur der israelitischen Medicin und zwar a) biblische Medicin; b) talmudische Medicin. Die Behandlung dieser vorbereitenden Gegenstände nehmen fast das ganze erste Heft ein. Es folgt sodann: Erste Abtheilung. Nutemn medica und Pharmaeologie der Israeliten in materia medica, und zwar: a>Hausmittel; b) Arzneimittel: an) einfache, bd) zusammengesetzte oder chemisch zubereitete. Dann folgt der Anfang der Pharmaeologie. Das der übersichtliche Inhalt des ersten Heftes, den wir schon darum den Lesern vorführen, damit sie daraus die Reichhaltigkeit ersehen. Die Geschichte der jüdischen Medicin über die Zeit der Bibel und des Talmud, wozu Hr. W. einleitend eine Eintheilung dieser Geschichte giebt, verdiente besonders behandelt zu werden, zumal in Bezug auf die vortalmudische und talmudische Zeit; die medicinische Kenntniß der Essäeu und Therapeuten, die Aerzte unter den Mischnaiten und Amoräern verdienen eine ausführliche Behandlung nach den Quellen, da dieses Thema einen bedeutenden Beitrag abgiebt für die Kulturgeschichtr, und es wäre zu wünschen, daß Hr. W. sich dieser Arbeit unterziehe, da er nun einmal^alle Hilfsmittel kennt. Hier in diesem Heft ist nicht blos die Reihe der Heükünstler'unvollständig, sondern von den aufgeführten ist zu wenig gesagt und wenigstens wie bei Samuel und Abbaji hätten sämmtliche dahin gehörige Stellen im Talmud nachgewiesen werden sollen. Auch müßte der palästinische Talmud zu einer solchen Arbeit benutzt werden, da wir aus der aw nwDnn nvti im von Jakob Provenzali (in n^n nm)

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